Mit Baron Blood mixt Maria Bava den Giallo mit Gothic Horror

Mario Bava der Kultregisseur aus Italien und seine Filme, viele von ihnen sind legendär. Hat er doch ganze Genre erschaffen. Mit Blutige Seide erschuf er den Gialli und mit Im Blutrausch des Satans begründete er den Slasher Film. Bewusst oder unbewusst entstand wohl bei Baron Blood und der Idee ein Giallo Fantastico. Denn irgendwie ist der Film zwischen den Stühlen und so zeigt sich hier das Regietalent von Bava. Dazu kommt eine tolle Besetzung, welche die Handlung leben verleiht. Dabei hat man es als Zuschauer aber nicht immer so einfach. Denn der Genremix springt durch die Horrorgenres und spielt mit einem. Ob das gut gehen kann?

Die Handlung von Baron Blood beginnt mit der Ankunft von Peter Kleist in Österreich. Dort hat ihm sein Onkel eingeladen. Doch Peter will auch das Schloss sehen, welches seinen Urahn Otto von Kleist gehörte. Ein Mann, der auch als der Blutbaron bekannt war und das Dorf terrorisiert, doch eine Hexe verfluchte ihn. Im Schloss lernt er Eva kennen und mit ihr liest er den Fluch der Hexe vor. Damit beleben beide aber den Baron zum Leben und es folgt ein Albtraum, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt.

Die Geschichte ist am Anfang noch so typisch für einen Gruselfilm, das Erwecken des Barons ändert aber die Handlung, denn er mutiert zu einem Giallo oder auch Slasher Film. Die Frage, ob es wirklich der Baron ist oder jemand anders kommt auf, das aber eher beim Zuschauer. Die Figuren im Film glauben fest daran, dass es ein böser Geist ist. Immer wieder springt Baron Blood zwischen den Genres hin und her.

Der Genremix in der Handlung

Im Giallo Fantastico ist natürlich mehr möglich als im typischen Giallo, wenn man nur an Dario Argentos Suspiria denkt. Doch bei Baron Blood ist es wohl noch mal etwas anderes. Denn die Geschichte dreht sich um keine unbekannte Macht, sondern wir wissen genau, wer der Täter ist. Dabei schafft man es dennoch zweifel zu säen. Denn irgendwas stimmt nicht und fühlt sich unlogisch an. Warum sollt der Fluch echt sein und warum kommt der Baron zurück und tötet wahllos Leute? Eine Frage, die der Fluch zu beantworten scheint. Doch als Zuschauer kann man sich hier schon nicht mehr sicher sein. Vielleicht war es 1972 aber einfacher und man dachte noch nicht so in Genrekonventionen und dachte vielleicht nicht daran, dass am Ende noch eine Wendung kommt und den übernatürlichen Teil der Handlung, als eine Lüge entlarvt.

Die Handlung von Baron Blood ist im Grunde sehr einfach gehalten aber dafür sehr effektiv. Wir erleben Peter und Eva, wie sie den Fluch aussprechen aus purer Neugier und dann wie sie mit dem Konsequenten klarkommen müssen. Dabei entsteht aber die Spannung und man fragt sich was passiert als Nächstes. Die erste Wendung ist sicherlich, wenn der Film von einem Gruselfilm zu einem Giallo wird und der Baron Leute tötet. Obwohl es ja kein Unbekannter ist, der hier die Morde vollführt. Es ist ein übernatürlicher Geist, der Menschen tötet aus Rache.

Es ist eine Handlung, welche sich immer wieder verändert und man als Zuschauer auch noch ein paar Nebencharakter kennenlernt und sich dann nur wundert wer wohl als nächstes stirbt. Dennoch nimmt man die Geschichte von Baron Blood ernst und erzählt mit einem flotten Tempo, dabei baut man auch Spannung und Atmosphäre auf. Dennoch ist der Blutbaron als Böser etwas schwach gezeichnet, denn irgendwie will das nicht immer so funktionieren.

