Lady Dracula

Lady Dracula ist wohl einer der bekanntesten Jean Rollin Filme.

Jean Rollin gehört zu den umstrittensten Regisseuren der 70er und 80er, denn seine Filme sind immer etwas anders und immer wurde er missverstanden. Es gibt aber ein paar Filme die haben es zu größere Berühmtheit geschafft, dazu gehört Die Foltermühle der gefangenen Frauen und Lady Dracula, welcher wohl durch seine Probleme in Deutschland zu einem der Filme gehört über den man früher nur leise gesprochen hat. Doch dank Wicked Visionen kann man den Film nun in einer wirklich guten Bildqualität anschauen, der 2k Scan ist gelungen und man bekommt einen außergewöhnlichen Jean Rollin Film geboten, welcher aber auch viel vom Zuschauer abverlangt, mehr noch als andere seiner Filme.Denn Dialogarm ist der Film zu Teil schon, doch ist er sehr ruhig und sehr langsam erzählt, so braucht man als Zuschauer viel Geduld.

Die Handlung von Lady Dracula dreht sich um Catherine Valmont, welche verstarb. Als ein paar Typen in ihrer Familiengruft ilegal Giftmüll entsorgen, passiert ein Unfall, einfass geht auf und Giftstoffe entweichen und Catherine erwacht zum Leben und greift die Räuber an und tötet sie. Danach wandelt sie durch ihr Schloß und erinnert sich an ihre Kindheit und das Versprechen was sie ihrer besten Freundin Hélène gab. Doch der Blutdurst wächst und so tötet sie ein Pärchen was im Schloß ein Schäferstündchen abhalten will, als sie ihre Freundin anruft, eilt die zur Hilfe, diese will aber nicht wahr haben, das Catherine tot ist. Während dessen versucht die Hobbyfotografin Barbara Simon heraus zu finden, wer das mysteriöse Mädchen auf ihrem Bild ist, welches sie fotografiert hat.

Wie immer ist die Handlung bei einem Jean Rollin Film sehr verträumt und mysteriös. Das geht los mit der Frage, wie ist Catherine wieder zum Leben erweckt und warum der Blutdurst. Dazu ihre Freundin, welche sicherlich mehr emfindet als Freundschaft und auch die Fotografin, welche wohl ein Rätsel lösen will. All das sind schon typische Figuren für einen Jean Rollin Film, dennoch ist Lady Dracula anders.

Wenig Handlung, viel Langeweile

Ein Film wie Lady Dracula macht es dem Zuschauer nicht leicht, denn er ist eine Herausforderung. Wie andere Jean Rollin Filme auch. Doch dieser ist eine besonders harte Nuss. Denn die wenige Handlung wird so lang gestreckt, das man 90 Minutne Laufzeit raus bekommt und das merkt man deutlich beim anschauen des Films. Denn hier wird kaum etwas geboten. Der Film lebt nicht von der Handlung, sondern von den Bildern und der Atmosphäre, dabei kommt aber wenig Spannung auf, bis zum Finale hier kann Lady Dracula auch kurz überzeugen, dennoch ist es zu wenig für einen Filme. Selbst für Jean Rollin Verhältnisse ist das zu wenig und er drehte Vampirfilme mit kaum einem Dialog, welche aber durch ihre Erzählweise interessanter waren als dieser Film.

Als Zuschauer muss man sich auf viele Minuten gefasst machen, wo Catherine nur durch das Schloß läuft und sich erinnert, hier gibt es zwar durch die Rückblicke, einen kleinen Einblick in ihre Vergangenheit, was die Beziehung zwischen ihr und Hélène festigt, doch wir wissen nichts was danach passiert. Nur das Hélène für sechs Monate weg war und so von dem Tod von Catherine erfuhr. Doch was nach der Kindheit, warum ist ihre Verbundenheit noch so groß, warum deutet Jean Rollin auf einmal nur die lesbische Liebe der beiden nur an? Das sind fragen die man sich stellt, nur beantwortet werden sie nicht. Natürlich müssen solche Fragen in so einem Film wie Lady Dracula auch nicht beantwortet werden, es ist viel mehr für ein langer Traum den man hat.

Das Traumhafte ist es auch, was einem an dem Film hält, auch wenn man das Gefühl der gepflegten Langeweile nie wirklich los wird. So hat es doch den Hauch von dem typischen Jean Rollin Film, welches einem an der Stange hält und man nicht abschaltet auch wenn man beim schauen immer wieder Einschläft.

