X 312 – Flug zur Hölle ist Jess Francos Version eines Abenteuerfilms.

Jess Franco und seine Filme, er hat soviele gedreht, dass Ihr als Leser noch sehr viele Kritik zu seinem Werken lesen dürft. Anfang der 70er Jahre drehte er für Artur Brauner ein paar Filme, wie Jungfrauen-Report. Doch auch andere Filme entstanden, wie X 312 – Flug zur Hölle, eine Art Abenteuer Film. Wer Franco kennt, weiß das hier alles passieren kann, er hat auch einen kleinen Auftritt, gedreht wurde natürlich nicht im Dschungel sondern in Berlin, Spanien und wohl ein paar Aufnahmen entstanden in Brasilien. Als nichts neues und kennt man die Filme von Jess Frank, ja auch hier wird er im Vorspann wieder so bezeichnet. Natürlich gibt es auch bekannte Gesichert aus dem Franco Universum in dem Film zu sehen, wie Howard Vernon.

Die Handlung von X 312 – Flug zur Hölle ist schon echt gewagt, nicht für Franco Verhältnisse, doch für den Zuschauer. Denn wir erleben die Geschichte von Tom Nilsen der zurück aus dem Dschungel kommt und erst Mal ein Tonband aufnimmt um seinem Freund bei der Polizei seine Geschichte zu erzählen. Ein Flugzeug absturtz irgendwo im Dschungel von Amazonas. Die Gruppe versucht wieder in die Zivilisation zu kommen. Doch irgendwas stimmt nicht, so hat der Pilot einen Plan, Diamanten von einem Passagier zu klauen. Doch auch andere Verbrecher sind hinter der Gruppe her, dazu scheinen manche in der Gruppe auch nicht das zu sein, was sie vorgeben.

Holla die Waldfee, was Jess Franco hier drehen muss ist schon erstaunlich. So viele Wendungen und Einfälle, das man kaum mit kommt. Obwohl man tut es, denn fast jede Wendung sieht man voraus und irgendwie ist zwischen drin die pure Langeweile. Was Artur Brauner hier als Drehbuch verfasst hat, wirkt wie der Versuch einen Sonntagsnachmittags Film zu entwerfen, nur das man halt Franco als Regisseur hat und der macht daraus natürlich was er will. Auch wenn er sich hier auch dem Genre unterordnen muss und nicht immer Freiebahn hat.

Ein Abenteuer

Das Genre des Abenteuerfilms lässt viel zu und man kann seine Figuren in viele verschiedene Situationen packen. Bei X 312 – Flug zur Hölle passiert dies durch einen Flugzeugabsturz und die Charaktere müssen ums Überleben kämpfen oder so ähnlich, weil Gefahr von außen droht nur selten. Denn die Gefahr ist mehr in der Gruppe und so laufen sie durch den Dschungel und nach und nach wird die Gruppe dezimiert. Das passiert meist durch einen von ihnen. Denn einer der Passagiere hat Diamanten bei sich und ein andere will sie haben. Der schreckt nicht davon zurück über Leichen zu gehen, dabei wirkt er schon fast paranoid und bringt auch andere noch um.

Das Abenteuer bei X 312 – Flug zur Hölle ist kaum vorhanden oder es wirkt lächerlich. So sehen wir eine Gruppe Menschen dabei zu, wie sie versuchen sich zu retten. Das ganze ist aber so Spannungsarm erzählt, das sich der ganze Film wie Kaugummi zieht und man am Ende von der letzten Wendung nicht mehr überrascht wird. Zwar ist es noch nicht schlimm, dass man hofft der Film würde endlich enden. Doch so manche Szene wirkt einfach in die Länge gezogen oder total überflüssig.

Es gibt auch ein paar Böse, die auch die Diamanten wollen, doch die sind nur Randfiguren und werden schnell abgefertigt im Verlauf von X 312 – Flug zur Hölle. So ist Howard Vernon als Pedro schlecht geschminkt und verkörpert den Bösen zwar Ok aber auch von ihm geht kaum eine Bedrohung aus. Viel mehr wirkt wer wie der dauergeile Typ der seine Lolita, so heißt die Figur, schnell gegen Anna Maria austauscht. Nach dem er den beiden genüsslich beim Liebesspiel zuschaute.

