Like a Dragon

Mit Like a Dragon verfilmte Takashi Miike das Videospiel Yakuza.

Das Yakuza Genre ist ein reines japanisches Genre, denn die Gangster gibt es nunmal nur in Japan. Doch jeder Regisseur geht das Thema anders an. In den vergangenen Jahren zeigte vor allem Takeshi Kitano mit seinen Outrage Filmen, die modernen Yakuzas. Doch auch in Videospielen gibt es immer wieder die japanischen Gangster zu bestaunen. Die bekannteste Reihe heißt auch noch Yakuza, welche es auch immer wieder in den Westen geschafft hat. 2007 setzte Takashi Miike das Game in einem Film um. Dabei kam der Streifen Like a Dragon raus. Ein Film der in Filmographie des Regisseur vielleicht etwas untergeht. Denn 2007 war noch im Höhenflug durch seine älteren Filme und die westlichen Zuschauer fingen an ihn langsam zu entdecken und der Hype war auch etwas abgeflacht. Dennoch oder gerade deswegen zeigt sich das Like a Dragon ein typischer Miike Film ist, mit vielen Elementen aus seiner Vergangenheit.

Tokyo eine heiße Nacht, genauso wie das Wetter ist auch die Stimmung. Zwei Bankräuber in einer Bank, welche kein Geld hat. Ein Pärchen auf der Suche nach Geld, ein Yakuza frisch aus dem Knast entlassen und will einem Mädchen helfen ihre Mutter zu finden. Dazu eine Gang welche hinter den Yakuza her ist. Der heißt Kazuma Kiryu. Doch es gibt noch weitere Charaktere die auftauchen und alle wollen entweder den Boss töten oder die 10 Millarden Yen finden. Es wird eine heiße und gefährliche Nacht.

Man merkt sehr schnell, dass Like a Dragon eine Videospiel Verfilmung ist, denn einzelnen Handlungselemente fühlen sich an wie Level oder auch eine Quest, welche man absolvieren muss. Dabei fällt aber auch auf, dass es keine richtige Hauptfigur gibt, am nächsten kommt da noch Kazuma Kiryu, welcher neben dem Paar auch alle Geschichten miteinander verbindet.

Eine Nacht, viele Personen

Als Zuschauer wird man in die Nacht hinein geworfen aber dies passiert langsam. Denn Like a Dragon fängt mit den einzelnen Charakteren und zeigt sie uns, dabei verbindet man schon ihre Schicksalfäden miteinandern. Immer wieder treffen sie aufeinander oder auf neue Figuren. Die Nacht ist heiß und einzig die zwei Bankräuber in der Bank sind alleine und sind wohl eher für den Humor da, denn es ist eine Handlung die man hätte auch weglassen können. Sie läuft so nebenbei und im Grunde ist es vielleicht auch das was die Handlung etwas trübt.

Es schwingt auch immer wieder sehr deutlich mit, dass die Vorlage ein Videospiel war, daraus macht Like a Dragon auch kein Geheimnis, vor allem im Finale merkt man es deutlich, denn hier gibt es ein Getränk, was wohl ein Heiltrank sein könnte oder den Charakter für kurze Zeit stärker macht. Wer Yakuza gespielt hat, wird es sicherlich wieder erkennen. Doch auch schon vorher, es ist zwar Normal das Charaktere in Takashi Miike Filme sich immer wieder anfangen zu prügeln, was auch hier passiert. Es fühlt sich aber anders an, denn man merkt deutlich, das es zur Mission dazugehört.

Das man bei so vielen Personen auch schon mal den Überblick verlieren könnte ist verständlich. Doch immer wieder gelingt es dem Film alles mit einander zu verbinden. Dennoch ist man am Ende froh das es vorbei ist. Es fehlt irgendwie etwas. Denn selbst wenn man viele Miike Filme kennt und es gewohnt ist abgedrehte Charaktere zu sehen, so fehlt etwas. Alles wirkt zu Normal, zu freundlich, zu angepasst. Dazu gibt die Handlung nicht viel her, vielleicht liegt es auch daran, das man nicht alles aus dem Spiel mit in den Film packen konnte. Doch Like a Dragon ist eine kleine Enttäuschung.

