The Curse of Doctor Wolffenstein

The Curse of Doctor Wolffenstein: Splatterfilm Made in Deutschland

Das deutsche Genrekino wird ja gern für tot erklärt, dabei gibt es immer noch ein paar Filme die sich ganz dem Genre widmen. Dabei ist es aber meist der Horrorfilm. Doch auch hier wurde es ruhiger und viele drehen kaum noch Filme oder die meisten sind schrecklich schlecht. Auch fehlen die Filme wo das Blut nur so spritz und man vielleicht nicht viel wert auf die Handlung legt. Doch es gibt sie noch die Splatterfilme und man sollte eigentlich glücklich sein, doch die Zeit wo alles seinen Charm hatte, weil es auf Video gedreht wurde, sind vorbei. Das Problem hat auch The Curse of Doctor Wolffenstein, hier merkt man zwar die Leidenschaft für das Genre aber auch, dass da mehr sein muss um den eigenen Anspruch an einem Film gerecht zu werden.

Die Handlung beginnt mit Victor Wolffenstein, welcher Experimente in seinem Dorf macht um unsterblich zu werden. Das ruft den Bürgermeister auf den Plan der mit seiner wilden Meute das Haus von Wolffenstein stürmt um ihn zu töten, doch er kann sich schnell noch sein Serum spritzen und verflucht alle Bewohner. Jahrzehnte später, treffen wir unsere Hauptcharaktere, die chillen gerade im Park und wollen die nächsten Tage auf einen Rave, welcher am Ende der Welt liegen muss, denn sie fahren Tage dafür. Ihr Auto bleibt in einem Dorf stehen und so muss man dort erst mal Rast machen. Immer wieder sehen wir Victor Wolffenstein dabei zu wie er seine Opfer tötet. In der zwischen Zeit plant der aber noch mehr und so werden sicherlich die Hauptfiguren auf ihn treffen.

Es dauert sehr lange bis die Handlung zu dem Punkt kommt worauf sie hin arbeitet, es hätte aber sicherlich niemanden verwundert wär die Gruppe bei ihrem Rave angekommen. Denn die Handlungen laufen parallel zueinander und bis alles einen Sinn macht muss man schon 90 Minuten durchstehen und dann läuft der Film noch 30 Minuten.

©2015 Infernal Films

Eine Gruppe, ein böser Wissenschaftler, was kann schon schief gehen?

Man ist es nach Jahrzehnten gewohnt, dass die Handlung von manchen Splatterfilm sehr dünn ist. Doch bei The Curse of Doctor Wolffenstein ist das schon echt an der Grenze. Denn mit zwei Stunden Laufzeit zieht sich der Film sehr in die Länge, würde man alles was man sieht runter kürzen auf 70-80 Minuten, hätte man einen viel schnelleren Film der mehr Tempo hat. Denn alles wird sehr gemächlich erzählt und manchmal gibt es auch kaum Handlung in einer Szene und man sieht einfach die Charaktere und hier gibt es auch keine Entwicklung oder Einführung, sie sind einfach da. Man versucht zwar bestimmte Stereotypen zu zeigen aber am Ende sind einem die Charaktere so was von egal.

Dabei fängt der Film interessant an, denn man nutzt Frankenstein als Vorbild und auch hier stellt sich die Frage ob nun wirklich der Doctor, welcher hier auch gleichzeitig das Monster ist, der Böse ist oder die Dorfbewohner. Doch man nutzt die Vorlage des Romans nicht und lässt ihn einfach zu einem zombieartigen Wesen, dass nur in seinem Keller sitzt und seine Opfer tötet oder mit ihnen experimentiert. Das wird aber sehr schnell sehr langweilig, weil der Hintergrund fehlt und auch der Schockfaktor.

Die Gruppe wird auf eine Art und Weise eingeführt, die selbst den 80er Jahre Slasherfilm Klischees die Schamesröte ins Gesicht treiben würde. Der latente Sexismus in Splatter und Horrorfilmen ist ja nichts neues. Hier ist eine Dame eine Bitch, sie nennt sich auch so, kommt ja auch in der Realität vor aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, da ist nicht mehr dahinter und das merkt man dann auch. Sie wird zum Stereotypen des modernen jungen Menschen, immer Handy in der Hand und sonst nix im Kopf außer saufen und ficken. Als Zuschauer fühlt man sich von dem Charakter genervt, auch der Rest ist eher dumm und dämlich und agiert in den Stereotypen des Genres und merkt nichts. Wirklich nichts. Das Finale Girl am Ende ist auch noch da und kann auch gleich mit einer Waffe umgehen.

