Passagier 57

In den vergangenen Jahren war es sehr still um Wesley Snipes, was wohl daran lag, dass der Schauspieler ins Gefängnis musste und auch davor schon kaum noch Erfolge feierte und in ein paar B-Action Filmen mitspielte. Dabei hatte der Actionheld der 90er Jahre ein paar gute und unterhaltsame Actionfilme abgeliefert und war einer der ersten schwarzen Superhelden und eine der ersten Marvel Film Superstars, als er Blade verkörperte. Doch schon davor war in einigen Actionfilmen zu sehen, mal als Guter aber auch mal als Böser. Er war eine neue Generation an Star, weil er auch wirklich Karate konnte. Ein Film der immer noch oft zitiert wird ist Passagier 57, der zwar eindeutig im Fahrwasser von Stirb Langsam mit schwamm aber auch sehr eigenständig war.

Die Handlung beginnt mit der Verhaftung von Charles Rane, welcher dann überführt werden soll und irgendwo in einem Gefängnis auf die Todesstrafe warten soll. Auf demselben Flug ist auch John Cutter, er war einst Sicherheitschef und bildet nun die Flugbegleiter aus in Sicherheitsfragen. Helfer von Rane übernehmen das Flugzeug und so ist Cutter der einzige der alle noch Retten kann. Doch wie soll er das anstellen. Denn der Terrorist hat einen gut durchdachten Plan und auch eine Landung hält ihn nicht davon ab weiter zumachen. Kann John Cutter das Böse aufhalten und den Tag retten?

Das erste was bei Passagier 57 auffällt ist die Laufzeit, mit gerade mal 80 Minuten ist der Film kurz. So vergeudetet man keine Zeit und kommt immer gleich zum Punkt, dabei vergisst man aber auch nicht den Charakteren etwas tiefe zu verleihen, jedenfalls gerade soviel das wir etwas mehr über John Cutter wissen. Dabei setzt man aber auf Spannung und Tempo und auf gut eingesetzte Actionszenen. In dieser kurzen Laufzeit passiert soviel, dass für den Zuschauer und dem Hauptcharakter kaum Zeit bleibt um sich zu entspannen.

© 1992 – Warner Bros. All rights reserved.

Der Passagier 57 rettet den Tag

Die Handlung von Passagier 57 war in den 90ern sehr beliebt und wurde so ähnlich auch in Einsame Entscheidung benutzt, nur wurde da der Held erst ins Flugzeug gebracht. Hier ist er es schon und nur durch zufall wird er am Anfang nicht von den Bösen entdeckt und kann sogar noch einen Notruf ablassen. Denn was danach passiert, ist sicherlich etwas verwunderlich für das Genre, weil man vergeudet kaum Zeit im Flugzeug und damit, dass John Cutter hier einen Bösen nach den anderen ausschaltet, wie es bei Stirb Langsam der Fall war. Denn hier passieren andere Dinge und ist schnell wieder an Land, bevor es nochmals im Finale in die Luft geht. Man setzt auf Tempo und einige Wendungen in der Handlung.

Die Charakterzeichnung ist natürlich nicht die beste im Film. Denn es sind die typischen Abziehbilder und der Böse ist einfach Böse, man lässt ihn ein paar Sprüche klopfen, die zeigen wie schlimm er ist. Dafür hat er aber auch ein Plan der sehr durchdacht ist und die ersten Wendungen kommen auch etwas überraschend. Dafür geht dann auch alles schnell in Passagier 57. John Cutter hat auch eine Hintergrundgeschichte, welche aber auch sehr typisch für das Genre ist. Er verlor seine Frau bei einem Überfall. Dieses Trauma muss er nun auch überwinden. Das alles wird in 80 Minuten abgehandelt, dabei setzt man wie gesagt mehr auf Spannung als auf eine Charakterstudie.