Außenseiter

Eins was sich wohl nie ändern wird, schaut man einen Takashi Miike Film, ist der Fakt das man immer wieder Außenseiter sehen wird. Es sind Figuren am Rande der Gesellschaft, welche Probleme haben, sie sind die Bösen, die vielleicht guten und manche wollen einfach nur Geld, damit sie ein Problem los werden können. All diese Figuren treffen auch bei Like a Dragon aufeinander. Es ist schon sehr typische Miike was wir hier erleben. Dennoch fehlt etwas, es fehlt der Held und Kazuma Kiryu ist dies einfach nicht. Er läuft einfach durch Tokyo und hilft dem kleinen Mädchen. Dabei wirkt das eher wie Lone Wolf and Cub, wozu es auch eine kurze Anspielung gibt. Dabei ist sein Charakter aber mal schwach und mal stark und so gibt es keine klare Linie.

Dennoch haben wir es mit den Außenseiter zu tun, den verstoßenen, dabei fühlt man sich als Zuschauer diesen Charakteren aber immer etwas näher, weil man ihre Situation besser verstehen kann. Vor allem dem Pärchen, was dieses durch macht und die Auflösung, warum die Frau unbedingt Geld will, ist zwar schon etwas auf Seifenoper Niveau, dennoch funktioniert und bringt etwas Drama in die Geschichte von Like a Dragon.

Optik

Irgendwie merkt man nur an vereinzelten Stellen, dass es sich bei Like a Dragon um einen Takashi Miike Film handelt. Es ist wohl dem verschuldet, dass es ein Videospiel als Vorlage gibt und man sich so an manche Sachen halten muss. Das Miike es besser kann zeigte er später bei einer anderen Videospiel Verfilmung. Dennoch gibt es Moment die an seine alten Zeiten erinnern. Dem V-Cinema und dem Yakuza Film. Denn Tokyo fühlt sich so an, als wär es auch aus Dead or Alive entsprungen. Auch die Orte erkennt man wieder.

Viele Szenen von Like a Dragon sind am Stück gedreht, so gibt Miike den Schauspielern mehr Raum und die Kamera verfolgt sie. Dazu gibt es aber den harten Kontrast mit schnellen Schnitten und umschnitte und Kameraeinstellungen. Vor allem bei der Action, hier kommen sogar Jumpcuts zum Vorschein. Auch manche Szenen sind etwas schräger aufgenommen, obwohl in diesen nicht unbedingt etwas passiert, was zu diesem Kamerawinkel passen könnte.

FAZIT:

Like a Dragon klingt wie ein typischer Takashi Miike Film, er hat auch durchaus das Potenzial, doch irgendwas fehlt. Man merkt deutlich das die Vorlage ein Videospiel war. Am Ende bekommt man ein Film der in Ordnung ist und auch unterhalten kann aber man hat immer das Gefühl etwas zu vermissen.

Movie title: Like a Dragon

Director(s): Takashi Miike

Actor(s): Kazuki Kitamura, Gorô Kishitani, Shun Shioya, Saeko, Natsuo Tomita, Shô Aikawa, YosiYosi Arakawa, Ken'ichi Endô, Yoo Gong, Haruhiko Katô, Kuroudo Maki, Yutaka Matsushige

More...

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Action - 6/10
  • 5/10
    Spannung - 5/10
  • 5/10
    Unterhaltung - 5/10
6.2/10
Sending
User Rating 0 (0 votes)
Comments Rating 0 (0 reviews)

Bestellen bei der OFDb.de:

DVD

Special Edition

Produkte von Amazon.de

Handlung:

Eine Nacht in Shinjuku, Tokio. Das verschachtelte Viertel ächzt unter einer Rekordhitze, die Klimaanlagen geben ihren Geist auf. Die Nerven aller liegen bereits blank, als bekannt wird, dass aus einem Banksafe 10 Millionen Yen eines Yakuza-Clans verschwunden sind. Währenddessen wird der Gangster Kiryu Kazuma nach langer Haft aus dem Knast entlassen und versucht sein Leben umzukrempeln. Doch dem steht sein ehemaliger Partner aus Yakuza-Tagen im Weg. In der Schwüle der Nacht kreuzen sich die Wege eines Liebespaares auf Diebestour, eines koreanischen Killers, zweier unfähiger Bankräuber, eines jungen Mädchens auf der Suche nach seiner Mutter und eines masochistischem Waffendealers. Am Ende der Dunkelheit steht ein Showdown, der das Wort Gewalt neu definiert…

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

Kommentar verfassen