Tokyo Ghoul

Tokyo Ghoul: Live Action Film des Mangas

Als Sui Ishida den Manga Tokyo Ghoul zeichnet Anfang 2011 an den Start brachte, konnte sich wohl kaum jemand vorstellen, dass er bald zu einem der beliebtesten auf der Welt gehören würde. Auch als der Manga 2014 nach Deutschland kam und auch der Anime bald folgte war klar, man liest und sieht etwas Besonderes. Dabei ist es eine einfache Geschichte, die aber stark von den Charakteren getrieben wird und uns immer wieder fragt: Was macht uns menschlich? Dabei gibt es viele Elemente aus dem Horror und Dark Fantasy Bereich. Auch etwas Action war immer mit dabei und der Hauptcharakter Ken wurde beliebt, noch viel mehr aber der Weibliche. Denn Toka war anders und nicht das übliche Mädchen in Nöten oder die etwas schusselige Frau die aber kraft hat. Sie ist ein Badass was kalt wirkt aber einen weichen Kern hat unter ihrer harter Schale.

2017 war es soweit, nach zwei Anime Serien sollte der Live Action Film folgen und das gezeichnete mit echten Schauspielern darstellen. Die Fans hatten hohe Erwartungen aber auch etwas Angst, denn die zwei Live Action Filme von Attack on Titan zeigten sehr deutlich, dass auch Japan schlechte Live Action Filme produzieren könnte. Dazu machte Schauspielerin Fumika Shimizu Schlagzeilen, sie gehört zur Happy Science Sekte und trat kurz nach dem Ende der Dreharbeiten von ihrer Schauspielkarriere zurück um mehr Zeit für die Sekte zu haben. Doch schon ein paar Monate später sagte, sie macht doch weiter aber mit ihrem religiösen Namen. Doch wie ist er Film?

Die Handlung beginnt mit Ken und seinem Freund Hide in dem Café Antik, dort trifft Ken auf Liz, er schwärmt schon seit Monaten von ihr, an diesem Tag traut er sich endlich sie auf ein Date einzuladen und sie sagt Ja. Am Dateabend auf dem Heimweg kommen sich beide näher. Doch Liz ist ein Ghoul und will Ken essen, ein Unfall rettet Ken das Leben, verändert es aber für immer. Denn man hat ihn zur Rettung die Organe von Liz eingepflanzt. Von da an ist er halb Mensch und halb Ghoul und muss mit der neuen Situation klarkommen. Dabei findet er Hilfe im Antik auch wenn Toka am Anfang gegen ihn ist. Doch auch Feinde warten auf die Ghoule, denn das CCG will alle vernichten, weil sie als Feinde der Menschen gelten.

Es ist erst der Anfang!

Der Manga von Tokyo Ghoul umfasst 14 Bände und erzählt die Geschichte von Ken und seiner Entwicklung. Es ist natürlich klar, dass man dies nicht in einen Film pressen kann, vor allem nicht, wenn der Regisseur Fan des Mangas ist. Man merkt der Handlung des Live Action Films an, dass man hier mit bedacht versucht die Geschichte des Werks von Sui Ishida zu erzählen. Man fängt also vorne an aber man bekommt keine Origin Story geboten. Sondern man hält sich sehr nah an der Vorlage und weicht davon kaum ab. Man baut so auch die Charaktere auf, vor allem Ken und Toka stehen am Anfang. Das wird schnell deutlich. Denn Toka kann Ken nicht leiden und das ändert sich um Verlauf des Films kaum.

Ken ist ein sehr interessanter Charakter, auch wenn er am Anfang doch sehr typisch wirkt. Was er im Film erlebt ist auch erst der Anfang seines neuen Leben. Wir als Zuschauer werden wie er in die neue Welt langsam eingeführt. Denn das Leben als Ghoul ist ein anderes als das des Menschen. Da Ken aber beide Leben kennt und dazu auch noch halb Mensch ist, hat er viel mehr Probleme. Er muss seine andere Seite verstecken und hat Angst. Dazu kommen die Probleme mit dem Essen. Denn Ghoule können kein normales Essen essen, nur Kaffee schmeckt ihnen und ansonsten müssen sie sich von Menschen ernähren. Das führt natürlich zu vielen Konflikten und diese muss Ken am eigenen Leib erfahren.

Auch in der Ghoule gemeinde angekommen, muss Ken einiges neues lernen. Denn nicht alle Ghoule in Tokyo Ghoul sind Böse und einige wollen ein ganz normales Leben führen. Doch es gibt da natürlich dieses eine problem mit dem CCG und das die Menschen nicht verstehen was die Ghoule sind und warum sie existieren. Dazu gibt es keine Erklärung. Die Welt von Tokyo Ghoul besteht aus Menschen und Ghoulen aber warum das so ist lässt man aus. Es ist auch kein wichtiger Faktor. Denn die Charaktere zeigen uns die Welt und wir erfahren schon einiges aber da man schon nur auf den Anfang der Manga Handlung konzentriert, tauchen eigene Charaktere nur am Rande auf oder gar nicht.

