Die Toten Augen des Dr. Dracula

Nur in Deutschland heißt der Film von Mario Bava Die Toten Augen des Dr. Dracula

Mario Bava gehört zu den legendärsten Regisseuren des europäischen Kinos und vor allem des Genrekinos. Kaum ein anderer Regisseur prägt die Filmwelt so wie Bava. Sein Film Blutige Seite war der Start für die Giallo Welle und auch später für den Slasher Film. Doch auch in anderen Genres fühlte er sich zu Hause vor allem im Gothic Horror und so dreht er den ein oder anderen Gruselfilm. So auch Die Toten Augen des Dr. Dracula, wo es keinen Dracula gibt. Denn der deutsche Verleih dachte sich damals den Titel aus und so gibt es auch nur in der deutschen Synchronisation verweise an den Blutsauger. Doch sonst ist der Film ein klassischer Gruselfilm. Der von seiner Handlung und der Atmosphäre lebt.

Die Handlung von Die Toten Augen des Dr. Dracula spielt in einem kleinen Dorf, irgendwann Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Arzt und Pathologe Dr. Paul Eswai wird in dieses Dorf gerufen. Denn der Geist eines kleines Mädchen soll Menschen in den Wahnsinn und Selbstmord treiben. Doch dieser glaubt nicht so recht an den Fluch. Doch schon 13 Menschen starben und halle haben das kleine Mädchen gesehen, bevor sie starben. Was steckt dahinter? Gibt es eine logische Erklärung für das Ganze? Weiß der Bürgermeister mehr als er zugibt und was hat die schwarzhaarige Frau damit zu tun? Wird man im Schloss von Baronessa Graps eine Antwort finden?

Man hat hier eindeutig eine klassische Gruselgeschichte vor Augen und diese funktioniert nach über 50 Jahren immer noch sehr gut. Das liegt natürlich an Mario Bava und seinem Stil und wie er den Film gedreht hat. Dabei gibt es viel klassische Gruselstimmung und die Atmosphäre ist unheimlich. Keine Jumpscars oder wirkliche Spezialeffekte, alles mit Kameraarbeit und über die Handlung erzählt. Das sind die Dinge, welche Die Toten Augen des Dr. Dracula ausmacht.

Toten Augen des Dr. Dracula 2Wo ist Dracula?

Im Original heißt Die Toten Augen des Dr. Dracula eigentlich Operazione paura oder im englischen ist der Film auch als Kill, Baby… Kill! bekannt. Ihr merkt also, es hat nichts mit Vampire oder Graf Dracula zu tun, das war eine Erfindung des deutschen Verleihs. In der deutschen Synchronisation gibt es am Ende dann ein paar verweise an den Blutsauger, hier versucht man also das, was passiert irgendwie in diesem Zusammenhang zu setzen. Was vielleicht vor 50 Jahren funktioniert hätte. Es wirkt dennoch sehr merkwürdig. Doch schaden tut es den Film nicht, man sollte halt nur keinen Vampirfilm erwarten. Denn man bekommt einen klassischen Gothic Horror Film geboten.

Die Handlung bietet sehr typische Elemente des klassischen Horrorfilms, man bekommt einen unheimlichen Ort geboten. Etwas stimmt hier nicht und die Menschen verhalten sich merkwürdig. Die Bedrohung kommt von außen in Form eines kleines Mädchen. Dabei haben wir am Ende auch kein Mitleid mit ihr, obwohl die Geschichte tragisch ist. Alles ist aber auch eine Rachehandlung und Bava und die Drehbuchautoren fügen hier etwas vom Übernatürlichen mit ein. Das findet sich immer wieder. Dazu kommt, das wir Nichtmal wissen, wo genau der Ort sich befindet, es gibt kein Land, kein Namen und sonstige Informationen. Es ist ein zeitloser Ort. So gibt es auch keine Uhren und scheinbar ist es immer düster und der Tag wird selten gezeigt.

So entwickelt sich die Geschichte nach und nach und nimmt einen gefangen, man will einfach wissen, was los ist. Die Frage, warum das alles passiert und was nun dahinter steckt, sind es auch was den Reiz von Die Toten Augen des Dr. Dracula ausmacht. Denn man ist es wirklich ein Geist oder gibt es eine logische Aufklärung? Wie schon erwähnt wird in der deutschen Synchronisation, die Auflösung etwas umgedichtet, damit man den Namen des Films erklären kann. Doch das ruiniert nicht die Stimmung des Films, es bleibt halt bei dem übernatürlichen. Am Ende bleibt das Mysterium um das alles, was passier ist, offen.

Der Gruselfaktor

Im Gothic Horror Film schrieb man den Grusel groß und das merkt man auch deutlich bei Die Toten Augen des Dr. Dracula. Denn hier gibt es immer wieder Szenen, die das Übernatürliche andeuten und das kleine Mädchen taucht auf und sorgt für schrecken. Es sind auch manchmal nur Geräusche, die man hört, ein Fenster geht auf. Die Figur im Film verfällt langsam den Wahnsinn und bringt sich schließlich um. Man nutzt hier ganz einfache Stilmittel um großen Grusel zu schaffen und das macht Mario Bava wunderbar. Er spielt mit dem Zuschauer.

