A God Without a Universe

A God Without a Universe: ein düsteres Drama von Kasper Juhl

Der dänische Regisseur Kasper Juhl ist immer für eine Überraschung gut. Nach dem er Madness of Many und Monstrosity gedreht hatte. War sein nächster Film etwas anderes. Denn A God Without a Universe ist vielleicht genauso düster wie seine Vorgänger Filme. Doch am Ende kommt etwas ganz anderes dabei raus. So merkt man hier schon deutlich, das Talent des Regisseurs was dann zwei Jahre später oder eventuell drei, bei Your Flesh, Your Curse vollständig entfallt hat. Denn A God Without a Universe ist von 2015 und sein aktueller FIlm von 2017. Doch genug mit dem Intro Talk widmen wir uns dem Film, der vielleicht Fans von Extremen Filmen nicht gefallen dürfte.

Die Handlung des Films beginnt mit der Entlassung von Andres aus dem Gefängnis, er saß für mehre Jahre im Knast, was er getan hat, erfahren wir nicht. Nur eine Rückblende zeigt eine Szene aus der Vergangenheit. Er wird von seiner Schwester Mia abgeholt und diese freut sich ihren Bruder wiederzusehen. Denn beide sind sehr eng miteinander verbunden. Doch die Vergangenheit und die Dämonen von Mia suchen sie immer wieder heim. Andres macht auch da weiter wo er aufgehört hat.

Wie man es schon von Kasper Juhl gewohnt ist, falls man einen seiner Filme kennen sollte, ist die Handlung harter Tobak. Dieses Mal entführt er uns in eine sehr düstere Welt von Geschwistern. Beide haben eine düstere Vergangenheit und dazu verbindet sie noch etwas. Wieder gibt es den Vater der alle misshandelt, doch dieses Mal ist das Leiden anders. Es sind zwei Geschichten und zwei Wege die Mia und Andres einschlagen und beide sind äußerst destruktiv. Dabei wird man als Zuschauer Zeuge von einigen unbequemen Szenen, die alle auf etwas hindeuten, doch der Film spricht es nie wirklich aus und am Ende ist alles offen.

Andres

Nach dem Film hat man ein ungutes Gefühl, weil man wieder fragend da sitzt und sich wunder warum er genau jetzt endet. Denn man bekommt kaum eine Frage beantwortet. Vorher sieht man beiden Hauptcharaktern zu wie sie ihr Leben leben und das gewaltig gegen den Baum fahren. Vor allem Andres hat eine sehr dunkle Seite, welche hier zum Vorschein kommt. Man kann sich vorstellen, dass er wohl nicht für das was wir in der Rückblende sahen in Knast saß. Denn scheinbar macht er noch etwas schlimmeres und verschwindet für Tage.

Je mehr wir Andres kennenlernen, desto mehr fragen wir uns als Zuschauer, warum mag Mia ihn so sehr und auch die anderen Mädels die er kennenlernt? Denn er hat nie etwas gutes vor, er liebt zwar seine Schwester, doch benutzt er sie auch nur und missbraucht sie auch gern mal wenn er bock hat. Das gefällt ihr zwar, doch es ist unschön. Er wird sogar von Simon bewundert und nach ihrer Tat, gibt es eine brüderliche Umarmung. Dabei sind ihm seine Opfer aber egal. Er macht nur seinen Job.

Der Charakter Andres ist es aber auch am Ende, welcher einen merkwürdigen Eindruck hinterlässt. Vollkommen ohne ein Gefühl verlässt er den Raum und dann ist der Film dabei, alles was vorher passiert ist und was er erlebt hat, scheint ihm egal zu sein. Doch warum ist er so? Diese Frage wird nie beantwortet, wir müssen sie aus dem Lesen, was wir in A God Without a Universe sehen und das nicht viel. Wir lernen einen gefühlskalten Typen kennen, der gern mit Damen rum macht. Wie Camilla, welche aber ihn gar nicht kennt und Geschichten von ihm gehört hat. Er ist das Mysterium im Film.

Mia

Neben Andres in A God Without a Universe lernen wir auch Mia kennen. Sie wartet auf ihren Bruder und freut sich ihn endlich wieder zu sehen. Die freude ist echt. Doch bei seiner Willkommensparty erleben wir schon eine andere Seite von ihr. Sie ist eifersüchtig und will Andres nur für sich haben. Erst erwischt sie ihn mit Camilla in der Küche, dann hat er noch spaß mit einer Stripperin, das ist zu viel für sie. Sie macht mit Camilla rum und trinkt dann Wodka. Am nächsten Morgen scheint aber alles Vergessen und sie holt ihrem Bruder einen runter. Dieser Inzest zieht sich durch den ganzen Film. Andres macht auch keine Anstalten das irgendwie abzulehnen.

