Too Beautiful to Die ist die Fortsetzung von The Last Shot

Fortsetzungen sind in der Filmwelt nichts unbekanntes und wenn ein Film erfolgreich ist bekommt er eine Fortsetzung. Doch bei manchen Genres ist das eher nicht der Fall. Denn man kann nicht immer eine Fortsetzung aus dem Hut zaubern. Denn die Charaktere sind tot oder es geht nicht auf, weil alles erzählt ist. Bei Slasherfilmen interessiert das auch wenig und der Killer kommt immer wieder. Doch bei Giallo war das nie der Fall. Denn wie soll man hier eine Geschichte weiter erzählen? Doch als The Last Shot in den italienischen Kinos anlief, war der Streifen erfolgreich und bekam drei Jahre später eine Fortsetzung in Form von Too Beautiful to Die. Doch wie sollte das funktionieren?

Die Handlung von Too Beautiful to Die beginnt mit einem Musikvideo dreh und wir sind im Verlauf des Films immer wieder an diesem Set. Hier lernen wir die Models kennen, dabei ist auch Sylvia, welche auf eine Party ihres Agenten eingeladen wird. Dort wird sie von einem alten Sack vergewaltigt und haut ab. Am nächsten Tag fehlt sie am Set, die Polizei taucht auf und sagt das Sylvia getötet wurde, doch wer war der Killer? Dann schaltet die Handlung ein paar Gänge runter, denn wir lernen das neue Model Melanie kennen, welche Sylvia ersetzt. Irgendwann beginnt dann auch ein unbekannter die Models zu töten. Dabei ermittelt die Polizei auch immer weiter. Doch wer ist der Täter?

Oh Goth, man merkt zwar deutlich das man hier versucht eine Fortsetzung zu einem Giallo auf die Beine zustellen, doch was man als Zuschauer dabei ertragen muss ist echt zu viel. Dabei merkt man auch sehr deutlich, dass man hier mehr Wert auf die Optik gelegt hat als irgendwie eine Handlung zu erdenken. Was ja bei einem Giallo auch vorkommen kann. Dafür geht der Film aber gefühlt zu lang.

Die Models und ihr Agent, ein lahmes Team

Es ist eine Frage auf die es keine Antwort gibt, denn vergleicht man nun das Sequel mit dem Original oder nicht? Wie macht man das bei einem Giallo? Denn hier gibt es keine Sequels bzw. sind sie sehr selten. Argento hat mit dem Giallo Fantastico und seine Mütter Trilogie auch keine Filme gedreht die irgendwie zusammenhängen. Man könnte es also als fortlaufende Serie betrachten. Die in der Modelwelt spielen und ein Killer es auf sie abgesehen hat. Denn die Grundhandlung ist gleich, fast sogleich, dass selbst der Hintergrund mit einer Party und ein Model ist tot, fast gleich ist wie bei The Last Shot. Doch man hat hier einiges abgeändert.

Man kann es Too Beautiful to Die auch nicht böse nehmen, dass man versucht eine moderne Welt zu zeigen, wir befinden uns am Ende der 80er Jahre und vieles hat sich geändert. Das merkt man hier sehr deutlich. Die Menschen sind durch Slasherfilme auch an andere Muster gewöhnt und so dauert es sehr lange bis wir überhaupt einen Killer sehen, vorher passieren die Morde einfach. Vorher erleben wir den Alltag der Models beim Videodreh und wie sie versuchen mit ihrem Agenten das zuverheimlichen was auf der Party wirklich passiert ist. Das alles ist nicht wirklich spannend und auch die Auflösung am Ende wer nun der Killer ist enttäuscht.

Der Anfang des Films ist dabei noch am interessantesten, man zeigt hier wie Sylvia vergewaltigt wird und die anderen Models mithelfen. Sie soll sich nicht so haben. Das sind Dinge die man aktuell auch immer wieder hört, es scheint so als ob manche Filme zu Realtisch hinter die Kulissen blickten, doch anstatt hier weiter zu gehen ist das ganze bald vergessen.

Giallo, neuer Giallo, Slasher?

Da der Slasherfilm viele Ideen vom Giallo übernommen hat, sollte nun wirklich jeder Wissen, auch du Dave. Jedenfalls ist es bei Too Beautiful to Die der Fall so, dass man hier die Grenzen bei den beiden verwanden Genres verwischt. Denn auch wenn es ein paar Morde mit den typischen Handschuhen gibt und wir nicht wissen ob der Killer männlich oder weibliche ist. So ist der Mord an Sylvia ungeklärt und auch der erste Mord am Set wird nur gezeigt, wir sehen aber den Killer nicht. Er passiert einfach. Da man aber im neuen Giallo die Regeln umschrieb und alles anders macht, könnte es hier wohl immer noch ein Giallo sein.

Im Grunde bekommt man bei Too Beautiful to Die viel zu wenig Geboten. Denn bis die Spannung losgeht, dauert es schon fast 50 Minuten. Der Film geht auch 100 Minuten. Es zieht sich alles und am Anfang fühlt man sich in eine Krimifolge aus den 80ern versetzt, was natürlich zum Giallo passt. Doch die Motive und der Killer werden viel zu spät eingefügt und der Mörder schlägt selten zu. Selbst bei The Last Shot war man interessiert an den Figuren. Hier wird auch noch ein Final Girl eingeführt, was man kaum sah im Film und die falschen Spuren die gelegt werden, sind belanglos und der einzige Twist wird nicht genutzt.

Optik

Man merkt bei Too Beautiful to Die sehr deutlich das er ein Kind der 80er ist. Alles ist sehr stylish und modern gehalten. Anders als bei The Last Shot, verzichtet man hier aber auf der Symbolik des Giallo und setzt auf den optischen Stil der 80er. So setzt Dario Piana auf eine Optik die man aus Filmen wie Top Gun kennt. Denn viele Aufnahmen erinnern an ein frisches modernes und junges Kino des Tony Scotts. So gibt es viele Aufnahmen gegen das Licht, was die Figuren schattenhaft zeigt. Alles glänzt auch und die Modewelt wird in hellen Farben gezeigt.

Auch das Set des Musikvideos versprüht eine Endzeitstimmung mit Outfits die aus einem beliebigen postapokalyptischen Film stammen könnten. Wirklich alles in dem Film ist so durchgestyled, das es auch ein sehr langes Musikvideo sein könnte. Auch wenn es noch nicht den schnellen Schnitt gibt, welchen MTV seit den 80ern bekannt machte, so wirkt Too Beautiful to Die wie ein Musikvideo mit Giallo Handlung. So überzeugt der Film bei seinen Bildern mehr als bei der Handlung.

Fazit:

Too Beautiful to Die ist der Versuch einer Fortsetzung, doch die Handlung versagt und Spannung will auch nicht aufkommen. Dabei kann der Film bei der Optik überzeugen. Doch sonst ist nichts und das ist dann wirklich passend zum original Titel des Films.

Too Beautiful to Die

Movie title: Too Beautiful to Die

Director(s): Dario Piana

Actor(s): François-Eric Gendron, Florence Guérin, Giovanni Tamberi, Gioia Scola, Helena Jesus, Nora Ariffin, Randi Ingerman, Carlo Mucari, Dario Parisini, Massimiliano Ubaldi

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 4/10
    Spannung - 4/10
  • 4/10
    Unterhaltung - 4/10
5.6/10
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