Mädchen: Mit Gewalt ist einer der besten deutschen Genrefilme.

Das deutsche Genrekino, etwas was man heut gern verschweigen will. Da man doch lieber den xsten Til Schweiger Film oder von seinem Klon in den Kinos zeigen will. Dazu Unmengen an schlechten Komödien, ok hier hat sich nicht viel geändert. Doch alles was etwas aus diesen Bereich raus geht, ist kaum existent obwohl es da ist. Zwar gibt es auch hier ein paar schlechte Vertreter, doch in der Vergangenheit gab es viele Filmemacher, die zeigten das es auch anders geht. So wie Roger Fritz der 1970, vielleicht auch schon etwas eher gedreht, den Psychothriller Mädchen: Mit Gewalt. Einen kleiner Film, der total in Vergessenheit geraten ist. Der Film macht aber so vieles richtig in der Richtung, das viele davon lernen könnten. Er nimmt die kleine Handlung und das Setting und baut enorme Spannung auf. Doch fangen wir am Anfang an.

Die Handlung von Mädchen: Mit Gewalt beginnt mit Werner und Mike, sie beobachten eine Frau beim anziehen und lachen. Dann machen sie sich auf die jagt. Nach der Arbeit treffen sie sich und suchen ihr nächstes Opfer, doch sie sind wählerisch. Beim Kartfahren treffen sie auf Alice und ihre Freunde. Sie ist perfekt, jung und wunderschön. Doch wie kann man sie von der Gruppe trennen? Sie haben einen Plan und der funktioniert. Es beginnt eine düstere Nacht für Alice und der nächste Morgen ist die Entladung der Gewalt…

Die Handlung lässt sich am Anfang etwas Zeit, damit wir Werner und Mike kennenlernen dürfen. Zwei unangenehme Typen, doch wir erfahren nie ihre Absichten, was haben sie mit Alice vor?  Alle das beantwortet der Film nach und nach. Langsam wird die Spannung aufgebaut und steigert sich. Als Zuschauer schaut man fassungslos zu, mit welcher Kompromisslosigkeit hier vorgegangen wird. Alles scheint genau geplant zu sein.

Zwei Männer und eine Frau

Eine Kiesgrube, eine Nacht, zwei Männer und eine Frau. Mehr braucht Mädchen: Mit Gewalt nicht um uns die Handlung zuerzählen. Sind Werner und Mike erstmal angekommen in der Kiesgrube beginnt ihr Spiel mit Alice. Als Zuschauer ahnt man schon das hier etwas nicht stimmt. Es gibt andeutungen, das sie sowas öfters tun, doch verstummen bevor wir mehr erfahren können. Sie unterhalten sich mit Alcie, ziehen sie auf und fragen sie aus. Es sind zwei Raubtiere die mit ihrer Beute spielen. Nach und nach kommen sie ihr näher und sie fühlt sich unwohl, sie will nach Hause. Beide nutzen diese Situation aus.

Nach und nach baut Mädchen: Mit Gewalt eine unangenehme Stimmung auf in der Kiesgrube. Denn Werner und Mike verhalten sich immer schlimmer und Alice ist gefangen. Es gibt einfach kein Entkommen, sie sind irgendwo im nirgendwo. Das fühlt man und dann beginnt die Handlung so richtig aufzudrehen. Denn Werner vergewaltigt Alice und dann beginnt der schlimmste Morgen ihres Lebens. Denn sie kann nicht weg und ist mit ihren Peinigern zusammen. Ab diesem Punkt beginnt ein unglaublicher Psychothriller. Das Spiel der beiden Freunde wird immer extremer und man fragt sich als Zuschauer, ist das so geplant oder die pure Entladung der Gewalt und des Hasses?

Dieses Spiel ziehen sie bis zum Ende durch, als Zuschauer hofft man natürlich das Alice ihre Rettung erfahren wird. Denn sie ist der einzige sympathische Charakter von den dreien und sie wird auch nie so gezeichnet, dass es ihre Schuld ist was da passiert. Es ist realistischer als andere Filme mit diesem Thema und das macht ihn auch so unangenehm und das Ende ist dann wie ein Faustschlag in den Magen, denn irgendwie ist alles Hoffnungslos. So lässt ein Mädchen: Mit Gewalt sprachlos zurück über das was man sah.

Opfer, Täter und was folgt dann?

Es könnte so einfach sein bei Mädchen: Mit Gewalt, denn wir haben mit Mike und Werner die zwei Bösen und Alice ist die Gute. Das Alice hier das Opfer ist, daran besteht kein zweifel. Doch Werner und Mike nehmen hier doch etwas unterschiedliche Rollen ein. Alles in ihrem Spiel. Denn der Morgen zeigt uns eine Seite von Mike, die man nicht erwartet hättet. In einer langen Szene, eine der besten im Film und eine der besten zu diesem Thema. Zeigt uns was er für ein Mensch ist, er ist der Manipulator, er steht hinter allem und er redet auf Alice ein.

