Nach 12 Jahren Pause ist Shin Godzilla der Neustart bei Toho.

2004 erschien mit Godzilla: Final Wars der vorerst letzte Gojira Film aus Japan und dies zum 50. jährigen Geburtstag des Monsters. Zwölf Jahre später entschied man sich bei Toho doch wieder einen Godzilla Film zu drehen. Doch man wollte die Handlung komplett neustarten, denn sonst wusste man immer das Godzilla existiert und bezog sich auf den Film von 1954. Doch die Zeiten haben sich geändert und neue Katastrophen haben das Land der aufgehende Sonne heimgesucht. So ist Shin Godzilla der Neuanfang für eine neue Generation.  Dabei ist alles so neu, das es der erste Godzilla Film ist, welcher eigentlich nicht mehr zu den Tokusatsu Filmen gehört. Denn es gibt keinen Schauspieler in Gummianzug mehr der durch Minaturstädte läuft und alles zerstört. Hinter der Kamera setzte man auf ein Duo bestehend aus Hideaki Anno und Shinji Higuchi.

Die Handlung von Shin Godzilla beginnt in der Bucht von Tokyo, wo Wasserdampf aufsteigt und irgendwas für Chaos sorgt. Doch keiner weiß so recht was los ist. Die Politiker kommen zusammen und beraten was zu tun ist. In der zwischen Zeit bewegt sich etwas an Land und dann taucht ein namenloses Monster auf und greift die Stadt an. Doch was ist zu tun? Was ist das Wesen? Was will es und wie können sie es aufhalten? Darüber wird diskutiert und Pläne geschmiedet, doch das hilft alles nicht, man braucht mehr Fakten.

Man merkt der Handlung deutlich an, das man hier mit bedacht die Figur von Godzilla neu einführt und man wie schon das Original von 1954 aktuelle Ereignisse mit einbindet in die Handlung. So ist auch hier das Monster wieder eine Metapher für eine Katastrophe, doch anders als 1954 und bis in die 1970er sind die USA nicht unbedingt die Bösen. Dafür zeigt der Film aber sehr deutlich, wie Japan seine jüngste Vergangenheit bewältigt.

Aus Alt macht Shin.

Die Figur von Godzilla gibt es seit über 60 Jahren und mit den US Version war er in über 30 Filme zu sehen. Dabei ist er sehr Wandelbar, mal ist er der Böse und dann auch wieder der Gute. Je nach Zeit und wie er gerade ankam bei dem Publikum. Dazu kann er auch alleine auftreten oder muss gegen andere Monster ran. Dazu ist er die wandelne Metapher für die zwei Atombomben die auf Japan abgeworfen wurden. Doch im Jahr 2016 ist alles anders. Denn Japan hatte im Jahr 2011 eine neue Katastrophe, der Tsunami und der Unfall im Atomkraftwerk von Fukushima. Genau das greift Regisseur und Drehbuchautor Hideaki Anno auch auf. Denn so wird Godzilla im Film das Sinnbild für diese Katastrophe.

Da im japanischen Shin für neu, Wahrheit oder Gott stehen kann, ist es wohl kein Wunder, dass Shin Godzilla ein Neuanfang ist und alles anders macht. Obwohl er sich doch stark an das Original von 1954 hält, nur ist es halt moderner und Gojira entsteht nicht mehr durch Atomversuche, sondern durch Umweltverschmutzung,  Da radioaktiver Abfall einfach im Meer entsorgt wurde. Auch bei der Handlung ist einiges anders. So wird viel über Politik und Zuständigkeit geredet. Denn in der modernen Welt haben die Politiker das Sagen und man zeigt auch immer wieder ihr versagen bei der Katastrophe, die vielleicht sogar verhindert werden könnte.

So gibt es viele Personen die man sieht, hier wirkt der Film immer wieder wie ein Poltikparodie und so manche Szene wirkt wie aus Dr. Seltsam oder auch aus modernen Politikserien, wo schnell geredet wird. Dazu gibt es eine geheime Kooperation mit den USA, welche drohen wieder Atombomben abzuwerfen, sollte Japan es nicht schaffen Godzilla aufzuhalten.

Effekte

Die größte Neuerung bei Shin Godzilla ist das Weglassen der handgemachten Effekte. So ist es vorbei mit der Tokusatsu Ära bei Godzilla, obwohl das Genre ja für Spezial Effekte steht. Doch die sind Handgemacht und sieht Typ in Gummianzügen zu wie sie in Minaturbauten kämpfen. Bei Shin Godzilla verzichtet man darauf und nutzt Motion Capturing, so wurden die Bewegungen des Schauspielers digitalisiert. Dafür hielt man sich an die original Konzepte aus dem 1954 und entwarf so einen Godzilla der wieder erschreckend aussieht. Das funktioniert auch wirklich klasse und der Toho Gojira sieht um längen besser aus als die 2014 Hollywood version.

