The Night of the Hunted

The Night of the Hunted ist der etwas andere Jean Rollin Film.

Jean Rollin hat in seiner Karriere immer wieder das Thema Vampire aufgegriffen, es gibt zwar ein paar Ausnahmen aber auch diese beinhalten das übernatürliche. So hat der französische Regisseur sicher den Ruf weg eines Genre Regisseur und gilt als Meister des erotischen Vampirfilms. Doch neben ein paar Pornos oder Softcore Film haben Rollin auch The Night of the Hunted gedreht. Ein Film der aus seiner Filmographie hinaus sticht, ist er doch komplett anders als das was er sonst machte. Er verzichtet auf alle Elemente die seine Filme ausmachten und erschuf das Gegenstück, etwas was aber dennoch genauso Düster ist. Ein Film voller Einsamkeit und einer Handlung die für vieles stehen kann.

Die Handlung von The Night of the Hunted beginnt mit Robert der Abends auf einer Landstraße entlang fährt und dort Elisabeth findet, sie weiß nicht mehr wo sie ist oder wo sie wohnt. Robert nimmt sie mit zu sich, beide verbringen die Nacht miteinander und haben Sex. Doch als Robert die Wohnung verlässt tauchen unbekannt Personen auf und nehmen Elisabeth mit, sie wird in einem Hochhaus festgehalten, wo sich auch andere Menschen befinden, welche genau an dem selben Leiden was auch sie hat. Doch was ist es, wo ist dieser Ort? Warum passiert das alles?

Eins wird schnell klar, die Handlung des Films zeigt sehr viel Einsamkeit, Angst und Hoffnungslosigkeit. Denn als Zuschauer haben wir wie die Charaktere keine Ahnung was hier eigentlich los ist. Was die Figuren in The Night of the Hunted erfahren, erfahren wir auch erst. Wir sind niemals schlauer als die Charaktere und genau das macht den Film aus. Denn so behält er seine Spannung und die Auflösung ist somit schockierender und verdeutlicht die Hoffnungslosigkeit noch mehr.

Einsamkeit

Von Anfang an zeigt uns The Night of the Hunted das die Welt in der er spielt eine ist voller Einsamkeit. Selbst die Minuten wo Robert und Elisabeth zusammen sind, sind beide doch allein. Diese Einsamkeit zieht sich durch den ganzen Film, wir sehen immer wieder Figuren sie sind alleine und wissen nicht was sie tun soll. Dies führt zu einer Hoffnungslosigkeit. Das ganze Gebäude wo sie sind, ist minimalistisch und man sieht nur wenige Möbelstücke. Zwar gibt es eine Sauna und einen Pool aber auch hier ist niemand zu finden. Dazu weiß man als Zuschauer nicht was als nächstes passieren wird. Wir spüren auch diese Einsamkeit.

Dieser Antrieb zwingt uns in ein unangenehmes Gefühl, denn The Night of the Hunted sieht zwar schön aus, fühlt sich aber unschön an. Denn immer wieder erleben wir etwas, wie eine Vergewaltigung oder eine Frau bringt sich um, weil sie so einsam ist und keine Hoffnung mehr hat. Alles passiert irgendwie ohne Grund und das Gefühl der Hilflosigkeit macht sich breit. Dazu sind da immer wieder die Ärzte die das ganze bewachen und irgendwie hat man das Gefühl das irgendwas nicht stimmt. Doch was könnte es sein? Demenz oder eine andere kognitive Störung, welche diese Menschen befällt? Die Auflösung und der Schluß von The Night of the Hunted sind bitterböse und so tragisch. Dazu wird die Einsam- und Hoffnungslosigkeit nochmals sehr stark verdeutlicht.

Elisabeth ist auch sehr einsam, wenn nicht immer wieder vergisst wer sie ist oder wo sie sich gerade befindet. Manchmal kommt etwas Hoffnung auf, wenn sie sich mit einer Freundin unterhält und beide so tun als wär alles normal. Doch sie werden schnell von der Realität eingeholt. Das ganze ist so tragisch. So verfolgen wir einen Charakter, der keine Hoffnung hat und sich in der Einsamkeit verliert und versucht sich auch an den kleinste Zweig der Hoffnung fest zu halten.

