eXistenZ ist Körperhorror der auf Virtual Realty trifft von David Cronenberg

1999 war das Jahr von The Matrix, doch es gab noch andere Filme die ein ähnliches Thema aufgriffen, wie The 13th Floor oder auch David Cronenbergs eXistenZ. Ein Film der vielleicht im Kino damals nur die Fans begeistert hat, doch in der Videothek zu einem Geheimtipp wurde und auch gut 18 Jahre später funktioniert der Streifen immer noch wunderbar und ist sogar noch aktueller geworden. Denn das flüchten in virtuelle Realitäten ist aktueller als es 1999 war. Denn durch VR Brillen und MMO Spiele, sind viele Menschen richtig süchtig danach geworden. Während es bei eXistenZ aber um noch mehr geht als das. So wirkt die Handlung Zeitlos und dennoch modern. Hier zeigt sich dann auch die Stärke von David Cronenberg.

Die Handlung von eXistenZ beginnt mit einer Spieletest Veranstaltung, die Fans dürfen das neue Game von Allegra Geller testen. Doch während der ersten Runde entpuppt sich ein Gast als ein Feind. Er schießt Allegra an, doch diese kann mit Ted entkommen. Dabei stellt sie fest, das ihr neustes Spiel aber vielleicht ein Schaden abbekommen hat. Mit der Hilfe von Ted will sie eXistenZ spielen. Doch dieser hat nicht mal einen Bioport. So beginnt ihre Reise und als sie es in das Spiel schaffen. Sind die grenzen von Realität und Spiel längst verschwommen.

Ein Film wie eXistenZ spielt natürlich mit dem Zuschauer und das merkt man auch an der Handlung, wir entdecken die Welt des Spiels mit den Augen von Ted. Hier wird aber schnell deutlich, dass es vielleicht ein Spiel im Spiel ist oder sogar noch mehr. David Cronenberg nutzt diese Psychologie und spielt mit dem Zuschauer. Das treibt er soweit im Film das sich fragt, was ist echt und was nicht?

“Tot der Dämonin Allegra Geller!”

David Cronenberg schuf mit eXistenZ wohl einen der Filme, die wegen Matrix untergegangen sind aber die bessere Handlung bietet. Denn wir tauchen ein in eine Welt, wo wir keine Ahnung haben was eigentlich los ist. Die Spielkonsole scheint zu leben und die Bioports sind auch mit dem Rückenmark und dem Gehirn verbunden. Alles erinnert an den typischen Körperhorrorfilm, welchen Cronenberg so berühmt machte. Bedenkt man auch, dass es das erste original Drehbuch von David Cronenberg ist seit Videodrome. So merkt man doch deutlich den Stil des Regisseurs. Auch die Waffe aus Knochen von mutierten Tieren, die mit Zähnen geladen ist, ist wohl eines der Merkmale des Films und taucht immer wieder auf. Je weiter wir in die Welt von eXistenZ eintauchen, desto deutlicher wird einem. Das man nichts glauben darf.

Dabei spielt der Film auch bewusst mit dem Zuschauer und erklärt ihm immer wieder, was gerade passiert und wieso es passiert. Das bezieht sich natürlich auf das Spiel, doch auf dem Film. So ist der Film an vielen stellen auch immer wieder sehr Meta. Doch eXistenZ nimmt sich seine Zeit um uns das Spiel zu zeigen und dann erfahren wir auch den Grund warum man es spielt, um den Grund heraus finden warum man es spielt. Es ist die Idee, das wir als Zuschauer vielleicht mit denken sollen, denn nach und nach zeigt uns der Film Hinweise, die drauf deuten, dass da noch mehr ist. Doch diese Frage stellt man sich beim ersten schauen des Films nicht. Man will eigentlich auch nur den Sinn wissen und am Ende hat man durch die ganzen Wendungen vielleicht gar keinen gefunden, dies ist an diesem Punkt aber auch egal. Durch das springen von Realitäten, muss man als Zuschauer auch immer wieder aufpassen. Am besten funktioniert das mit der Frisur von Allegra Geller, denn diese gibt einen guten Hinweise darauf wo wir uns gerade befinden. Doch es gibt keine Antwort ob das nun die Realität ist.

Was ist eXistenZ?

Auch wenn der Film uns versucht zu erklären was eXistenZ am Ende ist, so wissen wir natürlich nicht wie das Spiel endet. Die Version im Film kann alles bedeuten und ist eins der drei Finales die eXistenZ hat. Denn man springt nun von einer Realität zur anderen und es wird auch total abgedreht und als Zuschauer denkt man sich zu dem Punkt nur noch. Das kann doch nur noch ein Spiel sein? Was soll das ganze? Genau an diesem Punkt gibt es dann die nächste Wendung und selbst dann hat der Film noch welche und durch das Ende steht man doch dann alleine im Regen und muss alles deuten was man sah. Genau das macht aber auch dem Film aus und den Reiz. Während man bei The Matrix irgendwann wusste, welches die Realität ist und was nicht. So lässt es eXistenZ bis zum Ende hin offen.

