Let Me Make You a Martyr: ein düsteres Drama mit Marilyn Manson

Wenn das Label und die PR-Abteilung versucht einen Schauspieler in den Mittelpunkt zustellen bei der Bewerbung des Films, der nur einen Nebencharakter spielt, dann weiß jeder, der sich etwas mit Filme auskennt: Irgendetwas stimmt hier nicht! So ist es auch bei Let Me Make You a Martyr, denn hier versuchen sie Marilyn Manson in den Mittelpunkt zurücken. Der Schock Rocker ist der bekannteste Name bei dem Cast, spielt aber nur eine kleine Nebenrolle. Pressetexte lassen aber etwas anderes vermuten. Natürlich zieht das bei Fans des Musikers und auch der ein oder andere interessante wird einen Blick auf dem Film werfen. Doch lohnt sich das überhaupt?

Die Handlung von Let Me Make You a Martyr beginnt mit einer sehr verwirrenden Montage und dann erleben wir Drew, wie er verhört wird und man will wissen, was er die vergangenen Tage gemacht hat. So erzählt er seine Geschichte, von seiner Rückkehr und das er seine Stiefschwester und Liebe seines Lebens retten will. Doch sein Adoptivvater steht ihm im Weg und auch andere Personen aus seiner Vergangenheit. Dazu hat seine Stiefschwester June eigene Probleme, wie das fehlen einer Lieferung an Drogen und ein kleines Mädchen, was ihr aufgehalst wird.

Man muss sich bei dem Films los sagen, das an einen Actionfilm bekommt oder sehr viel von Marilyn Manson sehen wird. Denn beides wird nicht passieren. Dafür bekommt man eine düstere Welt geboten, wo Menschen ohne Zukunft leben und dieses Gefühl überträgt sich auch auf dem Zuschauer. Dazu gibt es ein paar Wendungen in der Handlung und ein sehr mysteriöses Ende. Man spielt mit der Erwartung des Zuschauers und schubst ihn in die Welt des Films. Dabei zeigt sich sehr schnell, dass die Handlung von Let Me Make You a Martyr einige schwächen hat.

Drogen, Rache, Liebe!

Die Welt in Let Me Make You a Martyr ist kein schöner Ort. Es ist düster und dreckig. Menschen haben keinen Lebenswillen mehr und wollen nur noch weg. Wenn sie zurückkommen, merken sie, was es für ein schrecklicher Ort ist. Dabei fängt alles aber wo anders an, wir lernen Drew erst bei einem Verhör kennen und fragen uns, was ist passiert. Denn am Anfang sieht man Marilyn Manson als Pope und wie er zu einem Haus fährt. Er hat einen Auftrag und die Person dort wird nicht überleben. Die Geschichte von Let Me Make You a Martyr wird verschachtelt erzählt und nach und nach erfährt man als Zuschauer mehr. Doch nichts dabei ist irgendwie schön.

Man merkt aber auch deutlich die schwächen der Handlung. Die Rache von Drew, wird nie wirklich ersichtlich, es ist viel mehr eine Flucht aus der Hoffnungslosigkeit. Seine Stiefschwester hat es noch schlimmer, während er Clean ist, ist June immer noch drogenabhängig und muss für ihren Vater Aufträge erledigen und wird schon mal das Opfer von sexueller Gewalt udn Rassismus. Auch sie will aus dieser Welt nur noch fliehen. Ihre Liebe zu Drew ist das einzige was ihr noch bleibt. Doch diese hilft auch nicht weiter. Am Ende ergibt auch der Filmtitel sinn, doch vielleicht ist alles auch nur eine Metapher. Jedenfalls kommt hier der Fantasyaspekt mit rein.

Der Film gibt sich auch sehr mysteriös und man erfährt immer wieder mal etwas über seine Charaktere und was sie erlebt haben. Wir werden bei Let Me Make You a Martyr ins kalte Wasser geworfen. Dabei gibt es aber eine Charakterzeichnung, nur ist die Handlung an vielen Stellen immer wieder zu dünn. Dennoch funktioniert der Film auf seine eigene Art. Es liegt auch der düsteren und menschenverachtenden Atmosphäre die er versprüht.

