Der Satan mit den langen Wimpern

Der Satan mit den langen Wimpern ist ein weitere Film aus den Hammer Studios

Der Horror kann in vielen Formen kommen und die legendären Hammer Studios aus England waren bekannt für viele Gruselfilme und waren bekannt für die unterschiedlichsten Filme. Legendär sind natürlich die Dracula Filme und ein paar andere. Doch das Studio hat noch viele andere Filme produziert. So auch den Film Der Satan mit den langen Wimpern, welcher im Original einfach nur Nightmare heißt. Man merkt dem Film deutlich an, dass Hitchock eine große Inspiration für den Drehbuchautor gewesen sein muss aber auch der französische Filme Die Teuflischen. Denn es ist ein doch merkwürdige Mix den wir als Zuschauer schlucken müssen.

Die Handlung beginnt mit Janet die einen furchtbaren Albtraum hat, sie glaubt langsam verrückt zu werden wie es auch ihr Mutter wurde. Diese hat ihren Vater getötet, sie sah das als sie gerade einmal elf Jahre alt war. Doch nun verarbeitet sie das Trauma, doch in dem Internat wird sie immer mehr zum Problem. So beschließt man sie nach Hause zu schicken, dass sie sich erholen kann. Zu Hause angekommen hat Janet immer noch schlimme Albträume und sieht eine Frau die nicht da ist. An ihrem Geburtstag steht auf einmal diese Frau mit in dem Raum und sieht tut etwas unvorstellbares. Doch das ist erst der Anfang der Handlung.

Willkommen in der Gruselwelt der Hammer Studios, doch Der Satan mit den langen Wimpern ist etwas anders. Denn man spielt mit dem Zuschauer und so müssen wir die erste Wendung im Film erst mal verdauen und dann schwingt auch das Genre komplett um. Das war 1964 schon nichts mehr neues, denn Hitchcock tat dies bei Psycho auch schon. Doch bei diesem Film kommt noch so viel mehr dazu. Es ist ein interessantes Sammelsurium an Ideen.

Der Teil mit Janet

Am Anfang lernen wir Janet kennen und sehen was sie durch machen muss. Hier spielt der Film mit dem Zuschauer, denn wir sehen wie der scheinbare Hauptcharkter verrückt wird. Das geht los mit dem Albtraum und dann sieht und hört sie dinge und zweifelt an ihrem Verstand. Was nur logisch ist, denn ihre Mutter war auch verrückt. Ihre größte Angst könnte wahr werden und dann ist da noch diese mysteriöse Frau die sie immer wieder sieht. Dabei ist es auch noch so markant mit der Narbe. Alle das schlägt sich auf die Psyche von Janet. Als Zuschauer von Der Satan mit den langen Wimpern fragt man sich, was hier eigentlich los ist.

Es ist ein Verwirrspiel, denn wir können das Genre nicht zu ordnen, was eine gute Idee ist. Denn so fiebert man mit Janet mit, was nun passiert. Doch dann macht der Film seinen Twist und am Ende ist man erst verwirrt und dann bekommt man etwas ganz anderes geboten. Die Stimmung ändert sich und auch die Figuren. Vorher erleben wir einen Gruselfilm der mit dem Zuschauer und der Hauptfigur spielt, was keine schlechte Idee ist. Es ist hier auch gut umgesetzt. Dabei sind es einfache Mittel, welche die Spannung steigern, diese funktionieren aber immer noch sehr gut.

Wir lernen Janet als junge Frau kennen, die wirklich versucht ein normales Leben zu leben. Doch das Trauma sitzt tief und das nutzt man natürlich für die Charakterentwicklung, doch eine Katharsis baut sich nicht auf. An diesem Punkt, könnte dem Zuschauer schon klar sein, das hier noch etwas passieren muss. Doch es kommt alles anders als man denkt oder erwartet. Dieser Twist, so Simpel er auch ist und so oft man ihn schon sah, funktioniert immer wieder.

Der andere Teil

Nach der Wendung in der Mitte von Der Satan mit den langen Wimpern ist alles anders. Hier muss man als Zuschauer dann auch feststellen, das was wir sahen nicht so war wie gedacht. Hat man diesen Schock erst mal verdaut, muss man sich als Zuschauer auf das neue Genre einlassen. Denn es wirkt so als ob man jetzt in einem typischen Krimi sitzt und wir sehen wer dahinter steckt und warum sie das gemacht haben. Dabei wird schnell klar, dass dieser Teil nicht mehr viel hergeben mag. Obwohl man auch schnell anfängt wieder Psychospielchen mit einem der Charakter zu spielen.

