Anfang der 70er war der Giallo weltweit ein Hit und sehr beliebt und das Genre was es nur in Italien gab, beeinflusste nachhaltig die Filmemacher der Welt. Doch schon bevor Brian De Palma sich am Globel Giallo versuchte war man in Hongkong schneller. Denn man versuchte sich auch an dem Genre und das natürlich typisch für den Stadtstaat. Denn was machte Hongkong vor allem in den 70er Jahren berühmt? Genau der Martial Arts Film oder früher auch gern Eastern genannt. Wenn man also einen Giallo mit etwas Martial Arts mixt, was könnte dabei raus kommen? Die Antwort ist der Film Der Mann mit dem Karateschlag. Ein Produkt einer Zeit, die wohl nie wieder kommen wird, die traurige Geschichte von Filmen aus Hongkong ist eine ganz andere. Denn hier soll es um dieses Werk gehen, was leider sehr unbekannt ist. Dabei hat es mit Bolo Yeung ein sehr bekannten Namen in der Martial Arts Welt in einer kleinen Nebenrolle.

Die Handlung spielt in der Nachtklubszene von Hongkong, vor allem in einem Nachtklub. Denn immer mehr Mädchen werden getötet und keiner weiß wer der Killer ist. Eine Reporterin und ihr Freund ermitteln alleine. Sie haben einen verdacht, es könnte der Besitzer des Nachtklubs selbst sein. Doch auch ein Mann, der wohl allein in einer Höhle lebt und ein Sprachproblem hat, dafür aber perfekt in Kung Fu ist, kommt als Täter infrage. Währenddessen geht das Morden weiter. Kann der Täter gefunden werden?

Was haben wir denn hier? Der Mann mit dem Karateschlag ist einer der Filme, wo man echt denkt, das gibt es doch gar nicht. Doch es gibt ihn und leider ist er total unbekannt. Wenn man bedenkt, das viele Filme langsam wieder entdeckt werden. Hört man von ihm kaum etwas. Dabei hat er alles was man erwartet, viel nackte Haut, etwas Martial Arts und eine typische Giallo Handlung. Das alles spielt dann in Hongkong. Was will man eigentlich mehr?

Zwei Welten treffen aufeinander in Der Mann mit dem Karateschlag

Ein Giallo läuft immer nach demselben Schema ab, egal wie oft man einen schaut, es gibt Dinge die müssen einfach sein. Das geht los mit dem das man etwas sieht aber nicht genau weiß was. Manchmal ist aber auch der Killer hinter jemanden her oder mordet ganz bestimmt. Dabei sind aber immer die schwarzen Handschuhe und das Verwirrspiel wer der Täter ist. Das Ganze spielt aber immer in Italien, weil es ein Genre ist was es nur in diesem Land gibt. Dennoch wurde es auch auf der Ganzen Welt kopiert und 1973 tat man es auch in Hongkong. Denn anders kann man Der Mann mit dem Karateschlag nicht erklären. Denn anstatt einer typischen Handlung für einen Martial Arts Film, gibt es einen Giallo.

Im Verlauf der Handlung von Der Mann mit dem Karateschlag wird sehr schnell deutlich, dass man hier wirklich einen GIallo gedreht hat. Man begibt sich auf die Suche nach dem Täter und die Polizei spielt keine wirkliche Rolle, unsere Hauptcharaktere machen es alleine und dabei ist jeder mal verdächtig. Am Ende gibt es eine Auflösung, wer der Täter ist. Dazu gibt es aber auch Hinweise, man hält sich an das Argento Muster und zeigt einen Hinweis auf den Bösen in einem Bild, was er auch immer wieder sucht, doch man kommt nicht so schnell drauf. So baut man Spannung auf und zeigt uns dem Zuschauer, dass das auch in einer Stadt wie Hongkong funktioniert.

Auch die Charaktere sind sehr typisch für einen Giallo, hier hat man wirklich seine Hausaufgaben gemacht. Das einzige was an einem Film aus Hongkong erinnert ist, dass viele Charaktere einfach Kung Fu können und man kaum eine Waffe benutzt. Hier wird gekämpft. Der Mörder nutzt natürlich eine Rasierklinge, wenn man schon ein Giallo macht, dann richtig. Ansonsten ist die Handlung genretypisch und man bekommt ungefähr das was man einem Film mit dem Namen Der Mann mit dem Karateschlag erwartet. Obwohl der Hongkong Titel Killer in the Dark wohl passender ist.

