Der Pinku Eiga kann in alle möglichen Richtungen gehen und wurde an dieser Stelle auch schon oft besprochen. Ein eigenes Genre, was keine Genregrenzen kennt. Diese nur in Japan existierende Genre ist immer speziell und so ist es kein Wunder, das man von politischen Filmen bis hin zu sozialkritischen Filmen alles finden kann. So auch Biopics, denn New Tokyo Decadence: The Slave basiert auf dem Leben von Hauptdarstellerin Rinako Hirasawa und wie sie zum BDSM fand und was in ihren jungen Jahren alles passiert ist. Dabei spielt sie wie erwähnt auch die Hauptrolle und erzählt uns aus dem Off ihr Leben. Als Zuschauer bekommen wir so einen Einblick in das Leben einer Frau die gern als Sklavin lebt, dabei lässt man nichts aus und zeigt höhen und tiefen.

Die Handlung beginnt mit Rina, wie sie gefesselt und nackt an einem Baum hängt und über ihr Leben nachdenkt. Wie sie dahin gekommen ist, erfahren wir am Ende der Geschichte. Am Anfang steht ihr Weg zu einer Sklavin und wie sehr es liebte. Es geht los da ist sie noch eine High School Schülerin und wird von ihrem Mathelehrer benutzt und sie genießt es. Nach der Schule arbeitete sie während ihres Studiums in einem SM Club und lernt dort auch die Seite als Dom kennen. Als sie ins Berufsleben einsteigt, fängt sie eine BDSM Beziehung mit ihrem Boss an und hier erfahren wir viel über sie und ihr Leben und was alles passiert ist.

In knapp 60 Minuten wird das Leben von Rinako Hirasawa erzählt. Dabei erleben wir als Zuschauer sehr viel. Diese Kompaktheit nimmt aber manchmal aber den Raum um den Charakter richtig zu zeigen, wir lernen zwar viel von ihr und was alles passiert ist. Doch irgendwie hätte man sich hier doch etwas mehr gewünscht. Doch es ist ein Pinku Eiga und so konzentiert man sich sehr oft auf das Bondage und den BDSM Anteil der Geschichte, so gibt es viele Szenen die genau das zeigen.

Das wahre Leben schreibt die besten Geschichten auch bei New Tokyo Decadence: The Slave

Erfahrungsberichte aus der BDSM Szene gibt es viele, meist es sehr romantisiert und man lässt die Tiefpunkte aus. Denn die Person will halt nur das Beste von sich zeigen, dabei ist man als Zuschauer oder Zuhörer gefragt, denn ist der Tiefpunkt den die Person gerade erlebt gewollt und gefällt ihr oder ist es wirklich unschön. Auch in New Tokyo Decadence: The Slave bekommen wir die Geschichte von Rina ungefiltert erzählt. Natürlich lässt man hier viele kleine Details aus und zeigt nur Auszüge aus dem Leben und Erfahrungen. Denn in 61 Minuten kann man halt nur das Wichtigste zeigen und sich darauf konzentrieren. Wir bekommen aber einen guten Einblick in die Erfahrung von Rinako Hirasawa.

Schon am Anfang erfahren wir nicht, wie es zu der Beziehung mit dem Mathelehrer kam, wer von Beiden hat angefangen und warum tat sie es? Es geht damit los, das wir nur erfahren, dass sie sich einmal die Woche mit ihm trifft und sie dann Sex haben, dabei fing er an sie zu fesseln, Bondage ist ein fester Bestandteil dieser Geschichte und ihr gefiel es die Rolle der Unterwürfigen einzunehmen. Auch der Ausflug in dem SM Club wird nur kurz behandelt. Man weiß halt nicht, wie weit Rinako Hirasawa wirklich am Drehbuch beteiligt war und wie viel Wahrheit in der Geschichte steckt.

Der Großteil der Handlung von New Tokyo Decadence: The Slave dreht sich dann um die Beziehung von Rina zu ihrem Boss und was sie dort alles erlebt hat. Hier bekommen wir Einblick in das Privatleben des Paars und die Wünsche und Vorstellungen. Dabei auch das nicht immer alles Gold ist was glänzt und das manches einen an seine Grenzen bringt und dieser Lebensstil sicherlich auch viel mit einem macht emotional und man am Ende wirklich seine Grenzen kennen muss.

Bondage, BDSM, Fetisch, Paipan und mehr in diesem Pinku Eiga!

In der westlichen Welt wird BDSM im Film und die Beziehung dazu sehr romantisiert und der Mann führt die Frau einfach ein und meist ist es eher mehr schlecht als Recht, weil man zu Prüde ist, Details zu zeigen oder die Wirklichkeit. Es gibt zwar ein paar Ausnahmen, doch meist denken die Leute so was ist mehr Porno als Film, das Porno auch nur ein Filmgenre ist gehört zu einer anderen Diskussion und nicht an diese Stelle. Jedenfalls in New Tokyo Decadence: The Slave werden wir wie die Hauptfigur Rina langsam in die Welt eingeführt. Ok, nach der ersten Szene, die schon darauf hindeutet, wohin die Reise gehen wird. Denn die Vorlieben von Rina sind klar und man merkt auch was ihr Spaß macht und sie mag es zu leiden.

