Bullet in the Head

John Woos Bullet in the Head

John Woo der Meister des Actionkinos, kurz bevor er seinen überhit Hard Boiled drehte und dann nach Hollywood ging. Produzierte er noch ein Werk, was in seinen Highlights immer etwas untergeht, neben ein paar kleineren Filmen ist Bullet in the Head der Film, der wohl am wenigsten Beachtung bekommt. Obwohl man alles bekommt, was man von Woo gewohnt ist. Doch etwas ist anders. Entstanden 1990 und die Welt war im Wandel und ein Film über Freundschaft, Verrat und den Vietnamkrieg, schien nicht mehr Zeit gemäß, jedenfalls bei den Internationalen Fans, denn Bullet in the Head gibt es in vielen Versionen und alle sind anders geschnitten. Einzig die DVD Vös des Films boten erstmals das Uncut vergnügen. Obwohl hier der Humor komplett fehlt.

Ben, Frank und Paul sind seit ihrer Kindheit freunde und leben in Hongkong der 60er Jahre. Doch das Leben zu dieser Zeit ist Hart und neben Aufständen und Polizeigewalt, gibt es auch kaum eine Zukunft für die Drei. Während der Hochzeit von Ben versucht Frank Geld zu besorgen und wird von Ringo einen lokalen Gangster verletzt. In der Nacht versuchen Ben und Frank sich zu rächen und töten dabei ausversehen Ringo. Verfolgt von der Polizei fliehen sie mit Paul nach Vietnam, doch hier erwartet sie nicht der Himmel, sondern die Hölle beginnt erst. Auch die neue Freundschaft mit Luke wird auf die Probe gestellt. Gier zerstört jede Freundschaft.

Man merkt dem Film deutlich an, dass John Woo wieder etwas anderes machen wollte und Bullet in the Head auch als sein Apocalypse Now bezeichnet. Was beim betrachten des Films auch sehr deutlich wird. Dabei ist der Film auch sehr düster und einem vergeht sogar der Spaß an der Action, hier kommt eine sehr nihilistische Stimmung auf.

Freundschaft

Eins der wichtigsten Themen in John Woo Filmen ist die Freundschaft. Daraus werden enge Beziehungen geknüpft. Manchmal sind die Helden auch unfreiwillig zusammen, doch am Ende verbindet sie etwas. Egal was passiert, diese Freundschaft ist immer da. Wie man es bei The Killer oder Hard Boiled sehen kann. Doch bei Bullet in the Head ist dies etwas anders. Hier sind es Freunde aus der Kindheit, sie kennen sich in und auswendig und alle drei sind gleich. So erleben wir sie auch am Anfang des Films, sei es bei einer Prügelei oder bei dem Stress mit den Eltern. Ben, Frank und Paul verbindet eine innige Freundschaft. Genau auf diese baut dann auch die Handlung auf, doch hier verläuft einiges anders.

Die Freundschaft steht in Bulet in the Head auf dem Spiel, denn einer der Charakter zeigt nach und nach sein wahres Gesicht. Denn in dieser neuen Situation zeigt sich was die Freundschaft wirklich wert ist. Das wird erst sehr langsam deutlich. Denn John Woo wirft den Zuschauer in die Welt und wir erleben wie die Charaktere, was in Vietnam alles passiert und dabei gibt es einen Trip, der zu einem langen Albtraum wird. Denn die drei Freunde befinden sich mitten im Vietnamkrieg, obwohl Saigon noch sicher ist, regiert schon auf den Straßen das Chaos und das Militär greift hart durch.

In Vietnam treffen sie auch auf Luke und Sally, diese werden auch zu Freunden. Doch schnell gibt es die erste Probe, was sind die Drei bereit zu tun. Sie müssen Luke helfen um Sally zu befreien, die in einem Club gehalten wird wie eine Sklavin. Doch nicht alles endet gut. So zeigt Bullet in the Head dem Zuschauer eine Welt, wo Freundschaft zwar etwas wert ist aber alle müssen dafür etwas geben. Es ist keine einfache Welt und am Ende regiert die Wut und trauer über all das was passiert ist.

Verrat, Wut und ein Trauma

Neben Freundschaft ist auch der Verrat ein großes Thema in John Woo Filmen, denn es muss auch einen auslöser für die Action geben und für das was passiert. Doch bei Bullet in the Head ist alles etwas anders. Die drei Freunde sind eher immer nur dabei, als das sie wirklich etwas auslösen. Es passiert alles um sie herum. Nur der Anfang ist sehr deutlich, doch hier zeigt sich wahre Freundschaft. Doch der Verrat ist das was dann zum Finale führt und auch die Gier nach mehr und das eine Kiste voller Gold dann doch mehr Wert ist als Freundschaft.

