Cinderellas unmoralische Abenteuer

Cinderellas unmoralische Abenteuer: Das bekannte Märchen als erotische Musical

Irgendwas müssen die Menschen in den 70ern genommen haben, denn wenn man bedankt, dass Musicals schon immer beliebt waren kam man wohl selten auf die Idee diese auch mit Nacktheit zu verbinden. 1977 ein Jahr nachdem Alice in Wonderland: An X-Rated Musical Fantasy die Kinoleinwände eroberte und mit ein paar expliziten Sexszenen sicherlich auch schockierte. Wagte man sich an das nächste Märchen, dieses Mal an den Klassiker der Gebrüder Grimm, so wurde Aschenputtel oder im englischen Cinderella zu einem erotischen Musical. In Deutschland erschien der Film auf VHS als Die Tolle Geschichte der C. aber auf DVD dann mit den passenderen Titel Cinderellas unmoralische Abenteuer. Doch funktioniert ein Märchen mit Erotik? Die unzähligen Pornoversionen sagen sicherlich Ja, dennoch ist dieser amerikanische Spielfilm etwas anders und man merkt das man hier sich Alice in Wonderland: An X-Rated Musical Fantasy als Vorlage nahm.

Die Handlung spielt in einer mittelalterlichen Welt, wo die Menschen dennoch Kommentare zur aktuellen Popkultur machen. Jedenfalls kann der Prinz keinen mehr Hoch bekommen und er leidet darunter. Sein Vater denkt, wenn er die richtige Frau findet wird das wieder. So schickt er einen Boten los, der im ganzen Königreich die jungen Frauen zu einem Ball einladen soll. So landet dieser auch bei Cinderella und ihrer bösen Stiefmutter samt Stiefschwestern. Die wollen die Schöne nicht dabei haben. Doch ein Dieb, der sich als gute Fee ausgibt, hilft ihr dabei doch zu dem Ball zu gelangen.

Man merkt deutlich, dass Cinderellas unmoralische Abenteuer ein Genre weiterentwickeln will, was aber wohl nie wirklich so groß sein wird. Denn es ist zwar ein interessanter Mix aber am Ende ist es halt ein Softsex Film mit Musical Nummern, welche aber passend zur Handlung sind und diese auch weiter erzählen. Dennoch muss man als Zuschauer durch einiges durch.

Märchen Musical

Märchen sind IN und das schon für eine lange Zeit, zeigen sie doch die Gesellschaft wieder und können als Parabel für eine Zeit stehen wo man seine Meinung nicht öffentlich sagen durfte. Geschichte von Drachentöter und bösen Königen, eine Zeit voller Mythen und Metaphern. Helden und Jungfern in Nöten. Eine Welt die aber auch sehr düster sein kann, wenn man als Kind mit den original Version der Märchen aufwächst. Doch auch Disney fing damit an, nur baute er auch Musik ein, denn Kinder brauchen Ablenkung im Film, können sich nicht so lange konzentrieren. Doch auch das Musical war immer beliebt im Kino, eine heile Welt wo alle singen, lachen und tanzen. Es ging auch anders. In den 70ern war dann die Zeit der Musicals die eine andere Welt zeigten. Mit Cinderellas unmoralische Abenteuer versucht man sich wieder mit der Mischung aus Märchen, Musical und Erotik. Ein Versuch der aber bei der Handlung scheitert.

Man merkt sehr deutlich, dass die Handlung des Films sehr gesteckt wurde. Denn bis der Ball los geht und Cinderella eine wichtige Rolle bekommt, sind fast eine Stunde Spielzeit vergangen. Bis dahin führt man Unmengen an Charakteren ein aber alle sind am Ende so unwichtig. Alleine der Botschafter hat spaß unterwegs und trifft erst mal vier fremde holde Maids, bis er zum Haus von Aschenputtel ankommt. Dabei geht Cinderellas unmoralische Abenteuer gerade mal 90 Minuten. Hier verschenkt man viel oder es zeigt sich halt sehr deutlich, dass die Handlung des Märchen nicht viel hergibt für die Laufzeit des Films.

Zwar sind einige änderen und anpassung der Handlung interessant und für das Genre gut gelungen. Doch am Ende muss man als Zuschauer immer wieder warten, dass die Handlung fahrt aufnimmt. So bekommt man viel zu wenig für die Laufzeit. Es zieht sich auch alles und irgendwie ist man schnell gelangweilt, weil man schon weiß was passiert. Der einzige Reiz bei der Geschichte von Cinderellas unmoralische Abenteuer ist wie etwas passiert.