Der Gruselfaktor

Da die Bedrohung in Baron Blood keine unbekannte Gestallt ist und wir wissen, dass es ein Toter ist, der zurückgeKommen ist, so spielt der Film natürlich mit anderen Mitteln. Dennoch gibt es auch hier immer wieder Szenen, die zum Gruseln anregen und man Sachen andeutet, vor allem am Anfang. Wenn man als Zuschauer noch nicht weiß, wo die Reise hingehen soll. Auch am Ende ist man sich nicht sicher, ob alles nun vorbei ist. Mario bava zeigt hier einen Horrorfilm, der immer noch modern ist, wie viele seiner Filme. Doch Baron Blood macht etwas, was erst Jahre später im Kommen war. Wir haben einen übernatürlichen Killer, der hier am Werk ist.

Dazu bietet Baron Blood auch viele Schockmomente, das liegt auch daran, dass man hier ein paar Morde zu sehen bekommt und nicht alles um das Unheimliche dreht, was wir nicht erklären können. Man liefert uns das Böse hier auf einem Serviertablet direkt vor die Nase und dennoch hat man seine Zweifel. Doch bis zur Auflösung gibt es einige längere Szenen, welche die Spannung steigern und die Figuren in Angst versetzen. Als Zuschauer fragt man sich: ob dieser Charakter das nun überleben wird oder nicht?

Optik

Wie gewohnt bei Mario Bava sieht auch Baron Blood wieder gut aus. Auch sieht man den Film an, dass es kein Gothic Horror Film ist. Zwar nutzt man das Schloss für den Grusel und die Geschichte. Doch dies wird anders genutzt. Denn der Film zeigt auch viele helle und freundliche Szenen. Das Böse versteckt sich zwar auch hier in der Nacht und schreitet dann zur Tat. Doch viel des Horrors passiert auch am Tag. Dabei zeigt Mario Bava sein können als Regisseur, wenn Eva im Schloss ist und nach unten schaut, sehen und fühlen genau dasselbe wie sie auch.

Auch ist der bunte Farbenrausch der 60er etwas vorbei und auch zeigt sich nicht das Farbspektrum eines Giallo bei Baron Blood. Zwar gibt es unterschiedliche Farben. Doch der Film wirkt realistischer und dass Übernatürliche so etwas wie ein Fremdkörper. Darum hat man als Zuschauer auch den Zweifel, dass es hier wirklich etwas Übernatürliches gibt. Dennoch hat der Film viele starke Szenen, vor allem in der Nacht und wenn die Hexe befragt wird. Im Finale übernimmt dann der Horror die Bilder und der Zuschauer bekommt einiges zu sehen.

FAZIT:

Baron Blood ist ein interessanter Genremix, der einige Elemente beinhaltet, die Jahre Später noch den Horrorfilm prägen würden. Es ist vielleicht Giallo Fantastico oder auch ein Slasher Film oder auch ein Gothic Horror Film, der in die Moderne abdriftet. Man kann es nicht so genau beschreiben, der Film sitzt zwischen den Stühlen und das ist auch der Reiz, den er ausübt.

Baron Blood

Movie title: Baron Blood

Director(s): Mario Bava

Actor(s): Joseph Cotten, Elke Sommer, Antonio Cantafora, Massimo Girotti, Rada Rassimov, Umberto Raho, Luciano Pigozzi, Dieter Tressler, Pilar Castel, Gustavo De Nardo, Nicoletta Elmi, Irio Fantini

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 7/10
    Atmosphäre - 7/10
7.6/10
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Handlung:

Als Peter Kleist in das österreichische Heimatdorf seiner Vorfahren reist, ahnt er nicht, welches Unheil er damit heraufbeschwört. Denn sein Urahn Otto von Kleist, der als sadistischer Schlossherr im ganzen Land als Blutbaron gefürchtet war, wartet nur darauf, mithilfe eines alten Hexenspruchs zurück ins Leben gerufen zu werden. Nachdem er tatsächlich aufgrund eines tragischen Missgeschicks von den Toten auferstanden ist, setzt Otto in neuer Gestalt alles daran, sein schreckliches Treiben fortzusetzen.