Effekte

Lady Dracula ist einer der wenigen Filme von Jean Rollin, wo es Spezial Effekte gibt, der andere ist Foltermühle der gefangenen Frauen. Ansonsten gibt es vielleicht hier und da mal etwas Blut, durch das Vampirthema, dennoch ist er nie bekannt gewesen für Splatterfilme. Außer halt Lady Dracula, welcher einige Effekte zu bieten hat. Das ist es wohl was den Film zu seiner berühmt hat verholf. Denn es gibt ein paar blutige Effekt im Streifen zu bestaunen. Doch manche sind nicht die besten und man merkt immer wieder sehr deutlich, wie billig sie entstanden und das es nicht das Gebiet ist, wo man in Frankreich oder Jean Rollin Ahnung von hat.

Es gibt am Anfang ein paar sehr blutige Einstellungen, wenn Catherine ihre ersten Opfer tötet, das alles ist aber auch so gefilmt, dass man als Zuschauer schnell erkennt das es nur ein Effekt ist, vor allem durch die neue 2K Abtastung sieht man in HD sehr deutlich, was Make Up ist und was nicht, das nimmt den Film natürlich die  Härte, welche die Szenen vielleicht einmal hatten. Es ist aber nicht unbedingt das, wovon Lady Dracula lebt, es ist viel mehr eine Verbildlichung des Themas. Auch wie sie tötet ist fast immer gleich und meist auch nicht so gut geschauspielert, wenn Catherine an einer Leiche rumkratzt und beisst. Das ganze gipfelt dann aber im Finale und hier ergibt einiges dann auch etwas mehr Sinn.

Optik

Man merkt Lady Dracula deutlich an, dass er in den 80ern Entstand und irgendwie wirkt der Film nicht mehr so Zeitlos wie andere Jean Rollin Film. Obwohl bei den Bildern die Zeit keine Rolle spielen. Die viele Einstellungen sind lang und langsam und man hat immer wieder das Gefühl die Zeit scheint still zu stehen. Dies ist es aber auch welches einem als Zuschauer das Gefühl der Langeweile vermittelt. Dabei kommt aber immer wieder die Atmosphäre zum Vorschein, welche das Traumhafte verdeutlicht, denn es nie klar ob das alles wirklich passiert oder nur irgendwo ein Vorort zur Hölle ist. Denn in dem Dorf sind sich zwar alle sicher Catherine wär tot, doch man sucht auch nie nach den Personen die sie tötet. Alles hat etwas mysteriöses.

Was einem aber auffällt, den Bildern fehlt es an vielen Stellen an den Symbolen, welche man sonst aus Jean Rollin Filmen kennt, es ist alles viel mehr beklemmenden, durch die Ruhe und die Einsamkeit die man immer wieder in vielen Szenen sieht. In vielen dieser Szenen sieht man Catherine alleine im Schloß und dies ist prächtig ausgestattet aber irgendwie fehlt immer etwas. Das nimmt im Verlauf des Films zu, während im Finale es schon fast zu viel wird an der Symbolik und dem Ende. So hat man einen ruhigen und langsamen Film vor sich.

FAZIT:

Lady Dracula ist einer der Film, welche die gepflegte Langeweile zu einer Kunstform macht. Als Zuschauer braucht man viel Geduld und muss sich auf den Film einlassen. Wer einen ruhigen und langsam erzählten Streifen sehen will mit ein paar Splattereffekten sehen will, ist hier genau richtig. Ansonsten ist es nicht der beste Jean Rollin Film, obwohl die Melancholie und die Bilder des Films überzeugen können. So kann es die Handlung leider nicht.

Lady Dracula

Movie title: Lady Dracula

Director(s): Jean Rollin

Actor(s): Marina Pierro, Françoise Blanchard, Mike Marshall, Carina Barone, Fanny Magier, Patricia Besnard-Rousseau, Jean Berel, Jean-Pierre Bouyxou, Véronique Carpentier, Jean Cherlian, Delphine Lapointe, Jacques Marbeuf

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  • 4/10
    Handlung - 4/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 4/10
    Spannung - 4/10
  • 6/10
    Atmosphäre - 6/10
  • 5/10
    Effekte - 5/10
5.7/10

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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