Camp

Camp: Rape and Revenge Made in Japan

2014 muss das Jahr für Regisseur Ainosuke Shibata gewesen sein, denn er durfte gleich drei Film mit AV Idol Miyuki Yokoyama drehen, dabei entstanden die Filme Lipstick, Hitch-Hike und auch Camp. Alle drei hatten etwas gemeinsam, das Thema des Rape and Revenge. Während Lipstick ein Drama war, so war Hitch-Hike ein Remake von Wenn du krepierts, lebe ich. Bei Camp haben wir es nun um eine japanische Version des klassischen Rape and Revenge Film zu tun. Dabei bedient man sich aber eher bei Mother’s Day als bei I Spit on your Grave. Dennoch ist Camp kein einfacher Spielfilm und man merkt den Stil des Regisseur sehr deutlich aber auch wieder, dass die Produktion kaum Geld gekostet hat.

Die Handlung beginnt mit den zwei Schwestern Akane und Kozue, diese wollen Campen gehen, für ihre Eltern denn ein Jahr zuvor passiert etwas, was die beiden Schwestern entzweite. Dieses Trauma sitzt bei beiden Tief. Doch am Campingplatz angekommen, merken die Schwestern schnell das etwas nicht stimmt. Sie treffen auf drei Männer, welche scheinbar nett sind. Doch auch hier haben sie ein ungutes Gefühl. Kozue und Akane versuchen zu fliehen. Doch zwei weitere Kerle tauchen auf und sie sind gefangen. Es beginnt ein böses Spiel von Necro, Hypo, Copro, Pyro und Thanatos. Letzter will aber nicht machen und haut ab. Als eine der beiden Schwestern stirbt, kann die andere danke Hilfe entkommen. Im Wald trifft sie auf die mysteriöse Misaki und so startet die Rache.

Willkommen in der Welt des japanischen Films abseits des Mainstreams, hier gibt es einiges zu sehen. Im Grunde ist Camp ein typischer Vertreter des Genrekinos, welcher die Elemente des Rape and Revenge Films nimmt und daraus noch etwas anderes bastelt. Man bekommt ein paar Wendungen geboten und am Ende ist alles sehr düster und die letzte Wendung ist schon bitterböse. Davor erlebt man sogar einen richtigen Charakter aufbaut.

Kleine Abwandlungen des üblichen Genres

Das japanische Genrekino ist sicherlich eins was in der westlichen Welt nicht so bekannt ist. Denn viele Filme schaffen es nicht zu uns. Dabei bietet es auch genauso viel kontroversen Stoff wie alle anderen Ländern. Zum Glück leben wir in einer Zeit wo man dank sehr vieler legaler Möglichkeiten an solche Filme dennoch herankommt. So stößt man dann auch auf Filme wie Camp. Schnell produziert und vielen Darstellern, welche auch in den anderen Filmen von Regisseur Ainosuke Shibata auftraten, vor allem AV Idol Miyuki Yokoyama, welche hier zeigt, dass sie auch schauspielern kann. Im Grunde ist Camp ein Rape and Revenger Film, welcher aber an manchen Stellen einen anderen Weg geht.

Im üblichen Rape and Revenge Film, wird die Frau von einer Gruppe Männer vergewaltigt und auch gefoltert, dann hält man sie für tot und sie überlebt gerade und nimmt Rache. Bei Camp ist das alles etwas anders. Dadurch, dass wir hier zwei Schwestern haben, gibt es eine ganz andere Dynamik, ähnlich wie bei Mother’s Day. Eine der zwei Schwestern überlebt nicht, muss aber davor sehr viel Leiden und ihre Schwester muss alles mit ansehen. Sie kann aber dank Hilfe entkommen und trifft auf eine weitere Person. Selten passiert das im üblichen Rape and Revenge Film. Hier bringt man neue Elemente in das Genre. Dabei setzt man aber auch sehr viel auf die Charakterentwicklung.

Wir bekommen als Zuschauer von den Schwestern sehr viel mit und auch wie sie sich verhalten. Dabei ist interessant zu erfahren, dass der Streit zwischen den beiden wegen eines Mannes ausgelöst wurde. Dabei ist alles aber ganz anders und die eine Schwester nimmt die Schuld auf sich, obwohl sie von dem Typ vergewaltigt wurde. Hier entsteht dann im Verlauf des Films auch eine Wandlung von diesem Charakter. Denn alles nimmt sie so mit, dass sie am Ende von Camp eine ganz andere Person ist.

