The Virgin Psychics

Sion Sono und seine Filme, es ist eine Wundertüte und jeder Film ist irgendwie anders und immer wieder findet er ein neues Thema. Manchmal befasst sich der japanische Regisseur aber auch gern mit demselben. Denn es gibt auch Ähnlichkeiten, sei es die Moralvorstellungen in Japan und wie man mit Menschen umgeht, die pervers sind. Nirgendwo sonst auf der Welt, gibt es eine Kultur die jeden Fetisch befriedigt und man scheinbar alles bekommt. Die Freizügigkeit hat aber auch im Land der aufgehenden Sonne seine Grenzen, was die Zensuren in Filmen immer wieder zeigen. Auch seine Liebe zu Filmen zeigt er immer wieder. Auch hat er nun schon ein paar Live Action Filme zu Mangas gedreht. Bei The Virgin Psychics sogar öfters, denn bevor er 2015 einen Kinofilm aus dem Manga von Kiminori Wakasugi, drehte er 2013 mit anderen auch eine TV-Serie, sogar mit fast dem gleichen Cast.

Die Handlung dreht sich um den Schüler Yoshiro Kamogawa, der eines Abends mal wieder masturbiert und dabei an die eine denkt, die er sich versprochen hat und das schon im Bauch seiner Mutter, er weiß nicht wie sie aussieht und dennoch weiß er genau sie ist die eine für ihn. Doch dann erscheint ein blaues Licht als er gerade zum Höhepunkt kommt. Am nächsten Morgen ist seine Stadt verändert, Yoshiro kann die Gedanken von anderen Menschen lesen und immer mehr entdecken ihre Fähigkeiten. Mit anderen will er von nun an die bösen Psychics aufhalten. Doch das ist schwerer als gedacht.

Sion Sono schlägt mit The Virgin Psychics wieder zu und zeigt eine Welt, wo die Menschen ihre erotischen Gelüste ausleben wollen und das in der Öffentlichkeit. Dazu nutzt er aufnahmen von vielen weiße Baumwollhöschen. Doch auch noch mehr präsentiert er den Zuschauer. Es geht um die sexuelle Befreiung der Frau und das Thema, das auch das weibliche Geschlecht masturbiert und es perverse überall gibt. Das alles ist in einer Komödie verpackt.

© 2015 “The Virgin Psychics” Film Partners

Liebe, Sex, Erotik und Masturbation in The Virgin Psychics

Auch wenn das Hauptthema von The Virgin Psychics Sex ist und man sehr viele erotische Posen und viel nackte Haut sieht. So geht der Film nie ins Ganze. Dafür aber in den Dialogen, hier wird über Pornos geredet und man hört die Gedanken der Schüler, alle wollen nur Sex. Was norMal ist in dem Alter. Als Zuschauer fragt man sich am Anfang aber auch wo das alles hinführen soll. Denn man hat zwar den Erzähler aus dem Off, welcher die Geschichte erzählt. Doch es ist alles möglich, es ist ein Sion Sono Film und dieses Mal präsentiert er uns wieder eine Gruppe junger Menschen, die wissen, dass sie Außenseiter sind und dazu noch Jungfrau. Doch manche stört das nicht, während der Hauptcharakter aber so seine eigenen Probleme hat.

Interessant ist es aber wie die Charaktere gezeichnet sind. Yoshiro Kamogawa wird uns als ganz normaler Junge dargestellt, vielleicht ein typischer Otaku aber sicherlich nicht die schlimmste Person auf Erden. Um ihn herum sind aber alle Männer sehr Sex besessen, sogar seine Eltern. Das geht am Frühstückstisch los und endet in der Schule und dann auch noch bei Bekannten. Alle denken nur an Sex und er soll sich entscheiden wen er will. Denn er glaubt an sein Versprechen. Er glaubt an die Liebe aber er könnte halt auch zu jeder hübschen Frau masturbieren. Er ist halt ein Teenager und die Hormone überkommen ihn immer wieder.

Die anderen Charaktere verkommen etwas zu Nebenfiguren, die etwas weniger gezeigt werden. Es dreht sich alles um Yoshiro und seinem Abenteuer, zwar er fährt man mehr über die Hintergründe und das es schon einst so einen Vorfall gab. Doch manches interessant wird nur angeschnitten. Auch das nutzen der Fähigkeiten wird nie wirklich gezeigt oder nur kurz. Manche Charaktere sind einfach nur da, damit man sie in einer Szene brauchen kann. Das passt zwar zur Handlung aber etwas mehr hätte man sich schon gewünscht in den knapp zwei Stunden Laufzeit.

