Leatherface

Leatherface ist der Neustart

Als Tobe Hooper 1974 mit seinem Film Texas Chainsaw Massacre die Leute das fürchten lehrte, dachte wohl niemand welche ikonische Figur Leatherface werden würde. Doch es folgten Jahre später Fortsetzungen, Remakes und ein Prequel. Die Geldkuh wurde gemolken. Doch man wollte wohl mal wieder ein Neuanfang. Also entstand Leatherface, man wollte uns die Figur zeigen bevor sie zu dem wurde was Millionen Fans auf der Welt lieben und so erzählt man die Geschichte davor. Als Regisseure fand man das Duo Alexandre Bustillo und Julien Maury, welche vor über 10 Jahren mit ihrem Film Inside für viel aufsehen sorgten. Doch kann das gut gehen, einen Film ohne die ikonische Figur und ohne das Wissen wer es am Ende sein würde? Was wird man uns als Zuschauer zeigen und kann der Film in die Fußstapfen seiner Vorgänger treten oder will er das überhaupt?

Die Handlung beginnt 1955 und die Familie Sawyer feiert den Geburtstag von Jed, er soll in die Familientradition eingeführt werden und einen Menschen töten, doch als Kind will er das nicht. Als die Tochter des Sheriffs unterwegs ist mit ihrem Freund, landet sie in einer Falle der Familie Sawyer und wird getötet. Sheriff Hartman schwört Rache und trennt die Familie, der jüngste Jed landet in einer Irrenanstalt. 10 Jahre später wir sind in der Irrenanstalt und die junge Krnakenschwerster Lzzy hat ihren ersten Tag. Dort lernt sie ein paar Personen kennen. Mutter Verna Sawyer will ihren Sohn zurück, doch das passiert nicht, anstatt beginnt auch ein Aufstand und vier können entkommen und sie nehmen die Krankenschwester mit, einer von ihnen ist Jed.

Es ist eine interessante Idee, dass man die Geschichte eines Bösen erzählt bevor er zu dem wurde wofür er bekannt ist. Doch bei Leatherface spielt man auch noch mit dem Zuschauer, denn wir bekommen Charaktere präsentiert und jeder davon könnte es sein. Natürlich hält diese Wendung nicht lange an und irgendwann hat man eine Ahnung wer es sein könnte und man bekommt auch keine ikonische Pose am Ende, es ist wirklich nur der Anfang.

Neuer Anfang! alte Story?

Man scheint sich damals 2013 mit Texas Chainsaw etwas gegen die Wand gefahren zu haben, es war zwar kein Totalschaden aber schon für einige Fans ein Unfall. Denn man zeigte den Film als direkte Fortsetzung zu Texas Chainsaw Massacre und baut so einiges auf. Man kann der Reihe aber nicht vorwerfen, das manche Sequel nicht das Gelbe vom Ei waren. So ist vielleicht ein Neustart nicht das schlechtest oder man hätte ganz aufgehört. Jedenfalls haben wir nun Leatherface und blicken etwas in die Vergangenheit des ikonischen Charakters der Filmwelt. Wir erfahren warum er zu dem wurde was er ist. Es ist ein guter Ansatz und man will die Fans nicht ganz vergraulen und beginnt mit einer Szene die jeder kennen sollte.

Am Anfang sehen wir die Familie Sawyer und sie feiern und es ist wohl die Huldigung an einer der berühmtesten Szenen aus Texas Chainsaw Massacre und hier wird wieder jemand geopfert und der Opa muss am Ende ran. Hier baut man aber auch Jed auf der es nicht will und normal sein will. Dann macht der Film einen Sprung von zehn Jahren und wir finden uns an einem neuen Ort wieder und nun geht es erst los mit dem Charakteraufbau. Als Zuschauer muss man sich so durch doch durchwachsene 30 Minuten quälen aber am den Punkt mit der Flucht aus der Irrenanstalt nimmt Leatherface fahrt auf und liefer einen blutigen Road Trip ab.

Bis auf die Krankenschwester könnte jeder der vier Charakter zu Leahterface werden. Dabei auch die Frau, denn alle drei sind nicht normal. Obwohl einer doch heraussticht und sich zu normal verhält. Während die anderen doch sehr böse Tendenzen haben. Dabei spielt der Film aber immer wieder mit dem Zuschauer und liefert sogar eine sehr typische Person, die rein optisch zu Leatherface werden könnte.