Die Nebencharaktere sind auch da und tun genau das, was man von ihnen erwartet. Es gibt sogar den skeptischen Chef am Flughafen, der die Geschichte nicht glauben will. Man nutzt halt das Genre und seine Figuren für sich. Als Zuschauer ist man aber schon so gefangen, durch das Tempo, dass einem das im ersten Moment nicht auffällt. Auch das man kaum Passagiere im Flugzeug kennenlernt. Nur ein paar und die werden auch sehr stereotypisch gezeichnet.

Action und Spannung

Selbst wenn man als Zuschauer weiß wie Passagier 57 enden wird, man hat dennoch immer wieder spaß beim schauen. Denn die Action funktioniert gut. Man baut aber auch Spannung auf, die Übernahme des Flugzeugs und wie John Cutter damit umgehen muss. Denn er hat kaum Zeit aber einen Plan, sein Sidekick, hier in form eine Flugbegleiterin versucht zu helfen und ihm aber auch immer wieder rein zu reden. Dadurch das der Film ein paar Wendungen hat und vor allem, die Szenen am Boden bieten zusätzlich noch was Action, denn alles passiert in knapp einer Stunde und dann kommt schon das Finale. Die Spannung wird hoch gehalten und unterhält dem Zuschauer gut.

Bei den Actionszenen kann Wesley Snipes punkten, denn man sieht hier sehr gut, dass er viel Ahnung von Martial Arts hat und ein Meister in Karate ist. Das bringt er auch auf der Leinwand gut rüber und verhaut die bösen Burschen ordentlich. So gibt es im Verlauf von Passagier 57 ein paar sehr gute Martial Arts Einlagen, auch im Finale darf er sich prügeln. Für den klassischen Actionfan gibt es auch ein paar schießerrein und die sind für das Jahrzehnt natürlich auch etwas blutig. So ist es fast ein Rund um sorglos Paket für den geeigneten Fan.

© 1992 – Warner Bros. All rights reserved.

Optik

Von der Optik her sieht man Passagier 57 an, dass er Anfang der 90er entstanden ist. Obwohl manche Szenen auch gut aus einem anderen Jahrzehnt kommen könnten. Vor allem an dem kleinen Flughafen, wo auch noch ein Jahrmarkt in der Nähe ist. Hier scheint die Zeit still zu stehen und könnte auch in den 70ern sein. Jedenfalls sind die Orte für den Film halt passend gewählt. Man sieht zwar nicht viel von dem Jumbo Jet, es gibt natürlich hier nicht so viel zu sehen. Es ist halt ein Flugzeug aber man sieht Wesley Snipes nicht durch irgendwelchen engen Schächte kraulen. Sondern er ist immer schnell vor Ort und versucht die Situation zu klären und das zeigt auch die Kamera.

Die Kamera ist auch sehr typisch für das Jahrzehnt, obwohl hier noch nicht schnelle schnitte gezeigt werden. Sondern eher noch alles bedacht und ruhig gezeigt wird. Dafür aber mit viel Tempo und manchmal verfolgt die Kamera auch die Charaktere vor allem wenn sie reden und gehen. Hier zeigt man dann das Tempo der Handlung und das die Figuren in Hektik sind, erst wenn der Charakter wieder steht, bleibt es auch die Kamera. Bei den Actionszenen zeigt man alles sehr genau und man sieht es so auch bei den Kämpfen.

© 1992 – Warner Bros. All rights reserved.

Fazit:

Passagier 57 ist ein unterhaltsamer Action Thriller, wo vor allem Wesley Snipes als Held glänzen darf. Doch auch Bruce Payne als Böser ist hier in seinem Element. Der Film funktioniert immer noch gut und man wird prächtig unterhalten, dadurch, dass er auch gerade mal 80 Minuten geht, kommt nie Langeweile auf.

Passagier 57

Movie title: Passagier 57

Director(s): Kevin Hooks

Actor(s): Wesley Snipes, Bruce Payne, Tom Sizemore, Alex Datcher, Bruce Greenwood, Robert Hooks, Elizabeth Hurley, Michael Horse, Marc Macaulay, Ernie Lively, Duchess Tomasello, William Edward Roberts

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 5/10
    Action - 5/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
6.2/10
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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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