Diese Szene, soll Alice den Horror aufzeigen den sie noch durchleben muss, wenn sie Werner wegen Vergewaltigung anzeigt. Das perfide daran ist,  Mike unterstützt sie sogar dabei noch. Er spielt mit ihr. Er erklärt ihr genau was passieren wird, er malt ein schreckliches Bild in ihrem Kopf, was aber opfern von einer Vergewaltigung wirklich durch den Kopf geht. Die Befragung der Polizei, die Untersuchung, die ganzen Männer die gaffend auf die junge hübsche Frau schauen. Bis ins Detail wird es erzählt und Alice bekommt zweifel ob sie es wirklich tun soll.

Diese Szene ist auch der Wendung der Handlung von Mädchen: Mit Gewalt, denn aus Werner dem bösen Vergewaltiger wird so etwas wie der gute und Mike wird zu dem irren Psychopathen, der jetzt auch gern mal mit Alice sex haben will. Doch der Machtkampf der beiden wird immer schlimmer. Vor allem für Alice die nur noch nach Hause will. Doch ist das alles noch Spiel oder schon bitter Ernst, hier lässt der Film uns im Dunkeln, auch am Ende ist es nicht so deutlich, wie manche es sich vielleicht wünschen würden.

Optik

Nicht nur die Handlung von Mädchen: Mit Gewalt kann überzeugen, sondern auch die Kamera. Sie ist immer nah dran und dann wieder distanziert. Vor allem bei der Vergewaltigung von Alice merkt man das förmlich. Niemals wird der Film exploativ oder hält genau drauf. Dennoch sieht man genug um zu sehen wie unangenehmen und schlimm das ganze für Alice sein muss. Die ganze Szene im dunklen, wir sehen alles nur im Scheinwerferlicht des Autos, wenn Mike auf die beiden zufährt um sie kreist und zuschaut was passiert.

Davor zeigt der Film aber noch weitere Szenen, wenn Mike und Werner mit Alice verstecke spielen und um sie Feuerlegen, merkt man das man hier auch mit natürlichen Licht gedreht hat und was für eine Szene das ist, die Hauptdarstellerin in einem Kreis aus Feuer zustellen. Der nächste Morgen zeigt dann die Kiesgrube bei Tag und sie hat eine merkwürdige Schönheit. Der See wirkt klar und alles so friedlich und ruhig, das genaue Gegenteil von dem was da eigentlich passiert.

Man wird durch die Bilder in der Handlung gefangen genommen und will wissen wie es weiter geht. Die Bilder zeigen uns eine düstere kleine Welt, zweier Psychopathen, die scheinbar sowas öfters machen und ihren Spass haben. Die letzten Bilder des Films sprechen für sich. Ein erzwungenes Happy End. Eine traurige aber wohl realistischere Wahrheit als in anderen Filmen. Alles ist ungeschönt und spielt sich an einem Tag ab. Doch das Zeitgefühl hat man als Zuschauer schon vorher verloren, wenn Werner und Mike auf die jagt gehen.

FAZIT:

Mädchen: Mit Gewalt ist ein unglaublich intensiver Psychothriller, der fast an einem Ort spielend mit drei Personen den Zuschauer in seinen Bann zieht. Selten sah man so einen intensiven Film, der das Thema so progressiv und offen angeht. Somit ist Mädchen: Mit Gewalt einer der besten deutschen Genrefilme den man gesehen haben sollte.

Mädchen: Mit Gewalt

Movie title: Mädchen: Mit Gewalt

Director(s): Roger Fritz

Actor(s): Helga Anders, Klaus Löwitsch, Arthur Brauss, Monika Zinnenberg, Astrid Boner, Elga Sorbas, Rolf Zacher, Henry van Lyck

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  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 9/10
    Schauspiel - 9/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 8/10
    Spannung - 8/10
8.5/10
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Handlung:

Werner und Mike haben nur ein Hobby: Frauen! Wie zwei ausgehungerte Raubtiere verfolgen sie das schöne Geschlecht und lassen keine Gelegenheit aus, ihre Triebe zu befriedigen. Bei einem Kartrennen lernen sie die junge Alice kennen und fahren mit ihr für ein nächtliches Bad in eine Kiesgrube. Doch aus Spaß wird Ernst und für Alice wird diese Nacht zu einem schrecklichen Alptraum. Bei Tageseinbruch offenbahrt sich das ganze Ausmaß der Geschehnisse, doch Alice ahnt nicht, dass ihr wahres Martyrium gerade erst begonnen hat…