Pinku Eiga, Yadayadayada. Ok, nein so kann man keine Review anfangen. Jedenfalls nicht hier oder doch? Denn als Stammleser kennt ihr sicherlich die Einleitung die nun folgen wird. Der Pinku ist ein Genre was es nur in Japan gibt und es kann alles passieren. Wir haben Horror, Action, Comedy oder auch Drama dabei. Die Filme selbst gehen meist nur ungefähr eine Stunde und waren einst auch für viele Regisseure ein Mittel um ihre Ideen zu zeigen. Dabei wurde man auch politisch. Immer wird aber im kurzen Zeitraum mit beschränkten Mitteln gedreht und immer auf echten Film, da die Streifen auch in den japanischen Kinos gezeigt wurden. Manchmal hat man auch ein Film wie A Lonely Cow Weeps at Dawn dabei, welcher den Zuschauer auch herausfordert. Denn er ist mehr als der typische Pinku Eiga.

Die Handlung dreht sich um die junge Witwe Noriko, die lebt mit ihrem Schwiegervater zusammen. Dieser leidet aber an einer kognitiven Störung und vergisst langsam alles. Doch er erinnert sich immer noch an seine Lieblingskuh Hanako. Damit er wenigsten noch eine Freude hat, tut Noriko jeden Morgen so, als wär sie die Kuh und lässt sich von ihrem Schwiegervater melken. Dieser scheint es nicht zu merken. Doch als seine Tochter auftaucht, gerät alles aus den Fugen und langsam wird es wohl Zeit für die Wahrheit, denn die Vergangenheit holt alle langsam ein.

Bei A Lonely Cow Weeps at Dawn haben wir es mit einem waschechten Drama zu tun, dabei versucht der Film aber seine Pinku Eiga wurzeln nicht zu verstecken, sondern nutzt sie perfekt für Handlung. Denn Noriko und was sie macht ist auch sehr eigennützig. Dazu das auftauchen der Tochter und ihr Freund, das ganze Vorhaben. Hier spielt man den typischen Elementen eines Familiendramas. Denn bis man erfährt was mit dem Sohn und der Kuh passiert ist, dauert es doch etwas und das obwohl der Film gerade mal 60 Minuten geht.

Viel Drama in A Lonely Cow Weeps at Dawn

Da es nirgendwo geschrieben steht, was ein Pinku Eiga sein muss, so ist alles möglich. Das zeigt A Lonely Cow Weeps at Dawn sehr deutlich. Würde man den Sex streichen und die Charaktere etwas mehr entwickeln, hätte man ein sehr düsteres Familiendrama, welches zeigt was man mit alten Menschen macht. Dabei wird man aber auch sozialkritisch und man versucht die Vergangenheit aufzuarbeiten. Am Ende ist der Zuschauer etwas am Boden zerstört, denn ein Happy End gibt es nicht. Es sind all diese Punkte, was dem Film ausmachen und wahrscheinlich auch warum er so beliebt ist und als einer der besten unter den Pinku Eigas gezählt wird.

Die Beziehung von Noriko und ihrem Schwiegervater ist eine besondere und das wird uns als Zuschauer nach und nach auch klar. Denn während wir als Zuschauer am Anfang nicht wirklich verstehen, warum das alles passiert, wird es uns schnell erzählt. Hier fängt dann A Lonely Cow Weeps at Dawn auch an seine Charaktere zu entwickeln und man zeigt uns was passiert ist. Es ist vielleicht auch nur ein Trauma, was beide verarbeiten müssen. Dabei scheint Hanako auch ein Sinnbild für den verstorbenen Sohn zu sein. All das wird uns erklärt und am Ende erfahren wir auch eine Erklärung für den Namen des Films. Es macht alles Sinn.

