Emanuela – Dein wilder Erdbeermund: Ein seichter Erotikfilm mit Ilona Staller

Der erotische Film, etwas was jetzt in den Kinos nicht mehr vorkommt und auch nicht mehr groß produziert wird. Ein paar Film gibt es zwar noch. Doch was in den 70ern und 80ern produziert wurde, ist unglaublich. Es gibt so viele Filme, das wir hier wohl noch sehr oft einen zum Theme haben werden. Es gibt auch Filme die das Genre geprägt haben, wie Eamuelle, es folgten viele Kopien und beim deutschen Verleih gern auch mal umbenannt damit sie ähnlich klingen. So auch bei Emanuela – Dein wilder Erdbeermund. Hier heißt die Hauptfigur eigentlich Carol, in der deutschen Synchro aber Emanuela, so hoffte man wohl das ein paar nicht richtig Lesen und in den Film gehen. Dazu kopiert man auch etwas das Konzept und packt den aufsteigenden Star am Erotikhimmel Ilona Staller mit in den Film.

Die Handlung dreht sich um Emanuela, eigentlich Carol doch für die deutsche Fassung wurde sie umbenannt, welche durch den tot ihres Ehemanns zu viel Reichtum geschafft hat. Sie reisst nun mit ihrer Assistentin Carol, eigentlich Anne, irgendwo in den mittleren Westen um dort ein Pferderennen anzuschauen. Denn ihr Pferd ist der Champion und sie hofft auf einem Sieg. Doch Emanuela hat durch die Misshandlungen ihres Ehemanns ein Trauma und das lässt sie an Carol aus. Sie nutzt jeden sexuell aus und weiß nicht was Liebe ist und lässt dies alle spüren, bis sie auf Peter trifft.

Bei Emanuela – Dein wilder Erdbeermund handelt es sich um einen Film der sicherlich im Fahrwasser von Emanuelle schwimmt und man dies in der deutschen Version noch mehr ausnutzt. Dabei ist der Film aber auch sehr langsam erzählt und man muss durch sehr viel durch bis er zu Ende ist. Als Zuschauer ist man zwar tiefenentspannt wegen dem Film aber ist das wirklich gut?

Was ist Liebe?

Eine der Fragen die Emanuela – Dein wilder Erdbeermund nachgeht, ist die nach der Liebe. Denn Emanuela sucht nicht mehr nach ihr und sie will es auch ihrer Assistentin austreiben und sie benutzen und ihr zeigen, das es keine Gefühle gibt. Warum sie so geworden ist, erfahren wir nicht wirklich, wir sehen zwar kleine Rückblenden, wo sie für eine Orgie im Mittelpunkt steht und ihr impotenter und im Rollstuhl sitzender Ehemann sie missbraucht. In Gesprächen erfahren wir aber nie wirklich was passiert ist. So ist es eher ein Rätselraten und wir müssen uns dem Trauma und ihrem verhalten stellen.

Als Zuschauer ist man also im Dunklen bei den meisten Charakteren. Denn Emanuela – Dein wilder Erdbeermund stellt uns zwar alle vor und wir erleben auch etwas mit ihnen. Doch viel erfahren wir nicht über sie. Auch wer Peter ist, in den ganzen Dialogen im Film wird zwar viel geredet aber nicht alles ist interessant. Es sind pseudophilosophische Dialoge über das Leben und die Liebe und dabei müssen wir uns eine Menge anhören und irgendwann hat man davon genug. Denn es zieht die Handlung in die Länge und spiegelt auch kaum die Charaktere wieder. So ist Emauela eine Sexhungerige, eiskalte, unnahbare und schreckliche Person, die man als Zuschauer lieber als Nebencharakter hätte.

