Olivia Pascal in Die Insel der tausend Freuden

Es gibt viele Filme aus Deutschland die sind heute fast vergessen, vor allem im Genrebereich. Denn scheinbar ist das deutsche Genrekino, eine Erinnerung an Tittenfilme auf RTL in den 80ern und man verschweigt, wie erfolgreich die Filme in den 70er Jahren waren. So muss man suchen und sich durch einige Filme quälen um dann doch eine Perle zu entdecken. Denn es gibt einige Sexploitationsfilme, welche so Sleazig sind und so typisch für das Genre, das man sich fragt: Warum schenkt man den Filmen nicht die Beachtung wie andere Vertreter? Einer von ihnen ist Die Insel der tausend Freuden mit Olivia Pascal, welche durch Auftritte in Filmen wie Die Säge des Todes oder Vanesse überzeugen konnte. Also auf sie mit Gebrüll und schauen, was uns dieser Genrevertreter alles bietet.

Die Handlung von Die Insel der tausend Freuden führt uns auf eine wunderschöne Insel. Doch hier passieren viele hässliche Dinge. Howard betreibt Menschenhandel und sucht immer nach neuen Mädchen und hat schon eine im Auge und benutzt ein Druckmittel. Doch auch Michael hat Geldprobleme, er schuldet Howard Geld. Die junge Peggy mischt sich in alles ein, die Frage ist nur warum? Sie arbeitet für Lady Henriette, denn ihre Nichte ist mit Michael verheiratet. So beginnt eine Geschichte voller Sex, Gewalt und Intrigen.

Man muss das alles erst mal verkraften, was uns Die Insel der tausend Freuden in 85 Minuten zeigt. Denn es ist zwar typisch Deutsch aber auch Genrefilm. Denn die Handlung bietet einiges was man von einem Sexploitationsfilm erwartet aber irgendwie nicht unbedingt bei dieser Art von Film. So bekommt man als Zuschauer einen Streifen geboten, der anders ist und vielleicht ist es am Ende doch zu wenig um irgendwo erwähnt zu werden?

Wer mit wem und wer gegen Wem?

Von Anfang an, sehen wir bei Die Insel der tausend Freuden sehr viele Charaktere, doch diese haben alle etwas miteinander zu tun. Selbst das Pärchen was wir im Vorspann sehen, wird im Verlauf der Handlung wichtig. Dabei lernen wir nach und nach alle Figuren kennen und nur Peggy ist es wo wir Zuschauer etwas Sympathie empfinden. Denn von allen anderen Figuren im Film lernen wir die unschönen Seiten kennen und merken schnell, hier kocht wirklich jeder sein eigenes Süppchen.

Die ganze Zeit über spielt der Film aber auch mit dem Zuschauer, denn am Ende gibt es einige unerwartete Wendungen, die bei Laune halten. Obwohl das der Film auch so schafft. Denn bei Die Insel der tausend Freuden setzt man auch auf viel Sleaze und so bekommen wir als Zuschauer einiges geboten. Das geht los mit dem Sex und der Folter. Hier wird der Film auch immer wieder düster und die armen Mädels müssen einiges durchmachen. Nicht immer ist eine Rettung in Sicht. Doch es gibt immer einen Ausweg. Außer man will zeigen wie böse ein Charakter ist, dann schreckt man auch nicht vor Vergewaltigung oder Mord zurück. Am Ende ist das aber auch egal und wird nie wieder thematisiert und wenn, machte man es auch nur damit der Plan auch wirklich funktioniert. Hier spielt wirklich jeder gegen jeden und es gibt einige Wendungen, so das nie wirklich klar, wer nun gegen wem oder mit wem arbeitet.

Interessant ist das aber auch nicht immer und nach einiger Zeit nutzt sich die Handlung ab, denn es ist auch manchmal etwas zu viel und manche Wahrheit kommt auch nie ans Licht. Wir erfahren als Zuschauer mehr als die Charaktere. Das ist natürlich etwas realitätsnaher aber würde mancher Charakterentwicklung gut tun. Uns hilft es zwar manches nachzuvollziehen, doch der Charakter im Film kapiert das halt nicht.

