Bei Fudoh: The New Generation ist Takashi Miike voll in seinem Element.

Wir schreiben das Jahr 1996 und Takashi Miike ist zwischen den Stühlen, seinen ersten Kinofilm hat er schon gedreht und dennoch ist er immer noch im Videomarkt beheimatet. Das V-Cinema ist immer noch sehr beliebt bei den Japanern und auch im Ausland. Auch Fudoh: The New Generation gehört zu dem V-Cinema und zeigt warum Miike so beliebt ist bei den Fans. Denn die Manga Verfilmung ist typisch für die frühen Werke des Regisseurs. Er spielt bei den Yakuzas und hat sehr viele abgefahrene Ideen. International und vor allem in Deutschland und angrenzenden Ausland erschien der Film erst Jahre später auf VHS und dann auch auf DVD. Es ist dazu auch eine kleine vergessene Perle des Regisseurs, vielleicht auch wegen des Themas ist der Film immer noch sehr kontrovers.

Es dreht sich alles um Riki Fudoh einen Schüler und Sohn eines Yakuzas, doch er hat große Pläne, denn er will Boss seines Clans werden und seinen toten Bruder rächen. Die Welt der Yakuza ist voller Gegner. Doch er hat eine kleine Truppe zusammen gestellt. So hat Fudoh sogar zwei kleine Grundschüler, welche für ihn Auftragsmorde begehen. Dazu Mika, Schülerin und abends noch in einem Stripclub tätigt, wo sie mit ihrer Vagina Dartpfeile verschießt. Damit tötet sie auch Leute. Dazu noch ein paar andere. So fängt er einen Krieg in der Unterwelt Japans an.

Die Handlung von Fudoh: The New Generation ist sehr abgefahren, es gibt viele verschiedene Charaktere und sehr absurde Ideen, wie man es von Takashi Miike gewöhnt ist. Dazu kommen die üblichen Yakuza Genre Elemente dazu. Alles wird zu einem bunten Mix vereint, welcher überzeugen kann. Denn man taucht in diese düstere Welt ab, wo alles möglich scheint.

Yakuza, Schüler und Dartpfeile

Man merkt bei Fudoh: The New Generation sehr deutlich, das die Vorlage ein Manga war, denn die Welt ist sehr abgedreht und die Hauptfiguren sind High School Schüler. Auch wirken einzelne Teile des Films wie Kapitel die abgeschlossen sind und immer wieder gibt es neue Figuren, so lernt man nach und nach die Welt des Films kennen. Dabei gibt es auch immer wieder etwas neues zu entdecken. Denn die Verbindung von Anfang und Ende des Films ist interessant und typisch für das V-Cinema ist, dass das Ende sehr offen gehalten ist. Dabei macht Fudoh: The New Generation aber keinen Halt und keine Figur ist sicher.

Auch bringt man immer wieder Themen auf, welche nur in dieser Szene von Nöten sind. Man erfährt das jemand ein Verräter ist und mit Nordkorea zusammen arbeitet. Am Anfang erzählt uns der Film schon fast dokumentarisch, welcher Yakuzaboss gerade getötet wurde. So bringt man den Zuschauer etwas näher an das Thema ran, dabei sind es nur irgendwelche Namen und Clans von den man nie wieder etwas hört. Doch genau das passiert im Yakuza Genre auch immer wieder. Die Truppe rund um Riki Fudoh ist einmalig. Alleine Mika ist ein Charakter, welcher einen Film füllen könnte mit ihrer Handlung. Nicht nur das sie nebenbei in einem Stripclub arbeitet, sie schießt Dartpfeile aus ihrer Vagina. Dabei ist sie auch noch Auftragskillerin. Es gibt sogar eine Szene wo man auf die Menstruation der Frau anspielt. Die Figur hat aber noch mehr Geheimnisse.

Riki und seine Familie bleiben bei der ganzen Handlung aber meistens im dunklen, hier hebt man sich das fürs Finale auf und erklärt uns warum Riki das alles macht. So bleibt man am Ball und die Spannung wird aufgebaut. Es ist auch interessant, welche Charaktere sterben und welche nicht, hier gibt es auch ein paar Wendungen. Dazu kommt auch, das es wohl ganz normal ist, das neue Lehrer auch schon mal ein Latexkleid tragen dürfen, das nichts der Fantasie überlässt.

