Hitch-Hike: Japanische Remakes es italienischen Genrekultfilm

Vielleicht kennt der ein oder andere von Euch noch den italienischen Film Hitch-Hike – Wenn du krepierst lebe ich. Ein Kultfilm des Exploitationskino der 70er Jahre. Neben Kultstart Franco Nero war es auch David Hess der in diesem Film überzeugte, bevor er auch in The Last House on the Left zeigt das er den Psychopathen wirklich gut spielen kann. Springen wir aber nun ein paar Jahrzehnte in die Zukunft in das Jahr 2013, die Remakewelle hält an und viele meckern, das Hollywood kreativlos wär. Die restliche Welt dreht auch gern Remakes und lokalisiert so Stoffe für den eigenen Markt. Beste Beispiel ist dafür Indien. Doch was passiert wenn man sich in Japan der Handlung annimmt? Raus kommt dabei der Film Hitch-Hike, doch kann das funktionieren?

Die Handlung beginnt mit Saeko und ihrem versoffenen Ehemann Yoshio, sie sind auf dem Weg zu einem Ausflug. Yoshio trinkt dabei Bier und ist immer geil auf seine Frau und bedrängt sie aber auch und zeigt deutlich Anzeichen, dass er sie auch misshandelt. Auf dem Weg zu ihrem Ziel treffen sie auf einen Anhalter. Saeko will ihn nicht mitnehmen, doch Yoshio ist dafür. Was beide nicht wissen ist, dass der Anhalter ein verrückter Psychopath ist, der einen Geldtransporter überfallen hat und auch einen Menschen getötet. Schon sehr schnell merken sie wer da im Auto ist und ein Albtraum beginnt.

Die Sache mit dem Remakes sind ja immer die, das man sie mit dem Original vergleicht, egal was man tut man kommt nicht drum herum. Außer man kennt es nicht. Dabei ist der Stoff schon typisch für ein kleines Subgenre, denn nicht nur Wenn du krepierst lebe ich hat diese Handlung sonder auch Hitcher – Der Highwaykiller. So bekommt man bei Hitch-Hike auch eine Art dieser Handlung geboten. Interessant ist es aber auch welchen Weg man geht und was am Ende dabei raus kommt.

Hitch-HikeGenretypische Handlung

Ein Genrefilm nutzt natürlich immer die Elemente des Genres in dem er sich befindet. Bei Hitch-Hike hat man es aber mit einem kleinen Subgenre zu tun, so viele Vertreter gibt es nicht und das fällt natürlich sehr deutlich auf. Obwohl man es auch bei einem Slasher oder Giallo sehr deutlich zu ordnen kann. So ist es bei diesem japanischen Spielfilm aber noch etwas anders, denn man kennt die Handlung und hat vielleicht auch eine Ahnung was passieren wird. So muss man immer noch Spannung aufbauen. Denn der Zuschauer von Hitch-Hike soll natürlich auch irgendwie überrascht werden. So gibt es ein paar Wendungen im Verlauf des kurzen Films.

Was man aber unter dem Teppich kehrt dem Film über ist die Beziehung von Yoshio und Saeko, denn der Ehemann ist kein Netter und die Frau ist sehr zurückhaltend und steckt einfach alles ein und das durch den ganzen Film. Es fehlt irgendwann der Wendepunkt, wann es ihr reicht. Zwar gibt es im Finale für sie etwas Erlösung und ihr Charakter hat eine Wandlung durchgemacht. Doch für den Zuschauer ist das alles sehr kurz gehalten. Natürlich zieht man so die Spannung an, dennoch fehlt es hier immer wieder an der Charakterentwicklung. Man nutzt für die Spannung mehr die Handlung und wirft beide in eine unangenehme Situation nach der nächsten.

