Draculas Braut

Draculas Braut ist einer der späten Jean Rollin Film

Jean Rollin hatte vor allem in den 70er Jahren mit seinen erotischen Vampirfilmen für Aufsehen gesorgt, war er doch einer der wenigen Filmemacher Frankreichs, welche sich mit diesem Thema beschäftigt haben. Dazu ist er aber auch sehr umstritten, denn bei vielen ist seine Art bei den Filmen wohl nicht beliebt und sie tun es als schlechten Film ab. Dabei liefert er sehr starke Bilder ab. Doch irgendwann wurde es ruhige um den Regisseur. 2002 drehte er den Film Draculas Braut und lässt dabei viele Motive seiner alten Werken nochmals aufleben und liefert eine Handlung ab, die wohl auch den Fan überraschen würde. Denn so viele Dialoge gab es selten in einen typischen Jean Rollin Vampir Film.

Die Handlung von Draculas Braut beginnt einem Professor und seinem Assistent sie suchen auf einem Friedhof nach dem Meister, sie finden ein Vampirfrau, die gerade Blut von ihrem Liebsten trinkt, er gehört zu den Parallelwesen. Doch sie finden ihn nicht. Selbst beim Turm gibt es kaum Hinweise, nur das sie zum Orden der weißen Jungfrauen müssen. Dort treffen sie auf eine Nachfahrin von Dracula und mit ihr müssen sie fliehen in eine Welt voller merkwürdiger Wesen.

Jean Rollin liefert mit Draculas Braut wohl mehr ein Danke schön an seine Fans ab, als einen Film der für die breite Masse interessant wär. Als Zuschauer der noch nie ein Rollin Film gesehen hat, wird hier wohl keine Freude haben und einen sehr merkwürdigen Streifen sehen. Denn vieles was passiert sind Anlehnung an seine alten Filmen, es wirkt sogar schon wie eine Fortsetzung von Die nackten Vampire. Auch für Jean Rollins Fans ist Draculas Braut wohl auch noch etwas merkwürdig. Es wird so viel geredet wie in kaum einen anderen Film des Regisseurs.

Zwischen den Welten

Im Grunde ist Draculas Braut so typisch wie es nur geht für einen Jean Rollin Film, obwohl wir hier die Handlung aus der Sicht von eine Art Vampirjäger betrachten. Dennoch schweift die Handlung auch immer wieder ab zu den anderen Charakteren. Darum erfährt man als Zuschauer auch nicht mehr über die Figuren. Es ist wie immer alles ist sehr mysteriös gehalten. Was will der Meister, warum wollen ihn andere befreien? Was war die wirkliche Aufgabe der Schwestern des Orden der weißen Jungfrauen. Es sind Figuren die wir auch in einen Film aus den 70er antreffen könnten und hier ist der Knackpunkt, es sind Figuren die wir vielleicht schon mal gesehen haben.

Denn Teile der Handlung sind wie schon erwähnt an Die nackten Vampire angelehnt, doch auch findet man Elemente aus Sexual-Terror der entfesselten Vampire wieder. Wie die junge Frau die dem Vampirmeister folgt und ein junger Mann der dagegen machtlos ist. Dazu die Uhr, welche wie erwähnt ein Bestandteil von Die nackten Vampire ist. So führt uns Jean Rollin wieder in seine Welt der Vampire, wo aber noch andere Wesen sind und man nie genau weiß ob es überhaupt die Wirklichkeit ist, wo wir uns befinden. Denn es gibt außer den wichtigen Charakteren niemanden sonst in der Welt von Draculas Braut.

Das Traumhafte was der Film hat, macht es uns den Zuschauer aber auch schwer, irgendwas greifbares zu finden. Denn wie sollen wir wissen was nun passieren könnte. Das ganze Mysterium wird nie aufgelöst. Obwohl die letzte Szene natürlich etwas andeutet. So müssen wir wohl selbst herausfinden, was der Regisseur hier von uns will. So wandeln wir wie viele Figuren durch eine Welt, die wir nicht verstehen. Das macht aber auch den Reiz von Draculas Braut aus. Dennoch ist es für nicht Rollins Fans wohl sehr schwer diese Atmosphäre zu verstehen.

