Der Todesking

In Der Todesking befasst sich Jörg Buttgereit mit dem Thema Selbstmord

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Depression, Angst, den Willen zum Leben verlieren. Menschen bringen sich um und das aus unterschiedlichen Gründen. Während in aktuellen Filmen Selbstmord schon fast schick ist und Japan damit immer noch ein großes Problem hat. So gibt es wenige Filme die sich mit dem Thema befassen und nicht versuchen uns zu erklären, warum das passiert. Dazu wirken manche Filme schon fast eine verträumte romantische Welt zu zeichnen und meinen das Selbstmord etwas gutes wär. Doch mit Der Todesking schuf Regisseur Jörg Buttgereit einen Film, der schwer verdaubar ist. Denn sein Film behandelt das Thema anders und zeigt uns sieben Geschichten ohne das wir je erfahren warum eigentlich? Es gibt keinen Ausweg oder Erlösung am Ende.

Die Handlung von Der Todesking ist nicht so einfach wieder zugeben. Dann es gibt keine Rahmenhandlung, nur eine Leiche, die langsam verfault und dazwischen gibt es sieben Tage im Leben von verschiedenen Menschen, alle haben eins gemeinsam den Selbstmord. Dabei erlebt man als Zuschauer unterschiedliche Episoden zu diesem Thema.

Man spürt deutlich bei Der Todesking, dass die Macher den Drang hatten etwas anders zu machen. Denn nachdem Erfolg von Nekromantik, wollte man wohl den Zuschauern nicht das Geben was sie wollten. Es ist wohl dem Punk zuverdanken und der Zeit wo der Film entstand und auch den Verdruss der Macher einen Film zu drehen wo man die Kontinuität denken muss.

„Was mich tötet bleibt mein Geheimnis“

Es gibt Filme die sind sehr schwer anzuschauen, denn sie verlangen vom Zuschauer mehr als sie geben. So macht es auch Der Todesking, der seinen eigenen Anspruch hat. Es ist mehr als ein typischer deutscher Amateurfilm und auch mehr als ein reiner Kunstfilm. Irgendwo zwischen der französischen neuen Welle und der Punkbewegung von Westberlin in den 80ern. Freigeister die einen Film drehen, der anders sein will und es auch ist. Dabei ist es egal was der Zuschauer denkt. Er wird mit den sieben Episoden bombardiert.

Auf der Erzählebene ist das auch sehr schwer und für die Dramaturgie ist es auch sehr schädlich. Denn wie erwähnt gibt es keine Rahmenhandlung. Zwischen den Tagen gibt es halt die Leiche, die verwest. So muss man als Zuschauer andere Ankerpunkte finden. Doch es gibt keine. So muss man sich auf Der Todesking einlassen. Denn es lohnt sich. Man bekommt sieben unterschiedliche Handlungen geboten.

Der Film und seine Handlung sind aber düster und beklemmend. Zwar gibt es mit dem Dienstag auch eine Episode die etwas unterhaltsamer ist. Danach ziehen einen die folgenden Tage aber wieder runter. Die Spannung steigt und fällt und manchmal gibt es auch keine. Alles wird sehr langsam erzählt wie der Freitag, wobei man sich hier auch etwas nach dem Sinn fragt. Ist es die unerwiderte Liebe? Doch der Brief der Bruderschaft des siebten Tages erklärt dann auch das Ende. Irgendwie ist es aber auch die schwächste Episode im Film.

„Das ist der Todesking, er macht das Menschen nicht mehr leben wollen.“

Der Todesking selbst ist nur ein Mythos, wir sehen am Anfang und am Ende ein Kind ihn zeichnen. Eine einfache kindliche Erklärung folgt, warum sich Menschen selbst das Leben nehmen. Für das Ende gut gewählt. Davor gibt es in den Episoden am Ende auch immer wieder einen Twist. Nach dem Montag der den Zuschauer wohl auch fragend zurück lässt aber einen der Weg zeigt. Folgen viele Episoden, wo es am Ende wohl anders ausgeht als man denkt.

Der Samstag ist wohl das Highlight des Films, denn aus der Egoperspektive gefilmt und wie ein Found Footage Film wirkend, bevor der große Trend dazu überhaupt losging. Bekommen wir die Geschichte einer Amokläuferin erzählt. Es ist düster und sehr beklemmend, denn es gibt kaum Ton. Nur ein paar Kommentare der Polizei und wie die Amokläuferin vorliest, was eigentlich Amoklauf ist. Am Ende erschießt sie auch Bela B. von den Ärzten. Der hier einen kleinen Gastauftritt hat.

Optik

Wenn man bedenkt, das Der Todesking auf 16MM Positiv gedreht wurde, was zu Nekromantik ein großer Fortschritt war, dieser war auf 8MM gedreht. Die neue HD-Version zeigt nun die Schönheit des Films. Denn Jörg Buttgereit wollte immer schon mehr machen mit seinem Team. So gibt es einige Kamerafahrten und Einstellungen. Schon beim Montag der dreifach 360 Grad Kameraschwenk durch die Wohnung, welches mehre Tage darstellen soll. Das funktioniert erstaunlich gut und zeigt das der deutsche Amateurfilm mehr kann, obwohl hier wohl wirklich von Independent Film zusprechen ist.

Die Bilder vom Donnerstag sind extrem beklemmenden, die Selbstmordbrücke in Bayern, wo man Namen einblendet, das sind nicht die Namen von wirklichen Opfern, sondern ausgedacht. Dennoch verfehlt das nicht seine Wirkung. Die Aufnahmen der Brücke sind so bedrückend, man hört auch nur die Autos immer wieder vorbeifahren, die eine Etage darüber sind. Dann die Kamerafahrt, welche immer noch sehr überzeugend ist. Auch der Samstag, wie schon erwähnt, bekommt man hier eine Found Footage Episode präsentiert. Auch hier gibt es kaum Ton, nur die Geräusche des Projektors. Die Mittwoch Episode, funktioniert auf Blu-ray wohl nicht mehr so, wenn der Film aus der Spur läuft und uns so ein Teil der Handlung raubt, bevor es hier zum Selbstmord kommt.

FAZIT:

Der Todesking ist kein einfacher Film und macht es dem Zuschauer auch sehr schwer. Wenn man sich aber auf ihm einlässt, bekommt man einen düsteren, nihilistischen und beklemmenden Film geboten, der zeigt, das Selbstmord nicht romantisch oder verträumt ist. Er macht auch seine Figuren nicht zu Helden. Er lässt die Fragen offen, für das Warum oder wieso. Man ist immer nur einen kurzen Moment Teil der Handlung.

Movie title: Der Todesking

Director(s): Jörg Buttgereit

Actor(s): Hermann Kopp, Heinrich Ebber, Michael Krause, Eva-Maria Kurz, Angelika Hoch, Nicholas Petche, Susanne Betz, Mark Reeder, Hille Saul, Ades Zabel, Jörg Buttgereit, Bela B.

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 8/10
    Anspruch - 8/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
7.2/10
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Handlung:

Siebenmal letzte Stunden, letzte Minuten vor dem endgültigen Aus. Schuld ist der Todesking.

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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