Die Hammer Film Studios sind legendär und haben sehr viele bekannte und berühmte Gothic Horrorfilme gedreht und waren Jahrzehnte lang, so sehr gefragt. Auch wagten sie sich immer wieder in andere Genres. Anfang der 60er brach eine Welle der psychologischen Thriller los, das lag vor allem an Psycho von Alfred Hitchock hat sein Film das Genre doch umgekrempelt und zeigte neue Einblicke in das Böse. Natürlich wollte jeder ein Stück vom Kuchen haben, so beauftragte Universal die Hammer Film Studios, doch auch solche Filme zu drehen. Einer von ihnen ist das Haus des Grauens und zeigt deutliche Anleihen bei Hitchock. Dabei drehte man den Film in monochrom und zeigte so deutlich ein Spiel mit Licht und Schatten. Jahrzehnte Später machte sich Anolis auf den Film in HD zu veröffentlichen aus ihre Nummer 20 in der Hammer Film Reihe.

Wie immer bei Anolis hat man ein tolles HD-Master bekommen, was den Film in seiner wundervollen Pracht zeigt, auch die Extras sind interessant. Ein Making of, was die Entstehung des Films beleuchtet und man mit Interviews der Macher unterlegt. Sehr interessant, wer mehr über den Film wissen will und wie die Macher dazu gekommen sind. Auch ein Audiokommentar gibt und hier erfährt man auch viele weitere Informationen zu dem Film. Ansonsten gibt es noch ein Trailer und viel Bildmaterial und Werberatschläge aus verschiedenen Ländern.

Doch wie ist der Film und lohnt es sich noch einen so alten Psychothriller zu schauen? Kann das Haus des Grauens auch nach all den Jahren überzeugen. Ist es vielleicht eine Perle der Hammer Film Studios, über die kaum gesprochen wird? Wir werden es in dieser Review versuchen zu beleuchten und Euch etwas zu erhellen.

Haus des Grauens und der Terror von Innen

Die Handlung von das Haus des Grauens beginnt mit einem Gottesdienst und hier lernen wir gleich die wichtigsten Charaktere des Films kennen. Denn es dreht sich alles um die Geschwister Eleanor und Simon Ashby, welche bei ihre Tante Harriet leben, haben sie vor elf Jahren ihre Eltern verloren und drei Jahre später brachte sich ihr Bruder Tony um. Doch in der Kirche sieht Eleanor jemanden, der wir ihr Bruder aussieht. Niemand glaubt ihr, alle denken sie sei verrückt. Auch ihr Bruder Simon, welcher nur trinkt und sein vermögen verschwendet. Doch er scheint noch einen anderen Plan zu haben. Als Eleanor auch noch versucht umzubringen, wird sie von der Person gerettet. Er stellt sich als Tony Ashby vor, ist es wirklich der totgeglaubte Bruder oder ist er ein Betrüger?

Man merkt dem Film sehr deutlich an, in welcher Zeit er entstand. Denn alles wird sehr ruhig und langsam erzählt. Dabei baut man auch die Spannung auf. Denn immer wieder gibt es eine neue Wendung und eine neue Information für den Zuschauer. So bleibt man bei der Stange, denn man will wissen, was als nächstes passiert. Dabei merkt man auch sehr deutlich, das einige Charaktere ein paar Probleme haben. Vor allem Simon, der am Anfang noch wie ein Lebemann wirkt und sehr gern mal einen trinkt, hier erfährt man schnell, er schmeißt das Geld einfach zum Fenster raus und sein Treuhandverwalter muss das alles irgendwie bereinigen. Hier merkt man dann auch die Kritik an den Reichen, denn hier zählt noch ein Name etwas. Dabei geht es auch um das ansehen. Doch die heile Welt der Familie Ashby bröckelt schnell.

