Prison Girl

Prison Girl mit Asami

Wenn Ihr regelmäßig hier mitlest kennt Ihr diese Einleitung schon, seid Ihr neu hier dann ist es sicherlich für Euch neu. Jedenfalls, der Pinku Eiga ein Genre wo alles möglich ist. Manchmal war es für Regisseure auch der einzige Weg ihre Idee umzusetzen und haben halt etwas Sex eingebaut. Der Pinku Eiga hat sogar Ableger, wie den Pink Violence Film. Dazu prägten die 70er Jahre natürlich die Filmwelt nachhaltig und der Exploitationsfilm machte alles möglich. Im Pinku Eiga kommen aber alle Genres zusammen. Prison Girl ist ein perfektes Beispiel dafür. Hier hat man Drama, Women in Prison und jede Menge Mindfuck in einem Film vereint. Als Zuschauer erlebt man eine Stunde mit Asami und ihren Charakter und dieser hat so einige Probleme.

Die Handlung dreht sich um Ayaka Kaminuma, diese hat immer wieder Albträume davon, dass sie im Gefängnis ist und dort von den Aufsehern misshandelt wird. Da sie aktuell Hausfrau ist denkt sie, dass es wohl an der Langeweile liegt und wenn sie arbeit hat das die Albträume aufhören. Doch es wird nicht besser. Ihr Ehemann rät ihr zu einem Psychiater zu gehen. Dort wird sie zu ihrer Vergangenheit befragt aber auch das hilft kaum, es geht ihr immer schlechter und sie träumt davon ihren Mann zu töten. Nach und nach fällt Ayaka schwer zu unterscheiden was Real ist und was nicht. Wird es ein Entkommen aus den Albträumen geben?

Was Regisseur Naoyuki Tomomatsu mit Prison Girl abliefert ist ein schwer verdaulicher Film, denn er spielt mit uns dem Zuschauer und nimmt uns den Boden unter den Füßen. Denn wie Ayaka wissen wir irgendwann nicht mehr was Real ist und was nicht. Alles verschmilzt zu einer Welt. Das ganze wirkt auch sehr surreal und man hat das Gefühl irgendwas stimmt nicht und das Gefühl wird irgendwann bestätigt. Doch da ist es längst schon zu spät und der Film ist vorbei.

Realität oder Albtraum oder Beides?

Da im Pinku Eiga alles möglich ist, kann auch ein Film wie Prison Girl entstehen. Was am Anfang noch nach einem normalen Drama aussieht über eine Hausfrau mit ein paar Geheimnissen in der Vergangenheit, wird bald zu einer Geschichte über eine Person die ihren Verstand verliert. Als Zuschauer versucht man auch so manches Rätsel im Film zu lösen. Denn warum sehen wir nie das Gesicht vom Psychiater und warum tauchen manchen Menschen aus den Träumen von Ayaka auch in ihrer echten Welt auf? Das sind Fragen, welche das Finale beantwortet und auch nicht. Vielleicht macht man es sich etwas zu einfach und die Komplexität des Ganzen wird dadurch sehr konfus aber es funktioniert als letzter Schock und lässt einen erst mal sprachlos zurück.

Die Handlung von Prison Girl ist auf eine Stunde komprimiert, gibt aber auch so viel her das man damit 90 Minuten füllen könnte. Denn die Story über Ayaka und was sie träumt und was nicht nimmt immer mehr fahrt auf. Das geht sogar soweit, das wir sie beim Masturbieren sehen aber hören tun wir sie Reden mit Männern und ist das nur in ihrem Kopf oder passiert das echt und sie ist nur an diesen Ort geflohen? Immer tiefer dringt der Film in die Gedankenwelt von Ayaka ein und sie erzählt uns ihre Geschichte aber welche hören wir und welche davon ist echt? Das sind fragen die einem Prison Girl nicht beantwortet. Es lässt uns einfach damit zurück, uns ergeht es nicht anders als Ayaka.

