Blutiger Freitag

Blutiger Freitag ist wahrscheinlich der deutsche Exploitationsfilm.

Der deutsche Genre ist in den Meiden nicht mehr existent, auch gibt es kaum irgendwelche aktuellen Filme, die sich dem Genre annehmen. Vor 40 Jahren war das noch etwas anders. Denn es gibt viele Ausflüge in den Exploitationsfilm, vor allem immer mit dem Thema Sex. Doch es ging auch anders. Wie Rolf Olsen mit seinem Film Blutiger Freitag bewies. Denn dieses Machwerk ist eigentlich nichts anderes als ein Poliziottesco aus Deutschland. Als Zuschauer bekommen wir eine Handlung geboten, die sich eine Gruppe Verbrecher dreht. Das ganze bezieht sich auf einen Fall der in München 1971 passiert ist. Das ganze wird in dem typischen Zeitgeist erzählt und so gibt es auch viel Sozialkritik, alles aber immer oberflächig. Dazu der Seewolf Raimund Harmstorf in der Hauptrolle als Heinz Klett mit viel zu enger Lederhose.

Heinz Klett frisch aus dem Knast geflohen, hat einen Plan, denn mit Heidi und Luigi will er eine Bank überfallen. Doch sie brauchen Hilfe, denn Stevo ist noch im Knast. Mit etwas zwang, macht auch Heidis Bruder Christian mit, denn der ist disatiert und kann nicht mehr zurück. So beschließen sie ihren Plan eine Bank zu überfallen. Vorher brauchen sie auch noch Waffen, von einem erfahren sie, das US Soldaten Waffen transportieren werden. So überfallen sie diesen Konvoy und bald ist es soweit, an einem Freitag soll der Bankraub statt finden.

Die Handlung von Blutiger Freitag lässt sich sehr viel Zeit bis es zu dem Banküberfall kommt und die ganze Situation eskaliert. Doch vorher merkt man schon das Heinz Klett ein unangenehmer Typ ist, der seinen Weg geht, egal was passiert. Dabei ist die Handlung aber auch sehr konsequent und schnell erzählt. Dennoch hat man als Zuschauer immer wieder das Problem, dass dieser Stil halt auch einige Probleme hat. Denn es bleibt kaum Zeit den Charakteren tiefe zu verleihen, zwar haben alle Probleme und diese werden immer versucht Sozialkritisch zu erzählen. Doch am Ende ist es ein Haufen von Verbrechern, da empfindet man kein Mitleid, was aber auch gut so ist. Denn ist kein modernes Opferkino, hier sind alle verloren in dieser düsteren Welt.

“Ich habe Hunger!” “Auf Liebe?”

Der Film lebt von seiner Figur Heinz Klett, denn sie ist der Dreh und Angelpunkt der ganzen Geschichte. Er ist der Böse und auch der Held von Blutiger Freitag. Doch Mitleid soll man als Zuschauer nicht haben, man soll sehen was er alles macht. Dazu erfährt man am Rande auch immer wieder mehr über die Charaktere. Hier lässt sich der Film am Anfang doch etwas mehr Zeit und man bekommt einen oberflächigen Einblick in das Leben der anderen. Heidi hat einen Bürojob und muss schuften, als sie die Überstunden ablehnt, wird hinter ihrem Rücken gelästert. Luigi arbeitet an einer Tankstelle und muss sich von Kunden beleidigen lassen und das ganze auch sehr rassistisch. So zeichnet Rolf Olsen ein düsteres Bild von München und seiner Umgebung. Er zeigt eine deutsche Welt, welche nicht von Sex und Lust dominiert. Er zeigt die Schattenseiten. Das wird später im Film noch mehr deutlich.

Diese nihilistische Welt von Blutiger Freitag zeigt uns immer wieder die Abgründe des normalen Bürgers. In der Bank sehen wir dann Menschen und von ein paar lernen wir auch die Geschichte kennen. Der gescheiterte Mittelständler, der kein Geld mehr hat und der Gerichtsvollzieher hat sich auch angekündigt, er hat nichts mehr zu verlieren. Auf der anderen Seite hat man die Tochter aus dem Reichenhaus und wohl eine Frau die Lesbisch ist, was in den 70ern sicherlich noch ein Tabu Thema war und von Heinz Klett mit einen Spruch auch in die Richtung gedrängt wird. Immer wieder hat man das Gefühl, die Dialoge, wollen immer wieder die Gesellschaft kritisieren, doch manche Diskussion bleibt sehr oberflächig.

In den Film sind auch ein paar Straßeninterviews eingebaut, der Reportfilm war 1972 ja sehr beliebt. Hier versucht man die Meinung der Menschen zu dem Thema einzufangen, auf der anderen Seite zeigt es aber deutlich, wie Sensationsgeil die Medien schon in den 70er waren und die Menschen. Die Schaulustigkeit gab es damals schon, nur ohne Smartphones.