Am Ende ist der Film vorbei und wir als Zuschauer wissen nicht so genau was wir gesehen haben. Denn es war nur ein kleines Abenteuer einer Person, von der wir aber auch nicht mehr sehen wollen. Lieber hätte man mehr von ihrer Assistentin gesehen. Denn die funktioniert in Emanuela – Dein wilder Erdbeermund  besser. Auch wenn am Ende es sicher kein Happy End ist, so befriedigt das den Zuschauer nur etwas, denn es ist nicht so bitterböse wie man wohl erhofft hat. Sondern hält Emanuela nur den Spiegel vor.

Erotik

Ähnlich umsypathisch wie ihr Charakter ist auch Schauspielerin Claudine Beccaria, denn die Dame wollte weg von den Pornos und ging darum in den Softerotik Bereich. Doch man sieht ihr an, dass sie sehr verbraucht war und ihre markanten Gesichtszüge regen sicherlich auch nur sehr devote Männer an. Denn sie hat zwar einen schönen Körper, doch ihr Gesicht spricht Bände und so sind ihre erotischen Reize im Film doch sehr fragwürdig. Auch verfallen ihr keine Menschen, sie nimmt sich immer das was sie will und ist dabei sehr dominant. Das merkt man immer wieder den Szenen mit Ihr. Aber echte Erotik will da nicht aufkommen. Auch bei der typischen italienischen Softerotik Szene, wo man etwas mehr sieht wenn sie masturbiert.

Auf der anderen Seite, bietet der Film mit Ilona Staller ein echtes Highlight an den erotischen Damen aus Italien. Sie ist wohl die bekannteste Pornodarstellerin des Landes, welche dann auch zur Politik ging. In der Dokumentation Porn to be Free wurde das genauer beleuchtet und sie stiehlt in ihren Szenen immer wieder allen die Show, zwar nicht unbedingt mit Schauspieltalent. Doch ihre Ausstrahlung nimmt den Raum ein. Dazu ist sie perfekt in den erotischen Szenen und strahlt das auch aus. Sie ist der heimliche Star des Films und auch der eine Grunde warum man Emanuela – Dein wilder Erdbeermund  schauen sollte.

Optik

Bei der Handlung mag Emanuela – Dein wilder Erdbeermund sehr schwächeln, doch bei der Optik macht der Film viel her. Denn die Landschaftsaufnahmen sehen wirklich gut aus und die exotische Gegend passt perfekt für die dünne Story. So gibt es viele tolle Aufnahmen, dabei ist alles sehr ruhig erzählt und das sieht man den Film auch an. Man zeigt viele lange Szenen, etwas kreativer wird man dann bei dem Sex. Denn hier zoomt die Kamera rein und raus und schwebt über die Charaktere. Das wirkt am Anfang etwas verwirrend, zeigt aber auch das unkontrollierbare Chaoes beim eigentlichen Akt.

Ansonsten bietet Emanuela – Dein wilder Erdbeermund das typische was man bei dem Genre erwartet, es gibt immer wieder Aufnahmen wo man nackte Körper sieht aber dennoch ist der Film sehr zurückhalten bei den Szenen, obwohl es natürlich ein paar Aufnahmen gibt die etwas expliziter sind. Dennoch konzentriert man sich auch viel auf die Handlung und die wird sehr langatmig in Szene gesetzt.

Fazit:

Emanuela – Dein wilder Erdbeermund ist ein seichter und langatmiger Erotikfilm, welcher zwar mit tollen Lanfschaftsaufnahmen punkten kann. Auch Ilona Staller überzeugt in ihrer großen Nebenrolle und nimmt den Film für sich ein. Ansonsten bekommt man nicht viel geboten und unterhalten wird man auch nicht besonders. So ist es ein ruhiger Film mit einer wirren Handlung und ein paar erotischen Szenen.

Movie title: Emanuela - Dein wilder Erdbeermund

Director(s): Paolo Poeti

Actor(s): Claudine Beccarie, Ivan Rassimov, Ilona Staller, Cesare Barro, Adolfo Caruso, Mattia Machiavelli, Patrizia Gori, Bruno Bertocci

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 6/10
    Schauspiel - 6/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 5/10
    Erotik - 5/10
5.8/10
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