Die Brut des Bösen: Karatefilm von Christian Anders

Bevor Christian Anders Die Todesgöttin im Liebescamp drehte, erschuf der berühmt berüchtigte und kontroverse Schlagerstar den ersten deutschen Karatefilm. Denn mit Die Brut des Bösen drehte er seinen ersten Film und wie er erzählt das dank Sean Connery. Er war zwar vorher schon in Filmen zu sehen, doch dieser ist sein Kind, er schrieb auch sein Drehbuch und suchte die Darsteller mit aus. Denn neben der Musik hat Anders auch Karate als Leidenschaft und so war halt die Idee geboren für einen Film der das widerspiegelt. Doch er will natürlich auch seine Moral verbreiten, was er selbst lernte, dass Gewalt keine Lösung ist. Doch ob dies bei Die Brut des Bösen gelungen ist werden wir sehen.

Die Handlung dreht sich um Frank Mertens, dieser hat in Spanien eine Karateschule um seinen Meister gerecht zu werden. Dieser wurde nach einem Showkampf gelötet. Keiner weiß aber wieso der Meister sterben musste. Während Frank sein Leben lebt und seinen Schülern Karate beibringt und ab und an Typen zeigt wo der Hammer hängt die in seine Schule kommen um stress zu machen, taucht Van Bullock auf, einer kleiner böser Mann, welcher auch eine Karateschule aufbauen will. Diese soll aber nur als Tarnung dienen für den Drogenhandel. Doch Frank Mertens steht mit seiner Schule dem Vorhaben im Weg, so lässt Van Bullock nichts aus um Mertens los zuwerden.

Man merkt bei Die Brut des Bösen sehr deutlich, was Christian Anders vorhatte und was er eigentlich wollte. Denn man sieht und spürt deutlich, dass er wohl einiges durchsetze als Regisseur was er unbedingt haben wollte. Er erzählte im Interview auch, dass er auf seinen Co-Regisseur hätte hören sollen an manchen stellen. Dabei sieht man dem Martial Arts Film aber auch deutlich an, dass hier Hongkong und seine Filme vorbild waren und vor allem Bruce Lee und nicht die Karatefilme mit Sonny Chiba.

Rache Handlung oder einfach typisch für das Genre

Deutsche Genrefilme sind zwar etwas rarer aber es gibt sie. Im Bereich Action oder gar Martial Arts sind wir aber in einem Gefilde wo es kaum Filme gibt. Da ist ein Film wie Die Brut des Bösen schon eine Besonderheit. Denn ein Karatefilm ist sicherlich etwas was man nicht aus Deutschland erwarten würde. Dennoch gibt es ihn und gedreht wurde er von einem Schlagerkultstar. Das Ganze entstand aber schon 1979 also genau im Hoch vom Martial Arts Filme, denn dank Bruce Lee wurde das Genre in der ganzen Welt bekannt. Hier merkt man dann auch sehr deutlich wo Christian Anders mit Die Brut des Bösen hinwollte. Denn er baut die typischen Formeln des Martial Arts Film ein. So geht es um Rache aber auch um einen Bösen der den Guten erst soweit bringt.

Die Handlung von Die Brut des Bösen ist sehr typisch für das Genre, dabei geht es aber auch um die Moral. Wie uns der Titelsong Dead Ends auch erklärt. Denn Rache ist eine Sackgasse und führt zu keinem Erfolg. Hier geht der Karatefilm am Ende aber mit dem Holzhammer um aber vorher bekommen wir eine erstaunlich gute Handlung geboten, welche auch die Charaktere zeichnet. Zwar nur in den Grenzen des Genre aber hier funktioniert das gut. Hier und da gibt es zwar ein paar schwächen aber die Idee dahinter wird gut umgesetzt.

Frank Mertens als Hauptfigur, welcher uns seine Philosophie immer wieder erklärt, dass es hier nicht nur darum geht das Mann jemanden verhauen kann. Sondern um das dahinter, das Erlenen von mehr. Das predigt Die Brut des Bösen auch immer wieder. Auch hier hat man die typischen Genreelemente verbaut. Das der Gute seine Künste nicht einsetzen will und der Böse seine Jünger ausbildet damit sie harte Kampfmaschinen werden und töten sollen. Der Böse ist mit Deep Roy als Van Bullock auch sehr interessant besetzt. Denn der Feind ist hier kein großer starker Mann, sondern ein kleiner schwacher der immer andere vorschickt. Was fast schon sehr realistisch ist.