Im Verlauf des Films lernen wir aber auch einige Methoden des Bondage und der Dom Sub Beziehung kennen und erfahren mehr über Rina. Fangen wir mit dem Offensichtlichen an, sie macht Paipan, etwas was auch in Japan vorkommt, obwohl natürlich in der filmischen Welt, gern das Schamhaar gezeigt wird, als Rebelion und weil es halt nicht wirklich erlaubt ist zu zeigen. Rina ist da anders, sie rasiert sich und ist Schamhaarlos, mehr bedeutet Paipan auch nicht. Es gibt auch eine Szene im Bad wo sie sich rasiert, als bedient man hier wieder einen Fetisch. Im Verlauf von New Tokyo Decadence: The Slave gibt es aber noch mehr zu sehen, was die Grenzen des Üblichen in einem Pinku Eiga etwas sprengt, vielleicht hatten wir auch nur die internationale Version bekommen. Denn es gibt eine Szene, wo Rina ohne Höschen auf Arbeit gehen muss und sie hat nur eine Strumpfhose an. Vielleicht rettet dieser Fakt die Szene vor Zensur. Immer wenn ihr Boss es will muss sie die Beine spreizen und hier gibt es immer wieder Nahaufnahmen von dem und wir erkennen einige Details, auch das es sie anmacht und sie feuchter wird.

Es gibt aber auch viel Bondage, Japan ist bekannt für seinen kunstvollen Umgang damit und nennt es Shibari. Hier kommen aber auch Kerzen mit ins Spiel. Spätesten bei dieser Szene merkt man, dass Hauptdarstellerin Rinako Hirasawa wirklich auf das steht, was wir sehen. Denn wer sich in den Mund heißes Kerzenwachs laufen lässt und auch auf den Körper, ist entweder bereit alles zu tun für einen Film oder mag es. Man merkt auch deutlich, dass der Film schon von 2007 ist, denn es gibt auch immer wieder Szenen, wo Sperma auf dem Körper trifft, wir sehen natürlich nie einen Penis aber dennoch kommt es einen Cumshot gleich. So bewegt sich New Tokyo Decadence: The Slave zwischen den Grenzen.

Optik

Wenn man sich New Tokyo Decadence: The Slave anschaut, fällt auf, dass das Bild eine gute Qualität hat, das liegt auch daran, dass man hier auf 35 mm gedreht hat. So wirkt alles wie ein echter Kinofilm und auch sonst gab man sich viel mühe, dass alles etwas besser aussieht als ein schnell abgedrehter Pinku. Obwohl die meisten in 14 Tage oder weniger abgedreht werden, viele auch schon zu der Zeit auf Video. Hier hebt sich der Film etwas von der Masse ab und zeigt deutlich auch seine Stärken bei den Bildern. Denn man benutzt auch unterschiedliche Stilmittel, wenn Rina heiratet, dann wirkt das alles eher wie Fotoaufnahmen und 8 mm Bilder der Hochzeit. Man merkt auch deutlich den Unterschied in den Farben, wenn sie ein normales Leben führt, alles wirkt so eintönig und grau.

Es gibt sogar Szenen, welche ohne Schnitt auskommen oder länger gezeigt werden. Im SM Club zum Beispiel, wenn Rina als Domina arbeiten muss, kommt die Szene komplett ohne Schnitt aus. Das wirkt natürlich so, als ob wir wirklich dabei sind und es beobachten. Das verleiht New Tokyo Decadence: The Slave diesen Realismus anspruch. Denn wir erleben ja eine Geschichte, die auf dem Leben der Hauptdarstellerin beruht.Auch bei der Szene mit dem Wachs wird schnell deutlich, dass es sich um keine Spezial Effekt handelt.

Fazit:

New Tokyo Decadence: The Slaveist ein interessanter Pinku Eiga und ein toller Einblick in das Leben einer Frau, die als Sklavin lebt. Leider sind 61 Minuten doch etwas kurz für diese Art von Film. Dennoch erfahren wir sehr viel und er zeigt deutlich, wie weitreichend die Welt ist und wie weit eine Person für ihren Herren geht. Am Ende ist einem aber Selbst überlassen, wie man es bewertet, nicht alles ist so Positiv und nicht alles ist so schlecht. Man muss seine Grenzen kennen und der Film kann einige sicherlich auch die eigenen Grenzen bringen.

New Tokyo Decadence: The Slave

Movie title: New Tokyo Decadence: The Slave

Director(s): Osamu Satô,

Actor(s): Tarô Araki, Komari Awashima, Naoyuki Chiba, Rinako Hirasawa, Kikujirô Honda, Shinji Kubo, Yui

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Erotik - 7/10
7.5/10
Sending
User Rating 0 (0 votes)
Comments Rating 0 (0 reviews)