Als Zuschauer merkt man auch schnell, dass die Bedrohung von innen kommt und irgendwer in dem Haus ein falsches Spiel spielt. Obwohl das wohlmöglich fast alle tun und man hier eine Wendung nach der anderen präsentiert bekommen. Im Finale drifte der Film dann auch noch etwas in das Horrorgenre ab und bringt eine weitere Wendung mit sich. Hier wird dann klar, wo man bei Hitchcock abgeschaut hat und irgendwie ist man etwas allein gelassen. Denn es macht nicht alles sinn am Ende.

Etwas Psychoterror und andere kleine Probleme

Da der Film lose auf das Buch Der Erbe von Latchetts von Josephine Tey, sind wohl Teile der Handlung der Romanvorlage zu zuschreiben. Dennoch geht Haus des Grauens irgendwann kurz vor dem Finale die Puste aus. Obwohl man wirklich Spannung hat, so ist die Auflösung merkwürdig und sehr vorhersehbar. Man malt sich als Zuschauer aus, wie es enden könnte und welche Wendung noch kommt. Dabei ist es dann doch sehr typisch für das Genre und man zu nah an Psycho von Hitchock dran. Das ist natürlich nichts schlimmes. Man muss auch bedenken, wann der Film entstand. Dennoch ist das Finale eine kleine Enttäuschung.

Es gibt auch eine kleine Bedrohung von außen aber diese hat eher mit einer anderen Wendung zu tun. Hier baut man auch die Spannung auf und irgendwie vergisst man dann auf halber Strecke, dass diese Wendung da war und man verrät es auch viel zu schnell. Als Zuschauer fragt man sich dann eher, warum zeigt ihr mir das jetzt schon. Denn viel kommt danach nicht mehr. Wir wissen, dass eine Person ein falsches Spiel spielt und die wird uns dann auch noch als der Held am Ende verkauft. Das passt irgendwie nicht und schwächt die Handlung weiter ab. Der ganze Terror der im Film passiert ist immer sehr kurz und man beobachtet so eigentlich nur eine Familie, die viele Probleme hat aber am Ende gibt es dann doch irgendwie ein Happy End.

Optik

Bei den Bildern merkt man als Zuschauer natürlich auch, dass hier ein etwas ältere Film vor einem ist. Obwohl Regisseur Freddie Francis ein Händchen für den Thriller hat, zeigte er auch bei Der Satan mit den langen Wimpern sein können. So merkt man hier deutlich, dass alles sehr ruhig gedreht wurde und die Kamera sich auch immer mal etwas bewegt. Gleich am Anfang in der Kirche, bewegt sich die Kamera und zeigt uns alle wichtigen Figuren. Im Verlauf von das Haus des Grauens, setzt man sie auch immer wieder gut ein, soweit es damals möglich war. Viele Szenen lässt man aber länger laufen und ausspielen.

Auch das Spiel mit Licht und Schatten setzt man gut ein. Denn man nutzt das monochrome Material gut dafür. Wieder am Anfang, wenn Eleanor jemanden sieht, so sehen wir nur eine Person, auf die der Schatten fällt und erkennen nicht wer es sein soll. Diese Person taucht immer wieder auf und ist dabei dann auch schnell wieder verschwunden. Durch den Schnitt und die Kamera wirkt es so als würde Eleanor wirklich langsam verrückt werden. Es gibt auch ein paar Szenen mit Rückprojektion, vor allem wenn Menschen in einem Auto sitzen und so tun als würden sie fahren. Einen kleinen Stunt gibt es auch noch. Der sieht sogar für sein Alter immer noch gut aus.

FAZIT:

Haus des Grauens ist ein netter Psychothriller der ganz im Fahrwasser von Alfred Hitchcoks Erfolg mit Psycho schwimmt. Dabei aber auch unterhält und Spannung aufbaut, dazu gibt es viele Wendungen. Leider geht dem Film im Finale etwas die Luft aus.

Haus des Grauens

Movie title: Haus des Grauens

Director(s): Freddie Francis

Actor(s): Janette Scott, Oliver Reed, Sheila Burrell, Maurice Denham, Alexander Davion, Liliane Brousse, Harold Lang, Arnold Diamond, John Bonney, John Stuart, Sydney Bromley, Laurie Leigh

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
7.5/10
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