Was macht uns menschlich?

Eine Frage die Tokyo Ghoul immer nachgeht, ist die nach der Menschlichkeit. Denn wir erleben wir normal die Ghoule leben und wie unmenschlich die Personen vom CCG vorgehen. Man merkt, dass die Charaktere nicht nur Böse sind, weil sie es müssen, es macht ihnen spaß Unschuldige zu töten, weil sie anders sind. Sie haben ein Problem damit, dass die Ghoule anders sind und wollen auch nicht verstehen warum. Sie machen vor nichts halt und das zieht sich durch den ganzen Film. Auch hier lernt man nur einen Teil des CCG kennen und mancher Charaktere steht auch noch sehr am Anfang. Doch für den ersten Tokyo Ghoul Film reicht das aus.

Auch Ken muss das lernen, denn als Mensch war das Leben einfach. Doch nachdem er zu etwas geworden ist, was nicht erklärbar ist, muss er sich viele neue Gedanken machen. Das zeigt uns der Film, im Finale merkt man sehr deutlich, wie sehr er dagegen ankämpft zu einem Monster zu werden und er will sich seine Menschlichkeit bewahren und nicht töten. Dazu lernt er auch das die Ghoule ganz normal sind und viele gar keine Menschen jagen und töten, um Nahrung zu bekommen. Das Antik ist auch Anlauf stelle für alle mit Probleme. Hier arbeiten Ghoule und Menschen sogar zusammen ohne das man etwas merkt. Es ist die perfekte kleine Utopie in der Welt von Tokyo Ghoul.

Optik

Man sieht Tokyo Ghoul sehr deutlich an, dass Regisseur Kentarô Hagiwara den Stil des Mangas auf die große Leinwand bringen wollte. Denn immer wieder nutzt er Bilder aus dem Manga, natürlich ist der Zeichenstil von Sui Ishida schwer umzusetzen mit echten Schauspielern und Sets. Dennoch gelingt es hier sehr gut. So gibt es immer wieder Stellen und Bilder, die man so aus dem Manga kennt und das macht dem Film wohl auch zu einem der besseren im Bereich Live Action. Man fängt die düstere Stimmung der Vorlage perfekt ein.

Dazu ist der Spielfilm auch sehr stylish, denn man hatte Hilfe vom Modemacher Masanori Morikawa, welcher die Ghoul Maske von Ken entwarf und auch die Outfits. Hier merkt man, dass Tokyo Ghoul auch den Stil der aktuellen Jugendkultur aus Japan transportiert. Dazu sehen die Outfits der Antik Mitarbeiter sehr gut aus, für Kellner. Alles wirkt in dem Café sehr Edel und schick. Dabei ist das alles aber nur Fassade um vor dem Geheimnis dahinter abzulenken. So transportiert man aber auch die Bilder aus dem Manga auf die Leinwand. Am Anfang wenn das Essen gefilmt wird, sieht es sehr lecker aus und man sieht die Reaktionen von Ken, der als Ghoul es nun nicht mehr verspeisen kann und damit erst mal klar kommen muss.

Die Action im Film ist auch sehr gut in Szene gesetzt und gut portioniert. Denn erst nach und nach gibt es kämpfen zwischen den Ghouls und dem CCG und man hebt sich vieles für das Finale auf. Vorher gibt es eine Trainingsmontage wie Ken anfängt zu üben um besser kämpfen zu können. Hier merkt man dann auch das Toka langsam auftaut, doch immer ist die Beziehung zwischen ihr und Ken kalt. Man merkt aber auch wie liebevoll Ken sein kann, wenn er Hinami hilft und ihr immer wieder vorliest. Dabei spielt eine der dramatischen Szenen im Film bei strömenden Regen, was schon typisch für die Kurosawa Schule ist. Dass das Wetter bei schlimmen Dinge sich immer mehr verschlechter und bis der Regen losgeht. Das ist auch bei Tokyo Ghoul der Fall, obwohl hier natürlich vieles sehr düster ist.

Fazit:

Tokyo Ghoul setzt den Manga von Sui Ishida sehr gut um, nur bei den Spezial Effekten kann der Film nicht so punkten. Obwohl die Krallen der Ghoule gut aussehen, was sich bei Bewegungen aber ändert. Sonst bleibt man sehr nah am Manga und am Stil dessen. Es ist aber nur der Anfang der Geschichte, so muss man hoffen das es noch ein paar Sequels kommen.

Tokyo Ghoul

Movie title: Tokyo Ghoul

Director(s): Kentarô Hagiwara

Actor(s): Masataka Kubota, Fumika Shimizu, Nobuyuki Suzuki, Hiyori Sakurada, Yû Aoi, Yô Ôizumi, Kunio Murai, Shun'ya Shiraishi, Shôko Aida, Shuntarô Yanagi, Kenta Hamano, Nozomi Sasaki

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 9/10
    Schauspiel - 9/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 7/10
    Effekte - 7/10
7.8/10
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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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