Die Geschichte der Laura M vom König des Weichzeichners David Hamilton

Fotograf und Regisseur David Hamilton hatte mit seinem ersten Film Bilits sehr viel Erfolg, zeigt er eine Geschichte voller Erotik und Kunst. Dabei benutzt er sehr viel Weichzeichner, was wie bei seinem Bildern, dem Film eine besondere Note verpasst. Sein zweiter Film Die Geschichte der Laura M sollte in eine ähnliche Kerbe einschlagen. Doch Hamilton war wohl selbst nicht so überzeugt von der Handlung, obwohl ihm der Film gefiel. Dennoch existiert er und ist nun auch Thema dieser Review. Denn wenn man Dawn Dunlap bei dem Film Mutant – Das Grauen im All entdecke und sich fragte: Ob diese wunderschöne Frau noch mehr Film drehte? Die Antwort ist natürlich ja. Dies hier war ihr erster Film und sie war gerade mal 16 Jahre alt, wir hatten dass schon, vor ein Paar Jahrzehnten war dies noch möglich. Doch wie ist Die Geschichte der Laura M?

Die Handlung beginnt mit Paul einem Bildhauer, der gerade ein neues Model sucht. Er hat aber bestimmte Vorlieben, er sucht junge Frauen im Teenageralter, seine Model sind gerade noch an der Grenze der Unschuld. Am Strand sieht er eine Schönheit, sein Helfer erzählt ihm das sie in seine Tanzschule gehen. Dort trifft er sie Laura, die Tochter seiner ersten Liebe. Beide sind voneinander fasziniert. Doch Lauras Mutter will nicht das beide sich treffen. Damit vergrößert sie das Verlangen nur noch mehr.

Dürftig ist die Handlung von Die Geschichte der Laura M wirklich. Dazu bekommen wir einen melancholischen Soundtrack. Alles wirkt wie ein Traum der einen zwar hoffen lässt aber am Ende ist man irgendwie enttäuscht und hat die Sehnsucht nach dem immer noch. Selbst wenn alle glücklich sind. So ist das Verlangen des Zuschauers noch da. Die Handlung schuldet uns etwas, viel zu sehr konzentriert sie sich auf nichts und das nichts sind gute Bilder.

Langsame Handlung über die Sehnsucht nach der ersten Liebe

Bei der Handlung von Die Geschichte der Laura M hat sich David Hamilton sich wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Hier verzichtet man auf Charakterentwicklung und gibt allen wichtigen Figuren nur das nötigste an Hintergrundinformationen. Schon Laura ist ein Mysterium, man hört zwar öfters ihre Gedanken, doch sie denkt nur an Paul und warum gerade etwas passiert. Auch ihre Ängste sind Thema, dass sie vielleicht reifer ist als ihre Freundinnen. Dann ihre Sehnsucht nach Paul, doch warum hat sie die? Sie sah ihn einmal und schon war es um sie geschehen. Es ist die alte Fantasie von Liebe auf den ersten Blick. Doch diese hier wird zu brennender Leidenschaft, jedenfalls irgendwann später in der Handlung.

Warum Paul unbedingt Laura will wird wenigsten etwas erklärt, doch auch hier nimmt man den einfachsten Weg, sie sieht einfach aus wie seine Jugend Liebe. Dennoch ist das alles so konstruiert, dass sich beide am Ende bekommen. Das wirkt bei der Laufzeit des Films natürlich etwas zäh und es ist kein Wunder, dass man sich als Zuschauer schnell gelangweilt fühlt. Denn der Fokus von Die Geschichte der Laura M liegt auf de Bildern. Die Handlung wird immer wieder vernachlässigt. So muss man sich drauf einstellen, das vieles einfach passiert aber am Ende dann auch wieder egal ist. Beweggründe, warum ein Charakter etwas tut, gibt es selten.