Action

Bei der Action im Film merkt man sehr deutlich, dass Christian Anders wirklich Karate gelernt hat. Auch wenn der Stil im Film eher dem von Bruce Lee ähnlich ist. Denn wie schon erwähnt bedient man sich bei den Genrevertretern aus Hongkong. Obwohl Japan ja mit Sonny Chiba auch einen Vertreter hatte der Karate in Filmen benutzte. Dennoch zeigt sich hier deutlich, dass Anders ein Experte ist. So gibt es keine langen Kämpfe, alles ist schnell und mit ein paar Schlägen und Tritten erledigt, wie man es bei Karate gelehrt bekommt. Dabei steigern sich die Actionszenen nicht immer im Film, was schade ist. Dennoch bekommt man einiges geboten und man muss immer bedenken, Die Brut des Bösen ist ein deutscher Film welcher in Spanien gedreht wurde.

Es gibt natürlich auch den einen Bösen der am Ende ran darf, hier zeigt sich dann auch etwas die schwäche der Action. Denn der Kampf dauert etwas länger aber viel Geboten bekommt man nicht. Es wirkt zwar alles etwas realistischer und man spürt die Wut von Frank Mertens die er an seinem Genger auslässt aber irgendwie ist es doch sehr langweilig und es fehlt der Höhepunkt, dass könnte aber auch an der Moral des Films leben, dass man nicht mit einem guten Gefühl beim Abspann ist. Zwar gab es die Rache aber zu welchem Preis.

Optik

Bei dem Look des Films merkt man deutlich, dass Christian Anders zwar Hilfe hatte von Antonio Tarruella aber auch seinen eigenen Kopf hatte. Bei vielen Szenen spürt man deutlich das Genre und seine Vorbilder durchscheinen. Bei den Martial Arts Szenen setzt man auf längere Szenen am Stück, auch wenn die Choreografie in Die Brut des Bösen nicht die stärkste ist, was sie wohl auch nicht sein sollte. Alles geht schnell und mit ein paar Schlägen, so zeigt man das deutlich. Highlight ist hier sicherlich die Trainingsszene von Christian Anders, wo er uns seinen Körper zeigt und was er alles kann. Diese Montage ist wirklich gelungen und zeigt das Können des Sängers.

Etwas mit den Kontrasten spielt Christian Anders auch bei Van Bullock, denn dieser kleine Mann hat immer große Männer und Frauen um sich. Das wirkt natürlich immer etwas befremdlich aber spiegelt halt den Charakter auch sehr gut wieder. Dass er hier der Boss ist aber alle ihn eigentlich körperlich überlegen sind. Ansonsten ist viel sehr zweckhaft in Szene gesetzt und man merkt immer wieder deutlich, dass Christian Anders nicht die Erfahrung hatte als Regisseur und wohl auf seinen Co-Regisseur hätte hören sollen. Dennoch gibt es immer wieder schöne Einstellungen, vor allem im Finale.

Fazit:

Die Brut des Bösen ist ein unterhaltsamer Martial Arts Film aus Deutschland, der zeigt das wir auch in der Lage waren Genrefilm in diesem Bereich zu drehen. Christian Anders zeigt dabei Talent als Hauptdarsteller, Drehbuchautor und auch Regisseur. Der Karatefilm hat aber auch schwächen in seinem Verlauf, dabei ist das Finale etwas zu schwach. Dennoch ist es eine Perle des deutschen Genrefilms.

Die Brust des Bösen

Movie title: Die Brut des Bösen

Director(s): Christian Anders, Antonio Tarruella

Actor(s): Christian Anders, Maribel Martín, Dunja Rajter, Deep Roy, Fernando Bilbao, Ria Kemp, Wolfgang Schutte, José María Guía, Ichimi, Fernando Hilbeck, Carl Rapp, Robert Case

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 5/10
    Action - 5/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
6.4/10