Marilyn Manson

Wenn man schon mit Marilyn Manson bei Let Me Make You a Martyr wirbt, sollte man sich seine Rolle auch mal genauer betrachten. Er ist ein Auftragskiller, welcher Drew erledigen Soll. Dabei ist seine Figur sehr mysteriös gehalten. Ihn zu finden ist schon schwer. Doch sein Auftreten im Film auch. Er ist mal da und dann wieder nicht. Er ist das Böse in einer Welt voller Bösen. Dabei spielt der Schock Rocker die Rolle wirklich gut. Des eiskalten Typen der ohne eine Wimper zu zucken jemanden tötet.

In Filmen ist Marilyn Manson seltener Vertreten. Ab und an entdeckt man ihn mal in einer TV-Serie wie Salem oder Sons of Anarchy. Ein paar kleine Rollen hatte er in Filmen wie Lost Highway oder Jawbreaker. Bei Let Me Make You a Martyr ist es schon ein größerer Part und hier zeigt Manson auch sein Talent. Er passt perfekt in die Rolle, auch wenn erst jemand anders dafür vorgesehen wird. Er ist wirklich das Highlight des Films und als Zuschauer wartet man auf die nächste Szene mit ihm.

Optik

Gefilmt ist Let Me Make You a Martyr wirklich gut. Denn man sieht wunderschöne Bilder. Dabei bietet der Film auch viele ruhige Momente und zeigt immer wieder die Schönheit in einer Welt, wo es sowas nicht gibt. Es ist der Kontrast, den die beide Regisseure hier erschaffen. So fühlt sich Let Me Make You a Martyr wie ein Kinofilm an und nicht wie eine kleine Independent Produktion. Das liegt alles an den Bilder, welche wir sehen. So strahlen viele Bilder auch eine Ruhe aus, obwohl die Welt am Abgrund steht.

Auf der anderen Seite, zeigt uns Let Me Make You a Martyr aber auch genau, warum dieser Ort kein schöner ist. Es gibt den Stripclub, der so düster ist, der Ort des Drogendealers, irgendwo in einem Trailerpark, wo Menschen keine Hoffnung haben und Geld auch nicht viel Wert ist, wenn man nicht weiß und christlich ist. Es zeigt uns eine Seite, welche viele gern übersehen und genau hier wollen auch die Charaktere weg. Doch die Erlösung sieht am Ende anders aus als gedacht.

FAZIT:

Let Me Make You a Martyr ist ein düsteres Rache Drama, wo die Handlung etwas schwach ist. Dafür überzeugt die Atmosphäre und die Schauspieler und Marilyn Manson darf in einer Nebenrolle glänzen. Der Zuschauer bekommt eine Welt gezeigt, wo es keine Hoffnung gibt und der Ausweg aus dieser Welt ist kein einfacher.

Movie title: Let Me Make You a Martyr

Director(s): Corey Asraf, John Swab

Actor(s): Marilyn Manson, Mark Boone Junior, Sam Quartin, Niko Nicotera, Michael Potts, Slaine, William Lee Scott, Gore Abrams, Michael Shamus Wiles, Daniel Martin Berkey, John Swab, Rebekah Kennedy

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 5/10
    Spannung - 5/10
  • 8/10
    Atmosphäre - 8/10
7.0/10
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Handlung:

Drew (Niko Nicotera) kehrt nach Jahren der Abwesenheit zurück in seine Heimatstadt, wo er die Liebe seines Lebens wiedertrifft – seine Adoptivschwester June. Gemeinsam wollen sie ihren kriminellen Adoptivvater (Mark Boone Junior) endgültig loswerden und so ihrer Vergangenheit entfliehen. Dabei stellen sich ihnen jedoch nur Vater Larry, sondern auch der von ihm angeheuerte eiskalte Auftragskiller Pope (Marilyn Manson) in den Weg, sodass den Adoptivgeschwistern nur eine Möglichkeit bleibt…