Es gibt eine Szene im Film, da hat eine der Dorfmädchen einen Albtraum mit Puppen und als sie aufwacht sitzt am bett ende auch eine Puppe. Die Kamera schwenkt weg, weil das Fenster aufgeht, durch einen Windhauch oder war es das unbekannte Böse? Das Mädchen und die Kamera schaut wieder zum Bett und die Puppe ist weg. Mario Bava spielt hier mit dem Zuschauer und zeigt, wie einfach man Spannung und Grusel erzeugen kann. Die Szene geht noch weiter und steigert die Spannung. Es ist eine von vielen Szenen im Film, die zeigen, warum Mario Bava immer noch beliebt ist und zu den besten seines Faches gehört.

Optik

Maria Bava ist ein Meister seines Faches und das sieht man auch Die Toten Augen des Dr. Dracula. Er fängt die Stimmung der Handlung in seinen Bilder ein. Das Dorf wird perfekt gezeigt. Man sieht es deutlich, dass es ein Gothic Horror Film ist. Die Studiobauten, welche man zwar deutlich als Studio erkennt. Aber es passt perfekt in die Zeit und zu dem Genre. Es wirkt einfach anders, was perfekt zu der Geschichte passt. Denn irgendwas stimmt nicht und das sieht man den Bildern auch an.

Die Szenen, wo der Horror zum Vorschein kommt, sind Simpel aber funktionieren sehr gut. Sei es das kleine Mädchen, was nur am Fenster steht und schaut und die Bedrohung darstellt oder die Räume und Gänge im Schloss, wo man umherirrt. Die Wendeltreppe, welche etwas an Vertigo von Hitchcock erinnert und hier auch Bestandteil des Finales wird.

Auch die Beleuchtung im Film, Ecken im Schloss sind mit unterschiedlichen Farben beleuchtet. Das wirkt sehr stimmungsvoll und macht den düsteren Film etwas farbenfroher. In der Nacht dominiert natürlich das Blau in Die Toten Augen des Dr. Dracula.

Auch bei der Kameraarbeit zeigt sich deutlich, dass Die Toten Augen des Dr. Dracula mehr ist als ein Standard Horrorfilm. Denn immer wieder in den langen Szenen, folgt die Kamera der Figur, sie ist der stille Beobachter und erzählt die Geschichte. Sie zeigt uns die Dinge, welche gerade wichtig ist, lässt manchmal auch etwas aus. Spioniert wie die Hauptfigur aber auch Personen hinter her. Jede Szene liefert wunderschöne Bilder.

FAZIT:

Die Toten Augen des Dr. Dracula ist ein wunderschöner Grusel Film von Mario Bava, der auch immer noch 50 Jahre später perfekt funktioniert. Denn das Mysterium im Film, wird nie wirklich erklärt und der klassische Grusel zeigt sich deutlich stärker als bei manchen modernen Horrorfilm. Dazu zauber Bava perfekte Bilder für den Zuschauer, der Look und Stil des Films sind sehr passend für den Gothic Horror. Besser könnten es die Hammer Studios auch nicht machen.

Die Toten Augen des Dr. Dracula

Movie title: Die Toten Augen des Dr. Dracula

Director(s): Mario Bava

Actor(s): Giacomo Rossi Stuart, Erika Blanc, Fabienne Dali, Piero Lulli, Luciano Catenacci, Micaela Esdra, Franca Dominici, Giuseppe Addobbati, Mirella Pamphili, Valerio Valeri, Giovanna Galletti

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 8/10
    Atmosphäre - 8/10
7.8/10
Sending
User Rating 5 (1 vote)
Comments Rating 0 (0 reviews)
Handlung:

Der scheinbare Selbstmord des Dienstmädchens Irena lässt Inspektor Kroger in ein kleines Dorf reisen, zu welchem auch das Schloss Graps gehört, in welchem Irena angestellt war.
Zusammen mit dem Arzt Paul Eswai stellt Kroger fest, das Irena bereits das 12. Todesopfer ist, welches in letzter Zeit Selbstmord begangen haben soll. Die Dorfbewohner jedoch glauben, dass der Geist eines jungen Mädchens für die Morde verantwortlich ist. Und tatsächlich kommt es immer wieder zu geisterhaften Erscheinungen, welche weitere Todesfälle nach sich ziehen.
Immer mehr Spuren deuten zum Schloss der Baronessa Graps. Als Dr. Eswai auch die Leiche von Kroger findet, vermutet er, daß alle Leute sterben müssen, die jemals das Schloss besucht haben. Ein großer Irrtum. Denn die unzähligen Zimmer des Schlosses verbergen ein Geheimnis, daß viel fürchterlicher ist, als Eswai es sich je vorzustellen vermag.

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.