The Riffs – Die Gewalt sind wir: Endzeitstimmung in der Bronx

Anfang der 80er Jahre gab es einen neuen Trend in den Kinos, der Postapokalyptische Film. Die Menschen leben in einer Endzeit, denn die Stimmung war durch den kalten Krieg noch eisig und man wollte wohl zeigen was alles nach einem Atomkrieg auf der Erde los sein könnte. Modisch tragen wir dann viel Leder und andere merkwürdige Kleidung. Natürlich kam das auch in Italien an und so drehte man einige Rip Offs. Obwohl man bei The Riffs – Die Gewalt sind wir wohl auch einige Ideen im Kopf hatte. Denn hier ist die Bronx nur ein Ort wo es kein Gesetz gibt. Doch man bediente sich etwas bei John Carpenters Die Klapperschlange und auch bei The Warriors. Daraus macht Regisseur Enzo G. Castellari etwas sehr eigenes.

Die Handlung beginnt mit Ann, welche keine Lust mehr auf New York hat und so in dem ehemaligen Stadtteil die Bronx flieht. Denn hier ist ein Niemandsland und es gibt keine Gesetze. Hier regieren Gangs, eine davon sind die Riffs und deren Anführer Trash nimmt Ann auf. Doch Ann wird gesucht und der ehemalige Bewohner der Bronx Hammer auf sie angesetzt. Doch auch ein Bandenkrieg scheint los zu gehen. Können die Riffs das alles Meistern und Ann beschützen?

Hui, was für ein Film. Enzo G. Castellari schuf mit The Riffs – Die Gewalt sind wir einen Kultfilm. Denn die Endzeitstimmung in nur einen Stadtteil zu verfrachten ist eine nette Idee und an Die Klapperschlange angelehnt, nur dass dieses Mal nicht der Held die Jungfer in Nöten retten muss. Dieser geht es gut in der Bronx. Hier sind die Gangs die Helden und der Ausgesandte ist der Böse.

Endzeit in einem Stadtteil

In den 80er warn die Endzeitfilme beliebt und meist zeigte man eine Welt die untergegangen ist, doch manchmal ist es halt nur eine Stadt wie in Die Klapperschlange. In einem italienischen Film hatte man sicherlich nicht so viel Geld und die Idee der Produzenten und Drehbuchautoren war ja eh eine Andere. Man lief abends durch die Bronx und sah es, warum dieser New York-Stadtteil so berüchtigt war. So war die Idee für The Riffs – Die Gewalt sind wir geboren. So muss unser Held Trash in einem Stadtteil überleben, welcher als No Mans Land gilt, das Ganze spielt im Jahr 1990. Was natürlich 1982 noch eine weit entfernte Zukunft war.

Man spürt bei dem Film, dass man hier wohl machen wollte. Denn es fühlt sich wirklich wie eine Endzeit an, doch dass es nur ein Stadtteil ist, wirkt das alles auch etwas befremdlich. Was auch an den verschiedenen Gangs liegt. Das ist natürlich aus den Film The Warriors übernommen und so wirkt dann auch ein Teil des Films, wenn Trash durch die verschiedenen Gebiete muss um Ann zu retten und sich mit Orge zu verbünden. Vorher lernen wir aber den Ort auch schon etwas kennen. Denn mit der Ankunft von Ann sehen wir auch die ersten Gang, welche sich später als die Bösen entpuppen und mit Der Mongole ihren Anführer haben, dieser wird von Kultschauspieler George Eastman verkörpert.

Dadurch das wir uns zum größtenteils nur in der Bronx sind, denkt man das die Welt wirklich untergegangen ist. Dabei scheint die restliche Welt noch in Takt zu sein. Denn man sieht am Anfang kurz Manhattan, da wo Ann herkommt und auch die Aufnahmen in den Gebäuden, wo man plant Ann zu befreien sehen futuristisch aus aber nicht danach das irgendwas passiert ist. So ist The Riffs – Die Gewalt sind wir sehr einzigartig in diesem Bereich.