Typisch Jess Franco

An vielen Stellen erkennt man den Einfluss von Jess Franco. Doch das ist eher bei der Kamera, dazu später mehr. Doch auch bei der Handlung merkt man es deutlich. Denn er hält sich wie immer nicht unbedingt an irgendwelche Genrekonventionen. Sondern zeigt hier auch typische Szenen, die er mag. So steht die Weiblichkeit im Vordergrund. Darum bietet der Film auch die ein oder andere Nacktszene, wo die Kamera auf den Intimbereich zoomt und uns die Schönheit der Frau zeigt.

Nicht nur bei der Handlung und wie er X 312 – Flug zur Hölle gefilmt hat, merkt man das es ein Jess Franco Film ist. Wie so oft ist Howard Vernon dabei aber auch andere Schauspielerinnen wie Ewa Strömberg die in ein paar seiner Filme Auftritte hatte wie Vampyros Lesbos. Hans Hass Jr. ist auch in anderen Franco Filmen zu sehen. Interessant ist das hier auch Gila von Weitershausen dabei ist, die kennt ihr vielleicht aus Blutiger Freitag.

Optik

Man merkt X 312 – Flug zur Hölle deutlich an, dass er ein Jess Franco Film ist. Denn es gibt viele Kameraschwenks und Zooms auf Menschen oder Körperteile bzw. Bereich, der Busch lässt grüßen. Dazu gibt es auch die typischen unschärfen. Bei der Kamerarbeit merkt man, dass hier Franco am Werk war. Er Film den Streifen sehr routiniert. Dennoch versucht er das beste daraus zu machen. So hat das ganze schon etwas von einem Abenteuerfilm, mit Stockfootage aufnahmen von Krokodilen oder einer Schlange. Ein Papagei ist auch dabei. Man versucht alles um es aussehen zu lassen wie ein Dschungel.

EIn Highlight ist das Finale und der Kampf auf einem fahrenden Transporter. Das ganze wurde immer wieder etwas schneller abgespielt, so das es nach mehr Action aussieht. Die Landschaft drum herum ist toll, doch man merkt immer wieder das die beiden Darsteller sich niemals so schnell bewegt haben. Das wirkt schon fast lustig. Doch die Szene hat auch ein paar tolle gegen das Licht aufnahmen, welche Anna Marie sehr zwielichtig darstellen, was perfekt zu ihrem Charakter passt. Es sind diese kleinen Momente die zeigen, was für ein Talent Jess Franco hatte.

FAZIT:

X 312 – Flug zur Hölle ist ein langsamer und zäher Abenteuer Film, wo Jess Franco Regie führt. Doch für das Drehbuch kann er nichts und er versucht wirklich das beste aus dem Ganzen zu machen. Das merkt man den Film auch immer wieder an, man erkennt die typische Handschrift von Franco, doch leider reicht das nicht aus. So bekommt man einen Streifen mit vielen Wendung, wenig Spannung und etwas Action geboten.

Movie title: X 312 - Flug zur Hölle

Director(s): Jesús Franco

Actor(s): Thomas Hunter, Gila von Weitershausen, Hans Hass Jr., Fernando Sancho, Esperanza Roy, Ewa Strömberg, Siegfried Schürenberg, Howard Vernon, Paul Muller, Antonio de Cabo, Beni Cardoso, Jesús Franco

Genre: Abenteuer, Action

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  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 6/10
    Schauspiel - 6/10
  • 6/10
    Regie - 6/10
  • 3/10
    Spannung - 3/10
  • 4/10
    Unterhaltung - 4/10
4.8/10
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Handlung:

Rio de Janeiro: Tom Nilsen (Thomas Hunter), Korrespondent einer US-Zeitung, kommt erschöpft in sein Büro. Von dort aus telefoniert er mit einem Bekannten bei der Polizei, der nicht glauben kann, mit wem er da spricht! Tom war nämlich an Bord des Flugs X 312, der über dem Amazonas im Dschungel von Mato Grosso spurlos verschwand und galt seither wie die gesamte Besatzung als verschollen. Wie durch ein Wunder gelang es ihm jedoch, aus der grünen Hölle zu entkommen. Nun hat er Angst zu sterben und bespricht ein Tonband, auf dem er die entsetzlichen Ereignisse dokumentiert: er berichtet über eine Flugzeugentführung, die Juwelen des chilenischen Bankpräsidenten (Siegfried Schürenberg), einen Flugzeugabsturz und den gefährlichen Weg der Überlebenden, die sich durch den Dschungel kämpfen. Im Nacken lauert stets die Gefahr, denn die Juwelen strahlen weiterhin großen Anreiz auf Verbrecher aus…