The Wailing – Die Besessenen

Südkorea gehört zu den Ländern, welche gern die Genrefilm etwas befrischen und neue Wege gehen. In den vergangenen Jahren gab es einige Highlights aber auch viele Lowlights. Das sollte man nicht vergessen. Auch gibt es Filme die spalten die Fans und Kritiker. Wie auf der ganzen Welt, das Land was Mitte der 2000er auch in Deutschland mal beliebt war und wir mehr Filme bekamen, auch das hat wieder nachgelassen. Doch noch immer erscheinen ein paar Filme in Deutschland. Einer davon ist The Wailing – Die Besessenen, welcher vor allem von Kritikern gelobt wird und als Highlight angesehen wird für den Horrorfilm. Doch kann dieser Spielfilm wirklich überzeugen? Eine der wichtigsten Fragen kann man aber gleich beantworten, auch hier wird eine Person vom Auto angefahren aber niemand wirft ein Fahrrad auf einen Motorradfahrer. Denn in Südkorea sieht man gern wenn jemand angefahren wird.

Die Handlung spielt in einem kleinen Bergdorf irgendwo in Südkorea, diese friedliche Idylle wird nach und nach zerstört. Denn scheinbar betreiben immer mehr Menschen einen Mord und man findet keine Antwort auf das Warum. Dorfpolizist Jong-gu ist damit sichtlich überfordert und schiebt lieber eine Nummer mit seiner Frau im Auto. Doch es passieren immer mehr merkwürdige Dinge. Man verdächtig den japanischen Einsiedler der seit kurzen in der Nähe des Ortes irgendwo im Wald wohnt. Kurze Zeit später ergreift das Böse auch besitz von Jong-gus Tochter. Wird er es schaffen das Böse aufzuhalten?

Man muss am Anfang die ganzen Lorbeeren ausblenden, welche The Wailing – Die Besessenen bekommt. Denn der Film geht lange und man braucht sehr viel geduld bis irgendwas passiert. So muss man fast 90 Minuten von den 150 Minuten durchhalten bis der Film sich komplett entfaltet. So macht sich auch gern mal die Langeweile breit, denn so viel passiert leider nicht. Auch wenn man sagt in der Ruhe liegt die Kraft, so hat der Film und die Handlung sehr viele Probleme und der latente Rassismus ist eins davon.

© Pierrot le Fou

Der Wahnsinn hat Methode in The Wailing – Die Besessenen

Als Zuschauer hat man es nicht leicht mit The Wailing – Die Besessenen, denn in seiner Laufzeit von über 150 Minuten passiert immer wieder etwas, doch in vielen Momenten ist der Film einfach langsam und wir erleben die Menschen bei ihrem Alltag oder erleben einfach nichts. Dabei entwickelt sich aber auch ein Hass auf eine bestimmte Person. Der Einsiedler wird auch gern als Japse bezeichnet und das ganz eindeutig abwertend. Niemand sagt etwas dagegen, er ist gleich der Hauptverdächtige, nur weil er anders ist. Hier macht es sich der Film auch sehr einfach, er lässt diesen Rassismus auch immer unkommentiert und zeigt uns den Alltag in dem Dorf. Natürlich kann es gewollt sein, dass wir selber mitdenken sollen und sagen können, dass diese Menschen vielleicht in ihrem Denken noch etwas hinter dem Berg sind. Dennoch ist es mit dem Finale auch schon so als ob man hier immer noch die Besetzung durch Japan verarbeitet.

Wir lernen also den Dorfpolizisten kennen und am Anfang wirkt das wie eine düstere Version eine ARD Vorabendserie, wo man halt die unfähige Polizei dabei zuschaut, wie sie versucht zu ermitteln. Dabei driftet der Film immer weiter in den Wahnsinn ab aber ohne das wir es gleich bemerken. Erst als man für sich den Schuldigen gefunden hat, wird klar, dass hier einige ein Problem haben und das übernatürliche ist es vielleicht nicht wirklich. Dabei zeigt uns The Wailing – Die Besessenen nach 90 Minuten dann das es doch geht und man fängt an mit der Mythologie und dem Bösen aber hier ist es dafür schon fast zu spät. Denn auch dann dauert es wieder etwas bis es wirklich spannend wird.

Die Charaktere sind einem aber im Verlauf des Films aber auch egal, auch wenn wir viel über den Dorfpolizisten und die Bewohner im Dorf erfahren. Sympathisch ist keiner. Alles ist wie immer für Südkorea sehr unterkühlt und wir sehen halt Figuren die ein Problem haben. Hier zeigt The Wailing – Die Besessenen halt seine größte schwächte. Er ist viel zu lang für die Handlung.

