Auch im Anime gibt es Horror und dieser ist wie man es aus Japan gewohnt ist immer etwas anders. Sei es die Atmosphäre oder die Handlung. Denn es gibt immer eine Legende und böse Geister. Auch in dem Spielgerne der Visual Novel gibt es Horrorspiele. Eins davon ist Corpse Party. Das hat neben zwei Live Action Filme auch ein Anime hervor gebracht. Hier natürlich nicht fürs TV gedacht, sondern als OVA veröffentlicht. Denn Corpse Party: Tortured Souls zeigt sehr deutlich, das man Splatter und düstere Atmosphäre im Anime transportieren kann. Heftige Gewalt und quälende Spannung gehen Hand in Hand. Dabei gibt es aber kein Humor, alles ist düster und als Zuschauer wird man in eine böse Welt gezogen. Doch können die vier Episoden wirklich überzeugen?

Die Handlung beginnt mit Naomi, sie wacht an einem fremden Ort auf. Wie ist sie dahin gekommen? Sie erinnert sich zurück mit anderen Freunden, wollten sie den Abschied von Mayu feiern, denn diese wird die Schule wechseln. Auch die Klassenlehrerin kommt vorbei. Man beschließt ein Freundesritual abzuhalten. Doch scheinbar gibt es einen Fluch und alle landen in einem Albtraum. Sie sind in einer Grundschule, die Grundschule, wo ein Lehrer vier Schüler umgebracht hat. Die Geister laufen noch durch die Gänge, doch warum können sich alle neun nicht sehen? Was ist hier los und gibt es ein Entkommen?

Harten Tobak bekommt man hier geboten mit Corpse Party: Tortured Souls. Man kann sich gar nicht vorstellen, ob man alles in der Live Action Version so umsetzen kann, was man hier sieht. Als Zuschauer leidet man mit den Figuren vier Folgen lang mit und erfährt so einiges. Dabei setzt man immer mehr auf die Spannung und Atmosphäre und sehr viele Splatterszenen. So ist der OVA Serie wasch echter J-Horror. Hier gibt es alles was man von diesem Subgenre kennt. Geistermädchen, ein unheimlicher Ort, eine Geistergeschichte und ein Fluch. Das alles ist verpackt in diesen vier Episoden.

©Team GrisGris / 5pb. Corpse Party Partners

Horror mit Schülern in Corpse Party: Tortured Souls

Was bei Corpse Party: Tortured Souls noch sehr verhalten anfängt in den ersten Minuten ändert sich schnell. Denn wir lernen erst mal alle Charaktere kennen, obwohl manche auch nur da sind, weil man ein Opfer braucht. Doch genau hier zeigt uns der Anime aber auch, niemand ist sicher. Es kann jeden Treffen. Wir haben zwar ein paar Charaktere die einen ans Herz wachsen, wie Naomi. Sie ist die Hauptfigur und immer wieder löst sie ein Rätsel nach dem anderen. Hier merkt man dann auch, dass die Vorlage ein Videospiel war. Doch die Handlung springt am Anfang immer zwischen den Figuren hin und her und manchmal taucht noch ein weiterer Charakter auf, von dem wir nicht wissen, wo er herkommt. Denn es ist eins der Mysterien des Films, warum landet man nach dem Ritual in dieser verfluchten Grundschule.

Hier baut man die Spannung auf und nach und nach bekommt man auch neue Informationen. Dabei wird aber klar, dass es wohl aus dieser Horrowelt kaum ein Entkommen gibt. Denn sie müssen sehr viele Aufgaben erledigen und alles ist sehr verschachtelt. Dabei können bei Corpse Party: Tortured Souls auch die Schüler die an der verfluchten Grundschule landen durchdrehen. Das zeigt man uns auch deutlich. Ihn ist sogar noch klar, dass etwas nicht stimmt. Wie ein Schüler, der mit seinem Handy Bilder der Leichen macht und sich langsam daran aufgeilt, dieser bemerkt schnell das etwas nicht mit ihm stimmt, doch er kann dieser Dunkelheit nicht entkommen. Hier kommt es auch zu ein paar Wendungen.

Ansonsten ist der Charakteraufbau der Handlung sehr typisch für einen Horrorfilm. Es gibt die Charaktere die einem als Zuschauer egal sind und dann wachsen einem einige auch ans Herzen und hier sterben auch welche. Man erfindet das Genre mit Corpse Party: Tortured Souls sicherlich nicht neu aber man nutzt die Elemente geschickt und natürlich gibt es auch ein kleines Mädchen mit langen schwarzen Haaren. Es ist immer noch japanischer Horror. Das Ende ist bitterböse, man hat wohl nur die bösen Enden des Spiels benutzt, was für eine Animeumsetzung auch besser ankommt. Ein Happy Ende wird zu dieser OVA Reihe nicht passen.