So bleibt Saeko als Figur auch sehr blass obwohl sich Hauptdarstellerin Miyuki Yokoyama sehr viel Mühe gibt die Rolle zu verkörpern und zu zeigen wie viel Angst sie hat. Sie ist immer wieder sehr passiv im Hintergrund, dabei bekommt der Charakter auch ein paar Momente zum glänzen. Das ist aber wohl dem Genre geschuldet, wo der Mann immer im Vordergrund steht, da der Böse hier meist mit ihm agiert. Auch ist die Einführung des Bösen sehr kurz, wahrscheinlich liegt das aber an der Laufzeit des Films, man kommt sehr schnell voran. Das bringt aber Spannung mit sich.

Spannung und Wendungen

Da der Film sehr schnell zur Sache kommt und uns das Ehepaar nur sehr kurz einführt und wir schnell den Anhalter dabei haben, vergeht kaum Zeit und man hat keinen Hänger am Anfang bis es wirklich spannend wird. Dann geht es auch schon gleich los und man zeigt uns was der Anhalter für eine Person ist. Hier schafft es Hitch-Hike wirklich Spannung zuerzeugen und man hat ei ungutes Gefühl was passieren könnte. Nach dieser Szene flacht es aber erst mal wieder kurz ab um dann schon schnell mit der ersten Wendung zu kommen. Doch hier gibt es noch keine Erlösung für die Charaktere, viel mehr wiederholt sich die Geschichte, nur um dann schnell wieder zur nächsten Wendung zu kommen und wir sind schon im Finale.

Im Grunde ist Hitch-Hike eine kleine Genreperle im Bereich der Spannung, denn man steht dem Original im Nichts nach, obwohl man wohl hier mehr auf Tempo setzt und manches könnte sich länger ausspielen, was vor allem psychologisch interessant wäre. Denn das Verhalten der Charaktere, könnte man noch zu Spitzen. Dennoch bekommt man für das Subgenre einen spannenden Film geboten und man zieht aus allen Registern mit den Wendungen und überrascht den Zuschauer immer wieder, weil man sich fragt was kommt jetzt noch.

Optik

Der Film ist nicht nur sehr kurz, sondern er ist auch auf digitalen Material gedreht und das sieht man ihn an. Man hat wohl auf einen Beleuchter verzichtet und nutzt das Licht was da ist und Film so die Szenen. Das gibt den Film natürlich eine realistischer Look, hat aber auch etwas von einem Homevideo. So ist Hitch-Hike wohl kein schöner Film aber die Bilder schaffen es dennoch immer wieder zu überzeugen. Die einsame japanische Landschaft, die wir als Zuschauer immer wieder sehen, es scheint kaum Menschen zu geben, das strahlt natürlich auch die Hoffnungslosigkeit aus.

Es gibt auch ein paar Szenen wo gekämpft wird, hier merkt man dann sehr deutlich, dass man bei Hitch-Hike nicht viel Geld hat, man vertont es mit Soundeffekten sehr schlecht nach und manche Kameraeinstellung und auch vor allem der Schnitt sind hier sehr holprig. Das Ganze ist aber nicht so schlecht, man sieht halt nur sehr deutlich, wie getrickst wurde. Dennoch bietet der Film auch ein paar kurze Schockmomente. All zu blutig wird Hitch-Hike aber auch nicht, denn wie schon des Öfteren erwähnt, teuer war die Produktion nicht.

Fazit:

Hitch-Hike ist ein kleiner Film der sehr schnell mit der Handlung loslegt und auch schnell wieder vorbei ist. Dabei merkt man deutlich die Genrewurzeln an und das er ein Remake ist. Dennoch kann der Film überzeugen und bietet auch immer wieder reichlich Spannung und einige Wendungen.

Movie title: Hitch-Hike

Director(s): Ainosuke Shibata

Actor(s): Miyuki Yokoyama, Hiroaki Kawatsure, Natsuko Kimura, Shôichi Matsuda, Isamu Sugihara, Mitsuki Koga, Hiroshi Watari

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
6.5/10
Sending
User Rating 0 (0 votes)
Comments Rating 0 (0 reviews)