Das Schloss der blauen Vögel

Das Schloss der blauen Vögel mit Klaus Kinski

In den 70ern sind viele Filme entstanden, weil jemand eine Idee hatte oder man irgendwo die Rechte für ein Buch bekommen hat. Doch meist hatte der Film nichts mit der Vorlage zu tun. Dabei merkt man auch deutlich, das einige Drogen geflossen sein müssen beim Erdenken der Handlung. Anders kann man einige Machwerke nicht erklären. Dazu gehört auch Das Schloss der blauen Vögel, denn dieser Streifen ist ein Krimi der aber sehr viele erotische Momente hat. Dabei kann man ihn vielleicht auch als Giallo abstempeln. Denn es gibt auch einen unbekannten Killer, wo wir bis zum Finale nicht wissen, wer es ist. Doch irgendwie ist der Film alles und nichts.

Die Handlung von Das Schloss der blauen Vögel beginnt im Sanatorium und eine maskierte Person schleicht durch den Flur, er hat es auf jemanden abgesehen und wird dabei aber gestört. Dann folgt schon den Vorspann in einem merkwürdigen Gründe vorgehalten und wie ein Serienvorspann stellt uns der Film seine Schauspieler vor. Dann geht es los, ein Ehepaar fährt die Straße entlang, die Frau soll in das Sanatorium, denn es geht ihr nicht gut. Dort angekommen lernen wir auch andere Charaktere kennen. Dr. Keller zum Beispiel, dieser behandelt die Patienten, die sind eigenartiger weiße all weiblich. Jedenfalls dauert es, bis die Handlung irgendeine Richtung einschlägt und der Killer auch wieder zuschlägt.

Nicht nur die Charaktere im Film haben alle ein Problem und müssen behandelt werden, sondern als Zuschauer muss man es nach dem Film auch. Denn man sollte nicht den Fehler machen und alles zu sehr zu überdenken. Denn Das Schloss der blauen Vögel ist ein Film wo man sein Hirn abschalten sollte und man sich treiben lassen muss. Die Bilder zeigen mehr als die Handlung hergibt und am Ende ist man irgendwie froh das alles vorbei ist.

Handlung? Gibt es! Vielleicht!?!

Man hat beim schauen von Das Schloss der blauen Vögel als Zuschauer das Gefühl, der Regisseur hatte Jess Franco als Vorbild, doch irgendwie wollte man auch etwas anderes machen und weil der Gialli gerade IN war baute man auch Elemente aus diesem Genre ein. Dieser Mix ist in der Handlung deutlich zu erkennen. Obwohl die Erotik länger im Film vorkommt und der Killer vorher kaum zu sehen ist. Man konzentriert sich mehr auf die Charaktere und deren Beziehungen. Doch das alles macht am Ende keinen Sinn. Denn sie sind einfach nur da. Es ist so als ob man das Bedürfnis hatte uns alle Personen in diesem Sanatorium zu zeigen, damit wir das Gefühl haben die Welt von Das Schloss der blauen Vögel lebt.

Doch kaum ein Charakter wird wirklich beleuchtet, alles wird nur angeschnitten und man verliert sich einfach in den Bildern. Nehmen wir nur die Nymphomanin, welche hier versucht immer wieder jemanden zu verführen und es gelinkt ihr auch ab und an. So kann man Sex einbauen und auch Nacktheit. Dazu die eine Krankenschwester, welche sich ganz besonders um eine Patientin kümmert, fällt natürlich nicht weiter auf, das beide eine lesbische Beziehung führen und alles sehr unmoralisch ist. Selbst Dr. Peter, der sich moralisch gibt, kann einer seiner Patientinnen nicht wirklich widerstehen, doch diese ist eh bald geheilt.

Wenn dann der Killer zuschlägt, ist es auch merkwürdig. Es ist in so kurzer Zeit, das man als Zuschauer das Gefühl hat, dass man vorher vergessen hat den Mörder aufzubauen. Dazu ist es auch sehr fragwürdig, warum in einem Sanatorium so viele Waffen an der Wand hängen und man sogar eine eiserne Jungfrau im Aufenthaltsraum stehen hat. Die Auflösung ist dann genauso absurd wie der restliche Film und macht so auch keinen Sinn, weil es null Hinweise gibt für das Motiv.

Giallo oder Erotikfilm?