Horror, Splatter, Ekel

Wie schon erwähnt, ist Corpse Party: Tortured Souls sehr grafisch in vielen Szenen und nutzt den Horror und Ekelfaktor sehr aus. So wird mancher Zuschauer immer wieder schockiert sein über das was er hier sieht. Fängt alles am Anfang noch relativ harmlos an, so geht es in der ersten Folge aber auch schon los, mit Leichen, Blut und Gedärm. Dazu wird eine Schülerin von einem Schwarzen Nebel fast vergewaltig, hier will er wohl nur von ihr Besitz ergreifen. Das ganze wird später auch aufgelöst, was das alles sollte. Später findet diese Schülerin auch einen Eimer voller Gedärme und auch eine Leiche. Im Verlauf der vier Episoden steigert sich das alles noch und als Zuschauer bekommt man sehr viele heftige Szenen geboten.

Man muss sich bei diesem Anime auf einiges gefasst machen. Denn der Horror und die Spannung steigen auch an. Dazu die unheimliche Atmosphäre der verfluchten Grundschule. Dabei ist aber bei der letzten Folge etwas die Luft raus und man fiebert zwar noch mit aber alle Rätsel sind gelöst und wir wissen über alles bescheid. So ist da nur noch die Hoffnung und die wird einem genommen. Es ist der letzte Schrecken, der noch mal sitzt und das ohne eine Auflösung. Man wurde zwar darüber informiert, dass es Konsequenzen geben könnte. Doch das sie so ausgehen würden, hätte sicher niemand gedacht.

Sollte man einen schwachen Magen haben und vielleicht ein Problem mit heftigen Szenen haben, muss man sehr oft bei Corpse Party: Tortured Souls die Augen schließen. Denn man bekommt einiges gezeigt. Wie schon erwähnt gibt es sehr viele Splatterszenen aber auch beim Horror gibt es einiges zu ertragen. Da es sich auch noch um Kinder dreht, könnten manche noch empfindlicher darauf reagieren. In diesem Punkten macht der Anime wirklich keine Gefangenen.

©Team GrisGris / 5pb. Corpse Party Partners

Animation und Optik

Man sieht Corpse Party: Tortured Souls an, dass es eine OVA ist und man hier und da etwas mehr Geld hatte. So ist die Animation schick aber an manchen stellen merkt man, dann doch immer noch die unterschiede zu anderen Produktionen. Man gab sich aber sehr viel Mühe bei den Details, alleine die verfluchte Grundschule und die Dimensionen, es gibt viele kleine Details zu entdecken. Auch bei Charakteren. Eine trägt eine Pentagramhaarspange. Natürlich auch bei den Splatterszenen gab man sich sehr viel mühe. Hier ist man sehr grafisch geworden und achtet auf viele Details. Auch bei den Eingeweiden die rumliegen, kann man Details entdecken und auch bei den Leichen. Man merkt wirklich, dass es ein Horroranime ist.

Auch die Kamerafahrten sind gelungen und erzeugen viel Spannung und Atmosphäre. Nur der Schnitt ist manchmal etwas merkwürdig. Man schneidet immer wieder sehr schnell hin und her. So sieht man etwas nur für einen Bruchteil einer Sekunde, das macht man vor allem bei Szenen, wo etwas aufgelöst wird oder etwas passieren wird. Es ist vielleicht ein Stilmittel aber sorgt doch immer wieder etwas für Verwirrung. Auch gibt es ab und an ein paar Aufnahmen von Pantsu, ob das nun Fanservice ist oder einfach etwas den Erotikanteil bei diesem Horroranime anheben soll, bleibt unbeantwortet.

©Team GrisGris / 5pb. Corpse Party Partners

Fazit:

Corpse Party: Tortured Souls ist eine gelungene Umsetzung des Videospiels. Dabei macht man keine Gefangenen und setzt auf viel Horror und Splatter und schockt so seine Zuschauer. Die vier Episoden der OVA sind gelungen und man will wissen wie es ausgeht. Dabei wird man mit vielen Eingeweiden konfrontiert und viele Spannungsmomente. Am Ende schwächelt der Anime zwar etwas aber kommt mit einem bitterbösen Ende daher.

Corpse Party: Tortured Souls

Movie title: Corpse Party: Tortured Souls

Director(s): Akira Iwanaga

Actor(s): Hiro Shimono, Tetsuya Kakihara, Yûichi Nakamura, Satomi Arai, Tomokazu Sugita, Ayano Yamamoto, Rina Satô, Hiromi Igarashi, Eri Kitamura

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 8/10
    Animation - 8/10
  • 8/10
    Synchronisation - 8/10
  • 8/10
    Spannung - 8/10
  • 8/10
    Horror - 8/10
  • 7/10
    Ekel - 7/10
7.7/10