Noboru Iguchi wurde international vor allem durch seinen Film The Machine Girl bekannt, doch schon vorher sorgte ein Film von ihm für Aufsehen. Das war Sukeban Boy und hier startet auch der Erfolg von Asami. Sie spielt hier die Hauptrolle. Dabei wird schnell deutlich, dass der Film sicherlich wirklich nur an drei Tagen entstand und man hier versucht die Mangavorlage von Gô Nagai gerecht zu werden. Denn man zeigt mit diesem Spielfilm die perfekte verrückte Welt des japanischen Comics aber auch warum der neue japanische Indie-Film auf der Welt beliebt wurde. Denn nackte Haut, Blut und etwas Action ziehen sich durch die Filme und auch diesem Machwerk. Dazu etwas typischer japanischer Humor, der sicherlich in der westlichen Welt nicht immer so gut ankommt.

Die Handlung dreht sich um Sukeban, dieser hat ein Problem. Denn er sieht aus wie eine Frau, ist dabei aber ein Mann. So hat er deswegen immer wieder Ärger. Sein Vater ist Anführer einer Rockergang, er schickt seinen Sohn auf eine Mädchenschule. Doch an der Schule geht es nicht friedlich zu. Hier herrschen verschiedene Gangs und alle wollen Sukeban an den Kragen. Schnell findet er zwar ein paar Freunde, doch eine unbekannte Gang will ihn töten, doch was ist der Grund dafür und kann Sukeban seine Männlichkeit vor den Mädchen verstecken?

Willkommen in der wahnsinigen Welt des Noboru Iguchi. Denn Sukeban Boy zeigt deutlich, wohin das alles gehen wird. Man merkt deutlich, die Anfänge von Körperhorror und auch Humor. Dabei ist der Film aber auch an den Pink Violence Filmen der 70er Jahre angelehnt und man bekommt viele Gangs vorgestellt. Alles wird in den 61 Minuten Laufzeit sehr schnell abgehandelt, so dass keine Zeit für eine Pause bleibt. Dabei entfallt der Film aber noch nicht den ganzen Irrsinn, den man aus späteren Filmen kennt. Dafür sieht man aber schon das Talent von Asami und warum sie so beliebt wurde.

Sukeban Boy oder der ganz normale Wahnsinn in der Mangawelt

Man merkt sehr schnell, dass Sukeban Boy auf einen Manga basiert. Schon die erste Szene zeigt unseren Helden, welcher von Asami gespielt wird, wie er gegen drei Typen kämpft und sich sehr gut schlägt. Dabei laufen die Credits im Bild. Hier sieht man aber auch schon das nächste Vorbild für den japanischen Spielfilm. Denn man bedient sich bei den Pink Violence Filmen der 70er Jahre. Dann geht die Handlung los und man ist die in der verrückten Welt des Films gefangen. Denn wir lernen Sukeban kennen und seine Gedanken. Denn er hat ein Problem mit seinem aussehen. Er sieht aus wie eine Frau, darum wurde wohl auch Asami für die Hauptrolle besetzt.

Das Spiel mit dem Geschlecht ist ein Bestandteil von Mangas und Animes in Japan. Denn nicht immer ist man sich sicher, ob die Person nun männlich oder weiblich ist. Das Androgyne gehört auch zu der Musikrichtung Visual Kei, wo man mit den typischen Merkmalen spielt und Grenzen überschreitet. Was in Japan ganz Normal ist, ist für die westliche Welt immer noch ein Tabu Thema bzw. man behandelt es anders. Man diskutiert, ob es nun wirklich nur zwei Geschlechter gibt. Sukeban Boy von 2006 gibt am Ende eine tolle Message, dass das Geschlecht am Ende auch egal ist. Vorher geht es natürlich darum, dass Sukeban ein ganz normaler Teenager Boy ist.

Als neues Mädchen an der Schule trifft unser Held auf verschiedene Charaktere und hier merkt man, das Tempo des Films. Denn viele Nebencharaktere tauchen in Sukeban Boy einfach auf und werden kurz vorgestellt und das war es und schon ist der nächste da. Dabei zeigt sich dann auch die ganzen Gangs die wir treffen. Manche sind einfach nur kurz da und dann sehen wir sie nie wieder. Dabei spielt man aber auch mit den Fetischen, so schweift Sukeban Boy auch ab und an etwas in das Pinku Eiga Genre ab.

Sex, Gewalt und gute Laune in Sukeban Boy

Man merkt Sukeban Boy an, dass man sich und die Handlung nicht so ernst nimmt. Denn man wirft einen abgefahrenen Charakter nach dem anderen in den Film und auch der Vater taucht immer wieder auf. Schnell wird klar, man will nur unterhalten. So bekommt man in der Stunde die der Spielfilm läuft sehr viel geboten. Dazu kommt das Noboru Iguchi noch am Anfang seiner Erfolgskarriere ist und man hier noch sehr viel experimentiert. So gibt es zwei Szenen, welche auf das hindeute, was bald folgen sollte und vor allem auch im neuen japanischen Splatterfilm, wenn man Sukeban Boy dazu zählen sollte.

Es gibt zwei Szenen in Sukeban Boy, welche auf den Körperhorror und die grotesken Verformungen hindeuten, die später noch in Filmen von Iguchi vorkommen. Im Manga durchaus normal, gibt es ja sogar das Ero Guro Genre, wo Erotik mit Grotesken Bilder gepaart wird. Einmal haben wir eine Dame die aus ihren Brüsten Kugeln verschießt. Hierbei platzen ihre Nippel auf und es kommt ein Knospenartiges Gewächs heraus. Dabei nimmt man sich aber auch nicht ernst, denn die Männer welche die Kugeln abbekommen bespritzen sich mit Kunstblut gematsch und schreien das sie es abgewehrt haben. Die andere Szene ist ähnlich aber etwas düsterer und schleimiger. Hier wächst eine Waffe aus den Beinstumpfen eines Mädels, auch sie kann Kugeln verschießen.

Optik

Rein optishc merkt man Sukeban Boy an, dass man hier wohl eine Art Pink Violence Film drehen wollte und vielleicht es ist auch der Manga Vorlage geschuldet. Doch der Film wirkt durch die Outfits und die Kamera, wie ein Film aus den 70er Jahren. Ansonsten wird auch sehr deutlich, dass man den Film sehr schnell produziert hat und wohl eine leerstehendes Schulgebäude genutzt hat. Denn viele Sets gibt es nicht. Alles wirkt so als ob man da günstig drehen konnte. Das passt natürlich zu dem Stil von Noboru Iguchi.

Sonst bietet Sukeban Boy auch optisch nicht viel. Es ist halt eine schnelle Produktion und man bekommt viele Einstellungen geboten. Dennoch versucht man nicht alles so zweckhaft wirken zu lassen. Auch sind Szenen dabei, welche an die Manga Vorlage erinnern und man so versucht dies zu verdeutlichen. Dennoch bekommt man nette Bilder in der 61 Minuten Laufzeit des japanischen Spielfilms geboten. Es passt perfekt zu dem Genre und unterhält.

Fazit:

Sukeban Boy ist einunterhaltsamer Ero Guro Film, welche die Anfänge von Noboru Iguchi zeigen und auch eine junge Asami, welche hier in den Anfängen ihren normalen Schauspielkarriere steht und schon deutlich ihr Talent zur schau stellt.

Sukeban Boy

Movie title: Sukeban Boy

Director(s): Noboru Iguchi

Actor(s): Asami, Emiru Momose, Saori Matsunaka, Shizuka Ito, Demo Tanaka, Chisa Imai, Shô Sawamura, Kaori Uesugi, Kentarô Kishi, Beat Arima, Hiroaki Murakami

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 5/10
    Action - 5/10
  • 7/10
    Unterhaltung - 7/10
6.2/10
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