Der Sexploitationsfaktor

Man kennt das ja von den deutschen Sommerfilmen, welche damals entstanden sind. Diese sollten unterhalten und auch nackte Haut zeigen. Doch irgendwie schießt Die Insel der tausend Freuden an diesem Ziel etwas vorbei. Denn man bekommt einen Film geboten, der schon mehr Sexploitation ist als normale Unterhaltung. Das liegt auch an der Machart. Es dauert nie lange bis jemand nackt ist, vor allem die Frauen und wir einiges zu sehen bekommen. Dabei ist der Film auch etwas freizügiger als andere Filme.

Schon die Szenen mit Olivia Pascal, man kennt es zwar das sie in anderen Filmen auch sehr oft nackt war. Doch bei Die Insel der tausend Freuden ist es eindeutig mehr. So gibt es eine Szene, wo sie nackt auf dem Bett liegt und das mit gespreizten Beinen, dabei sieht man zwar nicht wirklich viel. Es ist dunkle im Raum und vielleicht auch die Schambehaarung oder die Qualität der DVD ist nicht die beste. Jedenfalls ist es eine Szene die man auch bei anderen Darstellerinnen sieht. Man geht hier also aufs ganze ohne irgendwie pornografisch zu werden. Auch die Folterszene mit Olivia Pascal, wo am Ende ihr ein paar Schamhaare rausgerissen werden.

Auch im restlichen Film geht man immer wieder nah ran und die Kamera ist so positioniert, das man denkt man sieht mehr. So spielt man hier mit dem Zuschauer und es funktioniert. Denn es ist wirklich anders und ist eindeutig im Sexploitationsgenre zu Hause. Anders kann man all das nicht erklären, was in Die Insel der tausend Freuden passiert.

Optik

Wir hatten es ja gerade schon etwas, die Optik von Die Insel der tausend Freuden erinnert an einen Sexploitationsfilm. Das liegt wie erwähnt an den Kameraeinstellungen. Dabei merkt man aber auch immer wieder, dass man hier versucht so viel es geht von der Insel zu zeigen. Man will auch die Schönheit der Natur zeigen und wahrscheinlich als Ausgleich nutzen, dafür das man ein paar Wochen Urlaub auf einer Insel hatte und dabei einen Film gedreht hat. Dennoch ist nicht alles so nur zweckhaft und man merkt deutlich das man hier mehr machen wollte.

Es gibt immer wieder Kamerafahrten und auch ein Kamerakrahn kommt zum Einsatz in ein paar Szenen. Sogar in den Szenen wo jemand umgebracht werden soll. Versucht man Spannung aufzubauen. Denn man zieht es etwas in die Länge und nicht immer sehen wir gleich wie der Attentäter ist. Man spielt als bewusst mit dem Zuschauer. Bei der Szenen mit den nackten Frauen, kommt ab und an auch etwas Erotik auf. Obwohl Olivia Pascal auch immer wieder nackt zu sehen ist oder leicht bekleidet, so sind ihre Szenen doch am wenigsten erotisch in Szene gesetzt. Anders sieht es da bei den Szenen von Bea Fiedler und Elisa Servier aus.

Fazit:

Die Insel der tausend Freuden macht spaß. Dabei ist es der Film kein reinrassiger Sexploitationsfilm, dennoch ist er nah dran und das macht ihn erfrischend. Denn ist es nicht der typische deutsche Film den man erwartet. So wird man positiv überrascht. Dazu ist Olivia Pascal dabei und Bea Fiedler.

Movie title: Die Insel der tausend Freuden

Director(s): Hubert Frank

Actor(s): Olivia Pascal, Philippe Garnier, Elisa Servier, Bea Fiedler, Lili Muráti, William Levine, Roger Clency, Benjamin Paul, Otto Retzer, Scarlett Gunden, Arthur Brauss, Antje Schnell

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
  • 5/10
    Erotik - 5/10
6.2/10
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