The Sect gehört zu den italenischen Filmen die erst entstanden als die Hochzeit schon vorbei war.

1991 war das italienische Genrekino schon am Boden, es fand auch nicht mehr wirklich statt, die Filmwelt hat sich geändert. Hollywood hatte mitbekommen, was man in Italien tat und so gab es keine Rip Offs mehr und viele Regisseure gingen auch nach Hollywood, wie Dario Argento. So ist der Ouput an Filmen in diesem Jahrzehnt doch etwas gering. Dennoch gibt es einen Regisseur, welcher zeigte das es immer noch geht. Dreht er doch Dellamorte Dellamore, einen der Kultfilme. Die Rede ist natürlich von Michele Soavi. In dem Jahr über das wir Reden, 1991, dreht er den Horrorthriller The Sect. Einen düsteren Film über eine Sekte, die ihr Unwesen treibt. Dabei bleibt aber alles immer sehr mysteriös.

Die Handlung von The Sect beginnt in den 70ern und im Hintergrund läuft America mit A Horse without a Name, wir sehen ein paar Hippies die irgendwo in der Wüste friedlich leben. Ein Fremder taucht auf und zitiert die Rolling Stones. Doch schon am Abend sind alle tot, der Fremde gehört zu einer Sekte. 20 Jahre später in Deutschland, in Frankfurt passieren grausame Morde. Als die junge Miriam beinah einen alten Mann überfährt, nimmt sie mit nach Hause. Doch irgendwas stimmt nicht mit Moebius Kelly und als er scheinbar in ihrem Wohnzimmer stirbt, bekommt sie Hilfe von dem jungen Arzt Frank. Etwas passiert mit ihr und allen um sie herum. Doch was ist es nur? Woher kommen die Albträume und wieso schaut ihr Kaninchen Nachts heimlich TV?

Man merkt deutlich, dass Michele Soavi mit The Sect etwas anderes drehen wollte, als die typischen Filme dieser Zeit, irgendwo zwischen Rosemaries Baby und vielen  okkulten Thrillern angesiedelt ist die Handlung. Dabei wird aber auch sehr deutlich, dass man als Zuschauer einen anderen Film erwarten sollten. Die Zeit der Exploitation und Giallo Fantastico sind vorbei. Zwar gibt es in The Sect noch ein paar Szenen, die da daran erinnern, doch ist das Endprodukt anders.

Alice in Satansland!

Das man den Rip Off nicht unebdingt aus dem italenischen Genrefilm bekommt, sollt jedem Filmfan klar sein. Es gibt zwar Filme die eigentständig sind aber auch einem Trendfolgen, wie Dämonen 1 und 2. Doch The Sect ist bei der Handlung ein kunterbunter Mix aus allem möglichen. Das geht schon los, das Teile der Handlung sehr eindeutig an Rosemarys Baby angelehnt sind und das merkt man immer wieder deutlich, vor allem in der zweiten hälft des Films. Am Anfang dauert es aber etwas bis wir Miriam kennen lernen, der Film erzählt erstmal viel Vorgeschichte, die aber zu diesem Zeitpunkt noch keinen Sinn ergibt, erst am Ende ergibt es ein ganzes Bild.

So ist die Handlung Rund um Miriam schon sehr typisch, es gibt fragen die jede Logik sprengen, warum hat sie nie gemerkt nach acht Monaten, das in ihrem Keller ein großer Raum ist, wo Licht rein scheint immer, obwohl er unterirdisch ist, inklusive Loch mit Wasser was nach draussen führt. Der ganze Raum wirkt in The Sect, wie eine andere Welt. Dazu das Kaninchen von Miriam, welches wohl ab und an da ist und ein merkwürdiges Eigenleben führt. Es scheint sie zu beschützen, doch warum schaut es TV und Programme über Kaninchen? Vielleicht ein netter Gag am Rande, in dem doch so sonst düsteren Film, es könnte auch das Übernatürliche sein, welches zwar angedeutet wird, doch erst am Ende zum Vorschein kommt.

Dann diese Totentücher mit dem Gesichtsabdruck, diese tauchen immer wieder im Film auf und nach und nach ergeben sie einen kleinen Sinn. Als Zuschauer bekommt man am Ende kaum Fragen beantwortet. So hüllt sich The Sect immer wieder im Schweigen. Alles wirkt wie eine leichte Abwandlung von Alice im Wunderland, nur geht es hier um Satan und eine Sekte. Das Böse scheint überall zu sein, es gibt auch immer wieder Andeutungen an die Kindheit von Miriam, welche aber auch immer unbeantwortet bleiben.