Da die Grenzen fliesend sind, ist es immer wieder ein kleiner Schock wenn Ayaka aus noch einem Traum aufwacht. Das wird irgendwann so surreal, das selbst wir als Zuschauer nicht mehr sicher sind was nun der Traum ist und was nicht? Es ist zwar noch nicht so schlimm wie in manch anderen Film aber einige Schichten hat die Handlung von Prison Girl dennoch.

Pinku Eiga zwischen den Genres

Prison Girl zeigt an vielen Stellen immer wieder Perfekt, wie man das Pinku Eiga für sich nutzen kann. Denn man bedient sich bei dem Women in Prison Genre und Ayaka muss hier immer wieder leiden und wird erniedrig und missbraucht. Auf der anderen Seite gefällt es ihr aber, denn sie masturbiert und fantasiert davon. Dabei scheint irgendwann aber etwas nicht zu stimmen. So sind die Sexszenen und die Nacktheit hier sogar von Nöten für die Handlung. Denn es wird alles mit der Handlung verflochten und man baut daraus diese komplexe Handlung, welche sich auf verschiedenen Ebenen abspielt.

Interessant ist auch, dass man hier wohl nicht viele Fetische einbaut. Zwar ist das Frauenknast Thema durchaus auch ein Fetisch, dabei ist es aber auch ein eigenes Genre. Da man bei Prison Girl ein Genre in ein anderes verpackt und irgendwann auch noch etwas übernatürliches bzw. psychologische mit einbaut. Wird der Ganze Film verschachtelt und man verpackt die Pinku Eiga Elemente sehr geschickt und wie schon erwähnt, wird alles für die Handlung wichtig. Sogar Personen können eine andere Rolle spielen, es kommt darauf an wo sich Ayaka gerade befindet und alles wird am Ende zu einem großen Albtraum.

Optik

Irgendwie hat es Regisseur Naoyuki Tmomatsu geschafft Prison Girl auf Film zu drehen, dazu wird der Film, jedenfalls bei Pineiga.tv im CinemaScope Format präsentiert und man hat sogar DropOuts im Film, das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass Prison Girl auf Film gedreht wurde oder man hat später digital eingefügt aber 2008 könnte es wirklich noch möglich gewesen sein, dass man auf echten Film gedreht hat. Das verleiht dem Streifen natürlich einen besonderen Look und auch die verschiedenen Ebenen heben sich von einander ab. Alles im Knast wirkt düster und beängstigten wie ein Albtraum sein soll. Ist Ayaka wach wirkt alles hell und freundlich. Dennoch hat man das Gefühl irgendwas stimmt nicht und das vermitteln ein die Bilder.

Ansonsten dreht sich der Film um den Hauptcharakter und Asami ist fast immer im Bild, dabei fängt die Kamera viel von ihrem Körper ein aber auch von ihrem Schauspiel. Dabei gibt es auch immer wieder schnelle Schnitte, die etwas andeuten, was im Finale dann erklärt wird. Auch sehen wir den Psychiater bis zum finalen Twist nie, man zeigt uns nicht sein Gesicht, wir sehen immer nur seinen Körper und wie er Ayaka befragt. Ansonsten gibt es noch ein paar kleine Details, wie die schwangere Frau, die immer mal wieder im Bild zu sehen ist. Was zufällig wirkt, wird später noch wichtig.

Fazit:

Prison Girl ist ein Mindfuck von einem Pinku Eiga, was wie ein typischer Genrefilm anfängt, entwickelt sich schnell zu einer komplexen und verschachtelten Handlung rund um den Hauptcharakter. Dieser wird sehr gut von Asami verkörpert, die nicht nur schauspielerisch alles gibt. So entwickelt sich Prison Girl zu einem Highlight des Pinku Eiga.

Prison Girl

Movie title: Prison Girl

Director(s): Naoyuki Tomomatsu

Actor(s): Asami, Hiroshi Fujita, Yôko Satomi, Mari Yamaguchi

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Erotik - 6/10
7.5/10

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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