Was ist Porno Holocaust?

Joe D’Amato ist wohl einer der berühmt berüchtigtsten Regisseure aus Italien, denn drehte er doch viele Filme wo die Grenzen zwischen Erotik, Horror und Pornografie fliesend waren. Seine Filme haben auch unter Filmfans einen bestimmten Ruf und gelten nie wirklich als Kult, denn immer wieder hat er einfach mit gemacht oder gemacht was er wollte. So stoßen seine Filme nicht immer auf Gegenliebe. Sein Film Porno Holocaust ist das perfekte Beispiel dafür. Denn es ist eine Mischung aus Horrorfilm und Porno. Ähnlich wie sein In der Gewalt der Zombies, spielt er auf einer exotischen Insel, nur hat bei diesem erotischen Spielfilm, der Sex mehr Platz und man konzentriert sich weniger auf den Horror. Mit diesem wird aber geworben. Welcher Horrorfilmfan schaut schon einen Spielfilm, wo mehr gefickt wird als getötet.

Die Handlung dreht sich um eine Gruppe von Wissenschaftlern, welche auf einer Insel ein Phänomen untersuchen wollen. Nach Atomtest in der Nähe soll es zu Mutationen gekommen sein. Riesige Krabben sollen Menschen angegriffen haben. Dazu erzählt man sich noch mehr. So macht sich die kleine Gruppe auf den Weg zur Insel, doch bevor das Abenteuer losgeht, lernt man sich und so manche Körperöffnung besser kennen. Auf der Insel wartet dann auch noch ein Monster auf die Menschen.

Man merkt deutlich, dass bei Porno Holocaust das Porno im Titel wirklich stimmt. Die Handlung des 110 minütigen Films wird durch die Sexszenen sehr gesteckt und man fragt sich natürlich immer wieder, was das jetzt bringt. Denn es unterbricht die Handlung immer wieder und trägt nicht zum Verlauf bei. Dennoch bekommt man einiges geboten. Es scheint so als wäre George Eastman hier nur für die normale Handlung dabei und hat keine einzige erotische Szene. Dafür sind die anderen Charaktere dabei. Hier gibt es aber auch einige Auffälligkeiten, welche später zu klären sind.

Wenig Handlung

Kennt man Porno Holocaust nicht und wahrscheinlich sind ein paar Leser dabei, die den Film noch nie gesehen haben aber wissen wollen was da passiert oder ob sich die Handlung lohnt. Nun, wir hatten es eben ja schon kurz angerissen, denn der erotische Spielfilm von Joe D’Amato bietet sehr wenig Handlung für seine Laufzeit. Denn immer wieder wird sie vom Sex unterbrochen. So dauert es auch sehr lange bis die Gruppe auf der Insel landet. Hier geht es aber auch sehr ruhig weiter. Im Grunde ist die Handlung sehr entspannt und wirklich nur mittel zum Zweck. Denn es werden zwar die Charaktere eingeführt aber alle sind irgendwo so stereotypisch für einen Porno. Interessant wird bei den Charakteren von Porno Holocaust welche keinen Bezug um Sex haben oder nur sehr wenig. Hier gibt es durchaus Ansätze von echter Charakterentwicklung.

Da wär der Ehemann, welcher keinen hochbekommt und seine Ehefrau sich mit einer der Damen aus der Gruppe vergnügt und da ihren Spaß hat. Er darf zwar auch mal ran aber alles in Softcore und alles ist auch schnell vorbei. Scheinbar wurde sein Erektionsproblem behoben, dafür kommt er aber zu Früh. Seine Frau leidet auch etwas darunter. Das ist aber auch schon alles was wir von den Charakteren wissen. Der Mutant auf der Insel bekommt noch die größte Charakterzeichung und wird hier als tragische Wesen dargestellt, was nichts dafür kann was es tut. Hier nimmt man als das Monster aus Frankenstein zum Vorbild. Nur als Zuschauer ist uns die Figur egal.

Auch was nun mit der Insel los ist und warum das alles mutiert wird irgendwann so egal. Der Mutant geht umher und tötet einen nach dem anderen. Dazwischen hat er auch Sex mit ein paar Damen. Ansonsten bleibt der Charakter von George Eastman sehr in Hintergrund, wahrscheinlich war er da und weil er das Drehbuch für den Film schrieb spielte er auch gleich mit.