Die Nebencharaktere werden auch gut eingeführt, die Tochter die seit 10 Jahren nicht mehr da war, will eigentlich die Farm verkaufen aber natürlich ist mit einem demenzkranken Vater doch schwerer eine Unterschrift zu bekommen. Auch ihr Freund will helfen. Beide führen nichts gutes im Schilde. In Dialogen erfährt man auch mehr über ihre Vergangenheit und man merkt die Tochter hat auch so einige Probleme und sie mag das Land nicht und will zurück nach Tokyo. Dabei fällt aber auch auf, dass man sich doch um den Vater sorgt.

Erotik

Kann ein Film wie A Lonely Cow Weeps at Dawn auch erotisch sein? Ja! Er kann es. Denn man schafft es zwischen all der schwermütigen Handlung auch noch Sex unter Zubringen und das nicht gezwungen. Sondern schon der Fetisch des Melkens wird hier mit eingebaut und scheinbar hat Noriko doch gefallen gefunden an dem was dort passiert. Selbst unter Alkohol und Drogen, wenn der Wecker um 5 Uhr morgens klingelt macht sie sich dafür bereit. Das rettet sie wohl auch vor einer Vergewaltigung. Doch ihren eigentlichen Höhepunkt darf sie erst am Ende des Films haben. Bis dahin, dürfen alle Nebencharaktere ran. Es gibt aber auch eine Masturbationsszene des Vaters.

Der Sex im Film ist normal, neben den schon angesprochenen Fetisch ist alles normal, ein paar Aufnahmen von weißen Schlüpfern noch und sonst hat man den typischen Sex. Dabei ist alles aber immer erotisch oder anregend. Denn die Figuren scheinen spaß zu haben. Außer sie sollen es nicht haben, das merkt man als Zuschauer auch sehr deutlich. Dennoch ist alles sehr erotisch gehalten und man versucht nach nicht die Tabus des Pinku Eigas zu brechen, denn man legt mehr Wert auf die Handlung von A Lonely Cow Weeps at Dawn.

Optik

Wir hatten es ja schon oft, ein Pinku Eiga ist eine kleine Produktion mit wenig Geld, schnell gedreht aber immer auf Film. Auch das sieht man A Lonely Cow Weeps at Dawn etwas an. Doch mehr noch merkt man das Talent des Regisseur und das er eine Geschichte erzählen will und dies auch mit seinen Bildern. So sehen wir eine trostlose Landschaft und Nebel und dann einen Kuhstall und wie Noriko hier auf allen vieren ist und so tut als wär sie Hanako. Im Verlauf des Films sehen wir auch andere Bauern, wie sie versuchen etwas anzubauen. Als Zuschauer merkt man schnell, dass man hier nicht die Schönheit der Großstadt sieht oder eine romantische Version des Landes. Nein, wir sehen einen ruhigen und trostlosen Ort, hier gibt es keine Hoffnung. Sondern nur das Monotone wiederholen von Dingen.

Auch bei den Sexszenen hält man sich manchmal mit Symbolen nicht zurück, wenn die Schwester auf ihren alten Liebhaber trifft, so verdecken zwei Yen Scheine ihren Blowjob und natürlich geht der Dialoge der Beiden auch um Geld aber auch um was vor 10 Jahren noch so passiert ist. Auch bei anderen erotischen Szenen versucht man so viel zu zeigen wie geht, ohne dabei irgendwie gewagt zu sein, man spielt mit dem was man darf und das funktioniert gut und führt zu einigen interessanten Kameraeinstellungen.

FAZIT:

A Lonely Cow Weeps at Dawn ist ein sehr interessanter Vertreter des Pinku Eiga und zeigt was man alles in einer Stunde Film zeigen kann. Hier trifft Familiendrama auf Erotik. Eine Mischung die merkwürdig klingt aber sehr gut funktioniert.

Movie title: A Lonely Cow Weeps at Dawn

Director(s): Daisuke Gotô

Actor(s): Ryôko Asagi, Hidehisa Ebata, Haruki Jô, Sakura Mizuki, Seiji Nakamitsu, Hôryû Nakamura, Toshimasa Niiro, Yumeka Sasaki

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 6/10
    Erotik - 6/10
7.0/10
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