Extrem und anderes in Camp

Sehr offensichtlich sind die Namen der fünf bösen Jungs, denn sie stehen für ihre Vorlieben. Pyro steht für Pyrophilia, er steht auf Feuer und vergewaltigt die Frauen gern mit seinem Feuerzeug und wenn er kommt dann macht er es an, dazu ist er impotent. Hypo steht für hypoxiphilia, er nimmt den Damen den Atem und würgt sie. Dann hätten wir da noch Necro, was natürlich für nekrophil steht, er hat Sex mit Leichen, was uns auch gezeigt wird. Auch darf Corpo nicht fehlen, er ist Korpophil und steht auf Exkremente und trinkt den Urin einer der Schwestern. Ihr merkt die Jungs in dem japanischen Genre Spielfilm haben es Faust dick hinter den Ohren. Thantos ist der ruhigste von allen und will auch nicht machen. Er ist wohl thanatophil, das sehen wir aber nicht wirklich. Viel mehr wird seine masochistische Ader gezeigt.

Der Folterteil in Camp ist durch die vier Charaktere und ihre Vorlieben etwas länger, so nimmt man sich hier Zeit um den Zuschauer die verschiedenen Bösen vorzustellen und was sie mit den Schwestern machen. Dabei ist der Film aber weit von dem was man vielleicht aus einem Pinku Eiga kennt, dennoch ist er alles andere als harmlos. Die Folterszenen sind sehr ausgedehnt, vor allem bei Pyro und was er mit den Mädchen macht. Dazu auch die Szene mit dem Sex mit der Leiche. Anderes wirkt etwas merkwürdig und kann so auch nur in einem japanischen Film vorkommen.

Dadurch das kurz vor dem Finale, noch eine weitere Figur eingeführt, steigt die Spannung in Camp nochmals etwas. Denn was sind ihre Hintergründe, warum ist sie hinter den fünf Jungs her? Zwischen ihr und der Szene die wir am Anfang sehen, gibt es eine Verbindung, welche am Ende aufgelöst wird. Hier gibt es nochmals eine Wendung, welche das ganze sehr bitterböse werden lässt. Dabei fällt auf, dass hier die Rache für den Hauptcharakter auch keine Erlösung ist und es scheint sich eher in etwas negatives zu verwandeln.

Optik

Man sieht Camp sehr schnell an, das er digital gedreht wurde und das man hier und da nicht wirklich viel Geld hatte. Es spielt sich alles auf diesem verlassen Campingplatz ab und vor allem in einem Raum. Das lässt das Ganze schon zu einem Kammerspiel werden und auf diesen engsten Raum entwickelt sich langsam das Unheil. Das alles versucht Regisseur Ainosuke Shibata mit seinen Bildern einzufangen. Dabei ist man auch bedachtet, dass man bei den Ganzen Foltern Szenen nicht ins erotische abdriftet und der Spielfilm kein Pinku Eiga wird. Alles was wir hier sehen an Nacktheit hat mit sexueller Gewalt zu tun.

Ansonsten ist Camp ein typischer Genrefilm und die Kameraarbeit ist dem schnellen Stil des Films angepasst, es bleibt keine Zeit für Experimente, man dreht auch viel mit natürlichen Licht, da eine digitale Kamera nicht so viel Beleuchtung braucht. Das zaubert vor allem bei den Szenen im Wald ein paar schöne Bildern. Sonst bekommt man als Zuschauer halt einen Filme geboten, der viele sicherlich etwas billig aussieht, dabei versucht man aber das Beste aus dem vorhandenen Mitteln zu machen.

Fazit:

Camp ist ein sehr interessanter Beitrag für das Rape and Revenge Genre, denn er geht einige andere Wege und hebt sich dadurch auch etwas ab. Dabei bekommt man als Zuschauer einiges an harten Tobak geboten und sicherlich ist der Film nicht so extrem wie andere in dem Genre, dennoch reicht es vollkommen aus und man legt auch sehr viel Wert auf die Charakterentwicklung.

Movie title: Camp

Director(s): Ainosuke Shibata

Actor(s): Miyuki Yokoyama, Rei Ayana, Momo Momomiya, Nao Sakai, Etsuro Hiratani, Yohei Kisarazu, Ryuhei Watabe, Ten Miyazawa, Shoichi Matsuda, Hiroaki Kawatsure

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
  • 5/10
    Extrem - 5/10
6.4/10
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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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