Die Zerstörungswut von Godzilla hält sich im Verlauf des Films in Grenzen. Doch wenn er einnmal loslegt, kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. So gibt es einige neue Ideen, wie er seine Energiestrahlen los lässt. Doch bis dahin muss er erstmal eine Metamorphose durchlaufen und so sehen wir als Zuschauer verschiedene Art von Godzilla. Eine Evolution des Monsters.

Wenn Gojira das erste Mal richtig los legt, ist das ein Gänsehautmoment, denn man hört den Original Soundtrack und wie alles animiert ist, wirkt das Monster immer noch so, als würde ein Schauspieler in einem Gummianzug stecken. Seine Zerstörung von Tokyo und der Kampf gegen das Militär ist unglaublich, all das was man hier zeigt, sieht so unglaublich gut aus. Als Fan vom Kaiju Genre wird man hier wirklich befriedigt, kein Wegblenden von der Action sondern man zeigt alles.

Optik

Das Regisseur Hideaki Anno vorher an Animes wie Neon Genesis Evangelion gearbeitet hat, merkt man Shin Godzilla deutlich an. Denn manche Szenen strahlen eine Ruhe aus, auch wenn Godzilla sich gerade in mitten von Tokyo befindet, so wirkt alles niemals hektisch und seine Zerstörungsorgie bekommt immer wieder mal eine Pause. Man sieht auch wie Wunderschön das alles aussehen kann. Hier merkt man halt deutlich die Erfahrung bei so einem Thema.

Auch Regisseur Shinji Higuchi hat Erfahrung in dem Bereich, drehte er doch die beiden Attack on Titan Live Action Filme, welche optisch zeigten das man die Angriffe der Titan umsetzen kann. Doch über den Rest legen wir lieber den Mantel des Schweigens. Die beiden erschaffen ein würdigen Neuanfang für Godzilla. So lassen sie dem Zuschauer auch am Anfang im Dunkeln wie das Monster aussieht, obwohl hier natürlich nicht mehr die Gefahr vor den Unbekannten im Vordergrund steht, sondern wie man es aufhalten kann ohne großen Schaden.

Wie schon erwähnt, wenn Godzilla los legt, gibt es kein halten mehr. Die Kamerarbeit ist hervorragend und zeigt wunderschöne Einstellungen des Monsters und seiner Vernichtung. Einzellene Szenen sind Andeutung an echte Vorfälle wie Fukushima, vor allem im Finale wird das sehr deutlich. Hier gibt es viele Szenen, wleche an die TV Bilder von ein paar Jahren erinnern. Am Rande sieht man auch kurz einen Elektronikfachmarkt, wo fast alle Sender darüber berichten, ausser einen der zeigt einen Anime. Dies ist wirklich so, ein Sender in Tokyo weigert sich Breaking News zu bringen und zeigt immer sein normales Programm.

FAZIT:

Shin Godzilla ist ein Neuanfang und das ein sehr gelungener, der zeigt warum ein Kaiju nicht unbedingt aus Hollywood kommen sollte. Hier ist man wieder sehr kritisch gegenüber der Vergangenheit und versucht die Ereignisse von Fukushima zu verarbeiten. Wieder wird Gojira zum Sinnbild für eine Katastrophe und man zeigt wie schwer es ist in der Politik eine Entscheidung zu finden.

Shin Godzilla

Movie title: Shin Godzilla

Director(s): Hideaki Anno, Shinji Higuchi

Actor(s): Hiroki Hasegawa, Yutaka Takenouchi, Satomi Ishihara

More...

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Action - 7/10
  • 9/10
    Effekte - 9/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
7.7/10

 

Handlung:

In der Bucht von Tokio kommt es zu unerklärlichen Ereignissen: Eine Yacht treibt auf dem Wasser, der Besitzer ist spurlos verschwunden. Zur gleichen Zeit scheint unweit davon wie aus dem Nichts ein Vulkan auf dem Meeresgrund auszubrechen. Doch schnell wird klar, dass die Geschehnisse von einem lebenden Organismus ausgegangen sein müssen. Erste Videos der unbekannten Kreatur tauchen auf: Es ist riesig und bewegt sich mit rasender Geschwindigkeit auf die Stadt zu.
Die Behörden müssen schnell handeln, um die Bevölkerung vor einer Katastrophe zu schützen. Aber in keinem Notfallplan der Welt ist geregelt, wie man mit einem unbekannten, gigantischen Monster umgeht. Einem Mitglied der Regierung werden bislang unveröffentlichte Aufsätze eines Forschers zugespielt, die das Geschöpf zu erklären versuchen – und ihm einen Namen geben: Godzilla!
Mit Hilfe der Experten setzt die Regierung alles daran, es zu besiegen, doch der Zerstörungswahn von Godzilla wird immer größer.