Musik

Wenn schon die Handlung nicht so prall ist, wie ist dann die Musik? Hier bekommt man bei Cinderellas unmoralische Abenteuer die typischen Songs präsentiert. So darf jeder mal singen und seinen Charakter damit auch etwas weiter entwickeln aber es fehlen die wirklichen Hits. Zwar erinnert alles etwas an Disco und die Songs sind Flott, doch Cinderella darf keine Ballade singen und über ihr Leid klagen. Dabei dürfen die bösen Stiefschwestern zum besten geben wie schön und sexy sie sind. Viele Lieder sind auch mit Slangs besungen. So ist es schwer alles zu verstehen, da es keine deutschen Untertitel für die Lieder gibt.

Highlight ist sicherlich das Lied nachdem der Prinz Aschenputtel getroffen hat und nun sich alle auf die Suche nach ihr machen. Denn ihre Muschi ist etwas besonderen, im englischen ist sie ein snapper. Man kann es am ehesten damit übersetzen, das die unschuldige Vulva von Cinderella zuschnapp und den Penis so zusätzlich stimuliert. Alle machen sich nun auf die Suche nach ihr und singen darüber, was für eine Seltenheit so ein weibliches Geschlechtsorgan ist.

Erotik

Wir haben das übliche Problem, wie zeigt man Erotik im Kino. Denn nicht nur nackte Haut muss man zeigen um irgendwie erotisch zu wirken. Das dachte man sich wohl auch bei Cinderellas unmoralische Abenteuer, denn immer wieder gibt es ein paar erotische Szenen. Obwohl man hier den Hauptcharakter auch sehr wenig einsetzt, was sie natürlich zu etwas besonderen macht und die Reize sind gut in Szene gesetzt aber natürlich sehen wir sie auch nackt und beim Sex mit dem Prinzen. Es ist auch interessant wie dieser Spielfilm mit dem Sex umgeht, man merkt deutlich das die Zeiten damals in dem Bereich doch freier waren und man sich mehr getraut hat.

Immer wieder schrammt Cinderellas unmoralische Abenteuer knapp an einem Porno vorbei. Denn manches ist immer sehr gewagt für einen amerikanischen Spielfilm. So zeigt man viele Sexszenen und immer wieder hält man auch auf dem Intimbereich der Damen, ohne dabei etwas zu zweigen, was natürlich auch dem Busch geschuldet ist. Dies ist auch eine tolle Szene im Film, wenn zwei Mädels mit dem Botschafter darüber diskutieren wie man es nun nennt, Biber, Busch oder doch etwas anderes.

Optik

Man sieht dem Spielfilm an, dass man versucht eine Märchenwelt zu schaffen, obwohl es auch der übliche Mittelalterfilm sein könnte. Dabei gibt es aber nette Kostüme und auch die Ausstattung ist gelungen. Man sieht zwar nicht viel vom Schloss, dennoch wirkt alles sehr prunkvoll. Auch die Verwandlung von Cinderella ist gut gemacht und der Unterschied zwischen dem Ball und ihrem üblichen Outfit ist sehr deutlich. Auch sonst legt man wert auf erotische Kleidung. Dabei fängt die Kamera das alles sehr gut ein.

Ansonsten ist es eine sehr typische Produktion für die Zeit, alles ist handwerklich gut gemacht und man merkt, dass die Produktion des Films wohl versucht hat etwas anderes auf die Beine zustellen. Dennoch wirkt Cinderellas unmoralische Abenteuer an vielen Stellen wie ein typischer Softsex Film, dabei fängt man die nackten Körper aber auch etwas besser ein als in anderen Filmen. Auch bei der Orgie im Schloss hält man mehr drauf, ohne dabei all zu explizit zu werden. Dennoch wirkt nicht alles immer so erotisch wie man es wohl wollte. Highlight ist der Albtraum von Aschenputtel, welcher sehr surreal daher kommt, inklusive Popcorn was aus der Vulva von Cinderella aufpoppt.

Fazit:

Cinderellas unmoralische Abenteuer versucht Märchen mit Musical und Erotik zuverbinden. Das funktioniert nicht immer so gut. Dafür bekommt man ein paar nette Ideen geboten, im große ganzen ist der Film aber manchmal etwas zäh und es zieht sich alles zu lang hin.

Cinderellas unmoralische Abenteuer

Movie title: Cinderellas unmoralische Abenteuer

Director(s): Michael Pataki

Actor(s): Cheryl Smith, Yana Nirvana, Marilyn Corwin, Jennifer Doyle, Sy Richardson, Brett Smiley, Kirk Scott, Boris Moris, Pamela Stonebrook, Jean-Claude Smith, Brenda Fogarty, Elizabeth Halsey

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 5/10
    Erotik - 5/10
  • 6/10
    Musik - 6/10
  • 5/10
    Unterhaltung - 5/10
5.8/10
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Filmfan, Autor dieser Seite.

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