The Muse

Yutaka Ikejima ist einer der bekanntesten Regisseure des Pinku Eiga, er hat viele berühmte und bekannte Beiträge geleistet und wird auch gern mal Mr. Pink genannt. Mit seinem 100. Film hat er sein Leben verarbeitet und zeigt so die Höhe- und Tiefpunkte als Regisseur und Darsteller im Pinku. Dabei ist The Muse aber auch eine Liebeserklärung an das Genre und seine Mitwirkenden. Ein Film über das Filmemachen und weniger ein typischer Beitrag, was auch am Drehbuch von Daisuke Goto liegen mag, der schon mit A Lonely Cow weeps at Dawn zeigte, das man anspruchsvolle Themen in einem Pinku Eiga unterbringen kann. Also willkommen in der Pinku Version eines Films der stark an die französische neue Welle und dem Stil von Godard erinnert. Dazu auch das Meer.

Die Handlung beginnt am Meer und ein alter Mann trifft auf eine junge Frau und er fragt sie ob sie sich nicht kennen. Sie stellt sich als Eiga vor, was japanisch für Film ist und beantwortet seine Frage mit Ja. Dann zeigt sie ihm ein Filmstudio und erklärt ihm was dort gemacht wird. Langsam erinnert er sich wieder und der Film springt in eine andere Zeit, ein Schauspielerin eines Pinku Eigas hat Feierabend und geht in ihr Hotelzimmer und befummelt dort wohl den nächsten Star. Der etwas ältere Regisseur beobachtet das alles und von hier an springt der die Zeiten, immer wieder sehen wir den alten Mann am Meer und im Krankenhausbett. Es ist der Regisseur der sich an sein Leben zurück erinnert.

Man merkt schnell, dass The Muse etwas besonderes ist. Denn der Film konzentriert sich mehr auf die Handlung die Sexszenen werden auf ein Minimum reduziert. So das man in der Stunde, das Leben eines Regisseur erzählen kann. Nicht immer in chronologischer Reihenfolge, dafür aber immer sehr passend. Es ist auch sehr interessant wie Meta der Film ist und was man alles so über das Leben in der Pinku Eiga Welt erfährt.

The Muse, ein Film über das Filme machen

Den Satz kennt Ihr sicherlich schon, dass ein Pinku Eiga wie die berühmte Schachtel Pralinen ist. Auch bei The Muse ist das so. Denn der Film beginnt wie ein Drama und wird dann schnell Meta. Denn die junge Frau die Eiga heißt, ist die Verkörperung des Films und sie begegnet dem alten sterbenden Regisseur immer wieder in seinen Träumen und sie ist auch Auslöser für die Erinnerungen an die Vergangenheit. Dabei werden wir zeuge vom Aufstieg eines jungen Mannes, welcher versucht Schauspieler zu werden aber auch Regisseur. Dabei hat er die Liebe für den Film in sich und redet immer wieder darüber. Seine Freundin aber scheint das nicht so zu sehen und verlässt ihn. Hier gibt es die Anspielungen an Jean-Luc Godard und Anna Karina, welche auch für Godard eine Muse war und in vielen seiner Filme mitspielte.

The Muse ist also ein Film über einen Mann der den Film liebt und nichts anderes machen wollte, als Filme drehen und das sieht man ihn auch an. Die Handlung dreht sich darum. Viele Szenen spielen an einem Set oder Studio, wo ein Film produziert wird. Doch auch in einer Wohnung, hier kommt der junge Schauspieler noch nicht Regisseur, der jungen Schauspielerin näher und hier beginnt eine Liebe, die sehr einseitig ist und auch für die Schattenseiten sorgt. Beide scheinen sich zu mögen, doch irgendwann kommt der Punkt im Leben, wo man sich fragen muss, ist mein Traum das alles wert und wie weit darf ich dafür gehen. Hier ist es auch das Ende einer Beziehung.

Durch die Zeitsprünge und auch das man sich nicht immer so sicher sein kann ob es nicht doch ein Film ist, spielt The Muse mit dem Zuschauer. Wir sind gespannt was wir noch erfahren und die Stunde vergeht wie im Flug und wir bei allem dabei. Dadurch, dass die Handlung so komprimiert ist, fallen ein paar Details weg und zu manchen hätte man mehr Informationen. Aber alleine schon wegen den Szenen mit Eiga und was man so über den Pinku erfährt lohnt es sich schon.

Erotik

Dafür das der Sex in The Muse etwas kürzer kommt als gewöhnlich, keine Angst es gibt immer noch genug, es ist immer noch ein Pinku Eiga, jedenfalls ist das gezeigt sehr explizit. Was auch daran liegen könnte, dass man hier mit AV-Idol Riri Koda in der Hauptrolle eine Frau hat, die weiß was sie tut und wie man es zeigt. Der Film sprengt die Grenze zum Pornografischen immer wieder. Dabei hat man aber die typischen Zensuren. Neben der Schamhaarzensur, werden auch Genitalien unkennbar gemacht.

Man baut auch in eine Sexszene etwas Humor ein, wenn der ältere Regisseur, seine Frau mit einem anderen erwischt, bekommt er das Sperma ins Gesicht und der Mann fällt dann auch noch mit seinem Penis auf seinen offenen Mund. Diese absurde Szene führt dann aber auch zu einem Dreier. Darauf muss man erst mal kommen, natürlich ist immer fraglich, wie viel wirklichkeit steckt in dem was wir sehen. Auch die restlichen Sexszenen, kommen ohne großen Fetisch aus, sind dafür aber immer sehr erotisch und anregend gehalten. Man merkt natürlich, dass man mit ihnen auch etwas provozieren wollte.

Optik

Dieser Film zeigt eindrucksvoll, was man mit dem Budget eines Pinku Eigas alles machen kann. Denn es fühlt sich nicht an wie eine schnelle Produktion, mit wenig Geld. Alles sieht gut aus und auch die Kamera hat einen tollen Job. Man merkt welche Vorbilder man hier hatte und wie viel Liebe man ins Detail steckt und immer wieder überrascht einen The Muse damit, das wir gerade doch nur einen Film im Film sehen und die Kamera spielt mit uns. Auch der Schnitt. Alles wirkt sehr lebendig und wie ein Traum eines Mannes der sich an seine Vergangenheit erinnert.

Man merkt sehr deutlich, dass Regisseur Yutaka Ikejima sehr viel Erfahrung hat und er lässt das alles in The Muse einfließen und immer wieder merkt man auch, seine Hommage an Godard. Dazu fängt der Film am Meer an und endet auch hier. Dazu gibt es deutliche Referenzen zu anderen Filmen. So hebt sich dieser Pinku von den anderen etwas ab.

FAZIT:

The Muse ist ein wunderschöner Pinku Eiga, der auch eine Liebeserklärung an das Genre ist und dem Film im allgemein. Mit einer Stunde Laufzeit ist er natürlich etwas kurz für alles. Dafür bekommt man aber eine menge geboten und er ist auch für Einsteiger geeignet.

The Muse

Movie title: The Muse

Director(s): Yutaka Ikejima

Actor(s): Kôji Makimura, Naoyuki Chiba, Riri Kôda, Erina Aoyama, Yôta Kawase, Seiji Nakamitsu, Yuria Hidaka, Jimmy Tsuchida, Takahiro Nomura, Hitomi Oba

  • 9/10
    Handlung - 9/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Erotik - 7/10
8.0/10
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BastitheEnd

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