NIGHT OF THE VIRGIN

NIGHT OF THE VIRGIN ist viel und anders

Spanien ist sichrlich eins der Länder wo man bei Filmen entweder an Jess Franco denkt oder dem Erfolg von [REC] und ein paar andere Perlen wie Tessi oder Sexy Killer. Ja der spanische Film ist international manchmal etwas unbekannt und eine Nische. Dabei bekommen wir auch immer wieder Highlights ab und manchmal Filme, die vielleicht das Potenzial zu einem Kultfilm haben. Wie es dabei um NIGHT OF THE VIRGIN steht muss sich zeigen. Eins ist klar, der Film ist anders und lebt auch davon. Dabei setzt der Film auch sehr stark auf die Macht seiner Bilder und erzählt die Handlung sehr langsam.

Die Handlung von NIGHT OF THE VIRGIN beginnt mit zwei TV-Moderatoren, welche aber im Verlauf der Handlung keine Rolle mehr spielen, sie leiten den Jahreswechsel ein und manchen ein paar Scherze über Babys und dem Film Rosemaries Baby von Roman Polanski, welchen man aus Gründen sicher nicht mehr schauen sollte aber das würde jetzt hier zu weit gehen, zurück zum Thema. Dann geht es los mit Nico in einem Club. Er ist der typische Loser und auf der Suche nach einer Frau. Er trifft auf Medea eine etwas ältere Frau, die den jungen Mann aber gern mit in ihre Wohnung nimmt. Dort beginnt für Nico aber eine albtraumhafte Nacht und der Ex-Freund an der Tür ist dabei noch das kleinste Übel.

Als Zuschauer muss man sich bei NIGHT OF THE VIRGIN auf einen Film gefasst machen, der sicher nicht das ist was man erwartet. Denn er ist sicherlich eine düstere Komödie mit Horrorelemente. Dazu gibt es viel Humor der unter die Gürtellinie geht und dabei macht der Film kein Halt vor Körperflüssigkeiten. Es dauert auch sehr lange bis der Film das Tempo etwas anzieht und man dann auch nicht das bekommt was man will. Er ist einfach anders.

Eine Jungfrau, eine Wohnung, eine Nacht

Sieht man mal von dem Anfang ab, so spielt NIGHT OF THE VIRGIN nur in der Wohnung von Medea. Dieses kleine Kammerspiel auf engen Raum brauch aber leider auch eine ganze Weile bis es sich komplett entfaltet. Am Anfang sehen wir noch wie Nico und Medea sich unterhalten und über das Leben reden. Dabei ist die Wohnung schon sehr ausschlaggebend, total verdreckt und merkwürdig. Dennoch lässt sich Nico davon nicht abhalten. Er hat ein Ziel: er will Ficken. Doch nach und nach stellt er fest, irgendwas stimmt nicht. Dieses Gefühl wird immer größer aber leider zieht der Film das immer wieder in die Länge.

Während sich also alles in einer Nacht abspielt, hat man als Zuschauer nie das Gefühl der Zeit, alles wirkt so lang und man hat keine Ahnung, welche Uhrzeit ist. Man hört nur die Geräusche, dass es Mitternacht ist und gefeiert wird aber sonst, können Minuten wie Stunden wirken. Was zur Atmosphäre des Films passt aber auch hier wirkt einiges viel zu lang. Dabei ist die Idee von NIGHT OF THE VIRGIN sehr gut und funktioniert auch immer wieder gut. Doch auch immer wieder verliert sich der Film in seinen Bildern und zieht so die Handlung in die Länge.

Je länger die Nacht dauert desto weiter entwickelt sich die Handlung in eine Richtung, die wirklich merkwürdig ist und hier hätte man sich mehr Informationen über den Mythos gefreut. So bleibt das Finale zwar voller abgefahrener Wendungen aber einiges ist nur da für den Schauwert und dem Schock. So ist es für die Charakterzeichnung weniger interessant. Nico und Medea bleiben meist sehr ein dimensional und wirken wie Stereotypen eine Sex Teenie Komödie, die zu einem Horrorfilm wird. Da alle Motivationen fehlen außer es geht um Sex.