Symbolik und Erotik

Viele Filme von Jean Rollin sind voller Symbolen, auch bei Draculas Braut findet man welche. Auch hier gibt es viele zu entdecken, dazu auch manche aus anderen Filmen von Rollin. Wie das Schiffwrack aus Dienerinnen des Satans. Bei Draculas Braut ist es Ort voller Leichen, die Schwester des Ordens der weißen Jungfrauen werden zu Spinnen, wenn sie dem Meister gedient haben und sich geopfert haben. Das ist eine interessante Idee, denn sie sind nicht einfach tot, sie werden zu einem anderen Wesen.

Im Verlauf des Films treffen wir auf verschiedene Orte und Figuren und alle haben natürlich eine Bedeutung, was aber der kleinwüchsige Zirkusclown darstellen soll? Nun es könnte aus einem eher unbekannteren Rollins Film oder es ist eine an Spielung an die Folterkammer des Vampirs wo die beiden Damen am Anfang im Clownskostüm auftreten oder bei Dienerinnen des Satans, auch hier trifft man auf einen Clown. Also der Clown ist öfters vertreten in eine Rollin Film aber meist in normaler Größe.

Die Erotik ist auch eine wichtige Rolle in den Filmen von Jean Rollin. Bei Draculas Braut gibt es zwar immer wieder mal einen nackten Vampir zu sehen. Doch vieles ist nicht mehr so erotisch in Szene gesetzt wie es einst war. Viel mehr hat es einen Zweck und ab und an einfach nur um Nacktheit zu zeigen. Zwar sind die Damen immer noch hübsch und Brigitte Lahaie hat auch einen kleinen Auftritt. Doch so sehr erotisch wie andere Filme von Rollin ist Draculas Braut nicht.

Optik

Man merkt Draculas Braut deutlich an, dass Jean Rollin hier wohl einen Film schaffen wollte, der an seine aus den 70er Jahren erinnert. Denn gedreht wurde der Film in 1:66 und somit doch schon ein untypisches Bildformat für das Jahr 2002. Dazu sieht man dem Film auch an, dass er nicht wie ein moderner Film aussehen soll. Man hat auch keine Ahnung zu welcher Zeit er spielt. Es gibt keine Anhaltspunkte, zwar gibt es ein Auto, doch es könnten auch die 60er oder 70er sein. So wird bei dem Look von Draculas Braut sehr deutlich, dass hier der Regisseur nochmals einen Film wie zu seinen Anfängen drehen wollte.

Sonst bekommt man einen typischen Jean Rollin Film, obwohl der blau Filter für die Nachtaufnahmen zwar hübsch ist. Dennoch fällt er stark auf. Dafür gibt es ein paar nette Aufnahmen und man muss immer wieder auf den Hintergrund achten vor allem in Gebäuden. Ansonsten hat man hier halt Szenen die man aus anderen Rollin Filmen kennt, weil er dieselben Sets nutzt und wir so natürlich an diese Filme erinnert werden sollen.

Fazit:

Draculas Braut ist einer der letzten Filme von Jean Rollin und das merkt man auch deutlich. Denn er lässt seine alten Filme hier nochmals Revue passieren, dabei sieht man viele Sets und auch die Handlung spielt auf diese an. Für Fans des Regisseurs ist das toll, für alle anderen könnte das konfus wirken.

Movie title: Draculas Braut

Director(s): Jean Rollin

Actor(s): Cyrille Iste, Jacques Orth, Thomas Smith, Sandrine Thoquet, Brigitte Lahaie, Thomas Desfossé, Magalie Madison, Céline Mauge, Marie-Laurence, Danièle Servais-Orth, Denis Tallaron, Sabine Lenoël

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 5/10
    Erotik - 5/10
  • 6/10
    Atmosphäre - 6/10
6.4/10

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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