Hoffnungslosigkeit und Sex

Da The Night of the Hunted immer noch ein Jean Rollin Film ist und Brigitte Lahaie die Hauptrolle spielt, darf natürlich Nacktheit und Sex nicht fehlen. Doch wie kann man das in den Kontext des Films setzen? Nun am Anfang paaren sich Elisabeth und Robert und man merkt deutlich das sie noch Lust empfinden kann. Doch im Verlauf des Films vergisst sie das alles, wie die anderen Charaktere immer wieder. So gibt es zwar immer wieder Nacktheit, weil sich die Figuren entkleiden oder ein Aufpassen sich an ihnen vergeht oder sogar die Lust wieder aufkeimt und dann umschlägt in pure Mordlust.

Diese Hoffnungslosigkeit zieht sich wie die Einsamkeit durch den Film. Immer wieder erleben wir Momente, wo man förmlich merkt, das es hier keine Hoffnung mehr gibt. Selbst die Nacktheit und der Sex sind nicht positiv, es wirkt alles deprimierend und alles andere als erregend. In The Night of the Hunted ist es einfach nur ein Gefühl, das die Charaktere überkommt, manchmal weil man das Vergessen und die Krankheit ausnutzen will oder weil es genau das Gefühl ist was man noch empfinden kann.

Optik

Viele Jean Rollin Film sind voller Symbolik und die Bilder sprechen für sich alleine und es gibt wenige Dialoge, bei The Night of the Hunted ist das alles etwas anders. Im Film wird mehr geredet als es üblich ist für ein Jean Rollin Film, auch gibt es keine großartige Symbolik. Viel mehr zeigen die Orte die Gefühle die man empfinden kann. Alles wirkt trist und Einsam, auch die Hoffnungslosigkeit kann man spüren. Die Großstadt wird zu einem leeren Ort, wo es kaum Menschen gibt.

Die Kamera fängt Bilder ein, die uns immer wieder Menschen zeigen die einsam sind. Das ganze wird gepaart mit Szenen, wo sie noch Lust empfinden. Ansonsten sind sie alle gefühllos, immer wieder regt sich etwas, dies ist meist aber die Einsamkeit oder Angst. Was anderes erlebt man in dem Film nicht. Fröhlichkeit oder sogar etwas Helles gibt es nicht. Die weißen Wände im dem Hochhaus, die Gänge wo Menschen umher irren. Alles zeigt deutlich die Stimmung des Films.

Das Finale nimmt einen dann die letzte Hoffnung auf ein Happy End. Zwar wird es etwas angedeutet, dies ist aber fast schon zynisch. Dennoch ist es Wunderschön gefilmt und lässt den Zuschauer mit einem unguten Gefühl zurück. So ist es sicherlich einer der Jean Rollin Film die gut aussehen und etwas ausdrücken ohne seine üblichen Bilder zu zeigen.

FAZIT:

The Night of the Hunted ist ein Film voller Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit. Als Zuschauer wird man hinein gezogen in diese Welt. Es ist wohl der außergewöhnlichste Jean Rollin Film, weil er hier alles anders macht als er es sonst tat. Zwar gibt es ein paar typische Elemente aber sonst ist alles anders, realistischer und ohne Fantasyelemente.

The Night of the Hunted

Movie title: The Night of the Hunted

Director(s): Jean Rollin

Actor(s): Brigitte Lahaie, Vincent Gardère, Dominique Journet, Bernard Papineau, Rachel Mhas, Cathy Stewart, Nathalie Perrey, Christiane Farina, Élodie Delage, Jean Hérel, Jacques Gall, Dominique Saint-Cyr

Genre: Drama, Krimi

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  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 8/10
    Atmosphäre - 8/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
7.8/10
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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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