Mit Conquest drehte Lucio Fulci einen Exploitationsfilm frei nach Conan.

Als Arnold Schwarzenegger mit Conan seinen ersten großen Erfolg hatte, war klar: die Menschen wollen mehr davon sehen. In Italien war man zu der Zeit schnell damit Erfolge zu kopieren bis es nicht mehr geht. Also nahm man das Konzept des Muskelbergs, der in einer Fantasywelt die Welt rettet. So gibt es einige vertreter des Genres. Einer davon ist Conquest. Das besondere an diesem Film ist, ist der Regisseur. Denn hier saß auf dem Regiestuhl Lucio Fulci, welcher bei vielen Horrorfans, vor allem durch seinen Gates of Hell Trilogie beliebt ist. Dazu hat er auch weitere Genre Beiträge geleistet. Doch Conquest ist ansonsten auch etwas besonderes. Was nicht nur an der Handlung liegt, sondern auch daran wer hier der Böse ist und wie man eigentlich mit dem Konzept der Jungfrau in Nöten oder im Filmsprache der Damsel in distress umgeht.

Die Handlung dreht sich um Ilias der sich auf macht in eine Fremdewelt, dort trifft er auf Mace einem Krieg. Beide kämpfen gegen mysteriöse Wolfgestalten, diese gehören zur bösen Hexe Ocron. Als sie eine Vorhang von ihrem tot hat, schickt sie immer mehr Handlanger los um Ilias zu töten. Doch dieser kann sich verteidigen. Als aber unschuldige beteiigte werden, schwört er auf Rache. Doch Mace will eigentlich nicht, denn erlebt im Einklang mit Ocron, sie tut ihm nichts und er ihr nichts. Doch dies wird sich bald ändern.

Eine Heldengeschichte, dies ist Conquest. Doch hier ist einiges anders. Denn unser Held sind zwei Männer und beide geraten immer wieder in Schwierigkeiten. Frauen die gerettet werden müssen gibt es selten. Auch ist die einzige Frau die eine wichtige Rolle spielt, die böse Hexe Ocron. So verändert man die typischen Genreelemente. Doch was soll dies bringen?

Gegen die Genrekonventionen und dennoch Genretypisch?

Schnell merkt man, dass die Handlung von Conquest an einigen Stellen anders ist. Sie wirkt wie ein Buddy Movie ohne einer zu sein. Denn irgendwie wirkt Ilias wie der Sidekick, der immer wieder gerettet werden muss, dabei ist er aber selbst ein Held und kann Mace helfen. So ist er hier die männliche Jungfrau in Nöten, die gerettet werden müssen. Dafür ist das Weltbild eh ein merkwürdiges. Denn der starke Mann, rettet alle. Man fragt sich nur wen? Man sieht am Anfang zwar ein paar Menschen die von Ocrons Handlangern überfallen werden und am Ende trinkt sie das Gehirn einer Frau. Doch danach sieht man meist nur Mace und Ilias wie sie durch eine Einsame und leere Welt laufen.

Die Frau ist als das Böse, was die Welt von Conquest in den Untergang stürzt, nur ein starker muskelbepackter Mann kann sie aufhalten oder besser gesagt zwei. Dazu ist sie den ganzen Film über oben ohne und man sieht nie ihr Gesicht. Was vielleicht auch besser ist, denn Sabrina Siani, welche Ocron spielt, war keine gute Schauspielerin. So kann sie mit dem überzeugen, wofür sie bekannt wurde: ihre hübschen Brüste. Ok das war jetzt so sexistisch wie die Handlung des Films.

Im Grunde hat Conquest auch homoerotische Tendenzen, denn die beiden Männern, benehmen sich halt so wie das übliche Paar in dieser Art von Film.  Die Bromance bemerkt man aber kaum, da sie auch sowas von egal ist. Wie beide durch die einsame Welt latschen und immer wieder auf ein paar Gegner treffen. Hier macht sich halt der Schwachpunkt des Genres bemerkbar. Viel Handlung gibt es für so eine Art Film nicht, doch die Handlung unterhält dazu auch immer etwas zu wenig. Auch die Action kommt immer viel zu kurz.

Action und Gewalt?

Da Conquest ein Lucio Fulci Film ist und er wegen seiner Horrorfilme bekannt wurde, die immer wieder derbe Splatterszenen zeigten. Hat man als Fan sicher einige Erwartungen an den Film. Im Film selbst gibt es ein paar kurze Splatterszenen, vor allem am Anfang und wenn Ocron ihre Vorahnung hat. Doch im Vergleich mit anderen Fulci Filmen ist das alles recht harmlos. Man setzt mehr darauf, dass es ein familienfreundlicher Abenteuerfilm werden sollte.

Auch die Action ist sehr simpel, die beiden Helden prügeln sich mit den Bösen, meist haben sie aber erst Mal Probleme zu gewinnen. Das ganze ist meist in Zeitlupe gefilmt, was nicht immer gut wirkt. Hier und da gibt es mal einen Schlag und Mace mit seiner merkwürdigen Waffe, verprügelt ein paar Gegner und am Ende gewinnen sie irgendwie. Im Verlauf des Films treffen beide dann auch noch auf unterschiedliche Gegner. Was etwas Abwechslung rein bringen soll. Doch die Szenen sind alle sehr langweilig gefilmt.

Optik

Der ganze Film wirkt wie ein düsterer Traum, der im blau Ton gelegt wurde. Denn Conquest wurde mit viel Nebel und weichzeichner gefilmt. Das merkt man ihn deutlich an. Das man hier sehr weiche Linsen genutzt hat. Denn alles wirkt auch etwas unscharf. Dadurch entsteht natürlich eine besondere Atmosphäre und verdeutlicht das es eine andere Welt ist. So kann man auch kaschieren, das der Film wahrscheinlich nicht der teuerste war. Das einzige Problem daran ist, als Zuschauer sieht man immer ein verwaschenes Bild, was es an Schärfe mangelt.

Es Fehlen in Conquest auch die typischen Lucio Fulci Szenen, so gibt es keine Großaufnahme von einem Tod oder Augen zu sehen. Alles ist etwas anders und man merkt deutlich das Fulci weg wollte von seinem Ruf. Doch am Ende scheint es nicht viel genützt zu haben. Es ist zwar ein mutiger Schritt. Doch Conquest zeigt bei den Bildern deutlich, dass er als Regie zwar etwas kann aber hier ist er doch im Falschen Genre.

FAZIT:

Conquest ist ein schwacher Explotationsfilm, der zwar versucht das Genre zu verändern und einiges anders macht. Dafür setzt man dann doch viel Genre typischen Elemente ein und die Geschichte ist nicht so überzeugend.  So bekommt man hier zwar ab und an das Talent von Lucio Fulci zu sehen, doch der Film bleibt hinter den Erwartungen zurück und kann auch nicht so unterhalten.

Movie title: Conquest

Director(s): Lucio Fulci

Actor(s): Sabrina Siani, Andrea Occhipinti, Jorge Rivero, Violeta Cela, Josè Gras Palau, Conrado San Martín, Gioia Scola

Genre: Abenteuer, Action, Fantasy, Splatter,

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  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 5/10
    Schauspiel - 5/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 4/10
    Action - 4/10
  • 5/10
    Unterhaltung - 5/10
5.6/10
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