Viele Gialli haben etwas Sleaze zu bieten und nackte Haut zog viele Menschen in den 70er Jahren in die Kinos, denn alles andere bekam man auch im TV geboten. So musste es Sex und Gewalt geben. Doch bei Das Schloss der blauen Vögel hat man das Gefühl, dass der Film erst die Erotik zeigen will und dann die Gewalt. Denn ab einem bestimmten Punkt in der Handlung ist die Erotik weg und geht es auf Mörderjagd. Dabei ist auch die Polizei mit von der Partie und irgendwie fehlen die Verdächtigen und man baut das ganze auch nicht auf. Kein Geheimnis, keine Erinnerung an die Vergangenheit, nichts. Das Motiv ist selbst nach der Auflösung so unklar.

Die Erotik dominiert den Film und so ist es wohl eher ein erotischer Film mit etwas Thriller Handlung. Als Zuschauer wartet man aber auf mehr, denn nach und nach ermüden auch die erotischen Szenen etwas. Denn Das Schloss der blauen Vögel bietet dazu nichts. Zwar sind viele Szenen wirklich erotisch und funktionieren auch. Dazu kommen ein paar explizite Detailaufnahmen der weiblichen Anatomie. Was für die Zeit des Films noch sehr gewagt war. Dennoch fühlt man sich eher wie die Krankenschwester, die einfach sinnlos in einem Raum anfängt zu masturbieren, während sie wartet. Durch nachvollziehbar, das man aus Langeweile schon mal an sich rumspielt aber im Film auch nur damit man nackte Haut zeigen kann.

Optik

Was der Film nicht an Handlung hat, hat er bei den Bildern. Denn hier erkennt man immer wieder Talent eine Szene zu filmen. Dabei fällt aber auch auf, das es verschiedene Muster gibt die sich immer wiederholen. Je nachdem in welchem Abschnitt sich der Film befindet. Es muss wohl auch eine Liebe für Hitchock und Psycho da gewesen sein. Denn es gibt ein paar Szenen, wo jeder Schnitt eine andere Einstellung zeigt, vor allem bei den Morden, doch dies wiederholt man dann noch mal und benutzt es so zu oft. Das Schloss der blauen Vögel hat auch eine Einstellung des Sanatoriums, was man immer wieder sieht. Es ist eine nette Einstellung, doch sie wird immer wieder als Schnittbild benutzt.

Die Erotik war ja schon Thema, man versucht wirklich alles um nicht einfach nur nackte Frauen zu zeigen, man baut etwas Spannung auf, das die Erotik wirken kann. Dabei filmt man aber am Ende auch nur nackte Körper, jedenfalls ist das aber ästhetischer als in manch anderen Film und man nutzt es auch öfters für die dürftige Handlung.So hat das auch sinn, wenn die Nymphomanin sich in Das Schloss der blauen Vögel entkleidet.

Bei den Szenen mit dem Killer hält man sich dann ganz an das Handbuch des Gialli. So zeigt man ihn nicht, nur von Hinten und immer so gefilmt, dass man ihn nicht erkennt. Es könnte Klaus Kinski sein oder auch nicht. Die Auflösung am Ende wird es dem Zuschauer verraten. Doch vorher gibt es halt die paar Morde, diese sind auch gut gefilmt aber hier merkt man die Vorliebe des Regisseurs sehr deutlich.

Fazit:

Das Schloss der blauen Vögel ist ein Mysterium, warum existiert dieser Film? Warum sollte man sich ihn anschauen? Darauf gibt es keine vernünftige Antwort, er ist einfach da und am Ende hat man vielleicht es bereut, doch die merkwürdige Ausstrahlung von Das Schloss der blauen Vögel lädt einem ein ihn nochmals anzusehen, denn man könnte irgendwas neues entdecken.

Movie title: Das Schloss der blauen Vögel

Director(s): Fernando Di Leo

Actor(s): Klaus Kinski, Margaret Lee, Rosalba Neri, Jane Garret, John Karlsen, Gioia Desideri, John Ely, Fernando Cerulli, Sandro Rossi, Giulio Baraghini, Ettore Geri, Antonio Radaelli

  • 4/10
    Handlung - 4/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 4/10
    Atmosphäre - 4/10
  • 4/10
    Spannung - 4/10
  • 6/10
    Erotik - 6/10
  • 5/10
    Unterhaltung - 5/10
5.3/10
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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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