Executioners: Die Fortsetzung von Heroic Trio

Wenn man im selben Jahr noch die Fortsetzung eines Films dreht, hat man entweder mit dem Erfolg gerechnet oder man drehte beide Filme zusammen und baut halt daraus zwei Teil. Anders kann man Executioners nicht erklären. Denn es ist die Fortsetzung von Heroic Trio, dabei sind alle Darsteller wieder mit dabei und auch Regisseur Johnnie To ist am Werk mit der Hilfe von Ching Siu-Tung. Dabei setzt man aber auf eine etwas andere Handlung, doch das Setting ist das Gleiche und hier sieht man wohl dann doch, dass man beide Filme sicherlich sehr knapp hintereinander oder doch gleichzeitig drehte. Der Look ist genauso wie bei Teil eins, nur setzt man etwas mehr auf Tempo und eine düstere Handlung. Auch die Action bietet dasselbe wie schon im ersten Teil.

Die Handlung spielt ein paar Jahre nach dem Ende von Heroic Trio, die drei Damen treffen sich zwar ab und zu. Doch Wonder Woman ist Hausfrau und Mutter geworden. Denn die Welt hat sich verändert, das Wasser ist knapp durch einen Atombomben abwurf. Es gibt viele verseuchte Gebiete und die Menschen müssen hohe Preise für den Lebensquell bezahlen. Eine Verschwörung bei dem Militär und auch in der Regierung bringt die drei Heldinnen wieder zusammen. Denn man erleidet einen hohen Verlust und das Böse gehört wieder aufgehalten.

Aus den drei Freundinnen wird in Executioners drei Damen, deren Handlungsstränge sich kaum noch kreuzen. Am Anfang bekommen wir eine Szene mit den Damen, doch dann dauert es bis alle drei wieder zusammen sind. Heldenhaft ist aber kaum noch etwas in dem Film. Dennoch bietet man auch viel was man aus dem ersten Teil kennt aber irgendwie hat man die Stimmung im Film verändert und so ist Executioners sehr viel düsterer als Heroic Trio.

Alte Helden, neue Handlung?

In einer Fortsetzung erwartet man ja immer das, was dem ersten Teil ausmachte und dazu etwas neues und vieles was dem Publikum gefiehl oder man geht einen ganz anderen Weg und erzählt die Handlung weiter, gibt den Charakteren mehr Tief aber alles muss immer größer, Schneller und mehr sein. Das ist ein Konzept was viele Fortsetzungen bieten, einige davon auf einem sehr hohen Niveau wie Der Pate 2 andere her nicht so. Bei Executioners ist es ein zwei schneidiges Schwert. Denn es gibt auf der einen Seite sehr viele neue Entwicklung, doch auch sehr viel was einfach nicht passen will.

Denn die Handlung spielt ein paar Jahre später und wir wissen eigentlich nicht was die Drei so gemacht haben und wann die Atomexplosion war und was noch so passiert ist. Nein, wir erfahren nur warum Tung nicht mehr als Wonder Woman in Aktion tritt. Denn sie versprach es ihren Ehemann, denn sie wurde Mutter. Doch der Drang zu helfen ist immer noch in ihr und damit hapert sie auch im ganzen Film. Das führt zu dramatischen Ereignissen und man merkt deutlich, dass man hier starke aber auch immer wieder verletzliche Frauen zeigen wollte. Das alles wurde versehen mit eine Portion Heroismus.

Chat und Ching bleiben dabei im Hintergrund. Zwar bekommt Chat etwas mehr Zeit und auch ein Love Intress doch auch hier zeigt sich der Film von seiner bösen Seite und man könnt keinen der drei Damen auch nur etwas Glück. Komplett verändert hat sich Ching, man geht nicht mehr drauf ein, dass sie die Schwester von Tung ist und auch was sie in ihrer Vergangenheit getan hat. Dafür wird sie gläubig und man spielt mit vielen religiösen Symbolen in ihrer Gegenwart. Auch kommt es noch zu einer Wendung im Finale, wo man noch mal deutlich macht, dass wir bei Executioners in einem Heldenfilm sind.

Action

Bei der Action hält sich Executioners etwas mehr zurück. Es gibt zwar immer noch Actionszenen, doch hier wird nicht mehr so viel geflogen und auch das Fantastische fehlt hier fast komplett. Dafür hat man aber übermenschliche Gegner, einer davon taucht auf und ist dann nach zwei Szenen nicht mehr dabei. Auch warum der Oberböse ein Kostüm trägt als wollte er das Phantom in Phantom der Oper spielen, muss man wohl hier nicht erklären, es ist einfach da und auch er kämpft sehr hart und schnell und scheint fast unbesiegbar. Immer wieder wird geschossen was das Zeug hält im Film, dabei hat man aber die typische Actionfilmlogik, man muss nie nachladen.

Sonst gibt es ein paar Martial Arts einlagen in einer, wird auch einfach mal ein Körper fast durchschlagen. Somit ist Executioners etwas härter als Heroic Trio. Auch können Menschen einfach so ein Arm ausgerissen werden in einem Kampf. Highlight ist sicherlich der kurze aber schnelle Kampf von Wonder Woman gegen dem Befehlsharber des Militärs. Hier wird geflogen und gekämpft auf einer Stromleitung. Im Finale bekommt man auch nicht viel Action geboten. Dafür ist das Level im Film selbst immer auf demselben Niveau und es gibt kleine Steigerungen.

Optik

Bei dem Look des Films hat sich zum Vorgänger nicht viel geändert, es wirkt immer noch wie ein wilder Mix aus verschiedenen Stilen. Dazu kommt, dass die Endzeit hier nun auch komplett ein Teil der Handlung ist. Dafür lässt man aber das fantastische in den Bildern aus und man baut nur ein paar übermenschliche Gegner in den Film. Es ist immer noch genauso interessant wie bei Heroic Trio, obwohl man auch bei Executioners keine Erklärung bekommt warum die Welt so aussieht, wie sie tut.

Farblich hält man sich wie bei dem Vorgänger an einem Mix aus Blau und anderen dunkleren Farben. Etwas wärmer wird es nur in den Szenen in der Kirche, hier gibt es dann auch die religiösen Elemente des Films zu sehen. Ansonsten hat man es nicht wirklich mit Symbolik in Executioners. Dafür bietet der Film immer wieder sehr viele melancholische Bilder, denn alles wirkt trauriger und einsamer als der Vorgänger. Die Freundschaft der drei Heldinnen ist kaum noch Thema bei den Bildern, es gibt zwar ein paar Ausnahmen. Dennoch bleibt der Film seinem Vorgänger treu und liefert ähnliche Bilder. Auch wenn die Anspielung an Das Phantom der Oper überdeutlich ist, wird sie nie erklärt.

Fazit:

Executioners unterhält und ist auf demselben Niveau wie sein Vorgänger, dennoch scheint man eigenes anders machen zu wollen. Das ist gut und interessant aber funktioniert nicht an jeder Stelle. So bekommt man eine etwas düstere und härtere Fortsetzung.

Movie title: Executioners

Director(s): Johnnie To, Ching Siu-Tung

Actor(s): Anita Mui, Michelle Yeoh, Maggie Cheung, Damian Lau, Anthony Wong, Takeshi Kaneshiro, Lau Ching-Wan, Paul Chun, Kwan Shan, Eddy Ko, Vincent Lau Tak, Cher Yeung

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 6/10
    Action - 6/10
  • 5/10
    Unterhaltung - 5/10
6.2/10
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