Giallo und Martial Arts gehen Hand in Hand?

Man denkt natürlich auch bei einem Film aus Hongkong der in Deutschland den reißerischen Titel Der Mann mit dem Karateschlag hat, an einem Film wo viel gekloppt wird. Da erwartet man wohl einen falschen Film. Da man hier ja auch eher Kung Fu benutzt und nicht Karate aber die Verständigung von Kampfkunst in Deutschland ist immer etwas schwierig. Dazu ist der Film auch als Giallo ausgelegt und diese Elemente überwiegen dem Rest. Natürlich darf Bolo Yeung das machen was er am besten kann. Er zeigt kurz seinen muskolösen Oberkörper, der immer wieder erstaunlich ist und darf ein paar Typen verprügeln. Das muss dann auch bis ins Finale reichen. Hier wird etwas mehr geprügelt und das auch sehr unterhaltsam. Im restlichen Film gibt es noch eine Verfolgungsjagd die gut gemacht ist. Ansonsten ist es aber wirklich ein Giallo.

Man ist sogar sehr gewagt und nimmt hier auch viel Sex mit in den Film. So hat jedes Opfer vorher auch Sex. Das ist natürlich schon etwas vor dem Slasher und der Moral, wer Sex hat stirbt. Hier wirkt es aber eher wie ein Exploitationsfilm und das man hier ein paar nackte Frauen zeigen kann. Man bekommt wirklich etwas anderes geboten bei Der Mann mit dem Karateschlag und so mischt man fröhlich den Giallo und andere Genres in den Film um so den Zuschauer bei Laune zu halten.

Optik

Selbst bei der Kamera und Farbgestaltung hat man beim Giallo abgeschaut. Man kann es also nicht oft genug sagen, bei Der Mann mit dem Karateschlag hat man es mit einem Giallo zu tun. Es gibt viele Szenen die sind in rot gehalten, vor allem wenn es um Sex geht. Hier merkt man dann auch die Neonfarben, obwohl die existierende Version des Films nicht die beste ist. Zeigt sich schon deutlich, das man bei der Beleuchtung wirklich versucht hat den italienischen Film zu kopieren. Auch bei den Kamerafahren und Einstellungen. Man zeigt uns den Killer nicht, immer nur die Hand im schwarzen Handschuh und das Rasiermesser.

Obwohl manchmal der Schnitt sehr merkwürdig ist. Eine Szene erinnert auch dezent an Alfred Hitchock und seinen Film Psycho. Hier scheint man wohl auch dieses entdeck zu haben oder man kopierte einfach mehr bei Dario Argento, als man auf den ersten Blick sieht. Jedenfalls findet man viele Szenen wieder im Film, wo vielleicht auch das Master nicht das beste war. Bei den Martial Arts Einlagen hingegen ist man ganz traditionell und zeigt alles mit längeren Einstellungen. Es gibt eine Szene im Film, die ist aus der Ego Perspektive gedreht, welche uns wohl den Killer in einem Club zeigt, wie er Mädels an macht und dann etwas trinkt.

Fazit:

Der Mann mit dem Karateschlag ist eine kleine Perle und sehr unbekannte, leider. Denn man bekommt hier einen Giallo aus Hongkong geboten, der mit ein paar Martial Arts Einlagen, frischen Wind in das Genre bringt. Auch wenn der Film am Ende vielleicht einige schwächen hat, so unterhält er dennoch und man bekommt das was man von dem Genre erwartet.

Der Mann mit dem Karateschlag

Movie title: Der Mann mit dem Karateschlag

Director(s): Chan Tung-Man, Pecnai Naolod

Actor(s): Pailot Chaising, Christine Hui, Shan Kuai, Fong Yau, Gai Yuen, Hon Kwok-Choi, Bolo Yeung, Lily Chen Ching, Wat Sana, Pring Paparpoint, Mandare Sanky, Peter Chan

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
  • 3/10
    Action - 3/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
6.0/10
Sending
User Rating 0 (0 votes)
Comments Rating 0 (0 reviews)