Lipstick: Rape’n’Revenge Drama Made in Japan

Das Rape’n’Revenge Genre ist ein besonderes, die Filme sind immer umstritten und auch die Gewalt gegen die Frauen wird heftig diskutiert. Dabei ist am Ende die Frau, welche die Rache bekommt. Natürlich sind Vergewaltigungen immer unschön und man muss immer betrachten wie sie ein Film darstellt und wie man mit dem Thema umgeht. Genrefilme wie I Spit on your Grave (Original und Remake) sind sicherlich die Vorbilder für viele Filme die nachfolgten. Auch The Last House on the Left. In Japan dreht man natürlich auch Genrefilme und da gibt es auch Vertreter für das Rape’n’Revenge Genre. Einer davon ist Lipstick. Gedreht 2013 und sehr unbekannt. Da ist die Frage natürlich groß, wie geht man mit dem Thema um?

Die Handlung dreht sich um das Idol Arina, welches gerade am Aufsteigen ist. Doch sie hat ein Problem, einen Stalker, welcher sie immer verfolgt. Bei einem Fotoshooting taucht er auf und bedroht sie. Doch der Polizist Mr. Goto ist da und rettet sie. Ihre Schwester und Managerin fragt dem Polizist ob er nicht auf Arina aufpassen kann, solange der Stalker wieder auf freien Fuß ist. Doch Mr. Goto entwickelt sich zu einer größeren Bedrohung, denn auch ist besessen von Arina und so beschließt er einen Plan, damit er immer wieder bei dem Idol sein kann.

Irgendwie denkt man bei Lipstick an etwas anders und auch die Beschreibung die man so findet klingt nach einem anderen Film. Denn man bekommt hier ein Drama um einen aufsteigenden Star geboten, welcher Probleme mit Stalkern hat. Dabei lässt man sich aber viel Zeit für einige Sache. Charaktere werden langsam eingeführt und man baut auch etwas Spannung auf. Doch am Ende ist Lipstick, dass Versprechen das wir als Zuschauer etwas anderes bekommen und hier muss man seine Erwartungen gewaltig zurückschrauben.

Genre Typisch oder doch nicht?

Am Anfang von Lipstick würde man nicht drauf kommen, was einem am Ende erwartet. Auch wenn wir hier ein Idol haben, was gerade bei einem Fotoshooting ist und wird bald als Arina kennenlernen, unser Hauptcharakter. So wird es nicht sehr deutlich, dass man hier vielleicht ein Rape’n’Revenge Film vor sich hat. Auch wenn der japanische Spielfilm vorbei ist, kann man sich nicht sicher sein, dass es wirklich ein Genrevertreter war. Denn es gibt viele Punkt in Lipstick, die auf ein Drama hindeuten und das wird auch schnell deutlich. Denn man baut die Charaktere langsam auf und Arina darf auch eine kleine Katharsis am Ende durchlaufen.

Da wir also die Figuren etwas besser kennenlernen und ihren Alltag erleben, soll natürlich eine Bindung an den Charakter passieren, wir sollen Arina mögen. Was dankt Hauptdarstellerin Miyuki Yokoyama funktioniert, die hübsche und um es mal mit einer japanischen Phrase zu sagen sie ist Kawaii, wollen wir wissen was mit ihr passiert und hoffen auch nichts schlimmes. Natürlich geht alles langsam den Berg runter, denn Mr. Goto wird immer mehr von Arina besessen und seine Obsessionen gehen so weit, dass er hier auch den Stalker übernimmt. Denn er brauch einen Vorwand um bei seinem Objekt der Begierde zu sein. Da man sich bei gerade mal 70 Minuten viel Zeit lässt, macht sich auch immer wieder Langeweile breit. Denn auf das was man vielleicht warte, passiert erst ab so Minute 40 und dann geht alles sehr schnell.