Das Mysteriöse

Der Film lebt von dem Mysteriösen, denn ohne das wär The Sect wohl auch um einiges langweiliger. Es gibt immer wieder eine kleine Wendungen, einen hinweis, eine Albtraumhafte Szene folgt auf die nächste. Man fragt sich auch ob das alles real ist. Denn sicher kann man sich nie sein. Dazu tauchen immer wieder Tiere auf, welche den Hals von Miriam angreifen. und Maden und Käfer, welche auf ihrem Körper herumkriechen. Dazu die merkwürdige blaue Substanz, welche im Wasser auftaucht. Alles ist da und als Zuschauer bekommt man für kaum etwas einen Erklärung. Alles ist einfach da. Mit diesem Fakt muss man als Zuschauer von The Sect klar kommen.

Die Amtosphäre und Spannung sind in The Sect auf einem konstanten Level, man wünscht sich manchmal das es doch etwas mehr werden könnten. Man hat zwar nie Langeweile, doch bei den tollen Bildern die man sieht, wär etwas mehr bei der Handlung auch wünschenswert. Zwar ist es konsequent, das man uns kaum eine Erklärung liefert, warum das alles nun passiert und man etwas mehr über die Sekte wissen will. So bekommt man immer wieder einen kleinen Happen hingeworfen, der reicht bis zur nächsten großen Frage. So geht es in The Sect bis zum Ende zu. Dennoch ist alles auf einem sehr guten Niveau.

Optik

Wenn eins überzeugen kann bei The Sect, dann die Kamerarbeit, hier bekommt man wunderschöne Bilder geliefert. Diese verstärken die Amtosphäre immer wieder etwas. Es gibt tolle Aufnahmen zu sehen, wenn die Kamera durch den Raum fliegt und uns dinge in dem Haus von Miriam zeigt. Das Verfolgen des Wasser ist eine tolle Aufnahme. Die Kamera raßt mit dem Tempo von dem Wasser durch das Haus. Der ganze Film bietet solche Szenen, vor allem in dne Träumen, merkt man das Michele Soavi aus einer Generation von Regisseur stammt, welche mit Lamerbto Bava und Dario Argento zusammengearbeitet hat. Argento produzierte den Film auch.

The Sect setzt auch viel auf die Farbe Blau. Der Raum im Keller beitet sehr viel Blau, das Wasser in dem Brunnen im Boden, hat eine sehr unnatürliche blaue Farbe, das Licht ist auch Blau. Miriam badet sogar in einer Szene in blauen Wasser. Man findet die Farbe immer wieder überall. Ansonsten merkt man den Film an, das die Neonfarben der 80er vorbei sind und auch die wilden Farben der siebziger vergangen sind. Er sieht halt wie ein Film der 90er aus.

FAZIT:

The Sect zeigt das man das italienische Genrekino auch in den 90er nicht abschreiben musste, dennoch ist es ein Film der anders ist. Michele Soavi zeigt hier zwar immer noch wo seine Wurzeln sind, dennoch ist es ein düsterer, ruhiger Thriller, der langsam erzählt wird. Als Filmfan erkennt man die Referenzen,welche The Sect nutzt. Am Ende bekommt man einen spannenden Film geboten, der viele Fragen offen lässt.

the sect

Movie title: The Sect

Director(s): Michele Soavi,

Actor(s): Kelly Curtis, Herbert Lom, Mariangela Giordano, Michel Adatte, Carlo Cassola, Angelika Maria Boeck, Giovanni Lombardo Radice, Niels Gullov, Tomas Arana, Donald O'Brien, Yasmine Ussani, Paolo Pranzo

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  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Atmosphäre - 7/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
7.4/10
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Handlung:

Zwei scheinbar unzusammenhängende Ereignisse – ein mysteriöser Besucher in einer Hippie-Kommune der 70er und ein grausamer Mord im Frankfurt der frühen 90er – ebnen der Geburt des Leibhaftigen den Weg. Das weiß die junge Miriam (Kelly Curtis) noch nicht, als sie kurz darauf beinahe den mysteriösen Moebius Kelly (Herbert Lom) über den Haufen fährt. Sie nimmt den alten Mann vorübergehend bei sich auf und wird als Werkzeug und Gefäß für die Pläne einer satanischen Sekte zunehmend zwischen Traum und Realität zerrieben.