Horror, Spannung und Blut

Es ist immer wieder interessant, was Menschen beim schauen von Texas Chainsaw Massacre empfinden, denn der Film zeigt keine wirklichen Details bei der Gewalt, dennoch sind viele immer wieder schockiert. Die Fortsetzungen sind da schon grafischer und auch bei Leatherface zeigt man wieder viele Details. Es geht blutig zu und auch andere Momente werden für Schocks genutzt. Dabei verzichtet man aber auf Jumpscars sondern mehr auf grafische Gewalt, welche die Menschen schockieren sollen.

Die Kettensäge darf auch in Leatherface nicht fehlen, wird hier aber auch gut eingesetzt, denn nur Jed nutzt sie am Anfang und am Ende, denn er wird zu Leatherface und das sollen diese Momente unterstützten. Dazwischen gibt es aber reichlich andere Gewalt. Alleine die Szene in dem Diner zeigt deutlich, das man sich zwar etwas bei Pulp Fiction inspirieren lassen hat aber daraus ein blutiges Werk macht. Hier zeigt der Film auch sehr perfekt wie jeder Charakter denkt und handelt. Die Krankenschwester will nur fliehen und einer der Charakter will kein ärger machen. Das Pärchen ist durchgedreht und man hat auch das Gefühl man ist bei Natural Born Killers anstatt in einem Horrorfilm.

Man baut auch andere Tabuthemen ein, das Pärchen hat Sex, dabei sieht man auch den Körper der Frau und so zeigt man dass sie wohl auch einiges durchgemacht hat. Doch hier hört man nicht auf, man bedient sich etwas bei Jörg Buttgereit und baut etwas Nekrophilität ein. Scheinbar pickt man Leatherface mit vielen Anspielungen an Horrorfilmen aber auch andere Genreklassiker. So gibt es eine Szene nicht anders erklärbar ist als man wollte eine Hommage an American History X machen. Im Finale geht den Film aber etwas die Luft aus man hofft sehr drauf, dass man die ikonische Figur sieht aber es gibt nur ein paar Aufnahmen die andeuten was aus Jed werden wird.

Optik

Da man aus Budgetgründen nicht in den USA gedreht hat, merkt man Leatherface kaum an. Alles wirkt, als wär man wirklich irgendwo in Texas. Was auch daran liegen könnte, dass man meist nur Wald oder Innenräume sieht und so ganz gut verstecken kann, wo man gerade ist. Dennoch gab man sich mühe und baute sogar die Farm der Sawyers nach, welche man schon aus Texas Chainsaw Massacre kennt. Man will ja eine Verbindung zum Original aufbauen und erzählt die Vorgeschichte von Leatherface. Ansonsten wirkt auch alles sehr ansprechend und man hat das Gefühl die 1965 wurden gut getroffen aber auch hier versteckt man geschickt, welche Zeit es ist. Das Diner passt aber perfekt in diese Zeit.

Die Kamera von Leatherface wirkt sehr typisch für das Genre und man merkt nicht unbedingt wer auf dem Regiestuhl saß. Dafür gibt es auch viele gut Aufnahmen, alleine die Dinerszene, welche wie schon angesprochen wie ein Mix aus Pulp Fiction und Natural Born Killers wirkt, zeigt sehr gut wofür der Film steht. Auch wenn Leatherface angedeutet wird mit der Kettensäge, gibt es gute Nahaufnahmen und natürlich sind die Effekte gut in Szene gesetzt. Selbst bei der berühmt berüchtigten Szene, welche man sich aus American History X geliehen hat, zeigt man es aus der Ferne und nicht von nahen, man kann also nur erahnen was dem Charakter passiert.

Fazit:

Leatherface ist ein interessanter Ansatz zu zeigen wie der Charakter in seiner Jugend war. Dabei wird er zu einem menschlichen Wesen gemacht, weicher durch den Road Trip und dem Trauma was erlebt zu der ikonischen Figur wird. Man nimmt ihn die Menschlichkeit und macht ihn zu einem Monster und niemand hält ihn aufn lässt es geschehen. Leider errät man sehr schnell wer es von der Gruppe ist, das nimmt etwas die Spannung aus dem Film.

Leatherface

Movie title: Leatherface

Director(s): Alexandre Bustillo, Julien Maury

Actor(s): Lili Taylor, Stephen Dorff, Nicole Andrews, Sam Coleman, Julian Kostov, Sam Strike, Lorina Kamburova, Simona Williams, Vanessa Grasse, James Bloor, Velizar Binev, Jessica Madsen

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 5/10
    Spannung - 5/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
6.6/10
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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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