Interessant ist es aber wie man mit den Folgen umgeht, denn in Lipstick greift Arina nicht gleich zu einem Racheplan, sie will sogar das Richtige tun und Mr. Goto anzeigen und vor Gericht bringen. Doch in einem Dialoge mit der Chefin ihrer Agentur, wird ihr erklärt was alles passiert. Das erinnert etwas an Mädchen: Mit Gewalt und man nennte es auch die zweite Vergewaltigung, denn das Opfer muss vor Gericht alles nochmals durchlaufen. Das alles ist Arina gewillt auf sich zu nehmen. Doch der Skandal und vielleicht verliert sie auch und muss viel Geld zahlen, nach diesem Argumenten lässt sie die Sache fallen. Kurze Zeit Später erfahren wir auch wieso.

Was ist mit der Rache?

Im Rape’n’Revenge Film bekommt die Hauptfigur immer seine Rache. Doch die sieht meist so aus, dass man einen Bösen nach dem Anderen umbringt. Doch bei Lipstick ist das schwer. Denn man hat hier mit Mr. Goto nur einen Bösen und man baut es auch nicht so auf, dass Arina wirklich handeln würde. Wär da nicht das Finale und die eine Wendung, die das Fass zum Überlaufen bringt. Hier dreht sich dann der Film und wir bekommen die Auseinandersetzung der beiden Figuren. Aber auch hier ist man nicht so Exploativ wie man erwarten könnte. Man spielt mit dem Genre oder hatte einfach kein Geld. Denn teuer dürfte Lipstick nicht gewesen sein.

Im Grunde gibt es keine Rache und eine Erlösung am Ende, es ist viel mehr ein Abschluss und eine Frau die sich ihren Ängsten stellt. Dabei verkraftet Arina das alles sogar fast schon zu gut. Sie hängt an ihrer jüngeren Schwester und tut alles für sie. Während Mr. Goto langsam immer mehr durchdreht und Arina nur noch für sich haben will als Sklavin. So Ende Lipstick auf einem Dach bei Regen. Es ist nichts dabei, was dem Film zu einem Rape’n’Revenge Genrebeitrag macht. Es könnte also nur ein Drama sein. Dennoch gibt es die Ansätze mit der Rache und so nutzt man vielleicht manche Punkte des Genres für sich und erschafft so etwas anderes.

Optik

Man sieht Lipstick an, dass man hier schnell einen Filmen produziert hat. Das Aufwendigste sind noch die Szenen beim Fotoshooting, ansonsten sind es irgendwelche Zimmer und manchmal auch ein Auto. Man hat wenig Schauspieler und zeigt nur Innenaufnahmen. Eine Außenwelt scheint es kaum zu geben und alles fängt immer an der Haustür an. Es gibt zwar ein paar kleine Ausnahmen aber der Stil des Films ist Digital und das sieht man auch immer wieder deutlich. Lipstick ist ein moderner billiger Film, welcher vielleicht auch nicht anders hätte produziert werden können. Denn das Thema ist nicht so Mainstream und auch immer noch etwas kontrovers. Ein böser Polizist der von einem Idol besessen ist.

Ansonsten biet der Film kaum besondere Einstellungen, man merkt alles ist sehr zweckhaft gedreht, so das man vielleicht die billige Produktion auch etwas versucht zu verdecken. Aber die Einstellungen erzeugen auch manchmal etwas spannend. Bei der ersten Vergewaltigung von Arina, ist die Kamera sehr subjektiv und zeigt uns das alles etwas aus dem Blickwinkel des Vergewaltigers. Danach blendet man sogar ab, wenn Arina ihr Bewusstsein verliert. Man zieht das auch nicht in die Länge und zeigt nur etwas Nacktheit. Was interessant ist, denn Miyuki Yokoyama ist eine bekannte JAV Darstellerin.

Fazit:

Lipstick ist mehr Drama als ein typischer Genrefilm und nutzt ab und an ein paar Genreelemente, welche dann den Rape’n’Revenge Film durchblitzen lassen. Am Ende bekommt man aber einen Film der mit gerade mal 70 Minuten Laufzeit, doch ein paar Hänger hat.

Lipstick

Movie title: Lipstick

Director(s): Ainosuke Shibata

Actor(s): Miyuki Yokoyama, Hiroaki Kawatsure, Natsuko Kimura, Mitsuki Koga, Shôichi Matsuda, Shôko Nakahara, Isamu Sugihara, Chiemi Toi

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 4/10
    Spannung - 4/10
5.8/10
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