Diese Inzestöse Beziehung der Beiden zieht sich durch den ganzen Film. Hier schlägt A God Without a Universe auch nicht mit einer Moralkeule um sich und haut dem Zuschauer mit dem Vorschlaghammer, wie schlimm das Ganze ist. Nein es ist einer der Schockfaktoren des Films und man setzt ihn gezielt ein. Dabei vertieft das aber auch die Charaktere und wir verstehen die Beziehung der beiden Figuren mehr. Dazu ist Mia regelrecht abhängig von Andres. Doch ihr Trauma ist groß und eine Katharsis gibt es für sie nicht. Jedenfalls nicht augenscheinlich. Obwohl die letzte Szene so was dennoch andeutet.

Mia hat viele Probleme in ihrem Leben und das sieht man deutlich im Film, dabei hatte sie ein geregeltes Leben, sie ist Tellerwäscherin und hat ein Haustier. Ihr geht es gut als Andres auftaucht. Doch er verändert alles und man sieht ihren Absturz regelrecht. Dazu sind ihre Dämonen wieder da. Selbst das Gespräch mit Camilla ist verhalten und wir erfahren nur das nötigste über sie. Dennoch reicht es aus um den Charakter zu zeichnen.

Optik

Man sieht A God Without a Universe zwar ab und an, dass er an wenigen Sets gedreht wurden ist und man nicht das große Geld hatte. Dennoch zaubert Kasper Juhl sehr viele wunderschöne düstere Bilder auf die Leinwand oder dem Bildschirm. Dabei zeigt er auch das diese Bilder auch die Handlung mit erzählen. Denn auf der Party sehen wir den Absturz von Mia, wie sie sich immer unwohler fühlt und dann noch eine Wahnvorstellung hat, am Ende betrinkt sie sich. Das alles verbildlich perfekt den Charakter, den wir gerade erst kennen gelernt haben und zeigt auch die Reise die wir noch vor uns haben. Alles wird in ruhigen Bildern erzählt. Dabei verzichtet Regisseur Kasper Juhl auch Szenen die Exploativ wären, welche man leicht hätte drehen können, doch er geht einen reiferen Weg und nutzt Blut und Gewalt nur, wenn sie wirklich nötig sind für die Handlung.

Im weiteren Verlauf des Films, wird dies immer wieder sehr deutlich. Auch spart er mit den Rückblenden, was in der Vergangenheit von Andres und Mia passiert ist. Er zeigt nur eine Szene und diese aus verschiedenen Blickwinkel aber auch nicht sehr oft. Es ist gut portioniert, so das man als Zuschauer neue Informationen bekommen kann über die Charaktere und ihr verhalten.

Auch spielt der Regisseur mit Licht und Schatten. In der Szene wo Mia ihren Bruder mit der Hand befriedigt, sind beide im Dunkeln nur auf ihre Augen fällt etwas Licht. Das sieht nicht nur schön aus, sondern verdeutlich auch die Szene und verstärkt sie sogar. Denn beide tun etwas verbotenes, was im Dunkeln bleiben soll, doch es macht ihnen auch spaß, was man an den Gesichtern sehen kann. Hier trifft Licht auf Dunkelheit.

Fazit:

A God Without a Universe ist ein sehr düsteres Drama, welches durch ein paar Szenen für Schockmomente sorgt. Dabei bekommen wir eine Geschichte von zwei Geschwistern erzählt, deren Leben nicht besonderes fröhlich ist. Wunderschön gefilmt in düsteren Bildern erleben wir hier die Hölle auf Erden und was mit uns passiert wenn unsere inneren Dämonen uns übernehmen.

A God Without a Universe

Movie title: A God Without a Universe

Director(s): Kasper Juhl

Actor(s): Anne Sofie Adelsparre, Siff Andersson, Peter Aude, Tommas Capion, Ann Hjort, Mads Knarreborg, Joachim Knop, Anna Emilie Langsted, Sonny Lindberg, Marie-Louise Damgaard Nielsen, Johannes Nymark, Paw Terndrup

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 8/10
    Atmosphäre - 8/10
7.8/10
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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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