Ganz offen zeigt John Woo auch das Trauma, was die Freunde nach Vietnam haben. Denn Ben, Frank und Paul haben den Krieg hautnah erlebt und auch die Gefangenschaft und sie mussten schreckliche Dinge tun. Dabei zeigt der Film sich von seiner unschönen Seite. Denn wir sind mittendrin und erleben Situationen die schrecklich sind und man fühlt mit den Charakteren mit. Das PTS danach ist vorprogrammiert und genau das ergibt sich dann auch im Finale. So ist Bullet in the Head bei all der Action auch ein Antikriegsfilm. Das zeigt vor allem die Szenen, wenn sie in einem Auto in Saigon losfahren wollen und der Krieg vor ihren Augen ausbricht.

Der Verrat führt natürlich auch zu Wut, denn einer der Drei hat es geschafft und das auf Kosten einer seiner Freunde. Hier zeigt der Film auch wie skrupellos Menschen sein können. All, das führt zu keiner wirklichen Katharsis am Ende. Auch wenn einer der Freunde vielleicht seine Rache bekommt, besser wird es ihm nicht gehen. Nein es zeigt uns immer noch eine Welt wo die Freundschaft das Wichtigste ist und diese wurde zerstört. Es gibt kein zurück mehr zum alten Leben.

Action

Natürlich gibt es in Bullet in the Head auch Action und davon auch reichlich. Doch wie schon erwähnt ist hier einiges anders. Unsere Helden springen und fliegen kaum durch die Luft und es gibt auch kaum die bekannten Heroric Bloodsheed Momenten. Nein, John Woo macht in diesem Film alles etwas anders. So dauert es auch bis es zur Action kommt. Vorher sehen wir immer wieder ein paar schlägerein, dazu auch die Aufstände, wo es Explosionen gibt und das Militär und die Polizei auf die Menschen schießen. Doch typische John Woo Action gibt erst später.

Wenn es dann losgeht, dann bekommt der Fan genau das was er erwartet. Doch auch hier zeigt sich schnell, dass man bald wieder etwas anderes sieht. Denn nach der Schießerei in dem Nachtclub, wechselt alles zur Kreigsaction und viele Dinge explodieren. Dann kommt auch das Militär dazu und es wird an allen Ecken geballert und gestorben. John Woo zeigt den Krieg zwar als eine düstere, menschenverachtende Welt. Doch die Action ist dann wieder unterhaltsam, obwohl auch nur für kurze Momente. Denn immer wieder geht es auch um die Freunde und Luke.

Optik

Man merkt natürlich sehr deutlich, zu welcher Zeit der Film spielen soll und so bringt uns John Woo gleich in die ersten Minuten zurück in die 60er, was auch an dem Soundtrack liegen mag, welcher mit einer Jazz Version von The Monkees – Im a Believer läuft. Doch auch Autos und Kleidung zeigen uns diese Zeit. Auch der Krieg und Vietnam zeigen dann deutlich das Jahrzehnt. Obwohl in Hongkong und Thailand gedreht, bekommt man das Gefühl wirklich in Saigon zu sein. Die Macht der Kulissen und Kameraeinstellungen.

Bei der Action von Bullet in the Head merkt man dann deutlich die Hanschrift von John Woo. Immer wieder sterben Menschen in Zeitlupe, wenn sie erschossen werden. Hier und da spritzt auch das Blut und alles wirkt sehr dramatisch und es gibt viele Symbolik des Glaubens. Alles was man von einem John Woo Film erwart, außer die weißen Tauben fehlen hier. Wär aber auch etwas unpassend.

FAZIT:

Bullet in the Head ist ein düster und nihilistischer Actionfilm von John Woo. Der zeigt, dass der Regisseur es auch etwas anders kann und liefert hier ein Film, der mit Freundschaft anfängt und verrat endet. Dazu zeigt er auch die Grausamkeit des Krieges sehr eindrucksvoll.

Bullet in the Head

Movie title: Bullet in the Head

Director(s): John Woo

Actor(s): Tony Leung Chiu-Wai, Jacky Cheung, Waise Lee, Simon Yam, Yolinda Yan, Lam Chung, Fennie Yuen, Tsang Kan-Wing, So Hang-Shuen, John Woo, Paw Hee-Ching, Chang Tseng

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 8/10
    Action - 8/10
  • 8/10
    Drama - 8/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
8.0/10
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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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