Eis am Stiel, 3. Teil – Liebeleien: Der Anfang vom Ende

Eine Kultreihe muss ja irgendwo den Kult herhaben. Denn es gibt ja Dinge die man über sie hört aber wenn man dann die ersten Filme schaut, merkt man das es hier noch nicht so war. Bei Eis am Stiel zeigten die ersten beiden Filme, dass sie mehr Niveau hatten als man erwartet hat. Doch irgendwann ist damit wohl Schluss. Denn Eis am Stiel, 3. Teil – Liebeleien liefert genau das, was man von den Film erwartet. Humor und etwas Nacktheit. Dennoch gibt es immer noch eine etwas dramatischere Handlung rund um Benny, der hier zwischen zwei Mädels hin und her gerissen ist. Doch ansonsten konzentriert man sich auf Sexismus, zu der Zeit passende Sprüche und dem N-Wort. Nun gut anfang der 80er waren die Menschen wohl alle noch etwas rassistischer im Alltag.

Die Handlung spielt im Sommer und die drei Freunde Benny, Bobby (früher auch Momo genannt) und Momo (war früher Johnny) treiben es wieder Bunt. Während Momo immer noch mit Martha zusammen ist, die beiden haben scheinbar den zweiten Teil vergessen und was dort passiert ist. Benny ist mit Sally zusammen, doch da taucht Nikki auf, eine alte Flamme. Aber er ignoriert die Warnung von Bobby. Dann taucht auch noch die deutsche Cousine von Benny auf und alle sind hin und weg.

Wenn wir Deutschen uns bei einer Filmproduktion einmischen, dann machen wir das was wir am besten können. Wir liefern dem Publikum das was es will. Denn Eis am Stiel war beliebt in Deutschland, doch man wollte weg von der Melancholie der ersten beiden Teile und änderte etwas am Film. Das merkt man Eis am Stiel, 3. Teil – Liebeleien sehr deutlich. Auch das zwei Jahre vergangen sind seit der zweite Teil produziert wurde. Dafür baut man Sybille Rauch in den Film ein und lies die Männer wegen ihr dahin schmelzen, im Film und auch vor der Leinwand.

Fortsetzung Ja aber bitte nicht die ersten beiden Teile erwähnen!

Es war ja schon beim zweiten Teil merkwürdige, dass die Ereignisse aus dem ersten keine Rolle spielten. Zwar sind die Hauptcharaktere gleich und Martha darf auch dabei sein aber bei Eis am Stiel, 3. Teil – Liebeleien ist alles so als ob man bestimmte Dinge einfach ignoriert. Was ist mit Tammy oder den anderen Mädels? Warum heißen zwei Charaktere auf einmal anders? Fragen auf die es wohl nie eine Antwort geben wird. Eins ist aber klar, Benny ist einer der größten Vollidioten der Filmgeschichte. Dieser Charakter kann einen Aufregen und immer wieder dreht sich alles um ihn. Er ist die Hauptfigur der Hauptfiguren in der Filmreihe. Was sich aber noch ändern wird.

Wieder erleben die drei Hauptcharaktere ihre Abenteuer, dieses Mal aber ist einiges anders. Der Film ist vollgepackt mit Figuren die Auftauchen und dann auch egal sind. Wie die Cousine von Benny aus Deutschland, sie ist gerade ein paar Minuten im Spielfilm und verschwindet dann wieder komplett. Einfach nur da für einen Witz und puff das war es. Genauso verhalten sich die Eltern von Benny komplett anders als in den Filmen davor. Irgendwann nimmt man dennoch Bezug auf den ersten Film, wenn es um Penis längen geht.

Komplett inkonsequent ist der Film dennoch. Nirgendwo erfährt man etwas über die Charaktere. Sie sind einfach nur noch da und haben etwas spaß. Man hat alles aufgegeben und packt alles mit Benny voller Melodrama, dabei ist das alles so groß und übertrieben, dass jede Seifenoper neidisch wird. Der arme Junge ist hin und hergerissen zwischen zwei Frauen und alles nur weil er mit seiner Freundin kein Sex haben kann aber geht eh immer wieder mit seinen Freunden fremdvögeln. Monogamie war echt Out oder Eis am Stiel, 3. Teil – Liebeleien war so progressiv, dass man Polyamorie unterstützte aber es so das es die weiblichen Charakteren es nicht bemerkten.