Effekte

Da die Handlung von The Curse of Doctor Wolffenstein nichts hergibt und auch nur die typischen Genreelementen bedient und man es gerade mit mühe und not schafft die Figuren von einem Punkt zum anderen zu bringen, damit irgendwas passiert. So setzt man wohl alle Kraft in die Effekte. Denn der Film bietet davon sehr viele und man bekommt wirklich gelungenen Splattereffekte geboten. Das zieht sich durch den ganzen Film und es gibt auch sehr viele unterschiedliche. Obwohl das kleine Wesen, was wohl die Quelle für bestimmte Experimente ist, wird nie genauer erklärt. Es ist nur da, damit die Handlung weiter vorangeht und es etwas eklig aussieht.

Lassen wir mal den Sexismus außen vor bei den Effekten, obwohl auch die Männer ruhig hätten auch nackter sein dürften, zum Zweck der Gleichberechtigung. Es gibt im Film viele weibliche Opfer, welche nackt sind. Dabei gibt es auch explizierte Aufnahmen, hier hat man dann auch die bekannte Pornodarstellerin Lena Ntiro mit dabei, welche Victor Wolffenstein zum Opfer fällt.

Das Blut spritzt viel im Film, dabei kann es aber auch schnell sehr eintönig werden. Wenn Victor Wolffenstein sein Opfer mal wieder mit der Machete erschlägt oder sticht. Das Ganze gipfelt in einer Montage wo viele Opfer in seinem Keller hingerichtet werden. Das wirkt alles fast schon wie eine Parodie eines Splatterfilms.

©2015 Infernal Films

Optik

Man sieht The Curse of Doctor Wolffenstein deutlich an, dass man hier mit digital Kameras gearbeitet hat und man wohl kein Wert auf Beleuchtung gelegt hat. Denn während den Szenen mit Doctor Wolffenstein man zwar den gut ausgestattet Raum voller Details sieht, so wirkt das alles doch einfach nur wie ein Keller, das Licht und alles wirkt sehr digital und so kommt auch keine Stimmung bzw. Atmosphäre auf, es fehlt einfach was. Dies zieht sich durch den ganzen Film. Auch am Ende wenn das Final Girl durch das Gebäude läuft, sieht das einfach nur billig aus.

Auch die Kameraführung zeigt, dass man einfach nur Szenen abfilmen wollte, so fehlt einfach das Talent dafür die Charaktere und die Kamera so zu positionieren das die Einstellung besser aussieht und auch hier fehlt die Beleuchtung oder arbeit mit besseren Linsen für ein besseres Bild. Der digitale Look des Films lässt alles so belanglos aussehen und es fehlt der Charm. Wenn die Kamera bei The Curse of Doctor Wolffenstein einfach nur Menschen verfolgt oder selten die Kamera wirklich zentriert ist, so gibt es dennoch ein paar schicke Aufnahmen, doch das passiert eher selten. Alles ist sehr zweckhaft. Zwar merkt man deutlich, dass mehr drin gewesen wäre, wie bei der Montage. Doch am Ende bekommt man rein optisch nicht viel Geboten.

©2015 Infernal Films

Fazit:

The Curse of Doctor Wolffenstein hat sehr viele schwächen, das geht bei der Handlung los und endet bei der Optik. Einzig die Effekte können überzeugen. Da der Film mit der zwei Stunden Laufzeit auch zu lang ist, muss man als Zuschauer durch sehr viele lange und langweilige Szenen. Sollte man aber nur den Film rein wegen der Effekte schauen, kann man vielleicht unterhalten werden.

The Curse of Doctor Wolffenstein

Movie title: Curse of Doctor Wolffenstein

Director(s): Marc Rohnstock

Actor(s): Isabelle Aring, Anja Becker, Jack van Cuusen, Robert Czerny, Roland Freitag, Oliver Krekel, Stephanie Meisenzahl, Mika Metz, Klaudia Pawluk, Julia Stenke, Mario Zimmerschitt, Vinylistic B. Babe

  • 4/10
    Handlung - 4/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 6/10
    Regie - 6/10
  • 9/10
    Effekte - 9/10
  • 5/10
    Unterhaltung - 5/10
6.2/10
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Filmfan, Autor dieser Seite.

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