Grusel, Schock und Ekel

Da NIGHT OF THE VIRGIN wie eine Komödie anfängt aber zu einem Horrorfilm wird, eine Horrorkomödie ist er aber irgendwie dennoch nicht. Es ist eher ein Genremix der mit typischen Elementen der jeweiligen Genre spielt und das macht der Film auch gut. Dabei hat man aber wie schon angesprochen diese langen Sequenzen im Streifen, welche das alles immer wieder strecken. So ist die Spannung und auch der Grusel, der wirklich in dieser Wohnung auf kommt auch schnell wieder dahin ist. Die Atmosphäre keimt auf, wenn Nico etwas entdeckt, doch schnell wechselt der Film hier wieder die Stimmung und das Genre und alles ist wieder weg.

Der Schock in NIGHT OF THE VIRGIN kommt immer mit dem Ekel. So ist es keine Wendung die wirklich schocken wird, obwohl der Film einige Wendungen hat. Es ist viel mehr der Ekelfaktor der hier groß geschrieben wird. Da gibt es eine Szene wo Medea sich ein Handy in die Vagina schiebt. So geht das Weiter, der Film setzt immer unter die Gürtellinie an. Das wird im Finale sehr deutlich und sorgt für einige Ekelmomente, die dem Zuschauer auf den Magen schalgen können oder er wird lachen.

Optik

NIGHT OF THE VIRGIN ist ein sehr gelber Film. Die Wohnung von Medea ist so gelb beleuchtet, das alles in diese dunklen Ton fällt. Es gibt aber auch ein paar Räume die sind Blau, wie das Badezimmer, es ist vielleicht mehr ein Blaugrau. Dennoch dominiert hier die Farbe Gelb. Das verleiht dem Film etwas düsteres und es ist auch immer wieder ein beklemmende Amtosphäre und wenn dann der Farbton vom Bild wechselt, wissen wir als Zuschauer auch das jetzt irgendwas passieren muss.

Auch die Kamera von NIGHT OF THE VIRGIN ist gelungen, es gibt viele Kamerafahrten, welche die Wohnung größer wirken lassen oder auch kleiner. Dabei geht man sehr kunstvoll mit dem Film um und man versucht hier wirklich auch Qualität abzuliefern. Was auch funktioniert, dennoch sind manche Kamerafahrten zu lang oder strecken den Film immer etwas zu sehr. Natürlich ist es cool manche Einstellung zu sehen und auch der Schnitt spielt mit dem Humor. Dennoch wirkt manches einfach etwas zu sehr in die Länge gezogen.

FAZIT:

NIGHT OF THE VIRGIN ist ein wilder Genremix, der leider etwas zu lang ist. Viele Ansätze im Film sind gelungen, am Ende sind aber wenige davon wirklich durchgezogen. Dennoch wird man als Genrefan gut unterhalten und bekommt einen Film geboten, der auf jeden Fall anders ist.

NIGHT OF THE VIRGIN

Movie title: NIGHT OF THE VIRGIN

Director(s): Roberto San Sebastián

Actor(s): Javier Bódalo, Miriam Martín, Víctor Amilibia, Ignatius Farray, Rocío Suárez, Javi Alaiza, Javi Cañón, Ernesto Fernández, Errapel Arrieta, Mikel Martín, Julene Lekunberri

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
  • 6/10
    Atmosphäre - 6/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
6.5/10
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Handlung:

Heute Nacht will er sie endlich loswerden. Nico, Übergebiss, unbeholfen und schon längst über 20, hat sich vorgenommen seine Unschuld zu verlieren. Nur mit wem? Keine Frau lässt sich anbaggern, bis er zur späten Stunde Medea begegnet. Sie ist zwar deutlich älter als er – aber was soll‘s? Reifere Frauen verfügen bekanntlich über mehr Erfahrung. Medeas geheime Vorlieben entpuppen sich jedoch als extrem schmerzhaft und so beginnt für Nico eine Nacht, die er nie vergessen wird – falls er sie überhaupt überlebt.

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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