Takashi Miike einer der aktuellen Kultrigesseure Japans schlägt wieder zu. In den vergangenen Jahren zeigte er, dass er ein Händchen für Manga Verfilmungen hat. Sei es Terraformars oder auch schon früher wie Ichi The Killer. Er zeigte immer wieder das er in allen Genres zu Hause ist. Im vergangenen Jahr drehte er gleich zwei, einmal JoJo Bizzar Adventure’s und den hier nun gleich besprochenen Blade of the Immortal. Wieder taucht Miike in die Welt von Samurai ein und bringt ein Genre auf die Leinwand, was sich immer noch großer Beliebtheit in Japan erfreut. Es ist ein typisches japanisches Genre und sehr wandelbar. Von Akira Kurosawas legendären Sieben Samurai bis hin zu vielen Animes und Mangas, sie sind überall. Auch die Yakuza berufen sich darauf nachfahren der Samurai zu sein. In Blade of the Immortal geht es aber um einen untersterblichen Samurai und die Rache eines jungen Mädchen.

Die Handlung beginnt mit Manji, der mit seiner jungen Schwester gerade auf der Flucht ist. Doch eine Horde von Samurai umzingeln sie und nehmen seine Schwester als Geisel. Doch es gibt kein Entkommen, die Schwester wird getötet und Manji gelingt es alle zu töten, dabei wird er aber schwer verletzt. Eine alte Frau taucht auf und bietet ihm die Unsterblichkeit an. 50 Jahre später Rin muss mit ansehen wie Anotsu Kageshisa ihre Eltern umbringt, sie will Rache. Bald trifft sie auf Manji und bittet ihm um Hilfe, er willigt ein und will damit vielleicht auch ein Ende finden von seiner Unsterblichkeit.

Die Samuraifilme und Takashi Miike etwas was in den vergangenen Jahren wirklich zu etwas führte. Auch Blade of the Immortal funktioniert auf dem Papier und auch die Trailer können überzeugen. Doch der Schein trügt. Denn mit 131 Minuten ist der Film lang und er zieht sich immer wieder. Was vielleicht auch an der Manga Vorlage liegen mag aber immer wieder langweilt man sich als Zuschauer und wir mit neuen Charakteren beworfen, die nur kurz auftauchen.

Untersterbliche Handlung und lahmes Drama in Blade of the Immortal

Die Idee von Blade of the Immortal ist interessant aber auch bekannt, obwohl man hier natürlich kein Highlander hat. Sondern einen Samurai, der zu einem Unsterblichen wurde, das alles durch Blutwürmer. Im Verlauf der Handlung wird auch deutlich, dass er darunter leidet. Daraus macht der Film aber selten etwas, unser Held ist stark und wenn er schwach gezeigt wird, dann zu schwach und man nutzt er auch nur für dramatische Momente oder um Spannung aufzubauen. Im Verlauf der Handlung schwankt seine Unsterblichkeit sogar. Sodass man als Zuschauer hin und her gerissen wird. Ist Manji nun die Killermaschine, die wir brauchen oder bietet er noch mehr. Dabei kratzt die Handlung aber immer nur an der Oberfläche des Charakters und bietet kaum Tiefe. Seine Vergangenheit wird kaum thematisiert und wenn nur ganz schnell.

Von Rin erfahren wir mehr aber auch hier scheint es viel mehr zu geben. Die Verbindung zu den Bösen und was wir da erfahren. Es ist ein Hass der Generationen überdauert. Dabei sieht sie aus wie die Schwester von Manji. Es ist auch der Grund warum er ihr hilft. Dabei fängt Blade of the Immortal gut an und führt beide Charaktere ein. Auch das erste Aufeinandertreffen der Beiden ist interessant. Die mysteriöse alte Frau scheint hier am Schicksalrad zu drehen. Dazu tauchen auch ein paar Gegner auf die interessant wirken. Dazu gibt es auch eine Mythologie von der man mehr wissen will aber man erfährt nichts. Es ist vielleicht auch der Vorlage geschuldet, dass man für einen Film viel Handlung streichen musste.

Auf der Seite der Bösen, versucht man auch nicht nur das Böse zu zeigen, sondern auch die Beweggründe. Hier kann man als Zuschauer mitfühlen und verstehen, warum sie es tun. Es sind eherenvolle Gründe, also zum Teil, das töten von Unschuldige gehört nicht dazu. Doch sie wirken wie echte Menschen. Es gibt auch hier immer wieder neue Charaktere, es ist halt typisch für diese Art von Genre, doch obwohl der Film über zwei Stunden geht, lernt man zu wenig über alle Charaktere. Es ist alles nur oberflächlich erzählt.