Je länger dieser Teil läuft und wir feststellen, dass dasselbe Spiel nun mit einer anderen Person gespielt wird, fragt man sich wieder als Zuschauer, warum das Ganze? Wir erfahren es am Ende und werden dann natürlich auch aufgeklärt. Dabei ist genau dieser Schluss auch das was dem Film die Spannung und auch etwas die Atmosphäre nimmt. Denn es ist immer noch keine schlechte Idee und man denkt erst an Rache oder war vielleicht doch mehr und es ist immer noch ein Gruselfilm? Wir werden aber eines besseres belehrt und hier ist der Knackpunkt. Es ist ok aber etwas unbefriedigend. Es ist anders als bei Psycho wo dieser Wechsel wunderbar funktioniert hat. Man konzentriert sich vielleicht auch auf die falschen Charaktere.

Da der zweite Teil des Films so abflacht hat man nicht erwartet. Dabei sind die Ansätze gut, dass man uns erzählt wie es weiter geht. Dabei lässt man aber Janet komplett außen vor, sie war der McGuffin in dem Film und nur eine Spielfigur. So ist dann das Finale und die Auflösung dann etwas lahm bzw. wir wissen über die Charaktere sehr wenig. So funktioniert die Rache nicht wirklich.

Optik

Bei der Optik des Films merkt man deutlich, dass es sich um einen Hammer Film handelt, jedenfalls in der ersten Hälfte. Denn schon der Anfang ist wirklich gut, wenn Janet durch die Irrenanstalt läuft und Angst hat. Leider wird die Szene unter dem Vorspann gepackt und die Einblendungen stören leider die Atmosphäre und die Szene etwas. Dennoch baut sie Spannung auf und zeigt wohin der Film wahrscheinlich gehen wird. Es entpuppt sich als Albtraum und Janet wacht schreiend auf. Das zieht den Zuschauer sofort in den Bann.

Im weiteren Verlauf, gibt es immer wieder diese Szenen, dass Janet durch das Haus läuft und denkt sie sieht etwas. Hier spielt die Kamera auch mit dem Zuschauer, es ist der klassische Grusel, der immer noch gut funktioniert. Ansonsten merkt man den Film manchmal sein Alter an. Es gibt viele lange Einstellungen, wo die Schauspieler schauspielen dürfen und eine Szene leben lassen. Doch ab und an dauert das dann doch zu lange. Bis zur Mitte von Der Satan mit den langen Wimpern funktioniert das alles auch sehr gut. Man spielt auch mit dem Licht und fokussiert immer wieder auf bestimmte Dinge. Doch dann kommt die Wendung und alles wird anders.

Bei der ersten Wendung im Film merkt man dann auch deutlich das Alfred Hitchcock hier Vorbild mit war. Zwar kopiert man die berühmte Duschszene nicht eins zu eins und zeigt nur einen Messerstich und dann eine andere Einstellung nur zwei Mal, doch es wird schnell deutlich wer hier Vorbild war. Danach ist dann wir schon erwähnt der Film anders und man präsentiert uns eine Art Thriller, der weit entfernt ist vom Gothic Horror, den wir am Anfang sahen. Das zeigen auch die Bilder. Weniger spiel mit Licht und Schatten und die Bilder sind heller und es wirkt nicht mehr so düster.

Fazit:

Der Satan mit den langen Wimpern ist ein kleiner interessanter Film aus den Hammer Studios, welcher etwas im Fahrwasser von Psycho mit schwimmt. Dabei ist die Wendung und was danach folgt, nicht mehr so gelungen wie die erste hälfte des Films. Dennoch bekommt man Spannung und wird auch unterhalten.

Der Satan mit den langen Wimpern

Movie title: Der Satan mit den langen Wimpern

Director(s): Freddie Francis

Actor(s): David Knight, Moira Redmond, Jennie Linden, Brenda Bruce, George A. Cooper, Clytie Jessop, Irene Richmond

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 7/10
    Atmosphäre - 7/10
7.4/10
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Filmfan, Autor dieser Seite.

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