Wenig Kleidung

Da Porno Holocaust kaum als Horrorfilm funktioniert, es gibt zwar ein paar Szenen wo so etwas wie Spannung aufkommt, doch wirklich viel ist das nicht und auch die schauspielerische Leistung der Akteure hält sich in Grenzen. Beste Beispiel ist die erste Sexszene zwischen dem Captain O’Day und Annie, er sagt wie geil er auf sie ist und das er sie unbedingt will und sie liegt einfach nur nackt da und tut nichts, reagiert nicht mal darauf, dass er sich aussieht. Hier bekleckert sich Lucia Ramierez nicht mit Ruhm. Genauso wenig wie Mark Shannon. Beide haben dann beim Sex zwar etwas Chemie und treiben es noch öfters an Stränden. Dennoch zeigt diese Szene perfekt das Problem von Porno Holocaust.

Im Verlauf von Porno Holocaust kommt es immer wieder zu Sex, dieser wird in seiner vollen Pracht gezeigt. Dabei merkt man deutlich, welche Trends gerade im Porno in waren. Dazu ist es auch noch etwas ganz anderes als damals. Hier gibt es keine langen Szenen, sondern man kommt schnell zum Punkt, außer bei den Szenen mit der homoerotische Liebe zwischen zwei Frauen, hier dürfen die Damen etwas länger. Auch gibt es eine Szene mit einem Dreier, hier mit zwei gut bestückten Männer. Da man nur mit Mark Shannon einen männlichen Darsteller hat, muss er natürlich auch öfters ran. Der Cumshot kommt selten vor, das erste Mal kommt er nur in Lucia Ramierez das zweite Mal einfach auf ihren Körper. Man machte sich um sowas wohl noch keine gedanken. Auch hört man nur den Soundtrack und selten etwas vom Sex.

Optik

Würde es von Porno Holocaust ein besseres Bildmaster geben, würde der Film sicherlich besser aussehen. Denn die Kulissen sind wunderschön aber man kennt sie ja aus Joe D’Amato Filmen, er drehte in der Karibik öfters und hat da eine Reihe von Spielfilmen gedreht. So bietet er wunderschöne Strände und Landschaften. Das alles sieht immer wieder in langen Szenen. Denn viele Sexszenen sind länger gedreht, zwar gibt es hier auch Schnitt, damit man explizite Details zeigen kann. Manchmal arbeitet D’Amato auch mit Zooms und wir nähern uns langsam einer Liebesszene. Das Ganze ist auch sehr voyeuristisch gehalten. So sind wir wirklich der Beobachter beim Sex. Auch mehr man deutlich, dass es nur wenige Kameraeinstellungen gab und die Kamera bei den pornografischen Szenen immer wieder in denselben Einstellungen genutzt wird.

Ansonsten gibt es auch immer wieder ein paar Einstellungen in Porno Holocaust, wo man merkt hier soll Spannung entstehen. Wenn die Gruppe auf der Insel beobachtet wird. Es dauert auch etwas, bis wir den Mutanten sehen. Leider sieht man deutlich, dass die Effekte auf geklebt sind und auch sonst, bei den wenigen Effektszenen, sieht man deutlich, dass alles sehr billig gehalten ist. Sonst ist der Film gut gefilmt und man bekommt wie gesagt tolle Landschaftsaufnahmen.

Fazit:

Porno Holocaust ist mehr Porno als Horror und das sollte jedem bewusst sein der den Film schaut. Dabei merkt man deutlich, dass die Pornografie damals sehr anders war. Ansonsten bekommt man eine interessante Handlung geboten, welche leider total im Sand verläuft. Dazu hat der Film einen wunderschönen Soundtrack.

Movie title: Porno Holocaust

Director(s): Joe D'Amato

Actor(s): George Eastman, Dirce Funari, Annj Goren, Lucia Ramirez, Mark Shannon, Joe D'Amato

  • 3/10
    Handlung - 3/10
  • 5/10
    Schauspiel - 5/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 4/10
    Erotik - 4/10
  • 2/10
    Spannung - 2/10
4.2/10
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