Action

Ein Film wie Blade of the Immortal verspricht natürlich sehr viel Action und das geht am Anfang schon los, doch nach und nach nimmt man das Tempo etwas heraus. Man baut das Finale auf, doch durch die Wendung wirkt das alles sehr merkwürdig. Es kommt einfach aus dem Nichts und ist wohl nur dafür da, dass man viele Gegner hat. Man drehte für diese Szene auch sehr lange, wohl drei Wochen. Das merkt man dann auch. Manji kämpft sich durch eine große Anzahl von Gegnern. Dabei merkt man auch, dass Takashi Miike den Umgang mit Samurai Filme im Blut hat. Doch irgendwas fehlt, bei all der härter der Actionszenen, fehlt irgendwas. Man hat sich nach 131 Minuten satt gesehen von dem was da passiert.

Die Samurai Action in Blade of the Immortal ist gut. Manji zeigt sein können mit vielen Waffen. Auch seine Gegner haben einiges drauf. Hier sorgt man für Abwechslung. Nur leider scheint man aber nicht immer die Ideen zu haben. Man führt ein paar Gegner ein, die dann wieder auftauchen. Man hat ja noch nicht genug Gegenspieler. So hat man im Finale vier Fronten und alle kämpfen gegeneinander. Das wirkt sehr unnötig und tut dem Tempo des Films nicht gut. Dabei ist Miike bekannt, lange Showdowns zu haben und das Figuren kämpfen. Auch bei Blade of the Immortal deutet alles darauf hin. Da aber so viele Nebenhandlung zusammenfließen, gibt es immer wieder Unterbrechungen von der Action.

Irgendwie hat man sich den Film auch blutiger vorgestellt, dabei spritzt hier und da auch etwas Blut aber irgendwie denkt man doch immer wieder. Das es hier wohl mit übertriebenen Blutfontänen besser ankommen könnte. Es würde zu dem Fantasysetting mehr passen, als dieser Realismus in der Gewalt. Manji scheint gar kein Blut zu haben, wenn er ein Körperteil verliert. Auch Gegner sind sehr Blut arm wenn sie getroffen werden. Man blutet nur wenn es gerade wichtig für die Handlung ist.

Optik

Der 100. Film von Takashi Miike und immer noch dreht er Filme über Außenseiter und noch immer sehen seine Filme sehr unterschiedlich aus. Seine Anfänge im V-Cinema wo alles Wild war, sind zwar längst vorbei aber man merkt sein Talent und seine Bilder. Bei Blade of the Immortals, sieht man das er schein paar Filme mit Samurais gedreht hat. Hier und da wirkt der Film zwar etwas zweckhaft aber bei dieser Größe, kann man wohl nicht von ihm verlangen, dass man abgefahren Kamerafahrten bekommt. Das machen andere Regisseure. Jedenfalls sieht der japanischen Spielfilm wirklich gut aus und man bekommt viele schöne Bilder geboten.

Die Action ist auch gut in Szene gesetzt, könnte an manchen Stellen aber dynamischer sein. Filme wie die Rurouni Kenshin Reihe zeigte, dass man die Samurai Action sehr gut mit Bildern einfangen kann. Doch auch bei Blade of the Immortal bekommt man einiges geboten. Alleine der Anfang der in monochrom gehalten ist und man so sieht, was Vergangenheit ist und man so auch an die Anfänge des Samuraigenres erinnern will. Im Verlauf des Films werden die Rückblenden auch immer farblos gehalten, sodass man einen Unterschied und auch Kontrast zur Gegenwart des Films hat.

Der Film fängt aber auch die Landschaft schön ein und vor allem auf dem Weg zum Finale im Wald gibt es ein paar schöne Aufnahmen und zeigt die Ruhe vor dem Storm perfekt. Auch davor hat Blade of the Immortal tolle Bilder. Hier merkt man sehr deutlich die Wandlung von Takashi Miike. Dennoch fängt er auch sehr gut ein, das Manji und Rin Außenseiter sind, wie alle Figuren im Film. Daran hat sich nichts geändert.

Fazit:

Blade of the Immortal ist der 100. Film von Takashi Miike und er zeigt sein können. Leider ist der Film auf Dauer doch etwas zu langweilig und man bekommt zu viele Figuren gezeigt. Dabei wird kaum auf die Charaktere eingegangen und man erfährt zu wenig. Die Action stimmt, ist aber etwas zu unblutig für das Genre. Auch unterhalten wird man nicht immer. Dennoch ist es ein guter Film, nur hätte er besser sein können.

Blade of the Immortal

Movie title: Blade of the Immortal

Director(s): Takashi Miike

Actor(s): Takuya Kimura, Hana Sugisaki, Sôta Fukushi, Hayato Ichihara, Ebizô Ichikawa, Ken Kaneko, Takashi Kitadai, Kazuki Kitamura, Chiaki Kuriyama, Shinnosuke Mitsushima, Min Tanaka, Erika Toda

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Action - 6/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
6.8/10