Außenseiter

Die Filme von Takashi Miike haben immer Außenseiter als Hauptfiguren, das ist bei Fudoh: The New Generation nicht anders. Die Yakuza sind zwar bei den Japaner immer etwas anders angesehen, doch sie sind Verbrecher und agieren am Rande der Gesellschaft. Das genau passiert auch im Film. Riki Fudoh ist der Sohn eines Yakuzas und leitet im Hintergrund seine eigenen Clan und er verfolgt eines großes Ziel, Rache und die Übernahme der feindlichen Clans. Das ist natürlich typisch für das Yakuza Genre und auch für Miike. Denn der Charakter ist ein Außenseiter. In der Schule telefoniert er lieber als das er im Unterricht aufpasst. Sollte der Lehrer ihn unterbrechen oder stören, nun dann wird dieser halt hingerichtet.

Noch deutlicher wird es bei Mika, welche wie eine gewöhnliche Schülerin aussieht. Doch bei Nachts arbeitet sie halt in einem Stripclub und das mit den Dartpfeilen. Ihr Geheimnis ist naütlrich noch ein Extrapunkt. Sie ist eine Person die wirklich anders ist und ein Außenseiter. Sie ist auch Einsam und alleine, was in der Szene mit der englisch Lehrerin Jun sehr deutlich wird, sie ist die erste welche ihr Geheimnis erfährt. Natürlich entwickelt sich daraus eine erotische Szene. Das EroGuro Genre muss in Fudoh: The New Generation auch gepflegt werden, was auch typisch für Takashi Miike und seinem Kino der Außenseiter ist.

Optik

Es ist ein Frühwerk von Takashi Miike und er als Regisseur leibt er Kameraeinstellung und fahrten, die abgefahren sind. Bei Fudoh: The New Generation bekommt man davon einiges zu sehen. Doch vorher, bei den Szenen merkt man auch deutlich, das man sich den Manga als Vorlage genommen hat, so gibt es viele Szenen wo die Charaktere genau platziert im bild stehen und sich unterhalten, dabei schauen sie sich aber nie an und reden einfach. Das sieht immer wieder gut aus, weil man das Bild wirklich nutzt und so keinen Platz lässt. Andere Szenen zeigen auch die Distanz zwischen Charakteren, wenn sich Riki mit seinem Halbbruder unterhält, ist nicht nur eine sprichwörtliche Mauer zwischen ihnen, sondern wirklich eine Wand des Raumes. Dies verdeutlicht die Distanz der beiden zu einander.

Bei den Szenen wo die Gewalt im Vordergrund steht, dreht Miike auf, wie man es gewohnt ist. Hier gibt es alles mögliche zu sehen. Fudoh fliegt schon mal ähnlich wie Ash durch Wände, dabei ist die Kamera an seinem Körper und wir fliegen mit. Auch wenn eine Gehilfin von Fudoh andere Yakuza mit einer Uzi erledigt, so geht es nicht nur blutig zur Sache, sondern auch sehr interessante Kameraeinstellungen und schnell Schnitte. So können wir aus der Egoperspektive mit erleben wir ein Yakuza erschossen wird.

Auch wenn Mika in Fudoh: The New Generation ihre Dartpfeile verschießt, so ist das toll in Szene gesetzt. Das erste Mal baut man sogar richtig Spannung auf, was nun passieren wird, dabei setzt Miike auch auf Großaufnahmen ohne irgendwie explizit zu werden, sondern überlässt noch genug der Fantasie der Zuschauer. Dennoch gibt es auch hier ein paar wirklich interessante Aufnahmen.

Fazit:

Fudoh: The New Generation ist pures V-Cinema von Takashi Miike, man merkt zwar schon das er langsam zum Kinofilm wechselt, doch diese Manga Verfilmung ebnet den Weg zu anderen größeren Filmen und zeigt einige Ideen, die nach und nach in späteren Filmen verfeinert werden. Wer schon immer mal einen Filmen sehen wollte, wo eine High School Schülerin in einem Stripclub Dartpfeile mit ihrer Vagina verschießt, ist hier genau richtig.

 

Movie title: Fudoh: The New Generation

Director(s): Takashi Miike

Actor(s): Shôsuke Tanihara, Kenji Takano, Marie Jinno, Tamaki Kenmochi, Miho Nomoto, Tôru Minegishi, Riki Takeuchi, Takeshi Caesar, Yuichi Minato, Mickey Curtis

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  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Action - 6/10
  • 7/10
    Unterhaltung - 7/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
7.0/10
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