Harte Kerle, Harte Action

Ein Film wie The Riffs – Die Gewalt sind wir ist natürlich keine tief gehende Charakterstudie über Menschen in einer abgeschotteten Welt, wo nur der Stärkste überleben wird und dadurch viele Sozialprobleme entstehen. So was gibt es nur am Rande, obwohl man keine Zeit damit verschwendet um Charakterzeichnung zubetreiben, einzig Ann bekommt eine kurze Hintergrundgeschichte, die anderen Figuren sind da und haben wohl einiges erlebt. Auch warum Trash der Anführer der Riffs ist. Warum das alles, man erfährt nichts, was am Ende aber auch egal ist, denn man setzt auf harte Typen auf Motorräder.

Es ist halt ein Endzeitactionfilm und hier bekommt man als Zuschauer auch einiges geboten, obwohl es auch etwas dauert und am Anfang sieht man eher die Riffs auf ihren Motorrädern fahren. Regisseur Enzo G. Castellari baut hier Spannung auf und zeigt erst Hammer als Bösen, wie er andere erschießt und versucht so einen Bandenkrieg anzuzetteln. Danach geht es dann langsam los. Denn Trash und seine Leute müssen sich durch die verschiedenen Gebiete kämpfen. Doch alles gipfelt im Finale.

Das Finale von The Riffs – Die Gewalt sind wir ist zweigeteilt, denn erst kommt die Befreiung von Ann und hier kämpft man noch mit Fäusten, das zweite Finale kommt dann sehr überraschend, weil es zu einer Wendung gehört und hier fährt man dann alles auf was das Geld der Produktion hergibt. Es sind auch düstere Minuten, wo zwar viel passiert aber es zeigt dann die dystopische Seite der Handlung und wie verrückt Hammer ist. Als Zuschauer bekommt man aber viele harte Stunts geboten und einige Aufnahmen von Flammenwerfern.

Optik

Auch wenn Regisseur Enzo G. Castellari gern als billig Filmer abgetan wird, versteht der Mann was von seinem Handwerk und dies sieht man seinen Filmen auch immer wieder an. Auch The Riffs – Die Gewalt sind wir ist voller toller Kameraeinstellungen und anderen Einfällen. Schon der Vorspann der uns die Riffs vorstellt, bis hin zu einer Aufnahme von einem Schlagzeuger der spielt, während sich die Riffs treffen und reden. Dabei war dieser wohl einfach am Drehort und man baute ihn mit in den Film ein, darum gibt es keine Erklärung warum er da ist und dann nie wieder auftaucht. Er passt aber in die verrückte Welt des Films.

Man baut auch viel Spannung auf, das erste Auftreten von Hammer und was er macht. Hier nutzt man Zeitlupen aufnahmen bei den Schüssen. Dann auch bei den Motorradfahrten und den Verfolgungsjagden. Im Finale ist dann alles auch sehr auf Spannung ausgelegt und es funktioniert. Als Zuschauer sind wir an den Sitz gefesselt, weil wir damit nicht gerechnet haben und alles nur schockiert mit ansehen können.

Es gibt natürlich auch ein paar Schattenseiten, denn man merkt The Riffs – Die Gewalt sind wir auch an, dass wohl manches nicht geplant war. Denn es gibt Szenen wo man im Hintergrund dem Verkehr sieht, in einem Niemandsland wo man sonst nie Autos fahren sieht ist das schon etwas befremdlich und wohl nie so gewollt. Auch ein Motorrad Unfall wo ein Schauspieler stürzt wurde mit in den Film eingebaut. Ansonsten bekommt man einen Film, der wirklich gut aussieht und zeigt das Enzo G. Castellari ein guter Regisseur ist.

Fazit:

The Riffs – Die Gewalt sind wir ist ein sehr unterhaltsamer Endzeitfilm, welcher sich seine Ideen zwar zusammengeklaut hat aber daraus etwas sehr eigenes macht. Man bekommt harte Kerle, harte Action und gute Unterhaltung. Dabei sind auch die Stars des 80er Jahre Exploitationsfilm wie Fred Williamson und George Eastman.

The Riffs - Die Gewalt sind wir

Movie title: The Riffs - Die Gewalt sind wir

Director(s): Enzo G. Castellari

Actor(s): Vic Morrow, Christopher Connelly, Fred Williamson, Mark Gregory, Stefania Girolami Goodwin, Ennio Girolami, George Eastman, Joshua Sinclair, Betty Dessy, Rocco Lerro, Massimo Vanni, Angelo Ragusa

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 7/10
    Action - 7/10
7.2/10

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