Pantsu, Erotik und vielleicht doch Kritik an der Übersexualisierung?

Während Sion Sono mit Tag ein Film drehte, welcher genau das kritisiert, was er in The Virgin Psychics zeigt. So kann man diesem Film hier zwar vorwerfen, dass er den Sex nutzt und das man mit vielen Aufnahmen von Unterwäsche konfrontiert wird. Doch es gehört zur Handlung dazu. Alle haben ihre Superkräfte bekommen, weil sie masturbiert haben. Es sind halt Menschen mit besonderen Fähigkeiten, welche durch Lust entstand. Dadurch zeigt der japanische Spielfilm auch immer wieder erotische Szenen, denn es dreht sich immer nur um das Eine.

Schon in Love Exposure von Sion Sono ging es um einen jungen, welcher irgendwann zum Pantsu Ninja wurde und Fotos von Höschen machte. In The Virgin Psychics sieht man sehr viele Szenen wo diese Aufblitzen, das liegt natürlich an der Mangavorlage und auch dem Thema. Denn es gibt viele Mangas und Animes wo das passier, diese sind meist für junge erwachsene Männer und richten sich auch nur an diese Zielgruppe. Das hier eine der Bösen auch noch eine Yuri ist, passt perfekt zur feuchten Männerfantasie. Doch Sion Sono wär nicht Sino Sono wenn hier nicht doch etwas Kritik mit durchsickern würde. Auch wenn der Film es einfach hinnimmt, so macht er sich immer wieder lustig über einiges und bricht die vierte Wand.

Im Verlauf des Films versucht man aber auch eine Welt zu bekämpfen, wo jeder seine erotischen gelüste auslebt. Was im modernen Japan unmöglich ist, denn man hat zwar alles und es ist vollkommen normal das man auf bestimmte steht aber bitte nicht in der öffentlichkeit. Auch hier kritisiert der Film auf der einen Seite die übersexuallisierung durch Werbung auf der anderen Seite nutzt er es aber auch und zeigt uns genau das.

© 2015 “The Virgin Psychics” Film Partners

Optik

Da Sion Sono und seine Filme immer etwas anders sind, so ist der Look von The Virgin Psychics auch ein anderer. Man hat das Gefühl man ist in einer bunten Märchenwelt gelandet. Alles wirkt farbenfroh und man nutzt nur warme Farben. Dazu wirkt es auch wie eine Komödie. Man hat zwar immer wieder ausgefallene Kamerafahrten dabei, doch das Hauptaugenmerk liegt bei dem Humor und der ist zum Teil sehr grafisch. Wenn die Jungs in der Schule mit einem Ständer da stehen, da wird das sehr übertrieben dargestellt, wie in einem Manga. So ist man bewusst hier nah an der Vorlage dran.

Wir sehen wie schon öfters erwähnt auch sehr viele weiße Baumwolle Unterhöschen der Damen. Dazu aber auch andere Szene die erotisch wirken sollen und es auch tun. Interessant ist es, dass bei den Frauen alles sehr sexy und erotisch wirkt und wenn die Männer über masturbieren reden oder wir es sehen, wirkt es unerotisch und so als ob man es nur zeigen müsste. Das zeigt auch wieder für wem der Film gemacht ist, bzw. die Vorlage gedacht war. So gibt es viele erotische Posen der wirklich hübschen Frauen zu sehen.

© 2015 “The Virgin Psychics” Film Partners

Fazit:

The Virgin Psychics ist eine sehr unterhaltsame erotische Komödie von Sion Sono. Der hier wohl den feuchten Traum eines jeden männlichen jungen Otakus verfilmt hat. Dabei spielt er aber mit den Vorstellungen und erschafft dennoch eine schmuddlige Komödie, die auch Masturbationshilfen fliegen lässt.

The Virgin Psychics

Movie title: The Virgin Psychics

Director(s): Sion Sono

Actor(s): Shôta Sometani, Tokio Emoto, Motoki Fukami, Mizuki Hoshina, Rika Hoshina, Elaiza Ikeda, Anna Konno, Erina Mano, Reiya Masaki, Sahel Rosa, Airi Shimizu, Ai Shinozaki

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Erotik - 7/10
  • 7/10
    Unterhaltung - 7/10
7.4/10
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© 2015 “The Virgin Psychics” Film Partners

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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