Horror, Spannug, Dämonen und mehr

Wir haben es mit einem Horrorfilm zu tun aber keinen der mit Effekte und einem den Horror ins Gesicht haut. Nein, The Wailing – Die Besessenen ist ruhiger und baut immer wieder Spannung auf, kann diese aber nie halten, immer wieder wird es von nichts unterbrochen und wieder verplempert man Laufzeit mit irgendwas. Dabei funktioniert der Horror wirklich gut in dem Film und auch die Idee dahinter ist gut. Auch wenn es halt sehr typisch für das Genre ist und man das Rad nicht neu erfindet. So zeigt der Film, dass es halt auch ohne Jumpscars geht und man auch so eine spannende Handlung erzählen kann, hätte man da nicht zu viele längen drin.

Auch die Auflösung am Ende, wer nun der Böse ist und wie alles zusammenhängt funktioniert. Es hat zwar einen Beigeschmack, den viele scheinbar ignorieren. Dennoch funktioniert es und man merkt nun wer hier recht hatte. Dabei spielen dann auch Charaktere eine Rolle, die vorher kaum zu sehen waren, wie die mysteriöse Frau. Hier verschenkt man auch Potenzial und hier zeigt sich auch wieder deutlich, dass ein Film nicht lang sein muss um eine Handlung zuerzählen, vor allem wenn man dafür nicht genug Material hat. Denn wenn man schon verschiedene Mythologien zeigt und diese zusammenmischt, sollte man auch die Charaktere etwas mehr erklären. Man beantwortet sogar Fragen im Finale aber auch hier auch nicht alle und welche die offenbleiben, sind leider die interessanten und würden der Geschichte des Spielfilms helfen.

© Pierrot le Fou

Optik

Zugegeben, die Optik rettet The Wailing – Die Besessenen immer wieder. Denn die tollen Landschaftsaufnahmen des Dorfes in den Bergen, erzeugen immer wieder eine Atmosphäre. Auch bei den Szenen wo man Spannung aufbaut, ist die Kameraarbeit wirklich gut und auch die Einstellungen. Man schaut immer zu und langsam schleicht sich die Kamera an die Wahrheit heran. Manchmal sind es kleine Szenen, die uns mehr verraten über das was passiert. Hier nutzt man wirklich sehr viele Tricks. Dabei auch die Albträume des Dorfspolizistes am Anfang, welche seine Ängste entsprechen aber vielleicht auch eine Warnung an ihn sein sollten. Eine Erklärung dafür gibt es aber nicht. Dafür erzeugen sie hier aber immer wieder für Spannung, was auch bitternötig ist zu dem Zeitpunkt der Handlung.

Die Kamerafahrten im Film erzeugen wie gesagt immer wieder Spannung und auch Atmosphäre. Im Finale nutzt man es sogar für ein paar Effekte, die erst nach und nach wirklich ersichtlich werden, obwohl sie direkt vor unseren Augen sind. Interessant sind aber auch die Szenen, wo wir den Alltag sehen, denn der Dorfpolizist und seine Frau haben Sex im Auto oder besprechen wichtige Dinge immer in dem Fahrzeug. Denn nirgendwo sonst haben sie Privatsphäre, denn Ihr Haus ist offen und die Tochter und Schwiegermutter sind immer irgendwo. Auch die Nachbarn sind nicht weit. So spricht sich viel rum. Diese kurzen Szenen verdeutlichen das immer wieder und zeigen perfekt das Leben im Dorf.

© Pierrot le Fou

Fazit:

The Wailing – Die Besessenen ist ein netter Horrorfilm der aber viel zu lang ist. Denn nicht immer zeugt die Ruhe von etwas besonderen, hier wirkt alles sehr gestreckt und man hätte mehr Spannung und Atmosphäre gehabt, wenn man alles etwas kürzen würden. Dennoch bekommt man einen interessanten Spielfilm zusehen. Der Rassismus im Dorf wird zwar unkommentiert gelassen, zeugt aber auch davon was in so einem Bergdorf abgeht, dennoch kann man es auch falsch verstehen. Wenn man die Vergangenheit von Korea betrachtet.

The Wailing - Die Besessenen

Movie title: The Wailing - Die Besessenen

Director(s): Na Hong-jin

Actor(s): Kwak Do-won, Hwang Jeong-min, Jun Kunimura, Cheon Woo-hee, Kim Hwan-hee, Her Jin, Jang So-yeon, Son Kang-gook, Park Seong-yeon, Kil Chang-gyoo, Jeon Bae-soo, Jeong Mi-nam

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 7/10
    Atmosphäre - 7/10
7.2/10
Sending
User Rating 0 (0 votes)
Comments Rating 0 (0 reviews)

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .