Das japanische Actionkino wird oft nur mit den berühmten Samuraifilmen verbunden, dass man Helden hat, die mit Schwertern kämpfen, was auch wirklich ein Bestandteil ist aber es geht auch anders. In den Yakuzafilmen gibt es immer wieder Waffengewalt und spätestens, seit John Woo in den 80er Jahren in Hongkong das Actionkino für immer verändert hat, gibt es auch aus Japan Filme, die mit Waffen umgehen. Dabei ist das Land der aufgehende Sonne immer etwas progressiver, obwohl natürlich auch manchmal von Europa inspiriert. Frauen mit Waffen sind zwar schon fast ein eigenes Genre und funktionieren seit den 60er Jahren immer wieder. Dennoch reden alle nur von Männern. Als Quentin Tarantino 2004 mit Kill Bill, eine sehr starke Frau zeigte, war klar das es auch anders geht. Dabei hat er sich von vielen japanischen Filmen inspirieren lassen. Sicherlich war Black Angel von Takashi Ishii keiner davon aber der Film von 1998 zeigt auch eine junge Heldin, welche Rache will.

Die Handlung dreht sich um Ikko, welche mit sechs Jahren ansehen musste, wie ihr Vater und ihre Mutter umgebracht wurden. Als Tochter von Yakuza bekommt sie Hilfe von einer Frau die Black Angel genannt wird. 14 Jahre später, Ikko ist 20 und kommt zurück aus den USA nach Japan. Im Gepäck hat sie ihren Freund, der zu den amerikanischen-japanischen Yakuzas gehört. Sie will aber nur eins Rache und herausfinden, wer ihre Eltern getötet hat und warum das alles sollte. Dabei stößt sie auf ein Geflecht aus Intrigieren und Verschwörungen. Wird sie ihre Rache bekommen?

Rache ist immer ein Thema, was in vielen Filmen thematisiert wird. Dabei geht man immer etwas anders an das Topic ran. Obwohl natürlich auch vieles auf denselben Mustern basieren und man so oft das gleiche aufgetischt bekommt. Auch bei Black Angel ist dies so. Hier platziert man die Rache in der Yakuzawelt, dazu noch ein paar kleine Nebenhandlungen und schon ist ein düsterer Film Noir fertig.

Film Noir und langsame Handlung bei Black Angel

Die Handlung von Black Angel fängt mit viel Tempo an und wir lernen die Geschichte von Ikko kennen und was in ihrer Kindheit passiert, schon am Anfang deutet der Film an, dass hier was nicht stimmt. Nach dem Zeitsprung von 14 Jahren sind wir in der eigentlichen Geschichte angekommen und hier macht sich der Hauptcharakter auf um Rache zunehmen. Dabei fällt auf, dass man auf eine Wendung hinarbeitet und irgendwie scheint das in der Mitte zu passieren und danach ist aber noch so viel Zeit übrig vom Spielfilm, dass man als Zuschauer neue Informationen bekommt aber viel passiert nicht mehr. Hier wird der Film ruhig und man versucht die Charaktere weiter zu entwickeln.

Diese Entwicklung aber kommt zu spät und zeigt nur das Offensichtliche, was wir als Zuschauer schon längst erahnen konnten. Dazu erleben wir die meisten Charaktere nur dabei wie sie Leiden und das immer wieder. Es gibt kaum Hoffnung in dem Film. Der einzige Moment in Black Angel wo etwas Freude gibt, ist der wenn Ikko und Freund in Japan angekommen sind und in dem Hotelzimmer tanzen. Hier zeigt der Film die Leichtigkeit der Figuren und das sie für einen Moment all die schrecklichen Dinge vergessen können die sie wohl erlebt haben.

Immer wieder spricht Ikko die 14 Jahre an und das nichts davon passiert ist was man ihr versprach. Viel mehr erfährt man aber leider nicht. Dramatisch wird es dann im Finale, denn Black Angel gibt keiner Figur ein Happy End und auch dem Zuschauer nicht. Es geht alles weiter den Bach runter. Schon die Rache entpuppt sich schwerer als gedacht und dann ist es die Konfrontation und die Wahrheit könnte erzählt werden. Doch es fliegen kugeln, träume und Hoffnungen sind schon längst verloren gewesen.

Action

Man sollte natürlich niemals auf ein Versprechen hören, denn man bekommt gesagt, dass Black Angel ein blutiger Actionfilm sei. Nun, er ist es nicht. Denn es gibt zwar etwas Action und auch etwas blut. Doch der Film ist weit davon entfernt ein Actionfilm zu sein. Es ist viel mehr ein Thriller im Film Noir gewand und man baut ein paar Actionszenen ein. Denn die Rache muss ja tödlich sein. So wird Ikko nie wirklich zur Actionheldin, sie ist viel mehr eine tragische Figur, welche nur noch eins kennt. Dabei zeigt uns der Spielfilm aber auch sehr deutlich, wie gefährlich die Rache ist.

Im Finale von Black Angel gibt es dann wirklich etwas Action und hier verliert der Film auch seine sonst so realistische Handlung. Denn Ikko springt und fällt Meter tief ohne eine Verletzung. Hier wird sie den Namen Black Angel wirklich gerecht aber man lässt sie nicht schon im Flug schießen. Sondern erst wenn sie gelandet ist und immer wieder Fallen die Gegner nur um oder man zeigt es uns gar nicht was passiert. Der Film geht sehr geschickt damit um, was er uns zeigt und was nicht. Lag vielleicht auch am Budget. Doch viel Action bietet er auch nicht und man konzentriert sich mehr auf die Handlung.

Optik

Wo Black Angel bei Handlung und Action schwächelt, so zeigt der Film bei der Optik seine Stärke. Denn Regisseur Takashi Ishii zeigt hier sehr deutlich sein können und verwandelt den Streifen in einen düsteren modernen Action Thriller im Film Noir gewandet. So gibt es viele tolle Einstellungen und Aufnahmen. Eine verrauchte Bar, wo ein Lüftungsventilator Licht einfallen lässt und sonst ist der Raum eher düster und man spielt mit Licht und Schatten. Immer wieder zeigt der Film die düstere Seite der Stadt. Aufnahmen bei Tageslicht gibt es kaum. Es regnet auch immer wieder und alles wirkt wie endlose Dunkelheit. Hier sind die Figuren gefangen. Ein kleinen Lichtblick gibt es einfach nicht.

Auch gibt es Szenen da ist die Kamera sehr nah an den Charakteren, in der ersten kurzen Actionszene mit Ikko, ist es fast schon eine POV-Aufnahme von dem was passiert. Doch sonst sind die Actionszenen eher sehr zweckhaft in Szene gesetzt und hier kann Black Angel nicht punkten. Denn sonst bekommt man viel mehr Geboten bei dem Film, nur irgendwie nicht wenn es zur Sache geht. Das Finale auf dem Dach erinnert dann an einem Western, es ist auf jeden Fall ein Mexican Stand Off.

Fazit:

Black Angel ist ein sehr düsterer Film, der auch eine sehr melancholische depressive Stimmung hat. Der Spielfilm macht kein Hel daraus das es hier keine Freude gibt. Als Zuschauer bekommt man eine schön gefilmten Film geboten, der aber bei der Action und auch bei der Handlung immer wieder versagt.

Black Angel

Movie title: Black Angel

Director(s): Takashi Ishii

Actor(s): Riona Hazuki, Reiko Takashima, Jinpachi Nezu, Kippei Shiina, Miyuki Ono, Yoshiyuki Yamaguchi, Hideo Murota, Shingo Tsurumi, Ren Ôsugi, Daisuke Iijima, Noriko Hayami, Reiko Kataoka

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 5/10
    Action - 5/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
6.6/10