“Wenn man mit dem Brecheisen Reich werden will, darf man keine Mimose sein”

Die Gewalt ist das Mittel zum Zweck in Blutiger Freitag, etwas anders scheint Heinz Klett auch nicht zu kennen. Er nimmt sich was er will und wenn er dazu jemanden töten muss. Ein Menschenleben ist nichts wert. Er nimmt sich auch was er will und wenn es die Frau ist, die nicht auf Männer steht. Die Vergewaltigung im Film, wird sehr interessant dargestellt. Der Wechsel zwischen Szenen aus einem Schlachthaus und dem erotischen Liebesspiel zweiter Damen, welche ein paar explizite Aufnahmen hat, zeigt die Gedanken Welt der zwei. Heinz Klett ist die Roheit und Brutalität eines Schlachthaus, während sein Opfer sich in die zärtliche, doch schon Pornografische Welt der lesbischen Liebe zurück zieht. Ein extrem starker Kontrast.

So verdient sich Blutiger Freitag in seinem Verlauf wirklich seinen Ruf als Exploitationsfilm. Denn genüsslich, wird hier Gewalt zelebiert, nicht so ausführlich wie man denken könnte. Doch es gibt einige derbe Szenen. Interessant ist, das man ein Tabu nicht bricht und das Kind, welches mit der Handgranate spielt überleben darf, dafür aber ein Polizist stirbt. Wir hatten aber auch schon festgestellt, dass in dem Film ein Menschenleben nichts wert ist.

Optik

Man sieht Blutiger Freitag an aus welchem Jahrzehnt er stammt, doch die Kleidung wirkt etwas Zeitlos. Natürlich sind Möbel und Einrichtung, dann doch sehr 70er Jahre und wer kennt noch ein Telefon mit Wählscheibe? Doch sonst sieht der Film sehr dreckig und schmutzig aus. Dazu ist es interessant, ein München zu sehen, welches man vielleicht nicht so kennt. Regisseur Rolf Olsen zeigt deutlich seine stärken. Auch wenn viele Szenen, immer wieder an einen italienischen Film erinnern. Hier muss wirklich der Poliziottesco Vorbild gewesen. Dazu ist Blutiger Freitag auch noch eine italienische Co-Produktion. Das merkt man den Film auch deutlich an. Folgt er doch genau den Trend der damaligen Zeit.

Immer wieder überrascht der Film mit bestimmten Szenen. Die Vergewaltigung war ja schon Kurzthema und wie sie gezeigt wird. Die Montage der Bilder, erzeugen einen starken Kontrast. Es war sicherlich auch sehr gewagt für die damalig Zeit. Denn es wurde fürs Kino auch abgeschwächt. Doch dank Subkultur Entertainment, bekommen wir auf Blu-ray den Film in toller Bildqualität und in einer längeren Fassung, welcher den Film komplett Unzensiert zeigt.

Das Finale des Films, ist dann auch noch mal anders. Hier setzt der Regisseur Zeitlupen ein und lässt so manche Figur blutig sterben. Hier lassen die Werke von Sam Peckinpah grüßen. Interessant ist auch, dass manche Schauplätze öfters genutzt werden. So sieht man am Anfang den Wald, welcher im Finale nochmal auftaucht und bei der ersten Verfolgungsjagd flieht man durch ein paar Dörfer, diese sieht man am Ende auch nochmal.

FAZIT:

Blutiger Freitag ist ein kompromissloser Film, der eine Welt ohne Hoffnung zeigt. Man hat unsympathische Hauptcharakter, der versuchen irgendwie Reich zu werden und dann endlich ein besseres Leben. Dies sind aber alles Träume, der Film versucht immer wieder Sozialkritisch zu sein, schafft es auch immer wieder. Dazu fängt er das Zeitgefühl gut ein, es war eine Welt im Wandel. Das ist deutsches Genrekino in Reinkultur. So ist Blutiger Freitag wahrscheinlich der beste Vertreter des deutschen Exploitationsfilms.

Blutiger Freitag

Movie title: Blutiger Freitag

Director(s): Rolf Olsen

Actor(s): Raimund Harmstorf, Amadeus August, Gianni Macchia, Christine Böhm, Ernst H. Hilbich, Gila von Weitershausen, Daniela Giordano, Walter Buschhoff, Renate Roland, Horst Naumann, Ottone Mignone, E.O. Fuhrmann

Genre: Action, Drama,

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  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 6/10
    Schauspiel - 6/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 5/10
    Action - 5/10
  • 7/10
    Unterhaltung - 7/10
6.7/10
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Handlung:

Kurz vor seiner Verurteilung gelingt dem eiskalten Verbrecher Heinz Klett die spektakuläre Flucht aus dem Gerichtsgebäude. Um sich ins Ausland abzusetzen braucht er Geld und plant mit seinem Komplizen Luigi einen Banküberfall, der alles zuvor in den Schatten stellen soll.
Luigis Freundin Heidi und deren Bruder Christian schließen sich dem Duo an und gemeinsam setzen sie Kletts vermeintlich todsicheren Plan um, doch der anschließende Banküberfall eskaliert dramatisch: Während sich Schaulustige und Polizei rund um den Tatort versammeln, hält Klett auf brutale Weise mehrere Geiseln gefangen und fordert ein Lösegeld in bislang noch nie dagewesener Höhe! Als sich die Leichenberge türmen, gibt die Polizei nach und zahlt die geforderte Summe, mit der sich die Gangster aus dem Staub machen. Doch auch die Flucht verläuft nicht nach Plan und endet in einem bleihaltigen Showdown, aus dem es kein Entkommen gibt!

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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