Im Verlauf des Films gibt es immer wieder Momente, dies es dem Zuschauer dann doch etwas einfacher manchen. Denn manche Objekte wie die Knochenwaffe, ein Hund oder andere Dinge tauchen immer wieder auf. Sie sind die Hinweise darauf das vielleicht nicht alles so real ist. Denn auch das auftauchen von Personen in verschiedenen Rollen, sollten es einem etwas einfacher machen. Dennoch muss man sich gefasst machen, das einem eXistenZ packt und erstmal alles vergessen lässt und tief hinein in die Welt des Films gezogen wird.

Optik

Man sieht eXistenZ deutlich an, dass es ein David Cronenberg Film ist. Der Körperhorror ist da und das dieses Mal in Form der Spielkonsole und des Biopots. Wieder verschmelzen Menschen mit anderen Dingen. Alles wirkt schleimig und alles ist auch etwas sexualisiert. Denn wenn Allegra und Ted in eXistenZ eine Liebesszene haben, beginnt das damit, dass Ted ihr Biopot leckt. Dabei wird einem aber auch die Szene erklärt warum das passiert. Das nimmt natürlich auch etwas dem Reiz dieser Szene, macht sie aber auch wieder sehr interessant, weil uns der Mechanismus einer Szene erklärt wird.

Der Film wirkt auch sehr kühl, dabei fällt auf das manche Szenen vor allem in eXistenZ uns auch zeigen sollen, dass das alles nur ein Spiel ist. Besonders auffällig ist das, wenn Allegra und Ted eine Person im lager treffen, der Hintergrund im Fenster ist dabei einmal rot und einmal blau. Es zeigt schon fast die Stimmung die gerade vorherrscht. Noch interessanter sind die Übergänge von einer Szene zur nächste, je nach Spiel können das harte überblenden sein oder es ist ganz sanft. Auch das wird uns von Allegra erklärt.

Es ist einfach ein David Cronenberg und das durch und durch. Vom Körperhorror angefangen bis hin zu der Kamera, alles schreit danach wer hier Regisseur ist und das macht auch eXistenZ aus. Denn anstatt auf utlracoolen stillismus zusetzen, so wirkt der Film zwischen den Zeiten gefangen. Wenn die Arbeiter aus der Fabrik zum Mittagessen laufen, erinnert das an eine Szene aus den 20ern, wie man sie bei Metropolis sieht. Menschen sind nur noch Dinge die arbeiten müssen. Solche kleinen Details kann man bei dem Film entdecken.

existenzFAZIT:

eXistenZ ist ein wirklich guter Film, alleine die Mischung aus Körperhorror und das vermischen von verschiedenen Realitäten machen ihn zu einem Erlebnis. David Cronenberg zeigt hier wieder warum er der Meister dieses Fachs ist. Kein philosophischer Ansatz nach der Frage warum wir existieren und warum das alles. Nein es ist ein psychologisches Spiel mit der Frage, kannst du erkennen ob es die Wirklichkeit ist?

existenz

Movie title: eXistenZ

Director(s): David Cronenberg

Actor(s): Jennifer Jason Leigh, Jude Law, Ian Holm, Willem Dafoe, Don McKellar, Callum Keith Rennie, Christopher Eccleston, Sarah Polley, Robert A. Silverman, Oscar Hsu, Kris Lemche, Vik Sahay

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  • 9/10
    Handlung - 9/10
  • 9/10
    Schauspiel - 9/10
  • 10/10
    Regie - 10/10
  • 8/10
    Spannung - 8/10
  • 8/10
    Effekte - 8/10
8.8/10
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Handlung:

Allegra Geller hat ein neues Computerspiel erfunden: eXistenZ ist eine virtuelle Reise in das Reich der Psyche und wird direkt an das Nervensystem der Spieler angeschlossen. Als Allegras Erfindung sabotiert wird, muß sie mit ihrem Kollegen Ted flüchten. Die beiden landen in einer unheimlichen neuen Umgebung. Aber auch hier werden sie verfolgt. Um zu überleben, müssen sie das Ziel des Spiels erreichen. Alles geht rasend schnell. Sie dringen immer mehr in eXistenZ ein, bis Ted aussteigen will. Doch das Ziel ist, herauszufinden, was das Ziel ist…