Oldschool Sexismus und Moral

Was in Eis am Stiel, 3. Teil – Liebeleien sehr deutlich wird, ist der Sexismus. Zu gegeben damals war sicherlich einiges anders aber das bedeutet nicht, dass es Gut sein muss. Jedenfalls bietet der Film viele Momente und die sind meist mit Benny, welche Unmengen an Sexismus und ein merkwürdiges Frauenbild darstellen. Klar man zeigt eine Welt ende der 50er Anfang der 60er, wo das Fraubild noch ein ganz anderes war und Emanzipation ein Schimpfwort. Dennoch war 1981 schon einiges anders aber bei Sex bleibt man gern bei den guten alten Zeiten. Die Frau ist immer das Böse, selbst wenn Benny dies auch macht. Eine ganz schlimme Doppelmoral hat der Film.

Diese Doppelmoral verkommt zu einem ganz schlimmen Drama, welches wirklich nicht mehr gut ist. Es ist einfach und so Dick aufgetragen, dass man den Schmerz von Benny nicht nur sieht und fühlt, sondern wir werden als Zuschauer damit geschlagen. Wenn er Sally mit Nikki betrügt ist das OK aber als Nikki auch andere Männer trifft und mit ihm genau dasselbe macht wie er ist das nicht gut. Die Warnung von Bobby was sie für ein Mädchen ignoriert er auch. Doch am Ende besinnt er sich und merkt wo er gelandet ist aber er lernt daraus nicht. Sondern geht zurück zu Sally mit einem Strauss Blumen um sich wieder einzuschleimen, weil er sie immer noch liebt aber sie will keinen Sex mit ihm. Zum Glück ersparrt man uns diese Szene, das sich Sally doch noch Benny hingibt damit er bei ihr bleibt.

Optik

Regisseur Boaz Davidson wanderte schon 1975 nach Amerika aus und drehte Anfang der 8er ein Paar FIlme für Cannon, bevor er auch ein Remake von Eis am Stil drehte. Sein Regiestil wurde aber immer mehr wie es in den USA üblich war und das merkt man auch schon Eis am Stiel, 3. Teil – Liebeleien an. Der Regiestil ist etwas anders geworden. Man setzt nicht mehr so sehr auf viel drauf, dass wir als Zuschauer noch sehen in welcher Zeit der Film spielt. Würde man es nicht durch Kleinigkeiten Sehen, wie die Outfits der Jungs oder Frisuren, so könnte der Film auch gut Anfang der 80er spielen. Es wirkt irgendwie zwischen zeitlos und genau zu einer Zeit passend.

Man merkt aber auch schon etwas, dass wir deutschen bei der Produktion am Film mit beteiligt waren. Es gibt ein paar Witze die sind auf den deutschen Markt zurecht geschnitten. Dazu ist Sybille Rauch auch mit dabei, welche hier als sexy Cousine dargestellt wird. Man merkt auch das man bei Eis am Stiel, 3. Teil – Liebeleien etwas mehr Erotik zeigen wollte. So geht der Film los in dem die Jungs am Strand Mädels in der Umkleide Kabine beobachten. Auch die Szenen mit Sybille Rauch sind eindeutig erotischer als davor. Dennoch verkauft man alles noch nicht als Sex.

Fazit:

Eis am Stiel, 3. Teil – Liebeleien schwankt zwischen dem Erfolg der ersten beiden Teilen und das man einfach nur das dreht, was das Publikum sehen will. Man merkt hier deutlich einen abstieg zu den Vorgänger und andere Dinge sind einfach nicht mehr schön anzuschauen. Ansonsten bekommt man halt das was man erwartet.

Movie title: Eis am Stiel, 3. Teil - Liebeleien

Director(s): Boaz Davidson

Actor(s): Irit Barak, Haya Cohen, Orna Dagan, Miriam Fuchs, Yftach Katzur, Dvora Kedar, Amos Levi, Ravit Litman, Joshua Loof, Zachi Noy, Ariella Rabinovich, Sibylle Rauch

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 5/10
    Unterhaltung - 5/10
  • 6/10
    Soundtrack - 6/10
6.0/10
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