Selbst die Mutter von Laura, die ihre Tochter nur schützen will tut das alles sehr langsam und am Ende ist es ihr auch egal. Der Vater ist kaum da und agiert hier sogar als das Böse, denn er ist der ausschlaggebende Punkt für das Finale des Films. Als Zuschauer ist man am Ende aber genauso schlau wie am Anfang und vergisst vieles von der Handlung schnell wieder. Dafür schwelgt man aber in einer melancholischen Stimmung und kann nicht genau erklären warum.

Erotik

David Hamilton hat ein Auge für Erotik und das merkt man auch Die Geschichte der Laura M an. Denn er inszeniert seine Hauptfigur als unschuldiges Mädchen, was aber mit ihren erblühenden Reizen den Mann verführt. Dabei scheint es aber eine Sehnsucht des erwachsenen Paul zu sein, seine erste Liebe noch mal zu erleben. So verkommt der Film manchmal doch zu etwas Fragwürdigen, zwischen all den schönen Bilder schwingt etwas Unschönes mit. Dabei wirkt aber alles so unschuldig und naiv, dass man dies auch wieder vergisst und es vielleicht auch ignoriert.

Man merkt Dawn Dunlap ihr Alter im Film an, wirkt sie doch wie die Figur noch am Anfang ihrer entwicklung zur Frau. Dabei wird ihr Körper aber niemals exploitativ in Szene gesetzt, sondern immer sehr passend und anspruchsvoll. So merkt man hier das Talent von David Hamilton. Sie verkörpert Laura gut und zeigt was das junge Mädchen im Film fühlt. Nur fehlt es ihr immer etwas an Leidenschaft, ein paar Jahre Später, bei Mutant – Das Grauen im All macht sie das besser und spielt eine Verfürherin und das hilflose Mädchen perfekt. Da merkt man, dass sie nach Die Geschichte der Laura M viel gelernt hat.

Optik

Im Gegensatz zur Handlung sieht der Film wirklich gut aus. Hier zeigt sich das Talent von David Hamilton, alles ist sehr prachtvoll ausgestattet, vor allem am Anfang in der Tanzschule. Die Waschräume der Mädchen wirken wie ein türkische Bad und alles scheint eine andere Welt zu sein. Dazu bekommen wie den typischen Weichzeichner zu sehen, das verleiht den Film etwas besonderes. Immer wieder gibt es Szenen im Film die sehen wie Bilder aus, hier zeigt sich dann, dass David Hamilton vorher Fotograf war. Er setzt seine Schauspielerinnen gekonnt in Szene und lässt sie stehen, während die Kamera langsam vorbei fährt oder steht und sie sich etwas bewegen. Es sind bewegte Fotografien in diesen Moment, die seine Vorlieben widerspiegeln.

So ist Die Geschichte der Laura M ein verträumter Film mit sehr vielen melancholischen Bildern, die alle die Sehnsucht der Hauptfigur zeigen. Nach und nach erblicken wir Laura so auch mit den Augen von Paul und warum er ihr verfallen ist. Wir sehen das, was uns die Handlung nicht erzählen will. Die Bilder übernehmen ein Teil der Handlung aber auch hier wird meist wenig erzählt und einfach schöne Menschen gezeigt, die nackt, halb nackt oder leicht bekleidet sind.

Fazit:

Die Geschichte der Laura M ist ein melancholischer Film über die Sehnsucht nach der ersten Liebe. Dabei bietet der Film viele wunderschöne Bilder, voller unschuldiger Erotik. Nur bei der Handlung versagt er.

Die Geschichte der Laura M

Movie title: Die Geschichte der Laura M

Director(s): David Hamilton

Actor(s): Maud Adams, Dawn Dunlap, James Mitchell, Pierre Londiche, Thierry Redler, Maureen Kerwin, Gunilla Astrom, Katia Kofet, Louise Vincent, Luciano, Bill Millie, Bernard Daillencourt

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Erotik - 6/10
6.5/10
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